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ToG

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1

Donnerstag, 9. Juli 2015, 21:04

Warum ist der "Freundliche" so teuer?

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, schreiben ein paar Menschen aus der Fahrradbranche hier mit.

Ich habe mich mal so aus Neugierde beim lokalen Fahrradhändler umgeschaut. Ich wohne erst seit ein paar Monaten hier, und habe noch keinen Stammhändler. Meist gehe ich da für eher kleine Sachen hin, wie z.B. eine Rennradklingel. Die Jungs aus dem Laden um sind freundlich, kompetent und hilfsbereit, das steigert meine Motivation bei denen Sachen zu kaufen und halt nicht zu bestellen.


Aber: Bei Rose z.B. kostet eine Tiagra-Kassette 19,95€ und ein 105er-Ritzelpacket 28,90€. Beim Freundlichen kostet das Tiagra-Teil 38€, und das 105er 58€. Das ist weit mehr als bei Rose die Ultegra-Kassetten kosten. (Alles 10-fach, mein Rad ist schon veraltet.)

Ich bin nun prinzipiell auch bereit, mehr zu zahlen, um lokal zu kaufen statt zu bestellen. Aber halt so im Rahmen von maximal 30%, und nicht um die 100%.

Ich habe mich nun nicht getraut, nachzufragen, warum der Preis so hoch liegt - und ich vermute, sie würden es mir nicht erzählen. Kennt sich hier jemand aus, und weiß warum das so ist? Oder haben die sich einfach verkalkuliert? Die 58€ die auf ihrer 105er-Kassette pappen, liegen sogar noch über dem UVP.

joehot

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2

Donnerstag, 9. Juli 2015, 21:14

hallo
son laden kostet miete - je nach lage recht viel . die leute die dort arbeiten wollen auch geld verdienen ?!
is schon klar das das denn schnell das doppelte kostet - besonders wenn auch noch ne werkstatt mit dran ist . n reiner verkaufsladen hat da vermutlich etwas niedrigere spannen .
ich finde das schon verstaendlich und ich foerdere das solange ich kann auch - im moment kann ich das als selbststaendiger und alg 2 aufstockender nicht und bestelle deswegen zu 99 % .
viel licht und liebe auf euren wegen !

Prabha

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3

Donnerstag, 9. Juli 2015, 23:31

Außer der Miete (12 Monate im Jahr) und den Personalkosten (i.d.R. auch 12 Monate im Jahr),
haben die "kleineren" Händler höhere Einkaufspreise als ein großer Händler. Und die Lieferanten sind nicht zimperlich, was Frachtkosten oder Mindermengenzuschläge angeht.

Da muss der Verkaufspreis höher sein als bei einem Versandhändler (niedrigere Kosten, oft günstigere Einkaufskonditionen).
Dafür gibt's zum Produkt aber auch Beratung ...
„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“ (David Ben Gurion)

ullebulle

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4

Freitag, 10. Juli 2015, 06:24

Außer der Miete (12 Monate im Jahr) und den Personalkosten (i.d.R. auch 12 Monate im Jahr),
haben die "kleineren" Händler höhere Einkaufspreise als ein großer Händler. Und die Lieferanten sind nicht zimperlich, was Frachtkosten oder Mindermengenzuschläge angeht.

Da muss der Verkaufspreis höher sein als bei einem Versandhändler (niedrigere Kosten, oft günstigere Einkaufskonditionen).
Dafür gibt's zum Produkt aber auch Beratung ...
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5

Freitag, 10. Juli 2015, 09:02

Neulich benötigte ich ein neues 4 Kant Innenlager und wollte auch nicht lange warten. Da bin ich zum Radladen und siehe da, 8€ billiger als beim Onkel Erwin.
Die Glorreichen schieben ...

