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Pixelschubser

Velosophiestudent im 48. Semester

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Dienstag, 25. September 2012, 09:23

Erft-Rur-Maas-Nordsee

Guten Morgen meine Lieben,
anbei ein kurzer Bericht über meine "Erstmals-seit-20-Jahren" Tour von Erftstadt nach Noordwijk aan Zee.

Grundsätzlich: Wieso ausgerechnet Noordwijk? An der Niederländischen Nordseeküste gibt es definitiv schönere Orte als ausgerechnet Noordwijk?!
- Ich habe diese Tour gewählt, weil ich vor zwanzig Jahren bereits mit meiner früheren Freundin dort war - und es einfach nochmal wissen wollte. Bin ich mit Anfang vierzig noch fit und leistungsfähig wie damals mit zwanzig? Wo sind die Unterschiede? Was mache ich heute anders?
Ich hatte bei meiner Vorstellung angemerkt, dass ich seinerzeit mit einem Hollandrad und idiotisch viel Gepäck unterwegs war. Heute waren die Voraussetzungen besser - ein leichtes, zum Reiserad umgerüstetes Trekkingrad, ein kleines leichtes Zelt, weniger Gepäck - das sollte mein altersentsprechendes Manko an Fitness in etwa ausgleichen, so meine "Berechnung".

Meine Route - so war es mit komoot geplant - sollte mich von Lechenich über Jülich und Heinsberg-Wassenberg nach Roermond führen. Von dort weiter an Eindhoven und s'Hertogenbosch vorbei über Maassluis nach Hoek van Holland, von dort dann die letzten kilometer entlang des LF1 nach Noordwijk. Berechnet waren ca. 360 Kilometer. Da ich nicht mit GPS navigierte und sich ab und zu dann die eine oder andere spontane Idee für Routenänderungen ergab, ich mich von LF- und Knooppuntkarten irritieren ließ (man sollte sich auf eins festlegen und dann konsequent verfolgen...), kamen letztlich knapp 430 Kilometer heraus - in 3 1/2 Tagen Reisezeit. Meine längste Etappe waren am vorletzten Tag 140 Kilometer, da ich den Campingplatz in Vlaardingen dann doch nicht mehr anfahren wollte - Vlaardingen fand ich vom Ufer der Maas aus so hässlich, dass ich einfach weiterfuhr bis Hoek van Holland.
Unterwegs gab es einige lustige Momente, wie den Besuch eines Fuchses, der nachts um mein zelt stromerte und sich an den übrig gebliebenen Pommes mit Majo verlustierte, oder auch einen knapp einstündigen Aufenthalt in einer kleinen Dorftankstelle bei Waalwijk, als ich von der Kassiererin spontan zu einem gemütlichen Schnack über Köln, Hochzeitstage und das Reisen per se - und einer Tasse Kaffee eingeladen wurde. Beeindruckend war die Maasunterquerung durch den Beneluxtunnel , bei dem man fast unbemerkt durch den im Tunnel herrschenden Luftzug und das sanfte Gefälle ohne jegliches Pedalieren auf über 40 km/h beschleunigt wird. Oder auch die Querung der Maas bei Gorinchem mit dem Watertaxi - einem kleinen Boot mit einer irren Beschleunigung, das einen für wenig Geld (1,70 €) inklusive Fahrrad über die Maas bringt - ein Heidenspaß mit viel Krawall und Getöse :D

Hier noch ein paar kleine Eindrücke dieser Tour:
















Diese kleine Tour hat mir ein paar Erkenntnisse gebracht.
1. Radreisen ist mein Ding, der Suchtfaktor ist enorm.
2. Radreisen allein hat zwar Vorteile (man ist unabhängig und muss sich nicht mit den bedürfnissen etwaiger Reisepartner herumschlagen), aber auch Nachteile: Du bist allein, hast niemanden zu reden und auch keinen, der Dich von zu vielen Kilometern, unnötigen Umwegen, zu wenigen Pausen und zu wenig trinken abhält. Die nächste Reise findet definitiv zu zwei statt.
3. Das war nicht meine letzte Reise, das war (nach langer Zeit) die erste von vielen.
4. Mein Lenker war Scheiße - als Souvenir habe ich mir ein linksseitiges Ulnarisrinnensyndrom mitgebracht.
5. Mein Sattel (Lepper Primus) ist für die Sitzposition auf meinem Rad nicht geeignet - wenn man mit "tauben Nüssen" ;) durch die Gegend fährt, ist das ein höchst unangenehmes Gefühl, weil man immer glaubt, gleich die Hose voll zu haben. :dead:
6. Der Gegenwind auf der Noordzeeroute nordwärts ist besonders gemein, wenn er sich mit dem ständigen Auf und Ab in den Dünen bei Scheveningen zusammentut. Hier können Dich 50 Kilometer Strecke mehr erledigten als 140 Kilometer auf dem platten Land...

Ach ja - im Nachtrag gab's noch eine Erkenntnis, die mir aber erst jetzt beim Betrachten der Bilder kommt: Die Niederlande sind in der Tat keineswegs so platt und optisch langweilig - es waren ja doch einige regelrecht verwunschene und wirklich malerische Stellen dabei. Wenn ich so dieses Bild von dem einsamen radweg betrachte, denke ich, das war mal so richtig was fürs Auge. Oder dieses stille alte Dorf, in dem mir (Dienstagmorgens um 9 Uhr) keine Menschenseele begegnete und das wirkte, als würden die Häuser noch tief und fest schlafen - *hachmach* - das war schon toll. Die Niederlande sind sicher ein Land für Radreiseanfänger - aber auch für Genießer...
Gruß: Pixelschubser

"A ship is safe in harbour - but this is not what ships are made for."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pixelschubser« (26. September 2012, 12:53) aus folgendem Grund: Noch 'ne Erkenntnis...


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Gene Krupa

unregistriert

2

Dienstag, 25. September 2012, 11:03

Schöner Bericht,

Danke dafür.
Eine Strecke die mich reizt zu fahren. :thumbsup:

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Pixelschubser

Henner

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Unterwegs nach: we're on the road to nowhere

Wohnort: M'heim

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3

Dienstag, 25. September 2012, 21:16

Hallo Pixelschubser,
vielen Dank für den sehr schönen Bericht mit den Bildern- macht direkt Lust wieder mal (auf dem Rad) nach Holland zu fahren. :)

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Pixelschubser