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Ritze

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Dienstag, 27. August 2013, 01:12

Neues von König Dickbauch!

König Dickbauch geht auf Tour

Es ist schon lustig über was sich erwachsene Männer an einem Kneipenabend so alles unterhalten. So wie neulich! Die Spielkünste des VfB waren schnell durchdiskutiert und die Planung für den nächsten Motorradurlaub nicht wirklich fruchtbar. Nach sooo viel Weltschmerz und dem 3.-4. Bier kam dann der Erste zu der Erkenntnis, daß früher alles besser war - selbst das Kinderfernsehprogramm!

Von dem modernen Zeugs, wo man vor lauter hysterischem Gekreische und Explosionsgeblitze Ohrenkrebs, Knalltraumata und epileptische Anfälle bekommt, müßten die Kinder heutzutage ja zu Amokläufern mutieren. Wo jeder Satz mit „ Aaaaaah“ beginnt und mindestens einmal das Wort „kämpfen“ oder „töten“ beinhaltet, kann einfach kein Feingeist gedeihen. Nein, nein – aber früher, als noch der gute, alte Stoff lief! Pippi Langstrumpf, Pan Tau, Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, Plumpaquatsch und… Die Augsburger Puppenkiste!

Oehmichens Helden Mikesch, Don Blech, Räuber Hotzenblotz, Urmel, Jim Knopf, Kalle Wirsch und der kleine dicke Ritter Oblong, der auszog um die Inseln Bollingru zu befrieden, haben uns, meist in der Vorweihnachtszeit, in ihren Bann gezogen. Teile ihrer Dialoge und Lieder können wir selbst heute noch auswendig zitieren.

Angetrieben von nostalgischen Gedanken habe ich die Augsburger Puppenkiste dann mal gegoogelt und beschlossen, meinen diesjährigen Urlaub eben dort ausklingen zu lassen. Den Opener und kulturellen Teil soll ab 1. September die Mozartstadt Salzburg übernehmen. Der Alpe Adria Radweg wird mich bis nach Spittal führen. An der Drau entlang gelange ich nach Oberdrauburg. Den sportlichen Anteil stellen Plöckenpass, der Großglockner und Gerlospass dar. Vorbei an diversen Seen, eventuell über Bodensee-Königseeradweg und Romantische Straße, vielleicht aber auch über das Kloster Andechs, werde ich schließlich nach Augsburg gelangen. :winke:

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Dienstag, 27. August 2013, 05:41

Ritze,
da wünsch ich Dir viel Spaß bei.

Gruß ulle

Kloster Andechs, da war ich auch mal..
sogar mit dem Radl, von irgendeinem Parkplatz an einem großen See aus.
Auf der Rückfahrt hab ich soviel gebremst, daß das Fett aus den Radnaben durch die Schmiernippel
als Dampf entwichen ist.
War mein Jugendrad von Rixe mit Torpedo 3-Gang Schaltung sponsort bei Konfirmationsgeld :P

Ritze

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Dienstag, 27. August 2013, 16:40

:D Für die lange Großglocknerabfahrt hab ich diese Woche auch schon neue Bremmmsbeläge eingebaut und die Zangen entlüftet. Nach über 20.000 km waren auch das große und das mittlere Kettenblatt sowie das Tretlager ziemlich abgenudelt. Also auch eine neue Kurbel montiert. Momentan bin ich am Hinterrad. Mein alter Huricane hatte schon so viel Durchstiche, unter anderem von meinem Ausflug nach Norddeutschland letztes Jahr, daß er aussah, wie ein Netzshirt aus den 80er. Da gibt es jetzt den guten Marathon Mondial inklusive neuem Schlauch. Der Mondial hat auch 30 kg mehr zulässige Traglast :whistling: . Leider macht die hintere Radnabe hässliche Geräusche. Also zuerst mal da nachsehen...

Ritze

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Sonntag, 13. Oktober 2013, 17:46

Sonntag, 01.09.2013; 26 km, 104 hm, 1:40 h

Zugfahrt ca. 6 h Pforzheim-Salzburg-Glasenbach

Das erste Mal seit Jahren komme ich pünktlich aus dem Haus und kann die ersten 17 km nach Pforzheim gemütlich unter die Räder nehmen. Das ist auch gut so. Denn auch in diesem Jahr bin ich 15 kg über meinem Sommerkampfgewicht und die Packtaschen sind gut gefüllt.

Im Bahnhof Pforzheim hat man endlich Aufzüge auf allen Gleisen eingebaut. Heute reicht es jedoch um das Bahnhofgebäude herumzulaufen, denn mein Zug fährt von Gleis 1 ab. Der Lokführer schafft es tatsächlich den Fahrradwagon an der richtigen Stelle anzuhalten, so daß ich ohne Hast einsteigen kann. Im Abteil sitzt außer mir nur noch ein schlafender Fahrgast. Bei näherer Betrachtung ein Penner auf der Walz, dessen „Aura“ den ganzen Raum erfüllt. Naja, es ist ja nicht so weit bis Stuttgart.