grandsport

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6

Freitag, 10. Juli 2015, 09:11

Warum kostet der Kaffee im Café so viel mehr, als wenn ich ihn selbst mache?
Man muss mal die Kostenrechnung vollständig aufmachen und das durchrechnen - und plötzlich ist der Kaffee für 3,50 Euro ein Schnäppchen. Auch wenn ich mir dreimal überlege, ob ich die Kohle dafür ausgebe.
Einkauf (der große Händler kommt billiger dran)
Lagerung (steigen mit jedem Tag, an dem etwas nur da rumliegt; Alternative: muss bestellt werden, dauert aber, weil der kleine Händler nachrangig bedient wird; einen Tod musst du sterben)
Personal (das nicht zu den bestbezahlten gehört)
Fortbildung (damit sie kompetent beraten und schnell und zuverlässig reparieren können)
Miete (zahl man eine zentrale Verkaufslage)
Nebenkosten (die man mal präzise notieren muss; Strom, Wasser, Heizung, aber eben auch Sicherheitskosten wie Maßnahmen zum Diebstahlschutz, Einbruchsschutz etc.)

Am Schluss kommt dan noch ein Gewinnprozentsatz dazu, der meistens einstellig ist und tatsächlich erst zu Buche schlägt, wenn der Break even im Gesamtverkauf erreicht ist. Das kann dauern.

Ob dann die von dir genannten Preise passen, weiß ich nicht, aber wenn man das mal sauber durchrechnet, ist so eine Kassette gar nicht mehr so teuer.
Ich mache es so: Werde ich ihm Laden beraten, kaufe ich dort auch. Andernfalls nicht.

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Draht_Esel

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7

Freitag, 10. Juli 2015, 12:17

Ich habe neulich ein altes Rad neu aufgebaut und an die Bedürfnisse meiner besseren Hälfte angepasst. Rad war geschenkt, außer Rahmen, Gabel, Schutzbleche, Gepäckträger, Lichtanlage kam alles neu dran. Achja, der Reifen hinten war auch noch gut. Sattel lag noch rum, ein Laufrad vorne mit Reifen ebenso.

So, jetzt mal Rechenexempel: beim Versender habe ich für das ganze restliche Geraffel knapp 200 Euro bezahlt, was noch halbwegs akzeptabel erscheint, in Anbetracht dessen, dass ein vergleichbares Fahrrad fabrikneu etwa 300-400 Euro gekostet hätte. Wenn ich die Teile nun aber beim Freundlichen erworben hätte, vermute ich mal, dass er roundabout 300 Euro dafür aufgerufen hätte...da hätte ich mir die Arbeit schon fast sparen können. Und mit Montage wäre der Preis garantiert eher Richtung 400+ Euro, also "beyond economical repair", marschiert.

Worauf ich hinaus will: kein Wunder, dass viele Leute ihre Räder auf den Müll werfen und sich ein neues kaufen, sobald mehr dran zu machen ist als einen Platten zu flicken. Das ist keine Kritik am Zweiradhandwerk, die haben ihre Kosten und müssen von der Arbeit leben. Aber wenn ich die Teile nicht günstig vom Versender bekommen hätte wärs halt noch ein Fahrrad mehr auf der Kippe gewesen.

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Salamander

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8

Freitag, 10. Juli 2015, 12:56

Klar lässt sich in der Summe einiges sparen, wenn man viele Teile bei einer Generalüberholung braucht. Da kann einer der bekanntesten und umsatzstärksten Versandhändler mit großem Ladengeschäft seine Kostenvorteile voll ausspielen. Nocchmal eine andere Geschichte sind reine Internetklitschen, die keine Werkstattkosten haben und vor allem kein Personal dafür bezahlen müssen. Ein nicht ganz fairer Vergleich...

Es gibt aber auch andere Rechnungen:
- Wenn man nur einzelne Teile braucht, hat man beim Versand entweder Mindermengenzuschlag oder anteilig sehr hohe Portokosten. Oder man bestellt irgend was mit, das man nicht braucht, das Geld ist dann auch weg.
- Die Beratung beim Freundlichen erspart Fehlkäufe. Beratung gibt es zwar auch im Internet, zB in diesem Forum. Aber ein verzwicktes Problem zur Begutachtung auf die Ladentheke legen kann man virtuell nicht wirklich.
- Und als Stammkunde hat man meist auch Vorteile, etwa bei so Mal-eben-Aktionen. Vor allem der Zugriff auf die Grabbelkiste kann bei Restaurationen die letzte Rettung sein.

