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Prabha

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Sonntag, 6. Oktober 2013, 23:59

Mit 5 Bergziegen durch die Schweiz

Am 20. September bin ich spät abends mit dem Nachtzug von D'dorf nach Basel gefahren. ... Und was ich in der darauffolgenden Woche in der Schweiz erlebt habe, werde ich in den nachfolgenden Beiträgen berichten.
„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“ (David Ben Gurion)

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Montag, 7. Oktober 2013, 00:11

Anreise

Die 5 Hannoveraner, mit denen ich in Basel verabredet war, kamen um die gleiche Uhrzeit in Basel an, wie ich - deren Zug und meiner waren in Mannheim zusammen gekoppelt worden. (Morgens um 4, mit einigem hin und her Rangieren im Bahnhof.)

Zu der Nachtfahrt lässt sich nicht so viel erzählen - ich hatte einen Platz in einem "Ruhesessel", Charlotte (mein Rad) in einem Haken 3 Wagen weiter weg.
Neben mir saß ein junger Japaner, mit dem ich mich auch eine Zeitlang unterhalten habe - zum Dank hat er mir "mal eben" einen Kranich aus Papier gefaltet. Origami ist eben DAS HOBBY von Japanern.
Als er und seine beiden Freunde aussteigen wollten, habe ich seine Ruhe bewundert, mit der er sich die Schuhe zugebunden hat. Echt vorbildlich - ich wäre schon ein paarmal in Panik gefallen, weil der Zug doch schon stand.
Dann fuhr der Zug weiter, und auf dem Bahnsteig konnte ich nur seine beiden Freunde entdecken. Er selbst kam wieder zurück: Er war so spät an die Tür gelangt, dass sie schon wieder für die Weiterfahrt verriegelt war und sich nicht mehr öffnen ließ. (Vielleicht wäre etwas mehr Hektik beim Schuhe zubinden doch angesagt gewesen???)

Verabredet war ich mit den Hannoveranern (von den 5 kannte ich einen) im Bahnhof Basel Bad Bf, das ist der "deutsche" Baseler Bahnhof. Nach meinem Ausstieg konnte ich aber auf dem gesamten Bahnsteig kein anderes Fahrrad entdecken. Während ich noch eine SMS an W. schrieb, klingelte schon mein Handy: zwei von den 5 waren nicht vom Schaffner geweckt worden (die 5 fuhren im Schlafwagen), waren zu spät aufgewacht ... und so sind alle 5 erst in Basel SBB BF (dem schweizer Baseler Bahnhof) ausgestiegen.
Zum Glück fand ich einen Mann, der nicht nur wusste, wie ich zu dem anderen Bahnhof gelange sondern diesen Weg auch noch sehr gut beschreiben konnte. Genau genug zum wiederfinden und nicht so detailliert, dass ich verwirrt wurde.
Nach einer Fahrt von nur 3,5 km war ich dann am anderen Bahnhof, so schnell, dass Ma. noch nicht einmal vom Kaffeeholen zurück war, als ich zu der Gruppe stieß.

Jetzt konnte es losgehen.
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Montag, 7. Oktober 2013, 00:29

1. Tag

Die Tour am ersten Tag führte vom Bahnhof Basel SBB entlang der Nord-Süd-Route (Fernradweg Nr. 3) über Ritwil und Aarau nach Sursee.

(Tracks werde ich vermutlich Donnerstag nachliefern.)

Wir hatten wunderbares Wetter und es stellte sich heraus, dass die Schweizer Fernradwege super gut ausgezeichnet sind. Wenn die Nummer bekannt ist, lässt sich immer wieder ein Schild finden, das nicht nur die Richtung, sondern auch die Fernradweg-Nummer anzeigt, so dass auch ohne Karte/Navi der Weg gefunden werden kann.

Allerdings war für mich das Fahren an diesem ersten Tag super anstrengend. Ob es das Fahren in der Gruppe war (Kopfkino: Bloß keine Schwäche zeigen!) oder der unruhige/wenige Schlaf in der Nacht, oder ein Handycap, das eigentlich erst am nächsten Tag so richtig einsetzte - keine Ahnung. Jedenfalls war ich ziemlich froh, als Ma. vom Fahrrad stieg und schob. Das habe ich ihr gleich getan ... und dann noch einige Zeit schiebend verbracht.

