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Donnerstag, 13. September 2012, 00:16

Mary Jane-Tour

Jou, Leute, Tag 1, Teil 1...

03.9.: Endlich ist es wieder so weit: Meine Motivation ist zurück gekehrt. Also zumindest, was das Radeln betrifft, jedenfalls. Eine Viertelstunde vor 'm Start beschließe ich, den Stier bei den Hörnern zu packen und die neue Matratze für mein Single-Bett aus ihrer Transportfolie zu schälen (der Verkäufer meinte, man könne sie ein paar Tage zusammengerollt lassen - ...auch elf Tage...?!).

Ich schlafe also bereits seit anderthalb Wochen auf dem Wohnzimmerboden im Schlafsack und teste die Isomatte, die ich vor geraumer Zeit gebraucht gekauft habe. Konni schaut noch auf einen Plausch vorbei, und so wird es 12.07 Uhr, bis ich endlich loskomme. Das heißt, so richtig los komme ich erst mal nicht...

Während ich das rechte Bein über Gepäck und Sattel schwinge, ereilt die linke Standwade einen Krampf. Nur meinem außerordentlichen geistigen wie auch körperlichen Reaktionsvermögen und einer Geistesgegenwart ist es zu verdanken, dass ich mich nicht bereits auf 's Maul gelegt habe, bevor ich überhaupt einen einzigen Meter gefahren bin.

Ein altbekannter Nachbar kommt des Weges, man redet ein paar belanglose Worte über Krämpfe, ich erwähne - wie es wohl jeder tut, der meint, Ahnung zu haben - was von Magnesium-Mangel und auch davon, solch ein Präparat in der nächsten Apotheke kaufen zu wollen. Hauptsache, meine Wade hat es gehört. Die weiß ja nicht, dass ich ihr ein "akustisches Placebo" verabreicht habe (diabolisches Grinsen des Autors).

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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2

Donnerstag, 13. September 2012, 00:21

Tag 1, Teil 2:

Für so was gebe ich doch kein Geld aus! Was machen denn all die Mrd. Menschen, die sich keine Magnesium-Tabletten leisten können? Haben die etwa rund um die Uhr Krämpfe...?!? Okay, der Krampf ist "gegessen", ich befinde mich irgendwo im Duisburger Norden, sehe einen Weg, der ins Grüne zu führen scheint und biege ein. Nach ein paar hundert Metern halte ich zwecks einer präventiven Pinkelpause.

Nun ja, und da ich ja wieder "rauche" (ich weiß, is' nich' gut, doch üben wir uns mal in radikaler Akzeptanz ;)...), rauche ich mir erst mal einen, bevor ich mich wieder in die ausfransende Großstadthektik stürze. Es ist halb zwei, und der Himmel scheint aufzuklaren. Auf dem Radweg neben der Bundesstraße nach Wesel überholt mich ein E-Biker, okay, ein Pedelecler.

Es läuft gut, richtig gut! Ständig pendele ich zwischen 24 und 27km/h. Rein theoretisch könnte ich ihn überholen, aber erstens will ich nicht schon so früh mit den Körnern rumasen, und zweitens macht es Spaß, immer einen Abstand von 10-15 Metern zu halten. Andauernd dreht sich der Mittfünfziger um, bis er anhält und irgendwo abbiegt. Ja, is' schon schAI$$E, wenn die Motorelektronik die unbändige Muskelkraft..., äääh..., bändigt.

Nur wenige Kilometer weiter biegt eine junge Frau an einer Kreuzung auf den Radweg ein. Sie beschleunigt nicht schlecht. Ich schließe zu ihr auf und bemerke, dass es sich praktisch nicht lohnt, sie zu überholen. Ich könnte es zwar tun, um dann vor ihr zu fahren, aber warum sollte ich...? Irgendwann wird sie 1-1,5km/h langsamer, und ich denke:"Okay, jetzt...!" Ich habe gerade zum Überholen angesetzt, da beschleunigt die Frau wieder.

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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3

Donnerstag, 13. September 2012, 00:25

Tag 1, Teil 3:

Sie bemerkt mich und dreht den Kopf zur Seite. Ich sage kurz:"Wir sind praktisch gleichschnell..." Sie sagt noch was, das ich nicht mehr verstehe (Handy-Nr., Maße...?), denn sie lässt sich zurückfallen und biegt ab. Schnell bin ich an Wesel vorbei und halte Kurs auf Bocholt. Ein konkretes Ziel habe ich ja - wie so oft - nicht, doch ich darf Oldenburg nicht ganz aus den Augen verlieren, denn da bin ich am Donnerstag mit Konni verabredet - er mit dem Auto. Aber bis Oldenburg ist es ja noch ein Stückchen, und deshalb interessiert es mich auch nicht großartig, wo ich rumgondele...