Kennt sich hier jemand aus, und weiß warum das so ist? Oder haben die sich einfach verkalkuliert? Die 58€ die auf ihrer 105er-Kassette pappen, liegen sogar noch über dem UVP.

Kalkulation ist immer Händlersache. Kann sein daß der hier im Einzelfall etwas hoch gegriffen hat, warum auch immer. Oder daß der generell so teuer ist, dann sollte der bald einen Kunden weniger haben...
"Auf meinen Reisen habe ich überall auf der Welt gute Menschen kennengelernt. Und auch ein paar Arschgeigen. Das hat nichts mit Hautfarbe, Pass oder Religion zu tun." - Jürgen Schwandt, Ankerherz Verlag

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9

Freitag, 10. Juli 2015, 13:30

Zitat

Worauf ich hinaus will: kein Wunder, dass viele Leute ihre Räder auf den Müll werfen und sich ein neues kaufen, sobald mehr dran zu machen ist als einen Platten zu flicken.

Von einem für 300 € oder 400 € mit Lohnkosten überholten Rad mit guter Basis hat man aber mehr als von einem Neurad für den gleichen Preis. Doch wem sag ich das hier...


Anderer Punkt ist aber diese angesprochene Wegwerfmentalität. Auch wenn Schnäppchen erstmal billig erscheinen, ob sich das am Ende lohnt interessiert kaum noch einen. Ist in anderen Bereichen noch ausgeprägter, wie bei einschlägig bekannten Geiz-Geil-Blöd Märkten für Elektrisches und Elektronisches.

Ist jetzt nicht abwertend gemeint, wenn jemand nicht viel Geld ausgeben kann oder will. Aber gegen Leute, die nur ihr Belohnungszentrum im Resthirn ansprechen und nicht nachdenken..
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10

Freitag, 10. Juli 2015, 17:01



Aber: Bei Rose z.B. kostet eine Tiagra-Kassette 19,95€ und ein 105er-Ritzelpacket 28,90€. Beim Freundlichen kostet das Tiagra-Teil 38€, und das 105er 58€. Das ist weit mehr als bei Rose die Ultegra-Kassetten kosten. (Alles 10-fach, mein Rad ist schon veraltet.)


...schon mal nachgehakt, ob vielleicht der Einbau gleich mitkalkuliert ist? Das ist nämlich oft der Fall... und dann relativiert sich die Sache doch recht schnell.

...ich hatte gerade bei Radkleidung schon 2 mal Reklamationsfälle, die vom lokalen Händler super gelöst wurden und spätestens dann lohnt sich das richtig, auch wenn der Ladenpreis 20-30€ über dem Versand liegt. So wurde mir eine Winterjacke von Mavic ersetzt, bei der sich nach einem Jahr die Nähte an den Rückentaschen lösten... und die alte kaputte konnte ich auch wieder mitnehmen und bei einer Näherin für schmales Geld wieder in Ordnung bringen - die gleiche Chause über den Internetversand zu versuchen stelle ich mir abenteuerlich vor...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »acoustic_soma« (10. Juli 2015, 17:07)


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11

Sonntag, 12. Juli 2015, 13:37

Und vielleicht noch ein Aspekt, der mir immer ganz wichtig ist:
Ich war schon mehrfach beim Händler meines Vertrauens weil ich eine Schraube nur mit Spezialwerkzeug anziehen konnte oder mir auf einer Tour eine Schraube abhanden kam. Nichts schlimmes, aber lästig. Beim Händler wurde es dann schnell und kostenlos erledigt, obwohl ich das Rad nicht bei ihm gekauft hatte.
Das Rad meines Sohnes habe ich dann aber dort gekauft, auch wenn es etwas teurer war als im Netz. Das war es mir aber wert. Ich würde mich sonst nicht mehr trauen für solche Kleinigkeiten zu ihm zu gehen
Achja- Beratung und Probefahrt waren beim Kinderrad auch mit dabei :-)

Hausdrache

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12

Sonntag, 12. Juli 2015, 22:04

Ich habe mein Rad beim Händler gekauft - ohne im Netz Preise zu vergleichen. Und das obwohl das Rad auch da bestellt werden musste und ne Probefahrt vorher nicht drin war.
Und das obwohl ich den Händler bis dato nur vom Vorbeifahren kannte.