Von dem Weg an sich weiß ich nicht viel zu erzählen. Viel Landschaft, viel Aussicht; in Aarau ein "Tag der Mobilität", wo wir mit unseren Rädern genau richtig waren und unterwegs kurz vor Aarau bestimmt 5 große Gruppen mit Hunden, die geschult wurden. Uns wurde erklärt, dass das auch zum Tag der Mobilität gehört: Die Hunde wurden geschult, sich im Verkehr zu benehmen (und z.B. Fahrradfahrern nicht nachzusetzen).

Abends in Sursee hatte ich 89 km mit 1.037 Höhenmetern auf dem Tacho. Fahrzeit: 5 Std. 39 min.

Die Zimmer in Sursee waren vorbestellt, (zum erstenmal bei einer Radreise, dass ich abends nicht noch ein Bett suchen musste) nach Dusche und Abendessen waren wir alle ziemlich früh ins Traumland verschwunden.

Hier der Track in zwei Teilen
Basel-Liesetal
Liesetal - Sursee
„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“ (David Ben Gurion)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Prabha« (9. Oktober 2013, 23:36) aus folgendem Grund: Notizheft wieder gefunden, es lag ca. 30 cm weiter weg und hatte sich unsichtbar gemacht. Track hinzugefügt


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Dienstag, 8. Oktober 2013, 23:43

2. Tag

Für den 2. Tag war eine etwas kürzere Strecke geplant: Von Sursee über Luzern und Sisikon nach Fluelen.

Das Besondere des Tages: Es war Sonntag und auf der Strecke kamen uns die Ausflügler entgegen, die durch den Gotthardtunnel gefahren waren. Ein Auto nach dem Anderen fuhr langsam im Gegenverkehr an uns vorbei.
Wir mussten uns eine Straße mit leichter Steigung mit anderen Autos teilen. Rechts ein Felsen, abgesetzt mit einer Bordsteinkante; überholt von Autos, im Gegenverkehr noch mehr Autos - das war ein nicht so angenehmer teil der Reise, teilweise auch noch durch Tunnel.
An einigen Stellen hatte der Fahrradstreifen seinen eigenen Tunnel, das war angenehmer zu fahren.

Über den Vierwaldstätter See nutzten wir eine Fähre - eine angenehme Pause. Das Wetter war übrigens auch an diesem Tag grandios!

Abends in Fluelen hatte ich knapp 75 km mit 560 Höhenmetern auf dem Tacho. Fahrzeit: 4 Std. 10 min.

(Fotos folgen später ... wenn P. sie online gestellt hat.)

Hier der Track:
Sursee - Fluelen
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Prabha« (9. Oktober 2013, 23:38) aus folgendem Grund: Track hinzugefügt


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Dienstag, 8. Oktober 2013, 23:47

Mal ein bischen zur Technik

Einige hier sind ja sehr technikinteressiert - für die ein paar Daten:
Wir waren unterwegs mit
1 Patria
1 Riese & Müller
1 Idworx
1 Maxcyles
2 Gudereit

mit 6 * hydraulischen Felgenbremsen
6 * Nabendynamo
3 * Kettenschaltung und 3 * Nabenschaltung
5 * Kette und 1 * Gates Zahnriemen
6 * konsequente Helmträger
0 * Elektromotor

Eins meiner Fazits der Reise: Ob mit Nabenschaltung oder Kettenschaltung gefahren wurde, schien nichts für die Bergtauglichkeit auszumachen.
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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 00:05

3. Tag

Der Tag mit der kürzesten Tour stand an: Von Fluelen über Wassen nach Andermatt

Bei dieser Fahrt war die "gemeinsame" Fahrt mit den Autos besonders herausfordernd. Über eine lange Strecke ging es durch eine Galerie - einen Tunnel, der an einer Längsseite offen ist.
Wir hatten den ganzen Tag wieder Sonne - aber die Temperatur war morgens nur 7°C und steigerte sich bis auf 21°C.

Besondere "Sehenswürdigkeit" auf der Strecke war die James-Bond-Straße! Hier wurde eine Szene aus Goldfinger gedreht.

