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Harzrandradler

Scoterbiker

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41

Dienstag, 18. Juni 2013, 21:54

Hallo rautaxe,
um mal kurz OT zu antworten, anschließend können wir das gerne in einem anderen Faden diskutieren.
Nicht nur der Verkehrsplaner, auch der ADAFC!
Hier in der Nordheide haben die durchgedrückt, das in einem Ort die Fahrradfahrer auf
der Straße fahren müssen, weil das sicherer sei.
Tolle Lösung...
So ist es! :D
Auf der Straße werde ich gelegentlich schon mal knapp überholt, aber auf den Fuß-Radweg Kombinationen behindert und an jeder Ausfahrt gefährdet. Warum soll ich denn Fußgänger belästigen?
Ich fahre ja Rad um schneller als die Fußgänger zu sein. Und 25-40 km/h kann ich auf diesen Kombiwegen in der Innenstadt nicht fahren.
ICH möchte auch keine unsicheren Billig Pedelecs von nicht mehr ausreichend körperlich fitten Personen gesteuert mit 25 km/h auf solchen Fußwegen haben!

Ansonsten:
Ich nehme das Urteil mit Empörung zur Kenntnis - aber lehne mich relativ
gelassen zurück, wohl wissend dass der ADFC, auch von mir unterstützt,
sein möglichstes tun wird dagegen vor zu gehen. Genau dafür bin ich im
ADFC.



Gruß

Karl-Heinz

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Mickys Herrchen

kylogos

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42

Dienstag, 18. Juni 2013, 22:10

Zitat

Es geht doch garnicht darum, ob wir individuell Helme gut und richtig finden und welche tragen oder nicht.
Es geht darum, ob uns in Zukunft ein Strick daraus gedreht werden kann wenn wir nicht optimal armiert ins Feld ziehen.
Natürlich
steht einem das Schmerzensgeld in voller Höhe zu wenn man von einem
anderen Verkehrsteilnehmer verunfallt wird. Die Frau hat ja eher mehr
als weniger Schmerzen gehabt. Oder war das Rad nicht verkehrssicher oder
die Lenkerin alkoholisiert?? Nur dann könnte ich einen Grund für eine
Minderung erkennen.

Im Übrigen habe ich erst kürzlich gelesen,
dass eine Helmpflicht im Auto viel sinnvoller wäre. Die meisten
tödlichen Kopfverletzungen kommen dort vor.



Tja mick, was spricht denn dagegen, der Dame eine Kostenübernahmeerklärung für ein Revisionsverfahren vor dem BGH oder gar EuGH zukommen zu lassen? Der Ausgang sollte ja - wenn man Dir glauben darf - eindeutig sein.

Ansonsten steht ja möglicherweise auch noch der Weg vor das Bundesverfassungsgericht offen.

Wäre doch sinnvoller, als die Sache in einem Forum so vehement zu vertreten, und würde doch einem "Kampfradlerinnenmäzen" zur Ehre gereichen. Oder evtl. benennst Du Dich besser in "Dampfplauderer" um?

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mick

3rd_astronaut

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43

Dienstag, 18. Juni 2013, 23:26

Zitat

Letztlich gebe ich persönlich dem Richter in einem Punkt Recht: Ein Helm kostet mit 25-30 Euro nicht unbedingt die Welt. Da wird von vielen mehr Geld für unnützen Nippes ausgegeben.

mein helm liegt hier bereit und wird jedes wochenende auf dem mtb benutzt.
ich trage schutzkleidung immer dann, wenn ich (ok, gefühlt) ein hohes risiko ansetze. beim mtben nehme ich stürze in kauf bzw die sturzwahrscheinlichkeit ist erfahrungsgemäß zigmal so hoch wie bei meinen alltagsfahrten. auf den alltagsfahrten ist das risiko einer kopfverletzung ungefähr gleich groß auf dem rad wie im auto. ebenfalls hohe (etwas höhere sogar) verletzungswahrscheinlichkeiten bestehen bei haushaltsarbeiten auf leitern, beim treppensteigen und im bad (dusche/wanne).
wenn man an die wirksamkeit eines helms glaubt (tue ich eigentlich), wäre es also sinnvoll, quasi immer einen helm zu tragen. da das unpraktisch ist ;-), lasse ich ihn ab einem bestimmten ungefährlichkeitslevel weg. meine alltagsfahrten fallen da drunter.