In Stuttgart habe ich genügend Zeit quer durch den Bahnhof mein Gleis zu erreichen, den Zugplan zu studieren und mich am richtigen Pfeiler zu postieren, als in einer Durchsage bekannt gegeben wird, daß der Zug in umgekehrter Reihenfolge einlaufen wird. „Kein Problem“ denke ich und mache mich die knapp 100 m auf den Weg. Warum bin ich kaum überrascht, daß der Zug doch in der richtigen Reihenfolge einfährt und ich die ganze Strecke über den nun sehr belebten Bahnsteig zurück rennen muß? :cursing:

Die weitere Reise nach Salzburg verläuft dafür ereignislos. Dort angekommen rächt sich meine dilettantische Vorbereitung. Mit dem Winzstadtplan aus dem Esterbauer ist es einigermaßen schwierig sich in so einer Großstadt zu orientieren. Und das Touristengewimmel macht mich ganz kirre. Gegenüber vom Schloss Mirabell finde ich ein Unternehmen, welches Stadtrundfahrten im Kleinbus für kleines Geld anbietet. Leichter kann man sich keinen Überblick über diese geschichtsträchtige Großstadt verschaffen.

Unser Führer wirkt auf mich wie ein Koberer von der Reeperbahn. Ganz zufällig kennt er einen Gastronomen, dessen Gasthof genau an meiner Strecke liegt und den er gerne für mich anruft. Ich habe eh keine Lust in der Stadt zu bleiben, also, was hab ich schon zu verlieren. So komme ich ganz nebenbei zu meiner Reservierung für die Nacht. Die Führung selbst dauert beinahe 2 Stunden und ist ihr Geld allemal wert. Besonders beeindruckt mich die Festung Hohensalzburg und das Festspielhaus, vor dem gerade die Schönen und Reichen auf den Beginn der Vorstellung warten.

Beim Rechenwirt in Glasenbach angekommen feilsche ich noch ein wenig um den Preis. Gott sei Dank nicht zu lang. Denn in dem Moment als ich den Zimmerschlüssel in Händen halte und das Rad in die Garage bringen will, legt ein heftiges Gewitter los. Binnen Sekunden habe ich keinen trockenen Faden mehr am Leib. Aber jetzt ist’s eh wurscht: das Feierabendbier wird schon gezapft.

Als ich nach lecker Abendessen mein müdes Haupt bette, lerne ich die Nachteile einer Unterkunft in Flussnähe kennen. Ein hochfrequentes Sirren ertönt an meinen Ohren: Schnaken!
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Mittwoch, 16. Oktober 2013, 02:07

Montag, 02.09.2013; 87 km, 786 hm, 5:16 h

Glasenburg-Hallein-Dorfgastein

Den Zimmerschnaken ist mein Blutalkohol der vergangenen Nacht wohl schlechter bekommen als mir. Träge und benommen sitzen sie heute Morgen in einer Ecke des Zimmers an der Decke, wo ich sie , Eine nach der Anderen, erledige. Harrr, ich bin ein Killer! Nach dieser Großtat kann ich mit stolz geschwellter Brust zum Frühstücksbufett gehen, um mich zu stärken.

Nach der durchregneten Nacht ist es frisch an diesem Morgen. Ich zahle, sattle auf und mache mich auf den Weg zurück zur nächsten Salzachbrücke. Denn um den Alpe Adria Radweg, der hier als Tauernradweg ausgeschildert ist, zu nutzen, muß ich das Ufer wechseln. So kurble ich entspannt den fein gekiesten Radweg entlang bis kurz vor Hallein, als bei einer Routinebremsung der Griff der Vorderbremse plötzlich ins Leere fällt. Offensichtlich habe ich bei den Wartungsarbeiten zu Hause den Haltesplint der Bremsbeläge gar nicht oder zu wenig aufgebogen und deshalb die vorderen Bremsbeläge verloren. Blöder Fehler! Aber besser, er kommt hier in der Ebene zum Tragen als bei der Abfahrt vom Großglockner!

Dank meines Smartphones finde ich in Hallein den Radhändler Grundtner, der mir neue Beläge verkaufen kann und das notwendige Werkzeug zum Einbau ausleiht.

Je weiter der Vormittag voran schreitet, desto hügeliger wird das Terrain. Mit dem Gollinger Wasserfall, Burg Golling, Burg Hohenwerfen sowie der Eisriesenwelt, erreichbar von Werfen aus, passiere ich jede Menge Sehenswürdigkeiten. Doch spätestens als ich den Pass Lueg erklimme, wird klar, daß die Österreicher den Namen Burg Hohenwerfen ernst meinen. Die Anstiege kosten jede Menge Kraft und Zeit! Im Werfenerhof kehre ich schließlich zu lecker Mittagstisch ein.

Doch auch nach der Mittagspause geht der ganz normale Wahnsinn weiter. Der Weg führt über heftige Anstiege, z. T. auf oder entlang stark befahrener Straßen und Tunnel durch das Pongau. Wieder einmal rächt sich meine dilettantische Vorbereitung. Der Esterbauer beschreibt die Strecke ausführlich. Es hilft allerdings nicht, wenn man den Reiseführer nur unters Kopfkissen legt anstatt ihn zu lesen!

In St. Johann kaufe ich noch einmal Wasser ein und beobachte einen kleinen, schwarzen Mops, der, angeleint vor dem Supermarkt, versucht den Betreiber eines Grillhendlstandes zu hypnotisieren: Füttere mich! Füttere mich! Füttere mich! Futter!!!