Um es kurz zu machen: Irgendwann, bei Borkenwirthe oder so, stelle ich beim Blick auf die Karte erstaunt fest, dass ich auf Südlohn zusteuere. Sehr schön. Denn dort habe ich direkt die Qual der Wahl. Als da wären die idyllische Snack-Bar für Kühe uuund die berühmte Brook-Hütte, in der ich bereits mit Pit, Joey und Sporky abgestiegen bin. Die erste Möglichkeit fällt flach, weil ich das Ambiente kaum finden dürfte.

In Südlohn angekommen, suche ich zuerst nach einem Edeka- oder Rewe-Markt, denn nur die führen - wie wir ja alle wissen - meinen Pfanner-Eistee. Doch Essig - ich stöbere nur einen Netto-Markt auf. Nun gut, ich kaufe 1,5l Wasser, eine Literflasche edelsten Johannisbeernektars und eine Packung Hafertaler. Und frage nacheinander zwei Männer nach dem Weg nach Eschlohn.

Leider entpuppen sich beide als südländische Südlohner, sie sprechen also kein Deutsch. Ein älteres Ehepaar auf Rädern gibt mir den entscheidenden Hinweis. Schnell erkenne ich die Strecke wieder, rolle wie auf Schienen meinem Tagesziel entgegen. HeRRRlich! Kein Zeltauf- und -abbau, kein Rad-Abpacken und das ganze Gerödel. Ich setze mich auf eine der Bänke und rauche erst mal 'ne Kippe.

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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4

Donnerstag, 13. September 2012, 00:27

Tag 1, Teil 4:

Es ist 19.01 Uhr, vereinzelt sind noch Jogger, Stockenten und Gassigänger/-geher unterwegs. Ob mich wohl jemand wieder erkennt...?! Ich bin ja immerhin zum fünften oder sechsten Mal hier. Als es dunkel genug ist, rolle ich die Isomatte und den Schlafsack auf Pits Tisch aus, da der andere zu wacklig ist. Ein Tisch ist schließlich nur mit zwei M20-Schrauben (ich schätze mal grob, dass es ungefähr das Maß ist) im Boden verschraubt. Ein zweibeiniger Tisch, also so was wie ein Einspurtisch, der ja konstruktionsbedingt schon wenig Seitenhalt hat.

Warum ich auf dem Tisch und nicht auf der Bank penne?! Ganz einfach: Die Bänke haben nur drei Bretter, während die Tische vier Stück besitzen. In der ersten Nacht hier - ich war mit Pit und Joey unterwegs nach Bremen - fiel der HaRRRse aus dem Schlafsack, so schmal ist die Liegefläche. Nachdem ich mein Schlafzimmer soweit hergerichtet habe, rauche ich noch einen.

Um 20.50 Uhr nähert sich ein kleiner Schatten der Hütte während des noch nicht vollständig abgeschlossenen Dämmerungsprozesses. Als das Tier nahe genug ist, sehe ich, dass es sich um den VW Golf der hiesigen Fauna handelt, rrrichtig, um ein Kaninchen. Die Rotoren der Windkraftanlagen stehen still und taten das auch schon bei meiner Ankunft vor zwei Stunden.

Ab dem frühen Nachmittag war es sonnig und fast windstill. Wenn das nur so bliebe. Da mich vorhin eine Mücke auf ihre Anwesenheit aufmerksam gemacht hat, nebele ich die kritischen Hautpartien gehörig mit Autan ein. Es dauert etwas, bis ich mich - nachdem mir zwischendurch noch die Brille runter gefallen ist - an die wacklige und auch nur einen halben Meter breite Liegefläche gewöhnt habe. Der Schlafsack ist da weitaus unproblematischer, denn in dem schlafe ich ja schon was länger...