warum sich beim radfahren so eingeschossen wurde auf den helm, weiß ich nicht. eine verschwörung der autofirmen mit den helmherstellern? ;-) [OT-Exkurs: inline-skaten macht "man" dagegen mit körper-protektoren, aber ohne helm. wieso? beim meinem letzten fahrradsturz habe ich mri das knie verschrammelt, da wäre die inline-ausrüstung gut gewesen...]

und überhaupt wird beim radfahren dem generellen schuldumkehrprinzip weiter zugespielt. anstatt den schwächeren (=radfahrer) vor dem stärkeren zu schützen, wie es z.b. die gefährdungshaftung verfolgt, wird der schwächere verpflichtet, sich zu armieren gegen die fehler des stärkeren. das stimmt doch nicht bzw folgt der (geschickt indirekt geäußerten) ansicht der richterin, dass radfahrer eh nur "störende hindernisse" für den "motorisierten verkehr" darstellen.

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stilleswasser

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44

Dienstag, 18. Juni 2013, 23:33

Zitat

Ansonsten:
Ich nehme das Urteil mit Empörung zur Kenntnis - aber lehne mich relativ
gelassen zurück, wohl wissend dass der ADFC, auch von mir unterstützt,
sein möglichstes tun wird dagegen vor zu gehen. Genau dafür bin ich im
ADFC.

hab's "drüben" schon gesagt: meine kristallkugel sagt mir, dass nix passiert. darum: die radfahrerin hat einen fehler gemacht (seitenabstand zu klein), der durchaus 20% rechtfertigt. also nach der nächsten instanz (bgh!) stünde dann im günstigen verlauf dasselbe urteil mit einer in meine augen richtigen & sinnvollen & erzieherisch wertvollen begründung da. wer soll sich das antun???

BNE_2011

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45

Mittwoch, 19. Juni 2013, 01:36

Ich habe mal gelernt, das ich fuer Schaeden die ich verursache durch mein Fehlverhalten, Schaeden sowohl materieller Art als auch physischer Art, gerade zu stehen habe ohne wenn und aber.
Ich habe gelernt, das ich fuer mein Verhalten und das was daraus resultiert in vollem Umfang selber verantwortlich bin.

Somit finde ich das Urteil sehr bedenklich. In einer Vollgummiritterruestung waere der Frau wahrscheinlich gar nichts passiert, aber den Fehler hat nun mal der Autofahrer gemacht also soll er auch dafuer bezahlen.

Gruss vom Berni
The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing.

46

Mittwoch, 19. Juni 2013, 05:03

Vorraus gesetzt, dass ist so richtig, wie ich es bei RTL gehöt habe, dann ist ja der Punkt: Schaden in vollem Umfang geregelt. Der Verursacher bzw. seine Versicherung müssen dann den Schaden voll ersetzen. Der Punkt Schmerzensgeld... ist dann für mich ein zweiter Punkt. der seperat zu betrachten ist. Und hier die Eigenverantwortung mit zu berücksichtigen darf erlaubt sein ;-). Eigenverantwortung hat nichts damit zu tun, ob man etwas verbotenes tut oder nicht, sondern darum, dass man darum weiß, dass man sich (ich will nicht in die Helmdiskussion einsteigen) eventuell schützen kann. Und so ist es begründet... soweit finde ich es sogar in Ordnung.


Aaaaber, meiner Meinung nach müsste im Einzelfall schon geschaut werden, ob das Ding denn auch die Folgen tatsächlich gemindert hätte. Laut Gutachter wäre das kaum der Fall gewesen. Und da halte ich den Ansatz, über die Höhe 20% zu diskutieren für richtig.