Über weite Strecken habe ich "zu meiner Unterhaltung" über ein Wort gegrübelt, das mir erst nicht einfallen wollte. Was sagt "unsere" Kanzlerin so gerne? Ausweglos? - nee, das Wort war es nicht.
Aber wie ist denn dieser Weg durch die Galerie: Kein rechts, kein links möglich, immer nur ein einziger Straßenverlauf; Abstand halten zur Kante rechts, hoffen, dass die überholenden Autos Abstand halten ... Ah, dann ist es mir eingefallen: Alternativlos ;)

Mit 41,87 km in 3 Std. 38 Minuten und 1.135 Höhenmetern war dieser Tag "gefüllt".

Der Track:
Fluelen - Andermatt
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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 00:06

Ein Blick auf die James-Bond-Straße

.
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  • 052.JPG
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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 00:08

Die Gotthardstraße mit Galerie

Auf dieser wunderschönen Ansichtskarte ist ein Teil unseres Weges gut zu erkennen. Allerdings wurden wir von deutlich jüngeren Autos überholt.

Wenn ich mich recht erinnere, war der Radweg für MTB-ler oberhalb der Galerie. Die müssen nicht duch den Mief und so eng mit den Autos.

Für die Rechtschreibfetischisten: dieses vergessene "r" stelle ich zur Einfügung an der richtigen Stelle bereit. :)
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  • Gotthadstrasse.jpg
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9

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 00:25

In Andermatt

Mit der Gruppe zu fahren war ziemlich nett.
P. hatte die Tour geplant und führte mit Navi und Karte sicher durch die Schweiz.
W. und P. hatten außerdem "dicke" Rad-Reiseführer dabei, wo unterwegs Interessantes vom Ort nachgelesen werden konnte. (Ich fahre sonst sehr viel banausenhafter "einfach" durch die Gegend.)

Und was auch noch sehr angenehm war: Wir hatten offensichtlich alle ein ziemlich ähnliches Empfinden für "jetzt sollte es einen Kaffee geben", "Pause" ... Zu wissen, dass die nächste Pause kommt, bevor es zu anstrengend und auszehrend wird, macht das Fahren gleich viel leichter.

Eine kleine Begebenheit aus Andermatt möchte ich noch erzählen:
Angekommen bei der Pension "Glockentürmli" in Andermatt (etwas außerhalb des Ortskerns) hing dort ein Zettel mit einer Telefonnummer. Die Wirtin musste telefonisch herbeigerufen werden.
Wir saßen wartend in der Sonne, da kam eine ältere Dame (wir schätzten sie über 70 Jahre) locker strampelnd auf einem knallroten Spezialized den Berg hoch. Das war unsere Pensionswirtin. Wir konnten in ihrem Auto auch noch einen Gleitschirm entdecken (diese Gegend scheint ein sehr beliebtes Ziel von Gleitschirmfliegern (-seglern ?) zu sein - wir konnten einige waghalsige Flüge beobachten). So gut drauf zu sein in dem Alter! Vorbildlich!

In Andermatt gab es am Nachmittag ein Platzkonzert einer Militärkapelle. Das hat mich nicht so interessiert - aber als ich schon fast die komplette Treppe zu unserer Pension hochgegangen war, sangen die auch noch. Das hat mich wiederum sehr interessiert, so bin ich wieder umgedreht. Leider war die Gesangseinlage nur sehr kurz. Dafür kamen jetzt von diesen uniformbekleideten jungen Männern noch ein paar Tanzeinlagen. Die waren schon wieder nett anzusehen - vor allem, weil sowohl Musik als auch Tanz mit viel Freude vorgetragen wurde.
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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 00:45

4. Tag, 1. Teil

In Andermatt verließen wir den Radfernweg Nr. 3 und wechselten auf die Nr. 8.
Heute am 4. Tag standen die Pässe an!
Als erstes: von Andermatt den Furcapass hoch. Oben angekommen hatten wir auf diesen ersten 20 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 Stundenkm. Gehen wäre also auch nicht viel langsamer gewesen als unser beständiger Tritt.
Oben konnten wir die herrliche Aussicht genießen. Wir waren auf 2.400 m über dem Meeresspiegel.

Von dort ging es 10 km bergab. Vorher habe ich mich instruieren lassen, was wichtig ist bei einer so langen Bergabfahrt: In Kurven das Außenpedal nach unten, hinten bremsen und die Vorderbremse dazu nehmen.

Ich hab' versucht mich daran zu halten ... und musste feststellen, dass meine Bremse am Hinterrad nicht mehr einwandfrei war: im Tempo der Radumdrehung hielt sie einmal kurz ganz fest, ließ los, hielt fest, ließ los ... In der bremsenden Hand war das nicht so angenehm, sondern immer wie ein kleiner Schlag zu spüren.
Egal - ich bin heil in Gletsch angekommen.