Fahrtzeit: 5:05:29h; Tages-km: 105,01; Durchschnitt: 20,625km/h

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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steppenwolf

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5

Donnerstag, 13. September 2012, 06:00

Oh, oh!
Das könnte süchtig machen..., freu' mich to be continued! ;)
[

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NMG

Pedalero

Nebelreiter der sich den Wolf radelt

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6

Donnerstag, 13. September 2012, 13:25

Ich hab die Bilder nicht mehr im Kopf aus dem anderen Forum. Ist es die Brook Hütte?
http://joju.de.tl/Zelten-an-der-Brookh.ue.tte-2006.htm (ganz unten auf der Seite)
To bike or not to bike ... :thumbup:

Gene Krupa

unregistriert

7

Donnerstag, 13. September 2012, 13:44

Brook Hütte

Ich hab die Bilder nicht mehr im Kopf aus dem anderen Forum. Ist es die Brook Hütte?
http://joju.de.tl/Zelten-an-der-Brookh.ue.tte-2006.htm (ganz unten auf der Seite)


nö, diese isset

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Raoul Duke

8

Donnerstag, 13. September 2012, 20:31

Tag 2, Teil 1:

04.9.: Um 6.30 Uhr befreie ich mich vorsichtig aus dem Schlafsack, es ist richtig frisch. Flugs in die BW-Hose (die in der Nacht als Kopfkissen gedient hat), Socken von den Lenkerenden gezogen und das Holzfällerhemd übergeworfen. Wasser in den Kessel, Kocher angeschmissen und rasch pinkeln. Der Himmel scheint wolkenlos zu sein. Ich weiß nicht, wie ich es selbst dann schaffe, nicht richtig früh los zu kommen, wenn nicht mal ein Zelt eingepackt werden muss, aber erst um 9.08 Uhr sitze ich auf dem Lanz.

Es dauert keine fünf Minuten, da meldet sich ein allzu menschliches Bedürfnis, welches wiederum das Aufsuchen einer stark improvisierten Toilette nach sich zieht. Es folgt ein kleines zweites Frühstück auf einer verwitterten Bank. Ich sitze in der aufgehenden Sonne, rauche mir einen und betrachte die Rotoren zweier Windkraftanlagen. Einer ist soeben stehen geblieben, der zweite dreht ganz langsam aus. Die Zeit scheint still zu stehen.

Ein Knirschen und das Wegspritzen von Steinen durchbrechen die Ruhe. Ganz langsam nähert sich ein Mercedes SUV, mit geschätzten 7km/h kriecht er an mir vorüber. Ich lasse es betont ruhig angehen, denn als Maßstab gilt die gestrige Startzeit. Als ich um kurz nach zehn Uhr weiter rolle, beträgt mein "Vorsprung" also zwei Stunden. Völlig ungeachtet der Tatsache, dass ich heute ein Eckchen weiter als gestern werde kommen müssen...

..., wenn es denn auf eine bequeme dritte Etappe nach Oldenburg hinaus laufen soll. Ganz optimistisch habe ich mal die Gegend um Freren anvisiert - aus der ADFC-Karte Nr.10 (Münsterland/Niederrhein) raus und in Karte Nr.5 (Ostfriesland/Emsland) hinein. Vor Legden lege ich die zweite Rast ein, es wird richtig warm heute. Die kleine Hütte, in der ich Platz genommen habe, verfügt tatsächlich über ein Gästebuch.

Gruise, Paule
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HotRod, Manfred1954, Raoul Duke, stilleswasser

9

Donnerstag, 13. September 2012, 20:33

Tag 2, Teil 2:

Es haben sich darin überwiegend Wanderer und Radreisende/Tagestouris verewigt. Allerdings finde ich auch einen Beitrag, der eindeutig das beinhaltet, was man sonst noch in solch einer Hütte so alles tun kann. Ich quetsche meinen Senf irgendwo mitten rein an eine noch freie Stelle und mache mich wieder auf den Weg. Einen sehr miesen Weg, der jedoch durch ein sehr schönes Waldstück führt.

Nachdem ich mich irgendwo zwischen Asbek und Heek verfahren habe, verzettele ich mich ganz gehörig in Neuenkirchen, zaubere da echt anderthalb Ortsrundfahrten auf den Asphalt. Den Wunsch, diese Ex-Bahntrasse zu finden, habe ich längst aufgegeben; ich will nur raus hier und schnell durch Rheine und dann weiter Richtung Nordosten.