In Dorfgastein suche ich mir schließlich eine Unterkunft. Gar nicht so einfach in der Nachsaison was Günstiges zu finden, wo auch geöffnet ist. Vor allem nicht, wenn man müde, hungrig und durstig ist. Die Tourdaten für diesen Tag geben nicht wirklich meinen Erschöpfungsgrad wieder.

Beim Eggerwirt bekomme ich schließlich ein Appartement ohne Frühstück für sensationelle 22 €. Das Restaurant bietet genau was ich will und mein Rad darf in der Kegelbahn übernachten.

Herr Wirt, ein groooßes Bier , bitte!
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Montag, 21. Oktober 2013, 03:27

Dienstag, 03.09.2013; 101 km, 861 hm, 6:14 h

Dorfgastein-Spittal-Oberdrauburg

Die Belastung des Vortages hat mich schon einigermaßen erschüttert. Wenn ich bedenke, daß dies erst die Anreise zu den wirklichen Strapazen ist, sehe ich mich vor meinem geistigen Auge schon diverse Zugtickets lösen! Gerade das Streckenprofil der heutige Etappe zum Bahnverlad nach Böckstein-Mallnitz hat es schon auf der Landkarte in sich.

Doch zunächst habe ich dringendere Probleme! Wieder einmal hat eine winzig kleine Scherbe den Weg durch das Geflecht meines vorderen Reifens gefunden. So finde ich mein Rad mit Plattfuß in der Kegelbahn vor und muß erst einmal auf nüchternen Magen Schlauch flicken, bevor ich mir in der Bäckerei „einen Sack voll“ Leberkässemmeln zum Frühstück besorge. Wenige Kilometer hinter Dorfgastein finde ich eine Sitzbank, wo ich mich zum Frühstücken niederlassen kann. Nach der zweiten Semmel erhellt sich dann wenigstens meine Miene, was man vom Himmel nicht sagen kann. Der bleibt bis zur Verladestation nahtlos grau.

Bis Kötschachdorf verläuft die Strecke noch easy-going eben. Kurz vor Bad Gastein zieht der Weg dann so heftig an, daß mir nichts anderes übrig bleibt, als bis die 3 Kilometer bis zum Ortsausgang zu schieben. An den steilsten Stellen lese ich 15% Steigung vom Tacho ab und bin froh um jedes Kilo, das ich gegen das Rad und den Berg stemmen kann.

Schließlich komme ich gerade rechtzeitig in Böckstein an, bevor der Autozug durch die Tauernschleuse via Mallnitz abfährt.

Als ich in Mallnitz aussteige ist es, als ob ich in eine andere Welt komme. Strahlender Sonnenschein und ein knallblauer Himmel vom Feinsten. Das ist auch gut so! Die ganzen Höhenmeter, die ich mir auf der anderen Tunnelseite erkämpft hatte, wollen nun vernichtet werden. Also kommt die wärmende Sonne sehr gelegen, um den Windchill-Effekt zu lindern. Mit bis zu 70 km/h geht es bis nach Obervellach. Dort treffe ich auf den R8, oder auch Möllradweg. Der ist für mich nicht nur helle Freude. Für eine sonntägliche MTB-Tour ohne Gepäck wäre das Zick-Zack entlang aller mathematischer Koordinaten in Ordnung. Mit Reisegepäck für 2 Wochen sind die Schotterwege durch den Wald mit ihren vielen Mikrosteigungen doch recht kräftezehrend. In Möllbrücke, kurz vor Spittal, wechsle ich auf den R1, oder auch Drauradweg. Dort gönne ich mir auch meine Mittagspause, die an diesem Tag etwas großzügiger ausfällt als sonst.

Die weitere Strecke bis Oberdrauburg verzichtet zwar weitgehend auf absolute landschaftliche Highlights. Dennoch ist sie angenehm zu fahren. Die gute Fahrbahn führt über weite Strecken an der Drau entlang, liegt meistens im Schatten und hat eigentlich auch keine ausgeprägten, oder gar nennenswerte, Steigungen. Vor allen Dingen führt mich der Weg nach Oberdrauburg zum Gailberger Hof, ein Gasthof, den ich seit 10 Jahren regelmäßig mit dem Motorrad besuche.

Beim letzten Motorradurlaub hatte ich wohl meine Ankunft mit dem Rad für diese Woche angedroht. Wirklich ernst genommen hat das dort aber niemand. Vermutlich haben die dort noch nicht einmal geglaubt, daß ich ein Fahrrad besitze! Umso größer war die Überraschung, als das kleine Umsatzmonster plötzlich in der Nachsaison durstig vor der Tür stand!
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Sonntag, 27. Oktober 2013, 12:48

Mittwoch, 04.09.2013; 8 km, 350 hm, 0:47h

Oberdrauburg-Hohenburg-Rabantalm

Nach dem harten Ritt von gestern habe ich mir heute etwas Ruhe verdient. So leite ich nach dem ausgiebigen Frühstück erst einmal eine Putz – und Flickstunde ein. Nachdem ich meine Radlerkleidung gewaschen und den Zossen geschmiert habe, fahre ich in den Ort zum Einkaufen, um Ersatzschlauch, Wasser und Vesper einzuholen.