Warum? Weil der gute Herr mit aller Geduld mit mir mögliche Räder durchgegangen ist, die meinen Wünschen entsprechen. Inkl. Tips und Ideen was für meinen Verwendungszweck sinniger ist.
Angebot: Rad wird bestellt, wenns nicht passt bleibts bei ihm - ich muss es nicht nehmen.

Da scheiße ich auf die gesparten Euros...

Beim Kauf habe ich auch nicht um den Preis verhandelt. Fand ich unverschämt. War zwar ein Auslaufmodell, aber musste extra für mich bestellt werden, also nix Lager freibekommen. Trotzdem kam ich dann inkl. Anbauteile nur auf den Listenpreis.

Seit dem bin ich bei dem Händler geblieben, vergleiche aber die Preise mit meinem Onlinehändler (da hab ich nur einen). Händler ist UVP, liegt Online deutlich drunter (was nicht allzuhäufig der Fall ist) bestelle ich. Bleibt die Differenz im Rahmen und für mich finanzierbar(!) bestelle/kaufe ich beim Händler.

Klar zahle ich da zusammengerechnet einiges drauf, dafür habe ich aber schon viele postive Überraschungen gehabt. Soforthilfe bei Macken am Rad, häufig kleine Reparaturen nur für Kaffeekasse, Mängelbehebung auf Garantie die ich nie verlangt hätte (z.B. Speichenbruch nach 8000km, Hinterrad kein Jahr alt), versucht sämtliche Sonderwünsche zu erfüllen, gelegentlich gibts nen kleinen Preisnachlass.
Bei einer Reklamation am Rad gabs keine Schwierigkeiten, sofort akzeptiert und alles geregelt, kein Handlungsbedarf meinerseits - nur Füße hochlegen und warten
Dafür lasse ich mein Geld dann gerne da.

Den Service kann man eigentlich gar nicht bezahlen und der ist mir den Aufpreis allemal wert.
Hab vergessen was ich wollte... ?(



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13

Montag, 13. Juli 2015, 19:38

Huch, ich hatte nicht erwartet, so viele Reaktionen auszulösen.

Mir ist schon grob klar, wie so eine Einzelhandelskalkulation aussieht. Nur das in dem Fall die 2x10-105er-Ritzel schon sehr angestaubt aussahen - und wie gesagt über dem UVP der 105er-Kasette liegen. So viele verkaufen die bei dem Preis anscheinend nicht. Scheint also m.E. eher eine Fehlkalkulation zu sein.

(Aber vermutlich eine, die ihnen nicht weh tut - der Laden macht den Eindruck, als würden sie ihr Geld mit Fertigrädern und teuren Einzelanfertigungen machen, während Einzelteile nur ein Zubrot sind.)

Ich erinnere mich nun an meine Erfahrungen aus dem Einzelhandel, das es Sachen gibt, die auf der einen Seite einen so großen Aufwand bedeuten, das man sie lieber nicht verkaufen möchte, die man aber aus verschiedenen Gründen nicht aus dem Portfolio nehmen kann oder will. D.h. man macht sie immer teurer, bis sie nur noch erträglich schwach nachgefragt werden. Ich hatte die wage Vermutung, das es bei Ritzelpaketen so aussieht.

Ich bin nun eigentlich ein großer Fan von lokalem kaufen. Vor allem vom kaufen in Nicht-Ketten-Geschäften. Nicht nur wegen dem Service.