Mein Motto "Frage immer und überall jeden, den du fragen kannst!" macht sich wieder mal bezahlt, als ich entmutigt und in offensichtlich völlig falscher Richtung aus einem Kreisverkehr ausschere und den einzigen Passanten anhöfele (=> gerade erdachtes Kunstwort für: jemanden höflich anquatschen), der auf der Straße, die in einem Waldstück verschwindet, zu sehen ist.

Der gute Mann beschreibt mir dann sogar den Weg zur Trasse, obwohl ich danach gar nicht gefragt habe. Als ich dann in die Straße einbiege, die zur Trasse führt, fällt es mir wie ein wahres SchuppengebiRRRge von Aug' und Hirn. Es ist nicht nur so, dass dort auch der Campingplatz liegt, auf dem ich schon so was wie ein Stammgast bin, nein, ich bin vorhin schon mal hier gewesen. Vielleicht 200m von der Bahntrasse entfernt - nicht zu fassen!

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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HotRod, Manfred1954, stilleswasser

10

Donnerstag, 13. September 2012, 20:36

Tag 2, Teil 3:

Es ist halb vier, die erste Bank gehört mir. Zwei Brote reingezogen, dann einen geraucht. Ich habe noch locker vier Stunden Zeit, um irgendwo bei Freren..., ja, was eigentlich zu tun...? Zugegebenermaßen habe ich nämlich noch keinerlei Gedanken daran verschwendet, wie ich heute Abend mein Nachtlager aufzuschlagen gedenke. Wie beim Entspannungstraining während meiner Therapie:"Sollten störende Gedanken kommen, nehmen Sie sie wahr und lassen Sie sie ziehen..."

Gelöstester Stimmung strebe ich gen Rheine, das ich überraschend schnell und vor allen Dingen unkompliziert hinter mir lasse. Kurz vor Hopsten schrillt meine innere Cappuccino-Alarmglocke: Ich muss noch Wasser kaufen! Irgendwo bei Fürstenau meine ich zwar, einen CP verzeichnet gesehen zu haben, aber das muss nichts heißen, denn die Karte ist ja auch schon in die Jahre gekommen.

Ein Aldi-Markt liegt an der Strecke, na, wunderbar! Ich ziehe die leere Flasche von gestern unter dem Spannriemen hervor und betrete den Laden. Es beginnt eine dramatisch-groteske Burleske, mit einem wirklich erstklassigen Laiendarsteller, diversen unfreiwilligen Komparsen und natürlich mir - in der ebenso unfreiwilligen Hauptrolle...

Gruise, Paule
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HotRod, Manfred1954, stilleswasser

11

Donnerstag, 13. September 2012, 21:01

Tag 2, Teil 4:

Wie ein kleiner Junge, der im Kaufhaus seine Mami verloren hat, tapse ich durch die Gänge und halte Ausschau nach einem dieser Leergut-Automaten - sehe allerdings keinen. Wieder höfele ich einen Mann an. Der grinst milde und zeigt erklärend zum Eingang. Ich bedanke mich schmunzelnd und begebe mich zur Kasse. Mit der vollen und der leeren Flasche. Ist doch egal, ob ich den Pfand vor- oder nachher kassiere, denke ich so bei mir.

Ich bin ja immer noch etwas angeknallt, und irgendwie will mir nicht in den Sinn kommen, dass es sich bei einem Leergut-Automaten ja nicht um einen Geldspiel-Automaten handelt, der selbstverständlich Bares ausspuckt. Plötzlich tippt mich jemand von hinten an; es ist der freundliche Mann mit dem milden Lächeln. Und ich meine sogar, eine gewisse Ironie darin mitschwingen zu sehen. Aber nun, es ist ja auch nicht eben so, dass die hier keine Berechtigung hätte...

Jetzt höfelt er mich an. Und legt dabei eine Empathie an den Tag, die besonders heutzutage ihresgleichen sucht! Mit überaus sanfter und leiser Stimme weist er mich äußerst diskret darauf hin, dass ich zuerst den Pfandbon holen müsse. Bon?!? Ach, ja, es gibt ja Pfandbons und kein Bargeld. Zu meiner Entlastung muss ich hervor heben, dass ich hier meine Leergut-Automaten-Premiere feiere. Der Supermarkt, in dem ich nämlich sonst mein Leergut abgebe..., nein, ich will nicht abschweifen!

Okay, ich tapere also zum Automaten, vor dem ein anderer Kunde steht. Und der hat, scheint's, komprimiertes Leergut, denn die Tüte, aus der er die Flaschen fischt (und teilweise in Form bläst!), will und will nicht leer werden. Als ich endlich an der Reihe bin, lege ich meine einsame Flasche in diesen Schacht und harre der Dinge. Summ-brszbrszbrsz-summ..., und weg ist die Flasche.