Damit kann man allerdings nicht den ganzen Tag füllen. Und so passend das Wetter auch wäre möchte ich eigentlich nicht schon um 10 Uhr Morgens zum biertrinken unter den Nussbaum sitzen. Ihr wisst ja: kein Bier vor vier!

Also gondle ich nochmals ins Dorf. Oberdrauburg ist ein kleiner Flecken und somit schnell erkundet. Allerdings habe ich es in 10 Jahren noch nicht geschafft die Hohenburgruine zu besichtigen. Das hole ich heute nach. Eine schmale, asphaltierte Straße führt für gut einen Kilometer sakrisch steil zur Hohenburg. Ironischerweise hat man am Wegesrand den biblischen Kreuzweg Jesu Christis angelegt. Ausgerechnet an der Station, wo Veronika Jesus das Schweißtuch reicht, muß ich wegen der Steigung und der unpassenden Kleidung pausieren.

Die Aussicht von der Ruine aus entschädigt für das „Strapäzle“. Der Blick schweift über das Drautal, den Ort und über die Wand des gegenüberliegenden Gailbergs, welcher morgen mein Ziel sein wird. Neben der Ruine unter einem Baum steht eine Sitzbank, die wie geschaffen ist für meine Vesperpause.

Der asphaltierte Weg führt noch weiter den Berg hinauf. Da ich eh nix Besseres zu tun habe nehme ich die Strecke in Angriff. Einfach mal schauen, was noch kommt! Laut Beschilderung soll in 3 km die Rabantalm kommen. Jetzt sind 3 km nicht die Welt. Aber hätte ich gewußt, wie steil die sind, hätte ich das Bike bei der Ruine stehen gelassen. So hatte ich das Vergnügen, das Rad den ganzen Weg hoch zu schieben. Und weit und breit keine Vroni mit Schweißtuch!

Die Rabantalm selbst ist ein landwirtschaftliches Anwesen mit eigener Hofkapelle. Die Aussicht ist in etwa die gleiche wie von der Ruine aus, also nichts Neues. So mache ich mich an die Abfahrt und erfreue mich an meinen neuen Bremsbelägen. Bei der Ruine pausiere ich noch ein paar Minuten, um die Bremsen abkühlen zu lassen. Dann geht’s weiter in den Ort. Dort komme ich am Friedhof vorbei, dem ich , man hat ja Zeit, auch noch einen Besuch abstatte. Dabei fällt mir der große Anteil an Kriegsgräbern aus dem Ersten Weltkrieg auf. Eine Folge davon, daß zu der Zeit auch der Plöckenpass mit äußerster Brutalität heiß umkämpft wurde.

Irgendwann habe ich genug gesehen. Ich bin klatschnass geschwitzt und schließlich ist es gleich vier Uhr. Außerdem ist ja Ruhetag! So trolle ich mich wieder zum Gailberger Hof unter den Nussbaum, wo ich den Senior des Hauses antreffe. Mit schwatzen, essen und trinken bringen wir den Rest des Tages , dank des milden Wetters, im Biergarten zu.
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Sonntag, 27. Oktober 2013, 18:42

Jetzt mal eine bescheidene Frage zur Erinnerungstechnik..

Paule saß beim Treffen neben mir, hat den Harrrsen vorgeschickt, um alles in Ruhe in sein Büchlein übertragen zu können.

so weit so gut, aber Deine Berichte lesen sic si, als ob sie gerstern geschehen sind.

Machst Du Dir unterwegs Aufzeichnungen, oder schreibst Du aus dem "Bauch" heraus?

Dein Schreibstil ist ....




ich mag ihn!!! :rolleyes:


Gruß ulle

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Sonntag, 27. Oktober 2013, 19:09

Tatsächlich schreibe ich stichwortartig Konzept. Gerade die Tourdaten wie schnell, wie hoch, wie weit, wohin und die Highlights des Tages. Außerdem knipse ich viel. Es ist auch hilfreich, wenn die Erinnerungen noch frisch sind. Und dann braucht man auch die gewisse Lust zum Schreiben. Sonst wird das nur eine langweilige Aneinanderreihung von Fakten.

Gruß Reimund

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Sonntag, 27. Oktober 2013, 19:47

Ich bin ja nur stiller Mitleser, genieße aber deine Tourenberichte sehr. :thumbsup:
Gruß Nico

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Sonntag, 27. Oktober 2013, 21:14

Guter Bericht Ritze

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Dienstag, 29. Oktober 2013, 01:34

:pleasantry: OK Folks! Nach so viel (Vorschuss)Lorbeer muß ich ja mal wieder Leistung zeigen...

Donnerstag, 05.09.2013; 54 km, 1337 hm, 4:20 h

Oberdrauburg-Gailbergsattel-Kötschach-Mauten-Plöckenpass-Retour

Ich mußte ja schon in den vergangenen Tagen feststellen, daß ich nicht mehr der knusperfrische Bergfex bin wie früher. Haben sich doch diverse Körperradien durch den Genuss etlicher Schaumküsse, auch Mohrenköpfe genannt, so vergrößert, daß ich getrost auf einen gepolsterten Sattel verzichten kann. Da die daraus resultierende Gewichtszunahme nicht gerade förderlich für meine Durchschnittsgeschwindigkeit am Berg ist, bin ich heute schon relativ früh unterwegs. Den Gailbergsattel und den Plöckenpass möchte ich überwinden. Darüber hinaus soll noch genug Zeit bleiben, um die WK I. Museen in Mauten und Timau zu besichtigen.