Ich wohne nun seit ein paar Monaten in Bremen, und habe seitdem in verschiedenen Fahrradläden diverse Kleinteile gekauft (Schaltzüge, Schaltzugendkappen, Schläuche ...), um micht mal umzusehen, und mir den sympathischsten Laden auszusuchen. Der Laden von dem ich schrieb, war bisher der sympathischste, auch weil sie bei so unvermeidlichen Kleinteilen keine Apothkerpreise nehmen.

Ich bin auch bereit, Aufpreise zu zahlen - aber ich ziehe meine Grenze bei ungefähr 30% Aufpreis gegenüber dem Internet.

>100% Aufschlag bei einem Produkt bei dem ich keine Beratung brauche, gehen gar nicht.
Wobei ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, das bei Sachen, die im Verkaufsraum hängen und mit Preisen ausgezeichnet sind der Einbau aufgeschlagen sein könnte.
Das Problem stellt sich nun erstmal nicht mehr, ich werde aber bei nächster Gelegenheit mal nachfragen.

(B.O.C. bietet die Kassette für 38€ an, liegt auf meinem Heimweg - ist aber halt eben auch eine sehr große Laden).

grandsport

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14

Dienstag, 14. Juli 2015, 07:46

Zitat

Wobei ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, das bei Sachen, die im Verkaufsraum hängen und mit Preisen ausgezeichnet sind der Einbau aufgeschlagen sein könnte.

Das ist ganz einfach: Verkaufst du es und musst sagen, "der Einbau kostet extra", ziehen die Kunden schnell mal ne Hackfresse und in ihren Augen steht fett "das auch noch? soooo teuer?". Den Kunden hast du womöglich das letzte Mal gesehen.
Preist du das aber gleich mit ein, kannst du dem Kunden sagen, "den Einbau machen wir so für Sie". Da lacht der Kunde und kommt gerne wieder, weil er was umsonst gekriegt hat. Denkt er jedenfalls. Obwohl er unterm Strich genauso viel Geld losgworden ist. Weiß er aber nicht und fühlt sich auch nicht so an.

kylogos

unregistriert

15

Dienstag, 14. Juli 2015, 08:36

Zitat

Wobei ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, das bei Sachen, die im Verkaufsraum hängen und mit Preisen ausgezeichnet sind der Einbau aufgeschlagen sein könnte.

Das ist ganz einfach: Verkaufst du es und musst sagen, "der Einbau kostet extra", ziehen die Kunden schnell mal ne Hackfresse und in ihren Augen steht fett "das auch noch? soooo teuer?". Den Kunden hast du womöglich das letzte Mal gesehen.
Preist du das aber gleich mit ein, kannst du dem Kunden sagen, "den Einbau machen wir so für Sie". Da lacht der Kunde und kommt gerne wieder, weil er was umsonst gekriegt hat. Denkt er jedenfalls. Obwohl er unterm Strich genauso viel Geld losgworden ist. Weiß er aber nicht und fühlt sich auch nicht so an.

Würdest Du bei Gelegenheit mal nach Wolfsburg kommen, und den örtlichen Händlern Deine Sichtweise erklären? Ich bin sicher, einige werden sich umgehend totlachen! Hier vor Ort paaren sich Apothekenpreise mit absoluter Ahnungslosigkeit und grenzenlosem Unwillen! Achtung, Kunde droht mit Auftrag!

Ich beneide immer die Leute, die anscheinend qualifizierte, freundliche Fahrradhändler und Werkstätten vor Ort haben, in denen vernünftig beraten und fachgerecht geschraubt wird. Wenn Du hingegen hier in der Fahrrad-Diaspora lebst, bleiben Dir nur Versender und eigenes Fachwissen.

grandsport

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16

Dienstag, 14. Juli 2015, 10:44

Hatte ich von Kompetenz geredet? Es geht um Verkaufsstrategie.