Dort hieß es nach einer Pause: Und jetzt rauf auf den Grimselpass. Der stand fast senkrecht neben uns - wie sollte das gehen???
Es gab für mich ein Erleben, was beim klettern auf den Grimselpass sehr geholfen hat: Das Gefühl von geschafften Höhenmetern stellte sich sehr schnell ein und war mit dem Gefühl verbunden "boah, das habe ich schon geschafft, dann schaffe ich auch noch ein paar meter mehr" ... und immer weiter und immer weiter - die wachsenden HM genießend, staunend darüber, dass auf der anderen Seite des Tales die Straße zu sehen war, die wir grade noch runter gefahren waren ...
und weiter.
Mein "Mantra" beim treten stellte sich ganz von alleine ein, als mir einfiel, dass ich doch eigentlich nur unterwegs bin zum nächsten Kaffee:
"Son"
"tags"
"nach"
"mit"
"tags"
"kaf"
"fe"
"e"
bei jeder Silbe eine halbe Umdrehung der Kurbel ... ;)

Der Grimselpass wurde von uns allen geschafft. Jetzt war ich mir auch sicher, dass ich die Bergfähigkeit der Hannoveraner vollständig unterschätzt hatte. Ich dachte ja immer, um Hannover wäre Flachland . Aber so, wie diese 5 die Berge hochgezogen sind, muss es da Übungsberge geben. Sonst kann ich mir die Beständigkeit und Schnelligkeit bei den Aufstiegen so gar nicht erklären!
Neben den Höhenmetern war das für mich eine zusätzliche Herausforderung: Damit fertig zu werden, immer die letzte oben zu sein. (Es gab darüber keinerlei Lästereien (zumindest nicht in meiner Anwesenheit ;) , aber mein eigener Kopf hatte auch so damit zu kämpfen.)

Auf dem Bild ist ein Teil der Abfahrt vom FurcaPass zu sehen.

Andermatt - Meiringen
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  • 056.JPG
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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 00:56

4. Tag, 2. Teil

Auf dem Weg zum Grimselpass kamen wir an ein paar kleinen Schneeflecken (!) vorbei. Die Temperatur am Morgen war bei nur 2°C gewesen - hatte sich aber bis auf 21°C hochgeschraubt.

Oben auf dem Grimselpass gibt es eine Murmeltierstation. Von außen sieht sie ein bischen so aus, wie die Meerschweinchengehege in manchen Zoos: Gelände und Häuschen.
Besichtigt haben wir die Station nicht, sondern sind nach einer weiteren Pause weitergefahren: 20 km Abfahrt!!! nach Meiringen, der Stadt der Reichenbachfälle und einem Sherlock Holmes Hotel (in dem wir nicht übernachtet haben).

Ein Teil der Abfahrt führte durch einen Tunnel. Ca. 100 (200?) m vor mir konnte ich die Rücklichter eines Autos sehen. Das war aber auch so ziemlich alles, was ich mit Sicherheit sehen konnte. Nur am Fahrtwind und -geräusch konnte ich abschätzen, dass es offensichtlich ziemlich steil in dem Tunnel war. Meinen Tacho konnte ich bei diesen Licht- und Geschwindigkeitsverhältnissen nicht erkennen.
Da ich nichts sehen konnte, konnte ich auch keine Gefahren sehen - und "ruhig" rollen lassen. Auf dieser Strecke habe ich meine bisherige Höchstgeschwindigkeit geschafft: 69,4 km/h. (Muss ich nicht wiederholen. ;) )

Ich selbst war für die Abfahrt in langer Hose und Softshelljacke gekleidet. Vor mir fuhr Ma. in kurzer Hose und T-Shirt. Ich hab' mich echt gesorgt, dass sie irgendwann als Eisklotz vom Fahrrad fällt . Aber ihr Temperaturempfinden ist zum Glück ganz anders gewesen...

Am Abend hatten wir 70 km auf dem Tacho, 1.499 HM und eine Fahrzeit von 5 Stunden, 13 Minuten.
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Unterwegs nach: Rad am Ring 2016

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 20:56

Klasse Bericht. 69,4 im dunklen Tunnel, uhhhh. Erinnert mich doch sehr an die Fuchsröhre am Ring :-)

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 23:33

5. Tag

Danke Meusux! ... Ich schreib' noch ein bischen weiter, wir waren insgesamt 7 Tage unterwegs.