So kommt es, daß ich bereits um 8:30 Uhr durch die frische Morgenluft die 6%-Steigung hochpflüge. Eigentlich ist die Straße nicht so stark befahren. An diesem Wochenende findet jedoch das Harley Davidson-Treffen am Faaker See statt. Das heißt, je später der Tag, desto mehr dieser rollenden Flatulenzien sind unterwegs. Aber keine Angst, die tun nix, die wollen nur spielen!

Weil es eben noch so frisch ist und nur für 6 km wirklich ansteigt bin ich schon nach 1:20 h vor dem Rathaus in Kötschach-Mauthen, wo das Museum untergebracht ist. Es ist noch Zeit bis zur Eröffnung so gehe ich in den gegenüberliegenden Supermarkt um meinen Wasservorrat zu ergänzen. In der Ausstellung wird dem geneigten Besucher anhand von zeitgenössischen Exponaten gezeigt, wie und warum der Gebirgskrieg geführt wurde. Spätestens bei der Vitrine mit den Nahkampfwaffen, welche Streitkeulen und Schlagringe beinhaltet, wird einem klar mit welcher Härte und Grausamkeit die Kämpfe geführt wurden.

Nach 2 Stunden trete ich wieder vor dem Rathaus ins gleisende Sonnenlicht. Bis hier war das Streckenprofil noch Kindergarten. Ab dem Ortsausgang geht es so richtig an’s Eingemachte. Der Höhenmesser im Tacho pendelt öfter als mir lieb ist zwischen 9% und 13%. Immer wieder wird man durch „Heldenfriedhöfe“ und Wegweiser zum WK I Freilichtmuseum an die blutige Geschichte des Landstriches erinnert. Nach ca. 10 km wird der Zustand der Straße so himmelschreiend schlecht, daß mir die Harley-Treiber schon fast leid tun. Wer hier einen schlechten Zahnarzt hat verliert Plomben! Auf den letzten Kilometern montiere ich die Beleuchtung um sicher durch die Galerien zu kommen. An der Ausfahrt der letzten Galerie befindet sich noch ein Zugang zum Freilichtmuseum. Wenige Meter weiter überquere ich dann den alten Grenzübergang auf der Höhe des Plöckenpass.

Nach der Grenzstation befindet sich ein Parkplatz um den einige Verkaufsstände und ein Restaurant gruppiert sind. Das trifft sich gut! Ich hätte ganz gerne etwas mit mehr Biss als meine Bananen. Das Lokal ist bis auf den letzten Platz belegt und die Bedienung scheint leicht überfordert zu sein. So besorge ich mir an einem der Kioske zwei Salamipanini und ein Radler. Dabei frage ich gleich noch nach der Entfernung bis Timau. Mit über 10 Kilometer fällt die Antwort deutlich heftiger aus, als ich dachte. Der Tag ist schon reichlich fortgeschritten, die Italiener asphaltieren die Straße neu und ich fühle mich eigentlich nicht so frisch, daß ich auf dem Heimweg über eine solche Distanz eine solche Steigung überwinden könnte. So beschließe ich den Rückweg anzutreten.

Bei der Abfahrt erreiche ich stellenweise wieder höllische Tempi. Es reicht sogar um eine Vierergruppe Harley-Fahrer abzuledern! Doch kaum bin ich an denen vorbei fliegt mein einziges, und somit mein bestes, Rücklicht davon. Schade, ich muß bremsen und umkehren, um die Einzelteile wieder einzusammeln. Wenigstens habe ich Glück: nach der Montage funktioniert die Lampe sogar noch!

Der Rest des Heimwegs verläuft ziemlich ereignislos und somit auch ohne Panne. Ein schönes Schmankerl ist noch einmal die Abfahrt vom Gailbergsattel. Die Straße ist wirklich hervorragend ausgebaut, so daß man es schön rund und flott laufen lassen kann. Und bei dem Durst, den ich jetzt beieinander habe, ist dies wohl auch das Schicksal von Wolfgang, meinem Wirt, für diesen Abend: schön rund und flott laufen-beim Bier holen! ^^
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Samstag, 2. November 2013, 19:47

Freitag, 06.09.2013; 113 km, 1568 hm, 7:15 h

Oberdrauburg-Gailbergsattel-Kötschach-Lessachtal-Sillian-Lienz-Oberdrauburg

Wenn man das hier so liest könnte man ja meinen, ich würde mich täglich übelster Trunksucht hingeben. Dabei muß dem Leser klar sein, daß ich jeden Morgen ohne Wecker um 7 Uhr aufwache. Die Menge Wasser, die ich auf meinen Touren vertilge entspricht, näherungsweise, dem Bedarf eines Kamels bei einer Saharadurchquerung. Dies erfordert natürlich eine ausgeklügelte Logistik! So ist mein erster Stop dieses Tages wieder beim Supermarkt von Kötschach –Mauthen, um Wasser zu bunkern. Genau wie am Vortag. Und ja nicht zu wenig! Denn im Moment ist es zwar noch recht frisch. Der Himmel ist jedoch strahlend blau. Spätestens wenn ich nachmittags das Drautal runter fahre wird es wieder warm!