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47

Mittwoch, 19. Juni 2013, 07:02

Ich finde die in der Urteilsbegründung genannte besondere Gefährdung als Radfahrer bemerkenswert. Diese scheint als hinnehmbar zu gelten, und für deren Minderung sollen die Radler Sorge tragen, obgleich die angeführte Gefahr nicht von ihnen ausgeht..., und das, obwohl es hierfür erwiesenermaßen deutlich effektivere Maßnahmen gibt (Stichwort 30/70/100).
Interessant...:confused:

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rautaxe

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48

Mittwoch, 19. Juni 2013, 10:01

@Harzrandradler: Ja, das war als Kritik gemeint.
Es wird hier in der Heide soviel Werbung fürs Radfahren gemacht,
aber an manchen Stellen ist es einfach gemeingefährlich zu fahren.
Es gibt hier ein paar Strecken, wo ich nicht freiwillig mit dem Fahrrad fahren möchte.
Da wird man schon mit dem Auto bedrängt, wenn man "nur 80" in der 70er Zone
fährt ( da haben die auf 10km für 2 km keinen Fahrradweg, noch nicht mal einen Fußweg.)
Ich bin auch nicht mit 25-40Km/h unterwegs, eher 15-25 km/h und
da ist es auf der Straße IMHO gefährlicher, da fahr ich lieber gemütlich
auf dem Fußweg.
Schön wäre es, wenn man an solchen Stellen die Möglichkeit hätte frei zu wählen.

Edit: Das sollte auch keine prinzipielle Kritik am ADFC sein!

Aber in Deutschland muss nun mal alles geregelt sein.

Über den Sinn eines Helmes kann man sicherlich streiten
(Ich fahre zum Beispiel nur mit Helm und Handschuhe).
Aber ich finde die Urteilsbegründung auch Absurd.
Es gibt keine rechtliche Grundlage (Helmpflicht), aber eine Versicherung schafft
es mal wieder, sich vor seinen Pflichten zu drücken :thumbdown:

BTW: Ich hab bei einem Fahrradsturz 2 Schneidezähne verloren (da hätte auch der Helm nicht geholfen, ich weiß ;) )
1. Stadt wollte nicht zahlen, das der "offizielle" Fahrradweg nicht über den Deckel verlief. :thumbdown:
2. Unfallversicherung haftet nicht für Zahnschäden :thumbdown:
3. Jetzt kommt das richtig Absurde: Die Krankenkasse wollte 10% Eigenbeteiligung,
da ich die letzten 5 Jahre nicht regelmäßig zur Kontrolluntersuchung war :pillepalle:

Eine Anmerkung zum Sicherheitsabstand:
Wie ist das denn, wenn ein Fahrradweg parallel zu der Farbahn/Parkstreifen verläuft?
Eine Autotür ist ja fast so breit, wie der Fahrradweg. Soll ich dann auf den Fußweg
ausweichen, wenn dort Auto parken? :P

mick

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49

Mittwoch, 19. Juni 2013, 10:33

Zitat

Es geht doch garnicht darum, ob wir individuell Helme gut und richtig finden und welche tragen oder nicht.
Es geht darum, ob uns in Zukunft ein Strick daraus gedreht werden kann wenn wir nicht optimal armiert ins Feld ziehen.
Natürlich
steht einem das Schmerzensgeld in voller Höhe zu wenn man von einem
anderen Verkehrsteilnehmer verunfallt wird. Die Frau hat ja eher mehr
als weniger Schmerzen gehabt. Oder war das Rad nicht verkehrssicher oder
die Lenkerin alkoholisiert?? Nur dann könnte ich einen Grund für eine
Minderung erkennen.

Im Übrigen habe ich erst kürzlich gelesen,
dass eine Helmpflicht im Auto viel sinnvoller wäre. Die meisten
tödlichen Kopfverletzungen kommen dort vor.



Tja mick, was spricht denn dagegen, der Dame eine Kostenübernahmeerklärung für ein Revisionsverfahren vor dem BGH oder gar EuGH zukommen zu lassen? Der Ausgang sollte ja - wenn man Dir glauben darf - eindeutig sein.

Ansonsten steht ja möglicherweise auch noch der Weg vor das Bundesverfassungsgericht offen.

Wäre doch sinnvoller, als die Sache in einem Forum so vehement zu vertreten, und würde doch einem "Kampfradlerinnenmäzen" zur Ehre gereichen. Oder evtl. benennst Du Dich besser in "Dampfplauderer" um?



Die Kampfradlerinnen, denen ich mein Mäzenatentum angedeihen lasse suche ich mir sehr genau aus. Zur Zeit läuft das nämlich auf dem Wege einer innerfamiliären Stiftung. Diese fördert 4 hoffnungsvolle Nachwuchsradlerinnen und die Stiftungsbeirätin ;-). Für mehr reicht das Stiftungsvermögen leider nicht.
Prozesskostenhilfe würde ich, wenn ich könnte, beisteuern, ehrlich. Allein schon weil auch an diesem starken Ast des Sozialstaats gesägt wird.
In diesem Fall hoffe ich, das eine breite Öffentlichkeit und eventuell ein Lobbyverband für den nötigen Druck sorgen.
Für eine Revision bis in die höchste Instanz wünsche ich der Geschädigten viel Erfolg.