Gruise, Paule
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12

Donnerstag, 13. September 2012, 21:03

Tag 2, Teil 5:

Und nun...?! Eine grüne Lampe leuchtet auf..., okay. War da vorher ein rotes Licht? Hmmm, habe ich nicht drauf geachtet. Grün müsste doch bedeuten, dass der Vorgang abgeschlossen ist und ich den Bon entnehmen kann...oder...? Tja, ich sehe aber leider keinen Bon. So stehe ich dort und grübele...und grübele...uuund..., DA, EINE STIMME! Ich drehe mich um. Richtig, es ist der Mann, der mittlerweile auf Rang Nr.2 an der Kasse aufgerückt ist.

Er kramt ganz tief in seinem Repertoire und bringt das Kunststück fertig, mir flüsternd im Falsett so diskret als irgend möglich einen weiteren Tipp zukommen zu lassen. Untermalt das Ganze von einer Gestik und Mimik, die mich hart an die Grenze eines Lachkicks bringen. Irgendwie erinnert er mich an Willie Tanner aus der Serie "ALF". Ich müsse den grünen Knopf drücken, gibt er mir zu verstehen. Wie hat es meine Mutter früher immer so nett gesagt, wenn ich mich mal wieder blöd angestellt hatte...

"Du stehst da wie der Ochs vor'm Berg/die Kuh vor'm neuen Tor!" Passt. Aber mal ehrlich: Habe ich ahnen können, dass stinknormale Bedienknöpfe (wie man sie z. B. auch an Haustürklingeln findet) wegen des fortschreitenden Motorikverfalls der "Generation Touch Screen" immer mehr durch diese BASSA-Knöpfe - bekannt wohl aus den TV-Gameshows - ersetzt werden?! Nein, habe ich nicht.

Ich drücke den grünen Knopf und entnehme den Bon. Zurück an der Kasse, sage ich nur kurz "Neandertaler" und danke Willie im Kubik, denn es ist der dritte Einzeldank. Und will mich hinten anstellen. Hinter Willie stehen noch zwei jüngere Kundinnen. Der Mann möchte mich vorlassen, weshalb ich ihm nun in der vierten Dimension danke (ich sage ihm das übrigens wirklich so und schreibe es nicht nur hin).

Gruise, Paule
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13

Donnerstag, 13. September 2012, 21:04

Tag 2, Teil 6:

Fragend höfele ich die beiden Frauen an, ob es auch für sie okay sei, wenn ich sie überhole. Man könne ja nicht einfach über ihre Köpfe hinweg..., blablabla. Sie sind einverstanden, und ich bedanke mich natürlich auch bei ihnen. Jetzt bin ich auf Rang Nr.2. Vor mir nur noch eine Frau. Nur noch. Hahaaaaaarrrrrr! Diese Frau hat ihre Waren bereits auf 's Band gelegt, und von dem ist jetzt nichts mehr zu sehen. Der Jahreseinkauf wahrscheinlich...

Sie dreht sich zu mir um, fragt, ob ich nur die eine Flasche habe. Und lässt mich vor! Ich hole zum Rundumschlag aus, bedanke mich bei ihr und bei der Kassiererin direkt mit, erhebe die Stimme und danke allen im Laden befindlichen Kunden und Mitarbeitern. Alles lacht oder grinst. Ich drücke der Kassiererin ein 20 Cent-Stück in die Hand und sage:"Stimmt so!" Solche Erlebnisse sind es auch, die ich an diesen Touren so liebe.

Kopf schüttelnd besteige ich mein Rad und rolle weiter in einen immer noch ungewissen Ausgang des Tages hinein. Zwischen Freren und Fürstenau verfahre ich mich wieder mustergültig, und langsam wird es auch zeitlich knapp. Jetzt ist der liebe Gott an der Reihe, denn jetzt hilft wirklich nur noch beten. Aber okay, schließlich befinde ich mich in Hüttenland, und da kann es wohl nicht so schwierig sein, mal eben eine Hütte aus dem Hut zu zaubern...