Von Meiringen aus war unser Ziel Bern.
Unterwegs meinte P., dass seine Schaltung sich "sehr weich" schaltete. Und er kannte dieses Verhalten kurz vor einem Riss des Schaltzuges! Hier war eine schnelle Reparatur angesagt - und es hat sich glücklich ergeben, dass wir ein paar hundert meter weiter bei einem Fahrradgeschäft mit Werkstatt vorbeikamen. Dort waren sie auch bereit, den Zug (der nur noch mit 3 Fasern hielt) sofort auszutauschen, so dass es nur eine kurze (sonnige) Unterbrechung der Fahrt gab.

An diesem Mittag machte ich dann noch die Erfahrung, dass Spaghetti aglio et olio als Mittagessen mit gleich darauf folgender Weiterfahrt für mich nicht taugt. Mein Körper war zum größten Teil mit der Verdauung beschäftigt, das Fahren war sehr anstrengend (obwohl es eine einigermaßen flache Strecke war) und mir war etwas schwindelig auf dem Rad.
Zum Glück ging das auch vorüber ... und wir kamen alle wohlbehalten in Bern an. Hier hatten wir das einzige Mal auf der Reise Unterkunft in einer Jugendherberge.

Von Meiringen bis Bern waren es 95,03 km mit 687 HM und einer Fahrzeit von 5 Stunden und 39 minuten.

Wenn's klappt, gibt es hier den Track dazu:
Meiringen-Bern
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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 23:56

6. Tag

(In den Berichten der ersten vier Tage sind nun die Tracks ergänzt.)

Von Bern nach Solothurn, der nächsten Strecke nutzten wir gleich 3 Fernradwege: die 5, die 8 und die 3.
Streckenweise hielten wir uns dabei an die Ausschilderung für Inline-Skater (die haben eine Ausschilderung für eigene Wege! Wirklich Vorbildhaft - und für uns, weil mit vermuteten weniger HM verbunden, attraktiv. - Die MTB-ler haben auch ihre eigenen Strecken, die haben wir eigentlich immer ignoriert. ;) )

Unterwegs mussten wir in einem Wald eine steile Rampe überwinden - so steil, dass sie an einer Seite mit Treppenstufen begleitet wurde. Das ganze bestand aus Holz und war feucht ... und super rutschig. Das war nicht ganz einfach, da hochzukommen, wenn sowohl das (geschobene) Rad auf der Rampe, als auch die Schuhe auf den Treppenstufen wegrutschen. ;(

An diesem Tag wurden wir erstmals von ein paar Regentropfen gefunden. Wenige Sekunden (!) bevor ein heftiger Wolkenbruch runterkam, hatten wir dann bei einer Gaststätte im Außenbereich Unterschlupf gefunden - aber auch dort wurden wir wegen der Heftigkeit des Regens noch nass gespritzt, so dass wir sogar rein gehen mussten, um nicht durchzuweichen.

Mein Lernerfolg des Tages: Wenn ich die Ortliebtaschen zu voll packe, kann ich sie oben nicht richtig rollen. Und wenn sie oben nicht richtig gerollt sind, wird's innendrin bei Regen richtig nass! :S (Die Räder standen nicht unter einem Dach, sondern mussten den Schauer ungeschützt durchstehen.)

In Solothurn übernachteten wir in einem Velo-Hotel - zumindest dem Namen nach.
Der Fahrradunterstellplatz war für die Mädels-Räder im 2. Stock, die Jungs mussten ihre Räder noch 2 Stockwerke höher tragen!
Eigentlich wäre der Abstellplatz ja schon im 1. Stock gewesen - aber grad an dem Abend war im dortigen Saal eine Theateraufführung und deshalb der Raum nicht als Abstellplatz zu gebrauchen.
Ansonsten war es in dem urigen Hotel nett.

Auf meinem Tacho standen am Abend 74 km mit 592 Hm und einer Fahrzeit von 4 Stunden, 25 minuten.

Der Track:
Bern - Solothurn
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Donnerstag, 10. Oktober 2013, 00:14

7. (letzter) Tag

Von Solothurn aus ging es zurück nach Aarau, um von dort mit dem Zug nach Basel zu fahren, wo abends der Zug zurück startete.