You can call me Dampfplauderer if you like. YES YOU CAN!

Ein Autodidakt ist auch kein Fahrlehrer ;-)
Ich bin schrecklich inkonsequent - aber nicht immer!

Harzrandradler

Scoterbiker

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50

Mittwoch, 19. Juni 2013, 14:16

Hallo rautaxe,

ich hatte das schon richtig verstanden. :)
Es gibt nun mal Straßen die so dicht befahren sind dass man da nicht gerne fährt. Ändert aber nichts daran dass dort sicherer unterwegs ist als auf dem Bordsteinradweg. Da wo ich geboren wurde gibt es eine mehrspurige, extrem stark und rücksichtslos befahrene Bundesstraße mit parallelen Radweg. Trotzdem ich dort mit Anhänger immer auf der Straße gefahren bin, hatte ich dort nie Probleme. Es ist eigentlich mehr die Psychologie: Man weiß dass man den Kfz Verkehr ausbremst, wird auch mal böse angeschaut oder angehupt und fühlt sich dann dadurch irgendwie schuldig. Wer die Gesellschaft bremst, ist ein Querulant und Schädling wird uns immer wieder bei gebracht. Inzwischen sehe ich das sehr differenziert: Kommen auf der Straße von hinten Lkw und können mich nicht einfach überholen, mache ich auch mal rechtzeitig Platz. Die 40 Tonnen von 20 auf 60 zu beschleunigen pustet mir nämlich den Dreck ins Gesicht.
Eine Anmerkung zum Sicherheitsabstand:
Wie ist das denn, wenn ein Fahrradweg parallel zu der Farbahn/Parkstreifen verläuft?
Eine Autotür ist ja fast so breit, wie der Fahrradweg. Soll ich dann auf den Fußweg
ausweichen, wenn dort Auto parken? :P
Auf den Fußweg darfst Du nicht mal mit dem Lenker ausweichen, sprich den Luftraum verletzen. Zum parkenden Fahrzeug sind 1 m Abstand ein zu halten. Kannst Du das nicht, ist der Radweg unbenutzbar. Dann musst Du entweder auf dem Fußweg schieben, oder auf der Straße fahren.

3rd_astronaut

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51

Mittwoch, 19. Juni 2013, 15:38

Zitat

Eine Anmerkung zum Sicherheitsabstand:
Wie ist das denn, wenn ein Fahrradweg parallel zu der Farbahn/Parkstreifen verläuft?
Eine Autotür ist ja fast so breit, wie der Fahrradweg. Soll ich dann auf den Fußweg
ausweichen, wenn dort Auto parken?

ich sehe es wie harzrandradler: unbenutzbar.

OT — hier kommt wieder meine anderfadig geäußerte skepsis ggü dem adfc ins spiel:die dort so bejubelten fahrraddstreifen haben sehr oft dieses problem. ohne streifen fahre ich problemlos mit dem passenden abstand zu den parkierenden autos, aber mach das mal mit streifen (also neben dem streifen fahren)...

Pixelschubser

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52

Mittwoch, 19. Juni 2013, 16:36

Im Effekt ist es ja auch ganz egal ob der nette Verkehrsteilnehmer mich vorsätzlich oder aus Ignoranz zu Fall bringt. Nach diesem Oberlandesgerichtsurteil bleibe ich auf einem Teil meiner Genesungs-, oder schlimmer Invaliditätskosten sitzen, wenn ich keinen Helm getragen habe.
Dieses Urteil ist ein Skandal und bestärkt gängige Praxis, nämlich das systematische Ignorieren von schwächeren Verkehrsteilnehmern.
Man ist also selbst Schuld wenn man sich nicht ausreichend schützt? Konsequent zuende gedacht bedeutet dies, dass ich auch nicht mehr ohne Handschuhe oder Downhillprotektoren unterwegs sein darf, will ich im Falle eines Unfalls nicht eine Teilschuld angelastet bekommen.
Da soll man ruhig bleiben und sachlich?
Das Urteil ist ein Skandal.
Schmeiß bitte nicht alles durcheinander. Wenn Du mit Deinem Rad in der Stadt oder was-weiß-ich-wo unterwegs bist, bist Du Verkehrsteilnehmer. Wenn Du Dein Rad schiebst, bist Du Fußgänger (hier würde auch niemand nach einem helm fragen - selbst im Un-falle nicht). Bist Du mit Deinem Bike Downhill unterwegs und packst Dich hin, solltest Du mal mit Deiner Versicherung sprechen. Verwende dabei den Begriff "Risikosportart" - ich glaube, die erzählen Dir da ziemlich konkret was zu.