Ich folge einem Radwegweiser, biege in einen Feldweg ein, die Dämmerung hat eingesetzt. Da für die Suche nach meinem Nachtsichtgerät - was weiß ich, in welcher Tasche sich die Brille befindet? - weitere wertvolle Zeit draufginge, fahre ich einfach weiter. Plötzlich hebt sich da was aus dem Dunkeln ab, das eventuell eine..., YEAH, es IST eine Hütte!!! Und sogar eine, die ich kenne! Gott ist mit den Faulen. Mit Sporky habe ich hier mal 'ne Pause gemacht, und wir hatten die Hütte für übernachtungstauglich befunden.

Gruise, Paule
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14

Donnerstag, 13. September 2012, 21:05

Tag 2, Teil 7:

Es ist 20.10 Uhr, und hier im Schatten der alten, die Hütte umgebenden Bäume bereits recht dunkel. Trotzdem rauche ich erst mal 'ne Kippe. Zwar führe ich die Lupine nicht mit mir, für den Notfall habe ich jedoch so 'ne Maglite-Kopie im Gepäck. Wie übrigens auch - ein absolutes Novum! - eine Sticknadel und einige Zentimeter Stickgarn. Falls sich mal wieder ein Hosenknopf lösen sollte.

Im Gegensatz zum Hexagon der Brook-Hütte hat diese Hütte einen rechteckigen Grundriss. Beinahe spießig, doch dafür erstrecken sich in ihrem Inneren entlang der Längsseiten zwei mega-lange Bänke und die dazu gehörigen Tische. Weil die allerdings etwas schmaler als die der Brook-Hütte ausfallen und mir die Bänke einen Tick breiter erscheinen, werde ich in dieser Nacht auf einer Bank schlafen.

Vor der Behausung befindet sich übrigens ein Brunnen, so richtig mit Pumpschwengel und so. Das Ding fördert zwar kein Trinkwasser zutage, reicht aber aus, um den Autan-Sonnencreme-Salz-Mix wenigstens etwas von Armen, Hals und oberem Oberkörper zu beseitigen. Danach gehe ich zum relaxten Teil des Tages über, esse fein zu Abend (ich schätze, dass die Duisburger Brote bis Oldenburg halten werden) und rauche mir einen.

Als die Strahlen der Restsonne die Wolkenfetzen über dem Wald hinter dem Acker in dieses typische Licht tauchen, kommt mir Dali in den Sinn. Und dass ich mich eigentlich rasieren müsste. Was ich dann in völliger Dunkelheit auch tue. Im Dunklen und ohne Spiegel?! Klar, das funktioniert wunderbar (mit dem Elektrorasierer)! Ich verlasse mich auf meinen Tastsinn und das Geräusch des Rasierers.

Wo ich mich genau befinde, weiß ich natürlich nicht; es wird aber in der Nähe von Fürstenau sein. Kurz bevor ich mein, nein, unser Schlaflager (der HaRRRse kommt wieder mit in den Schlafsack) präpariert habe, erinnert mich freundlicherweise wieder ein Summen am Ohr daran, doch besser noch Autan aufzutragen...

Fahrtzeit: 7:11:58h; Tages-km: 145,73; Durchschnitt: 20,244km/h

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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blauer Brite

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15

Donnerstag, 13. September 2012, 21:52

Schön zu lesen,
gerade, wenn man selbst auch schon alleine mit sich selbst zusammen gefahren ist, oder so ähnlich...

Fahrtzeit: 7:11:58h; Tages-km: 145,73; Durchschnitt: 20,244km/h


Dein alte Form hast Du auf jeden Fall beibehalten.
Finde ich gut.
Gruß, rogger
------------------------------------
Moderator 2radforum.de


[img]https://winterpokal.rennrad-news.de/images/team/39.png?1676996[/img]

16

Donnerstag, 13. September 2012, 22:14

Schön zu lesen,
gerade, wenn man selbst auch schon alleine mit sich selbst zusammen gefahren ist, oder so ähnlich...


Präziser - und dabei doch so schön - hätte ich 's auch nicht ausdrücken können :thumbsup: !

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

17

Donnerstag, 20. September 2012, 00:35

Tag 3, Teil 1:

05.9.: Für meine Verhältnisse unverhältnismäßig spät, stehe ich erst um 7.32 Uhr auf, ziehe mein Kopfkissen (=> Hose) und das gesalzene The Cult-Shirt an. Es ist bewölkt und demzufolge nicht so frisch wie gestern Morgen. Während ich nach dem üblichen Cappu-Kippe-Ritual meinen ebenso gewohnten und völlig uninspirierten Mix aus Katzenwäsche, Frühstück, Kram sortieren, friendly smokes for the day manufacturing, Taschen einräumen, mich mit Sonnenöl einreiben, Rad bepacken etc. durchziehe, kommt ein Crosser um die Ecke...