Der Start gestaltete sich an diesem Morgen schwierig: Beim rausholen fuhr mein Rad so komisch ... das Hinterrad war platt! :(
Theoretisch weiß ich, wie ein Platten geflickt wird - aber ich war dann doch froh, dass M., P., W. und Ch. sich meinem Rad widmeten und wir in kurzer Zeit starten konnten. Wenn ich das hätte machen müssen, wäre mindestens das dreifache der Zeit dabei draufgegangen. ;) Beigetragen zur Reparatur habe ich nur dadurch, dass ich das Rad gehalten habe, solange es nur auf einem Rad und dem Ständer auf der Straße stand.
(Grund des Platten war eine kleine Glasscherbe (eher ein Glassplitter), die den Weg durch den Mantel gefunden hatte.)

Der Weg nach Aarau war einfach zu fahren: wir hatten am Abend nur 58 km mit 293 HM (3 Std. und 12 minuten Fahrzeit) auf dem Tacho.

Der Track: Solothurn - Aarau

Mein kleiner Aufreger am Nachmittag: Die anderen hatten schon eine Fahrkarte nach Basel, ich musste mir noch eine am Automaten ziehen. Das hat geklappt, aber meine Ruhe und die Zeit reichten nicht dazu aus, zu prüfen, welche Karte ich für das Rad benötige.
Der Kontrolleur im Zug war gnädig: er kontrollierte meine Fahrkarte, schaute auf's Rad und ging freundlich grüßend weiter. :)

Und dann gab es noch eine Aufregung für mich im Bahnhof Basel SBB: Dort gibt es sehr lange Treppen mit genauso langen Rolltreppen - und mit gutem Zureden habe ich es zweimal gewagt, für eine Aufwärtstour mit dem Rad auf die Rolltreppe zu steigen. Einmal hat das ganz gut geklappt - aber beim zweitenmal ist das Rad weggerutscht und ich musste viel Mühe aufbringen, um es zu halten. Ohne P., der hinter mir stand und nicht nur sein, sondern auch noch mein Fahrrad mit hielt, hätte das schief gehen können.
Vorerst bleibe ich dabei, dass ich sicherer unterwegs bin, wenn ich das Rad auf Treppen trage und nicht die Rolltreppe benutze. ;)

Im Nachtzug zurück nach D'dorf hatte ich einen Sitz, der sich in keiner Weise irgendwie verändern ließ für eine bequemere Sitzposition. - Aber ich hatte das ganze Abteil erstmal nur für mich - und konnte mich auf drei Sitzen längs hinlegen und schlafen. Ein anderer Reisender, der im vollen Nachbarabteil seinen reservierten Platz hatte, machte es auf der anderen Seite des Abteils ganz genauso.
Die Fahrt war entspannt ... und morgens um kurz nach 6 war ich in D'dorf, von wo ich mit einem weiteren Zug und einem Bus ganz nach Hause gelangte.

Die Tracks wurden von W. aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt!
Ich hoffe darauf, dass ich demnächst auch noch ein paar Fotos hinzufügen kann.
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Der Tister

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Donnerstag, 10. Oktober 2013, 00:25

Danke für den tollen Bericht :thumbsup: :thumbsup:



Gruß Gerd

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Kirsche

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Donnerstag, 10. Oktober 2013, 09:18

Möchte mich auch für den tollen Bericht bedanken. :):thumbup:
Mit liebem Gruß,

Kirsche
------------------------------------
Super-Moderator 2radforum.de

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Ritze

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Donnerstag, 10. Oktober 2013, 18:55

Hach, ja... . Da kommen Erinnerungen hoch.
»Ritze« hat folgende Bilder angehängt:
  • 104 Furka.JPG
  • 065 Grimselhospiz.JPG

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ullebulle

Radfahrer

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Donnerstag, 10. Oktober 2013, 18:57

Schön geschrieben und sehr unterhaltsam, Anette!

Gruß ulle

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Prabha

franco

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20

Donnerstag, 10. Oktober 2013, 20:19

Da schließe ich mich Ulle an: interessanter Bericht, sehr schön geschrieben und die persönlichen Anmerkungen sind das Salz in der Suppe. Bleibt nur zu hoffen, dass Du öfter solche Touren machst und uns davon berichtest, Prabha.

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Prabha