Ich habe hier Händler, die darüber hinaus kompetent sind, andere sind nur Grütze.

kairo-hh

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17

Dienstag, 14. Juli 2015, 11:47

Auch nur mal so als Hintergedanke bzw. zur Kalkulation:

Wenn der Händler etwas für 20 Euro einkauft, dann kommen noch folgende Kosten dazu:

Personal-Gehälter
Sozialabgaben (Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung)
Reserve für Gehälter bei Krankheit und Urlaub
Ladenmiete (je besser die Lage um so teurer, da können 30qm Laden schon mal über 2500 Euro im Monat kosten)
Betriebskosten wie Strom, Wasser, Telefon, Internet, Klopapier, Seife usw.
Versicherungen (Haftpflicht, Einbruch/Diebstahl, so etwas wie Hausrat)
Büromaterial (Papier, Tinte/Toner usw.)
EDV-Ausstattung und Ersatzteile (PC, Monitor, Drucker, Kassensystem)
Geschäftsausstattung (Regale, Tische, Tresen, Lampen, Kaffeemaschine, Alarmanlage usw.)
Ggf. Kosten für Alarmanlagen-Zentrale
Reparaturen in den Geschäftsräumen
Ware die gestohlen wurde
Wareneinsatz für neue Ware bzw. auch Ladenhüter
Dienstleistungen und Waren (mal eine kleine Schraube hier...) an Kunden die nicht extra berechnet werden
Wenn Werkstatt vorhanden ist Werkzeug (gerade Spezialwerkzeug kann sehr teuer sein), Hilfsmittel wie Montageständer
Berufs-Genossenschaftsbeiträge (jeder Arbeitgeber muss einer Genossenschaft angehören)
Handelskammerbeiträge (ist auch leider eine Pflichtmitgliedschaft)
Steuern (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer (Gewinne aus einem Einzelunternehmen unterliegen der Einkommensteuer) oder ggf. Kapitalsteuer)

Sicherlich habe ich in der Liste nicht alles aufgeführt, aber man kann schon sehen, dass es doch eine gute Summe ist. All diese Kosten werden anteilig auf die Ware umgelegt.
Alleine was das Finanzamt haben will ist nicht unerheblich. In der Regel gehen irgendwas zwischen 30 und 50% des Erlöses (je nach Umsatz und Gewinn) an das Finanzamt.

Ein großer Versandhändler wie Rose hat gegenüber einem kleinen Einzelhändler entscheidende Vorteile:

Wesentlich höhere Einkaufszahlen, womit die Kosten des Einkaufs erheblich gesenkt werden können
Die Lage des Versandlagers kann an Orten gewählt werden, welche im Preisniveau sehr weit unten sind (30qm dann vielleicht noch ca. 75€)
Wesentlich höherer Warendurchsatz, hier macht es einfach die Masse
Kein Fachpersonal für das Einpacken der Ware erforderlich, damit geringere Lohnkosten.
Das Verhältnis zwischen Warenmenge und Lagerfläche ist wesentlich besser als beim Einzelhändler (Hochregalsysteme)
Ware muss nicht präsentiert werden, kann direkt aus dem Karton oder von der Palette verpackt werden, das spart Zeit und damit Lohnkosten
Größere Zahlungsziele beim Lieferanten (z.B. 30 Tage auf Rechnung, Einzelhändler meisten sofort oder vielleicht innerhalb von 10-14 Tagen), dadurch Verkauf schon vor Rechnungsbegleichung möglich
Steuerersparnisse durch entsprechende Firmen-Konstrukte

Auch hier habe ich sicherlich einiges nicht aufgeführt.

Fazit:
Der kleine Einzelhändler muss zwangsweise eine höhere Marge (Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis) haben, um die wesentlich höheren Kosten decken zu können.
Lieben Gruß

Kai

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Mortesh

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Donnerstag, 16. Juli 2015, 13:02

Also was ich bisher mitbekommen hab begründen sich die höheren Preise beim stationären Händler erstens am Aufwand mit dem Kunden -> potentiell mehr Beratung, mehr Service, in der Regel längere Zeiten am Kunden die du für einen Mitarbeiter einplanen musst usw.
Das hast hald im Versandhandel nicht so sehr. Du hast zwar auch Beratungszeiten, allerdings halten diese sich im Rahmen da die meisten Kunden die Artikel auf 1 Klick kaufen ohne großartig nachzufragen.