...will wohl hier ein Päuschen machen. Wollte. Mein Anblick dürfte ihm gereicht haben, er fährt weiter. Ja, ich trage ein deeskalierendes Outfit: die Flecktarnhose symbolisiert ganz klar Krieg, die Hippie-Weste dagegen zweifelsfrei peace. Das kürzt sich weg, hebt sich auf. Ruhe in der Mitte gewissermaßen. So was umgibt einen mit einer Aura, der sich kaum jemand entziehen kann. Kaum, denn der Crosser entzieht sich ja gerade.

Um 10.15 Uhr verziehe auch ich mich, wegen des miesen Feldweges/Trampelpfades sackt der Schnitt sofort in den Keller. Ach, egal, bis Oldenburg ist es nicht mehr weit, und ich muss ja nicht mal in die City rein. Ich habe da nämlich in einem Kaff namens Hatten, ca. 20km südöstlich von Oldenburg, einen CP ausgemacht. Eigentlich könnte ich heute richtig trödeln (wie sehr man sich doch täuschen kann...), denke ich so bei mir...

Andauernd entdecke ich Wegweiser nach Fürstenau, doch da will ich ja gar nicht hin! Im Gegenteil, ich will raus aus dieser Stadt. Tja, und dann fällt mir ein, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich bin...und vielleicht erst mal durch Fürstenau fahren muss, um weiter nach Quakenbrück zu kommen. So ist es dann auch. Immerhin bin ich zufällig auf einen Radfernweg gestoßen.

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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Marcus, Raoul Duke, stilleswasser

18

Donnerstag, 20. September 2012, 00:37

Tag 3, Teil 2:

Diese Wege führen ja meistens durch ruhigere Landstriche und sind länger als die Straßenverbindungen. Wunderbar, dann kann ich den Tag besser ausfüllen. Wie ich rasch bemerke, haben diese Wege zuweilen noch eine andere Eigenart: Sie können auch - selten zwar - von solch unsagbar schlechter Qualität sein wie der, auf dem ich gerade fahre. Mit dem DMC hätte ich hier schieben müssen (und aufpassen, dass Rahmen und Kurbeln nicht aufsetzen).

Steinig, grob geschottert, teilweise Geröll und/oder Sand, Wurzeln, Löcher - und leicht ansteigend. Geiellllllll, so mit Gepäck! Als es dann bergab geht, gestaltet sich die Sache nicht leichter. Zum Nachtisch gibt 's dann "Sand fin an einer Rampé". Ich mache mir erst gar nicht die Mühe, sie fahrend zu erklimmen, sondern lasse mich einfach hinein rollen (insofern man bei 'nem Fixie von rollen lassen sprechen kann...), steige ab und schiebe. Weil das leichte Vorderrad jedoch andauernd wegrutscht, ist selbst das ein Akt. Aber...schöne Gegend...

..., eine Gegend, die - wie ich wenig später beim Kartenstudium feststelle - auch unter dem Begriff "Nördlicher Teutoburger Wald" geläufig sein soll. Okay, das erklärt den Weg. Aber gut, ich bin dieser unwirtlichen Gegend entronnen, habe wieder befestigte Wege unter den Pneus. Via Kettenkamp (welch schöner Ortsname!) und irgendwie an Badbergen vorbei gelange ich verblüffend schnell nach Quakenbrück, wo ich bei Rewe zwei Liter Eistee nachlade.

Bloß raus aus der Stadt! Ein paar Kilometer weiter nördlich, auf dem Weg nach Cloppenburg, lege ich um 14.50 Uhr eine längere Rast ein. In einem Bushaltestellenhäuschen ohne Bank. Doch der routinierte Tourero hat ja vorgesorgt, und zwar in Form eines Dreibein-Klapphockers. So hocke ich da neben der Bundesstraße fünfhundertschlachmichtot und ziehe mir erst mal zwei Käsebrote rein. Und den Rest der Hafertaler, die immer noch in einer unter einen Spannriemen geklemmten Netto-Tüte rumbaumeln.