Mit dem von Dir so markig angeprangerten Ignorieren schwächerer Verkehrsteilnehmer hat das überhaupt nichts zu tun, das ist ein völlig inhaltsloser Propagandaspruch.

Wie ich es schon mal erwähnt habe: Es geht um die Schadensminimierungspflicht, die eigentlich jedem Versicherten zugemutet wird. In ihrem Sinne verlangt z.B. die Hausratversicherung, dass Deine Türen und Fenster gesichert sind, wenn Du das Haus verlässt. Da kannst Du auch nicht behaupten, es sei nicht Deine Schuld, dass sich da jemand unrechtmäßig an deinem Eigentum bereichert hat, der Einbrecher sei allein Schuld. Hier wird Dir Deine Versicherung auch klarmachen, dass Du einen Gutteil der Schuld und somit der Kosten selber tragen musst, da Du ja dem Verlust Deiner goldenen Uhr Vorschub geleistet hast. Sicher, Dein Türschloss ist keine Garantie dafür, dass niemand bei Dir einsteigt - aber es ist der Dir zumutbare Teil an Eigensicherung, den Du schon beitragen musst.

Genau das gleiche verlangt demnächst also Deine Versicherung von Dir: Den Dir zumutbaren Teil an Eigensicherung, selbst wenn er keine Überlebensgarantie darstellt. Und ich verwette meinen trainierten Allerwertesten darauf, dass Dir im Schadensfall 25 Euro für eine Styroporschale lieber wären als 20% Deiner Behandlungskosten. Wie gesagt - ich find' das nicht wirklich ungerecht. Ungerecht finde ich, wenn Radfahrer aus Sturheit auf einer vermeintlichen "Eigenverantwortung" auf ihrer Helmfreiheit beharren und mir als Versicherungsnehmer dann die Behandlungskosten für Unfälle zumuten, die mit Deckel auf dem Deetz vermutlich glimpflicher verlaufen wären.
Gruß: Pixelschubser

"A ship is safe in harbour - but this is not what ships are made for."

Casi2003

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53

Mittwoch, 19. Juni 2013, 18:07

Zitat

Es gibt keine rechtliche Grundlage (Helmpflicht), aber eine Versicherung schafft es mal wieder, sich vor seinen Pflichten zu drücken.


Und genau das regt mich an dem Thema so auf.
Für ein freies und unabhängiges, und vor allem werbefreies 2radforum!!!! :thumbsup:

"Nicht jeder der ein Trikot anzieht und auf ein Fahrrad steigt ist automatisch gedopt." Gehört beim Braunschweiger Nachtrennen.

3rd_astronaut

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54

Mittwoch, 19. Juni 2013, 18:18

Zitat

In ihrem Sinne verlangt z.B. die Hausratversicherung, dass Deine Türen und Fenster gesichert sind, wenn Du das Haus verlässt.

11% der haushalte haben inzwischen eine überwachungskameraatrappe über der haustür. deren nutzen ist zwar wissenschaftlich nicht nachweisbar, aber besser als nichts, sagt der gesunde menschenverstand. massivere sicherungen sind ja auch größere anschaffungen, während diese attrappen gerade mal 25EUR kosten.

man könnte sogar sagen, dass die immer größere Verbreitung des anbringens einer kameraatrappe im täglichen Straßenbild inzwischen so deutlich wahrzunehmen ist, dass man von einer allgemeinen Überzeugung im Sinne dieser von der Rechtsprechung gebrauchten Formel sprechen kann.

wer also keine attrappe anbringt, muss sich über versicherungsabschläge bei einbruch nicht wundern, gell?