Heute suche ich mir den Abzweig zum Lessachtal. Die Strecke ist mir vom motorradfahren eigentlich bekannt. Wenn man jedoch mit einem einfachen Dreh aus dem Handgelenk bis zu 98 PS mobilisieren kann, beeinträchtigt dies das Urteilsvermögen in Bezug auf das Streckenprofil! Bis ich den Markstein, der den Beginn des Lessachtals markiert, überhaupt erreiche, bin ich schon ganz schön platt und somit vorgewarnt, mir meine Kräfte gut einzuteilen.

Von einem Tal erwartet man eigentlich, daß es eben zwischen den Bergen verläuft. Die B 111 schwingt sich aber in wilden Amplituden, die bis Obertilliach 600 Meter an Höhe gewinnen. Die Gail hat sich so tief in den Talboden geschnitten, daß man sie kaum zu Gesicht bekommt. Dafür türmen sich zu meiner Linken die Karnischen Alpen auf. Und mit Maria Luggau gibt es sogar einen Wallfahrtsort mit Kloster im Tal. Vom Streckenprofil her verlangt mir die Gailtal Straße einiges an Körnern ab. :rad:

Das Lessachtal ist recht dünn besiedelt. Haupteinnahmequellen sind Forstwirtschaft und Tourismus. Zu dieser Jahreszeit ist definitiv Nachsaison, d.h. es ist auch recht wenig Verkehr. Mit Ausnahme der Faaker Harley-Treiber natürlich. Das bedeutet aber auch, daß nicht mehr alle Speiselokale geöffnet haben. So wird es doch etwas später, bis ich einen adäquaten Futtertrog in Obertilliach gefunden habe. Und weil ich doch sooo hungrig bin und sooo gerne bestelle, gönne ich mir ein ausgewachsenes Menü. :xeno:

Knapp dem Fresskoma entgangen wanke ich von der Sonnenterrasse zum Rad. Gott sei Dank bin ich nicht mit dem Renner unterwegs. Sonst würde ich mir auf der weiteren Strecke ständig mit den Knien in den Bauch boxen! Die 15 Kilometer bis zur Kartitscher Höhe muß ich mich schon noch plagen. Ab da geht es dann bis Silian steil bergab. Ab Silian benutze ich den Drauradweg. Da ich mit der Flußrichtung fahre fällt der Weg bis Oberdrauburg ebenso, aber halt sachter. Dementsprechend flott geht es voran. Jedenfalls bis zur Landesgrenze Tirol/Kärnten. Bis dahin ist der Weg tippitoppi asphaltiert, geführt und beschildert. In Kärnten haben, wie in Baden Württemberg, Grüne das verkehrspolitische Sagen. D. h. Radwege werden zur Vermeidung von Flächenversiegelung nicht asphaltiert, wegen Geldmangel nur schlecht gepflegt und wegen des schlechten Zustands von den Einheimischen, und sicher bald auch von den Touristen, nicht mehr benutzt. Für eine ansonsten strukturschwache Region wie das Drautal wäre es eine Katastrophe, wenn der(Rad)Tourismus auch noch wegbrechen würde.

Pünktlich wie vorherberechnet um 17 Uhr schlage ich im Biergarten auf, wo schon meine Wirtsleute mit den anderen Gästen in familiären Kreis versammelt sind. Beim Feierabendbier mit der glutroten Abendsonne im Gesicht erzähle ich dann, wie ich das Lessachtal nieder gerungen habe. :beer:
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Ritze

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Sonntag, 3. November 2013, 13:16

Samstag, 07.09.2013

Ruhetag

Heute ist Ruhetag angesagt. Meine Ausrüstung schreit auch schon schwer nach Pflege. Nachdem ich beide Sätze Radlerklamotten gewaschen und zum Trocknen aufgehängt habe, widme ich mich mit tatkräftiger Unterstützung des 4-jährigen Wirtsohns dem Rad. Ich reinige und schmiere den Antrieb und pule Steinchen aus den Reifen. Bei der Gelegenheit sehe ich, daß ich nach der Panne vom Dienstag den Schlauch im Vorderrad schlampig montiert habe-das Ventil steht schräg. Also korrigiere ich auch das, bevor ich mich dem Radl des Kleinen widme. Jedoch die wirklich schwierigen Aufgaben hat Amadeo schon selber erledigt. So muß ich nur noch seine Kette spannen, damit endlich Feierabend wird.

Nach all der „harten“ Arbeit beschließe ich den Rest des Tages mit hochgelegten Beinen unter dem legendären Nussbaum zu verbringen. Schließlich widme ich mich der Intensivverkostung der hiesigen Brauereierzeugnisse. Ja-und essen muß ich schließlich auch noch!

Am späten Abend trifft eine weitere holländische Bikergruppe ein. John ist, wie ich, langjähriger Stammgast und selbstständiger Mechaniker. Der Vater seines Kumpels ist einer der erfolgreichsten Schweinezüchter der Niederlande. Wenn das mal kein wichtiger Kontakt ist, vor allem bei meinem Verzehr… . Sei’s drum-trinkfest sind sie allemal, egal ob Jungs oder Meisjes! So wird das noch ein richtig langer, feuchtfröhlicher Abend!