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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19

Donnerstag, 20. September 2012, 00:40

Tag 3, Teil 3:

Von rechts kommt ein Trecker heran, in seiner Fahrtrichtung beschreibt die Straße eine lang gezogene Rechtskurve. Hinter ihm naht ein Tanklastzug. Naht, denn er ist sichtbar schneller als der Trecker, der vielleicht mit 40km/h dahin zieht. Der wird doch nicht...! Der wird! Ich habe einen echten Logenplatz, denn genau auf Höhe der Bushaltestelle befindet er sich sozusagen auf dem Zenit des Überholvorganges.

Ob der Trecker etwas abbremst, kann ich nicht erkennen. Aber der Gegenverkehr bremst etwas ab und hält sich scharf rechts, um dem zart besaiteten Trucker mit 20.000 Litern Agent Orange im Nacken eine Gasse zu bauen. Und es funktioniert astrein! Beinahe, als hätten die das einstudiert. Als Ex-Klapshäusler fragt man sich da natürlich auch, wo eigentlich die meisten Härtefälle anzutreffen sind...

Darauf rauche ich mir erst mal einen. Levele mich gewissermaßen auf Blödmanns Karl-Niveau ein (=> Leergut-Automat), denke mir beim Blick in die angespannten Gesichter der in den vorbei hastenden Autos kauernden Wesen, dass die mich bestimmt allesamt beneiden. Ich jedenfalls beneide mich nicht, denn täte ich dies, wäre ich wieder reif for the house of insanity.

Frage mich niemand, wo ich auf Cloppenburg treffe, ich bin nur froh, diese Stadt ohne nennenswerten Zeitverlust hinter mich gebracht zu haben. An dem Edeka, an welchem Gene, Pit und ich auf der Easy Rider-Tour unsere Regenpause eingelegt hatten, komme ich aber wieder vorbei. In Sage, etwa 15km nordöstlich von Cloppenburg, passiere ich den "Sage War Cemetery". Mmh, war hier etwa eine very important battle challenge, bei der die Briten derbe Verluste erlitten hatten, für die es sich lohnte, einen eigenen Friedhof...

Gruise, Paule
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20

Donnerstag, 20. September 2012, 01:11

Tag 3, Teil 4:

Fragen über Fragen, doch ich muss weiter. Obwohl ich langsam wieder Bock auf 'ne Pause habe - die ich etwas später bei Charlottendorf auch in die Tat umsetze. Diese Pause nutze ich u. a. zum Kartenstudium. Und bemerke, dass ich gar nicht nach Hatten zum CP zu fahren brauche. Denn ich hatte einen CP direkt in Oldenburg übersehen! Ja, wunderbar, dann nehme ich den doch. Egal, wie unschön der liegt, Hauptsache, es gibt morgen früh keine Hampelei, pünktlich am Bahnhof zu sein.

Jetzt wird es doch noch etwas stressig. Okay, nicht richtig stressig, aber einen Verfahrer sollte ich mir jetzt nicht mehr leisten, wenn ich das Zelt nicht im Dunklen aufbauen will. Oldenburg macht einen sympathischen Eindruck, nur frage mich niemand, warum genau. In einem Rewe-Markt kaufe ich noch Eistee nach. Auf 's Wasser verzichte ich, weil auf dem CP wohl welches vorhanden sein dürfte.

Nach einer dezenten Fragerei, wo denn der CP im Stadtteil Ohmstede (ein Ex-Widerstandskämpfernest?!) liege, sind die Antworten einer eher vagen Natur. "Äh, ja, Campingplatz...?" - "Ja, hier die Straße weiter..., dann kommt auch 'n Schild mit Ohmstede drauf..., müsste also eigentlich..." - "...Ooohmsteede...?" Nach etwas Rumgurkerei finde ich ihn dann endlich. Doch bereits aus einiger Entfernung betrachtet, breitet sich der Gedanke "Na, klar, wie hätte es auch anders sein können..." in meinem Kopf aus.

Das Stahltor ist ge- und verschlossen, und dahinter tut sich...nichts. Geil. Um jetzt einen Wildzeltplatz zu finden, müsste ich diese Stadt verlassen. Bis ich raus wäre, wäre es dunkel. Und dann könnte ich im starken Schein des 2,4W-Bosch-30er-Jahre-Scheinwerfers suchen. Man könnte sagen, dass ich mich in einer Lage wähne, in der mir ganz sicherlich kein lieber Gott eine Hütte vor die Füße stellt...


Gruise, Paule
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