Draht_Esel

50% Bier, 50% Zitronenlimo

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55

Mittwoch, 19. Juni 2013, 18:37

Also, ich fasse mal zusammen: wenn ich mir bei diesem subtropischen Klima mittels Dunstkiepe auch noch weiter die Motor(=Körper)kühlung verringere und dadurch bewusstlos vom Rad in ein Auto kippe bekomme ich eine Teilschuld. Weil, ich hätte ja den Helm weglassen können und dann wäre es nicht zum Unfall gekommen.

Nee, nee...nicht mitm Commander!

Mickys Herrchen

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56

Mittwoch, 19. Juni 2013, 20:07

Zitat vom pixelschubser:
Schmeiß bitte nicht alles durcheinander. Wenn Du mit Deinem Rad in der Stadt oder was-weiß-ich-wo unterwegs bist, bist Du Verkehrsteilnehmer. Wenn Du Dein Rad schiebst, bist Du Fußgänger (hier würde auch niemand nach einem helm fragen - selbst im Un-falle nicht). Bist Du mit Deinem Bike Downhill unterwegs und packst Dich hin, solltest Du mal mit Deiner Versicherung sprechen. Verwende dabei den Begriff "Risikosportart" - ich glaube, die erzählen Dir da ziemlich konkret was zu.


Wer schmeißt denn hier jetzt alles durcheinander: was hat Fahrradfahren (als normaler Verkehrsteilnehmer) denn mit Risikosportarten zu tun???

Mit dem von Dir so markig angeprangerten Ignorieren schwächerer Verkehrsteilnehmer hat das überhaupt nichts zu tun, das ist ein völlig inhaltsloser Propagandaspruch.

Ich interpretiere diesen Satz aus der Urteilsbegründung genau so:

"Fahrradfahrer sind heutzutage jedoch im täglichen Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Der gegenwärtige Straßenverkehr ist besonders dicht, wobei motorisierte Fahrzeuge dominieren und Radfahrer von Kraftfahrern oftmals nur als störende Hindernisse im frei fließenden Verkehr empfunden werden."

Diesem Empfinden gegenüber dem Fahrradverkehr wir durch dieses Urteil jedenfalls nichts entgegengehalten.
Obgleich es erwiesenermaßen deutlich geeignetere Maßnahmen zur Reduzierung von Unfällen mit Radfahrern gibt, als das Tragen von Helmen, werden diese nicht umgesetzt, sondern die Vorsorgepflicht auf die Radler geschoben ("halali" könnte man fast rufen...), damit diese bloß nicht den "frei fließenden Verkehr" behindern.
Wenn das keine Ignoranz gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern ist, dann weiß ich nicht, was das sonst sein könnte... Dummheit vielleicht?

Wie ich es schon mal erwähnt habe: Es geht um die Schadensminimierungspflicht, die eigentlich jedem Versicherten zugemutet wird. In ihrem Sinne verlangt z.B. die Hausratversicherung, dass Deine Türen und Fenster gesichert sind, wenn Du das Haus verlässt. Da kannst Du auch nicht behaupten, es sei nicht Deine Schuld, dass sich da jemand unrechtmäßig an deinem Eigentum bereichert hat, der Einbrecher sei allein Schuld. Hier wird Dir Deine Versicherung auch klarmachen, dass Du einen Gutteil der Schuld und somit der Kosten selber tragen musst, da Du ja dem Verlust Deiner goldenen Uhr Vorschub geleistet hast. Sicher, Dein Türschloss ist keine Garantie dafür, dass niemand bei Dir einsteigt - aber es ist der Dir zumutbare Teil an Eigensicherung, den Du schon beitragen musst.

Über die Effizient von Schlössern mögen ja meinethalben stichhaltige Studienergebnisse vorliegen, über die Wirksamkeit von Fahrradhelmen gibt es dergleichen nicht. Davon abgesehen ist natürlich der Einbrecher ganz allein Schuld, selbst wenn er bei offen stehender Wohnungstür in mein Haus käme und sich bediente, wo läge denn da mein Verschulden, bitte? Habe ich ihn etwa dazu gezwungen, sich rechtswidrig zu verhalten???
Daß die Versicherung in dem Falle meinen Schaden nicht bezahlt, kann ich verstehen, das ist aber Gegenstand der Vertragsbedingungen, die ich in diesem Falle bei Abschluß desselben anerkannt habe.