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Sonntag, 3. November 2013, 23:08

Ich verstehe Dein Wasserproblem nicht. Wir füllen unsere Flaschen im Hotel/der Pension wieder auf, ein Supermarkt wird dafür nicht benötigt.
Grüße
Alltagsradler

Ritze

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Freitag, 29. November 2013, 01:58

Ich habe an mir schon genug Gewicht die Berge hoch zu schleppen und vermeide es deshalb meinen kompletten Tagesbedarf an Wasser, was je nach Streckenprofil und Außentemperatur bis zu 8 Litern sein können, gleich von Beginn der Tour mit zu führen. Ferner habe ich ein gesundes Misstrauen Quell - und Leitungswasser betreffend.

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Dienstag, 3. Dezember 2013, 23:50

Sonntag, 08.09.2013; 54 km, 1015 hm, 4:22 h

Oberdrauburg-Dölsach-Heiligenblut

Die ursprüngliche Planung vom weichen heimischen Sofa aus sah vor von Oberdrauburg in einem Rutsch über den Großglockner zu fahren. Die vergangenen Tage haben aber gezeigt, daß ich heuer zu so einer Großtat einfach nicht in der Lage bin. Deshalb hat Wolfgang bei seinem Schulfreund und Spezl Josef in Heiligenblut angerufen und dort eine Unterkunft für mich klar gemacht. Josef bewirtet den Campingplatz und das zugehörige Almcasino. In der Nachbarschaft besitzt er noch ein klein Häuschen mit Garage, welches bis dato noch nicht modernisiert ist. Deshalb vermietet er die Zimmer zu sehr moderatem Preis, während man im Casino lecker Essen und ein Frühstücksbuffet mit allen Schikanen bekommt.

Vor den Genuss setzt der Herr aber den Schweiß. Die ersten 16 km nach Dölsach führen mich wieder auf den Drauweg. Aber scheinbar habe ich irgendwo einen Abzweig übersehen oder falsch genommen. Jedenfalls fahre ich heute auf einem Feldweg, vorbei an Kühen, und muß des Öfteren Viehgatter öffnen und schließen. Ansonsten stellt der Weg keine größere Herausforderung dar. Erst als ich dann die B 107 überquere geht’s bergauf.

Spätestens ab Iselsberg stehen ständig 7-9% Steigung auf dem Tacho. Über weite Strecken könnte man auch einen Weg benutzen, der mehr oder weniger an der Möll entlang geführt wird. Dieser Weg ist aber nicht durchgängig asphaltiert, was das Fahren noch anstrengender macht. Ganz nebenbei werde ich von meinen holländischen Kumpels vom Vorabend überholt. Die werden mit ihren Motorrädern den Glockner auf jeden Fall packen. Ich dagegen pfeife schon relativ früh am Tag aus dem letzten Loch. Je weiter ich vorankomme, desto bedrohlicher türmen sich Gewitterwolken am Himmel auf. So freue ich mich über die ersten Wegweiser, die Heiligenblut anzeigen. Tatsächlich zieht sich die Strecke wie Kaugummi, bis ich endlich den von vielen Postkarten bekannten Kirchturm sehe. Und selbst dann dauert es noch eine ganze Weile, bis ich unter Dach und Fach bin. Ich muß noch durch den ganzen Ort, bestimmt 2 km steil bergab, bis ich endlich vor dem Almcasino stehe.

Umso angenehmer ist der Empfang: obwohl Josef eine Geburtstagsgesellschaft, und somit reichlich Arbeit, im Lokal hat, nimmt er sich die Zeit und begrüßt mich wie einen langjährigen Freund der Familie. Schließlich gibt es viel zu erzählen. Nachdem ich den ersten Bierdurst abgelöscht habe, ziehe ich mich zum Duschen in die Unterkunft zurück. Ich teile mir das ganze Haus inklusive Garage nur mit einem holländischen Paar und einer Küchenhilfe mit ihrem Sohn.

Während ich unter der Dusche stehe entlädt sich ein Gewitter. Bis zur Essenszeit hat es so weit nachgelassen, daß ich einigermaßen trocken zum Restaurant laufen kann. Nach lecker Essen sitzen Josef und ich noch eine ganze Zeit zusammen. Er erzählt vom gemeinsamen Werdegang mit Wolfgang, ich vom derzeitigen Stand der Dinge. Als ich mich schließlich verabschiede, gibt mir Josef augenzwinkernd zu verstehen, daß die komplette Einrichtung des Fernsehzimmers im Erdgeschoss zu meiner kostenlosen Verfügung steht. Als ich dort nachsehe, finde ich eine Flasche Schnaps als „Durstlöscher“. Nun gut, einen Western und einen Schnaps gönne ich mir noch als Betthupferl. Dann verschwinde ich unter meiner dicken Federbettdecke.
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Mittwoch, 4. Dezember 2013, 13:42

Da krieg ich schon beim Wort "Großglockner" Knieschmerzen und sonstiges Grausen...

Gruß ulle

Ritze

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Sonntag, 8. Dezember 2013, 12:19

Höhenkoller und Frostbeulen hast Du vergessen ;)

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Montag, 9. Dezember 2013, 02:04

Montag, 09.09.2013; 73 km, 1544 hm, 6:35 h

Heiligenblut-Großglockner-Fusch-Uttendorf

Mir möchte gar nicht gefallen, was ich sehe, als ich den Vorhang zurück ziehe. Draußen regnet es mal wieder. So lasse ich mir beim Packen Zeit und verstaue alles sorgfältig in Plastiktüten.