Genau das gleiche verlangt demnächst also Deine Versicherung von Dir: Den Dir zumutbaren Teil an Eigensicherung, selbst wenn er keine Überlebensgarantie darstellt. Und ich verwette meinen trainierten Allerwertesten darauf, dass Dir im Schadensfall 25 Euro für eine Styroporschale lieber wären als 20% Deiner Behandlungskosten. Wie gesagt - ich find' das nicht wirklich ungerecht. Ungerecht finde ich, wenn Radfahrer aus Sturheit auf einer vermeintlichen "Eigenverantwortung" auf ihrer Helmfreiheit beharren und mir als Versicherungsnehmer dann die Behandlungskosten für Unfälle zumuten, die mit Deckel auf dem Deetz vermutlich glimpflicher verlaufen wären.

Auf Vermutungen gestützt spart hier also die Versicherung Geld ?

... und was ist mit Skifahren, Drachenfliegen, Freeclimbing etc.? Dürfen die alle Dich als Versicherungsnehmer auch nicht belasten? ... und wie ist das mit Rauchern? Welche Eigensicherung ist denn denen wohl demnächst zuzumuten?

Gruß: Pixelschubser

Gruß
Andreas (der im Sinne der Risikominderung für seinen Blutdruck jetzt erstmal den Rechner abschaltet ;) )

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Mittwoch, 19. Juni 2013, 20:16

Wusa, lieber Andreas, Wuuuusaaaa.... nicht aufregen! Ist bei dem Wetter grad gar nicht gut!
Setz Dich doch mal mit deinen Versicherungsunterlagen auf die Terrasse und geh mal die ganzen Klauseln durch - Du wirst Bauklötze staunen, was da alles an möglichen Haftungsausschlussklauseln drinsteht. Es wird Dir nicht gefallen... Und nebenbei: Downhill ist für viele Versicherer eine Risikosportart, für einige nicht. Glückhat, wer den richtigen Versicherer erwischt hat.
Gruß: Pixelschubser

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Mickys Herrchen

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Mittwoch, 19. Juni 2013, 20:32

RRRRichtig pixelschubser, aber diese Klauseln habe ich vor Vertragsunterzeichnung lesen können und konnte selbst entscheiden, ob ich diesen zustimmen will oder nicht. Allerdings habe ich nicht den eventuellen Ausschlußklauseln einer möglicherweise gegnerischen Haftpflichtversicherung zugestimmt, die sich garnicht so eventuell, sondern ziemlich sicher auf solche Klauseln berufen würde, wenn es um ihre Zahlungsverpflichtungen ginge.
Der Radfahrerin ist ein Schaden entstanden, den sie nicht verursacht hat. Dieser entstand durch ein Fehlverhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers. Dafür hat dessen Versicherung aufzukommen. Wenn die Radlerin eine Mitschuld trifft, dann durch das Nichteinhalten eines ausreichenden Seitenabstandes. Daher halte ich schlicht die Urteilsbegrüngung für Dummfug.
Würde man der Argumentation des Richters zur Eigensicherungspflicht folgen, so müßten zig-tausende Fahranfänger im Auto ebenfalls mit Helm fahren, denn bei diesen liegt das Risiko, zu verunglücken sogar deutlich höher, als bei Radfahrern...,

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Donnerstag, 20. Juni 2013, 00:13

Den , hier wiederholt aufgefuehrten, Mindestabstand von 1m kann ich in der StVO
nirgendwo finden. Kann mir da jemand weiterhelfen ?

GvB
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Donnerstag, 20. Juni 2013, 00:44

Wo hast Du das mit den 1m her?

Grundsätzlich ist es so, dass die "Sicherheitsabstände" nicht in der StVO steht, sondern durch Gerichtsurteile festgelegt wurden.
Mir sind da nur zwei grundsätzliche Sicherheitsabstände, die durch Gerichte zugesprochen werden, bekannt.
Als Radfahrer hast Du das Recht einen Sicherheitsabstand von bis zu 0,80m zum Kantstein einzuhalten, wenn Du auf der Straße fährst.
Autofahrer haben gegenüber Radfahrern einen Sicherheitsabstand von 1,50m beim Überholen einzuhalten.
Ansonsten regelt die StVO nur, dass man grundsätzlich immer einen angemessenen Sicherheitsabstand einzuhalten hat.
Lieben Gruß

Kai