Josef hat derweil ein opulentes Frühstücksbuffet mit viel frischem Obst im Casino aufgebaut, an dem ich mich ausgiebig labe. Das wird auch notwendig sein. Allein bis zum Hochtor stehen 16 km gegen den Berg an. Und den „kleinen Umweg“ von 16 km über die Gletscherstraße zur Kaiser Franz Josef-Höhe hab ich auch noch nicht aufgegeben.

Böse Menschen behaupten ja, ich seie verantwortlich für die Hungersnot in Äthiopien, was ich auf das Energischste bestreite. Aber immerhin war während meines Frühstücks genug Zeit für einen Wetterumschwung. Es hat aufgehört zu regnen und der Himmel reißt sogar auf. Also: Ready to rumble! Die 2 km durch den Ort hoch zur Passstraße sehe ich noch als Einstimmung auf die kommende Aufgabe. Am Ortsausgang finde ich dann ein Schild, welches besagt, daß der Pass durchgehend 12 % Steigung hat. So schütze ich erst mal einen Fotostop vor, um zu überlegen, wie ich den Pass umgehen kann. Während dessen werde ich von zwei riesigen Traktoren mit Viehanhängern überholt. Wie sich im Lauf des Tages herausstellen wird, sind dies Milchbauern, die ihre Tiere wegen eines angekündigten Wintereinbruchs vom Berg holen. Die beiden werden mir heute noch öfters begegnen.

Die einzige Alternative wäre eine Umkehr nach Lienz und von dort eine Fahrt mit dem Zug durch den Felbertauerntunnel. Die Blöse möchte ich mir aber dann doch nicht geben. Also nehme ich den Großglockner eben schiebend in Angriff. Gefühlte Stunden später passiere ich, übrigens kostenlos, die Mautstation. Nach 8 km erreiche ich den Kreisverkehr, an dem ich zum Paterzengletscher abbiegen müsste. Das Wetter ist wieder schlechter geworden, es zieht ein kalter Wind auf! Jetzt noch einen 16 km-Umweg als Nachschlag? Leute, ich bin hart im Nehmen, aber nicht verrückt!

Je höher ich komme, desto stärker hebt der Wind zu einem Sturm an, der mir zeitweise beinahe das Rad aus den Händen reißt. Die Außentemperatur ist auf 5° gefallen und Nieselregen setzt ein. Im Windschatten einer Schneefräse ziehe ich die Regenklamotten über. Meine Blicke schweifen nach oben, wo ich im dichten Nebel das Hochtor vermute. Die gefühlte Temperatur ist so lausig kalt, daß ich jetzt sogar zu den Kühen in den Anhänger steigen würde, nur damit mir wärmer wird. Außerdem zieht mein schlimmster Feind auf: Hunger!

Irgendwann ist das Hochtor dann doch erreicht. Zu meiner Freude ist der Souvenirshop geöffnet und verkauft auch Snacks. Eingedeckt mit zwei Semmeln und einer Cola stehe ich mampfend im Windschatten des Tores. Die Sichtweite beträgt vielleicht 15 m. Also wegen der Aussicht hätte ich heute nicht da hoch fahren müssen. Wenigstens kann ich jetzt stellenweise auch wieder fahren, wenn ich auch nicht so genau sehe wohin. Ab dem Fuscher Törl zeigt mein Thermometer im Tacho nur noch 3° an. Schlotternd vor Kälte ignoriere ich die Zufahrt zur Edelweißspitze und mache mich unverzüglich an die Abfahrt. Meine Fingerspitzen lugen heidelbeerblau aus den nassen, kurzen Handschuhen und sind bereits taub. Der Niesel hat sich mittlerweile zu einem ergiebigen Regen gesteigert.

Tollkühn und nahezu blind fliege ich auf die Kehren zu, deren Beginn und Verlauf ich durch meine beschlagene Brille kaum erkennen kann. Dank des Nebels und des Regens ist von den Highlights des Passes eigentlich nichts zu sehen. So macht es auch keinen Sinn anzuhalten und zu fotografieren. Obwohl ich auf den 36 km bis Bruck rapid an Höhe verliere und es aufhört zu regnen friere ich immer noch wie das tapfere Schneiderlein, als ich mich auf dem Parkplatz eines Supermarktes meiner Regenbekleidung entledige. Weit und breit sind keine Wegweiser zu finden und meine 1:200 000 Kärntenkarte ist auch keine große Hilfe, so daß ich zunächst etwas orientierungslos da stehe. Zufällig kommt ein Radlerpaar vorbei, das mich sehr freundlich auf einen asphaltierten Radweg an der Salzach entlang in Richtung Mittersill lotst, soweit es ihre eigene Tour zulässt. Irgendwann macht es auch für mich keinen Sinn dem Radweg in jedes kleine Dorf zu folgen und ich fahre auf die stark frequentierte B 168, die mich eigentlich heute noch bis Mittersill bringen soll. Doch in Uttendorf, wenige Kilometer vor meinem Ziel, verlassen mich die Kräfte. Im Gasthof Bichlwirt finde ich Unterkunft und das ist gut so!
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  • 76. Großglockner.JPG
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  • 79. Hochtor.JPG

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