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Freitag, 22. August 2014, 23:04

Fix(ed) nach Braunschweig

Hallo an all diejenigen, die mit mir noch was anzufangen wissen,

hier mal wieder so was wie ein Tourenbericht :huh: ...

Nach zwei Jahren der Enthaltsamkeit - also tourenmäßig - ergab es sich also, dass ich mich als "Herr gesetzteren Alters" dazu aufraffte, eine Exkursion nach Braunschweig zu starten, um dort eine Freundin zu besuchen. Am Morgen des 16.8. - an dieser Stelle einen nachträglichen Glückwunsch an Momomuck :D - packte ich mein Lanz Bullshit und kurbelte in die aufgehende Sonne hinein. Noch bevor ich den Rhein-Herne-Kanal erreicht hatte, gehörte diese Sonne jedoch schon der Vergangenheit an; es begann zu tröpfeln, zu tropfen, zu regnen, zu schiffen :( .

In diesem kleinen Waldstückchen vor der Meiderricher Schleuse zog ich Regenjacke und -hose an, wobei sich der Reißverschluss des linken Hosenbeines wie üblich von seiner besten Seite zeigte. Von seiner allerbesten Seite: zieh runter, drüber bleibt's auf, also wieder hoch, das Prozedere gefühlte zehn Stunden :cursing: . Aufgrund einer privaten Cannabis-Entgiftung ohnehin mittelschwer gereizt, hatte ich den Kaff schon auf, bevor ich meine Heimatstadt überhaupt verlassen hatte.

Endlich komplett bekleidet, rollte ich den Weg zum Kanal runter, fuhr praktisch im Kanal neben dem Kanal. Denn dieser Weg war satt vom Regen der letzten Tage, eine Ansammlung von Pfützen und Matsch. Zwar hatte ich prächtigen Rückenwind, nur konnte/wollte ich den nicht nutzen, weil das Spritzwasser des schutzblechlosen Vorderrades mir sonst ruckzuck die Schuhe durchweicht hätte. Natürlich hätte ich meine Goretex-Schühchen anziehen können, aber leider sind die auch von innen dicht und somit sehr Schweißfuß fördernd. Und für ein zweites Paar Schuhe war wegen meines HaRRRsen (mein Touren-Stofftier) kein Platz in den Ortliebs - wie sicherlich jeder hier nachvollziehen kann :D ...

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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2

Freitag, 22. August 2014, 23:36

Teil 2:

Als es wenige Minuten später richtig zu schütten begann, beschloss ich, unter einer der ersten Brücken eine Pause einzulegen, begrüßte einen älteren Radfahrer, der dort ebenfalls Schutz suchte. Wie lange ich schon unterwegs sei, woher ich käme und wohin ich denn wolle, fragte der Mann. Nach Beherrschung ringend, erwähnte ich, gerade erst gestartet zu sein, als Fernziel Braunschweig anzuvisieren und heute ursprünglich nach Bielefeld zu wollen, mit Hamm als Etappenziel in Anbetracht der Wetterlage aber auch zufrieden zu sein.

Da war das Gestaune groß, doch das kenne ich ja. Er käme von seinem Garten - vom Gießen. Ich bemerkte lakonisch, dass sich wenigstens das wohl erledigt haben dürfte. Ein Fehler. Weit weniger lakonisch holte der Mann nämlich aus, dass er ein Gewächshaus besitze, in welchem er Gurken, Tomaten, Zypressen, Kohlrabi, Krokodile und was weiß ich nicht alles angepflanzt habe, die ja nun nicht nass würden, weil das Gewächshausglas den Regen abhielte. Aha, soso. Ich war froh, dass der Schauer sein schnelles Ende fand :rolleyes: .

So plätscherte ich weiter, passierte Oberhausen und Bottrop, um (vorsichtshalber) unter einer Brücke in Gelsenkirchen eine erste Pause mit Nahrungsaufnahme einzulegen. Es regnete zwar nicht mehr, aber ich traute dem Braten nicht so ganz. Die Strecke bis Gelsenkirchen kannte ich bereits im Schlaf, da ich dort im vergangenen Jahr eine Liaison mit einer Frau gehabt hatte. Dann begann Neuland - frauentechnisch und nun auch geographisch...

Gruise, Paule
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Freitag, 22. August 2014, 23:42

Paule!!!
:knuddel:

Entschuldige die Unterbrechung, erzähl bitte weiter.
Gruß, rogger
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Samstag, 23. August 2014, 00:08

Teil 3:

Bis Herne war noch alles im grünen Bereich, doch dann begab ich mich auf einen der mir nur zu gut bekannten "weißen Flecken auf der Landkarte". Mein erster Verfahrer wurde lediglich dadurch versüßt, dass ein etwa zwanzig Jahre jüngerer Mountainbiker an einer kurzen Rampe, die ich zuvor mühelos sitzend bewältigt hatte - wohlgemerkt mit 53:22 und 20 Kilo Gepäck -, runterschaltete und aus dem Sattel ging, als gelte es, den Mont Ventoux zu erklimmen. Schwachmaaat :D .

Die Fernradwegweiser ließen mir immer nur die Wahl zwischen GE-Nordsternpark, Herne, Castrop-Rauxel, GE-Nordsternpark, Herne, Castrop-Rauxel usw. Ich hatte den Kaff zum zweiten Mal auf :cursing: :cursing: . IRRRgendwann las ich aber tatsächlich Recklinghausen auf einem Schild! Endlich durfte ich wieder einen erklecklichen Raumgewinn verzeichnen :) . Meine Freude währte jedoch nicht lange, denn in Recklinghausen angelangt, sah ich mich mit dem gleichen Problem konfrontiert. Nur dass ich diesmal die Wahl zwischen Recklinghausen, Recklinghausen und Recklinghausen hatte :crazy: :fie: .

Mir blieb nichts anderes übrig als zu meinem erprobten Mittel der Passantenbefragung zu greifen. "Öööh, ja, nach Lüüünen, ääh, da kenn' ich nur den Weg mit 'm Auto..." war nur eine der Antworten, die mich keinen Meter weiterbrachten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den Wegweiser zum alten Schiffshebewerk Henrichenburg geflissentlich ignoriert hatte, da ich schließlich keine Besichtigung technischen Kulturgutes beabsichtigte sondern einfach nur zum Datteln-Hamm-Kanal wollte...

Gruise, Paule
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5

Samstag, 23. August 2014, 00:50

Teil 4:

In meiner schockschweren Not ließ ich mich also auf das "Abenteuer Henrichenburg" ein, traf auf einen weiteren Kanal, von dem ich allerdings weder wusste, ob es immer noch der Rhein-Herne-, schon der Datteln-Hamm- oder gar der Panama-Kanal war, noch, in welcher Richtung ich ihn zu fahren hatte. Die Kurzbefragung eines MTB-Pärchens gab mir jedoch den richtigen Drall ;) . Ab jetzt lief es hervorragend, und als sich zu allem Überfluss auch noch die olle Sonne häufiger zu exhibitionieren begann, konnte ich mein Glück kaum fassen - sollte ich heute etwa doch noch bis Bielefeld kommen...?!

Irgendwo vor Hamm geriet ich orientierungsmäßig noch einmal kurz ins Straucheln, um mich anschließend grob fahrlässig in ein kleines Hungerästchen zu fahren. Ich kippte in einer recht steilen Rampe mit Sternen vor den Augen also beinahe vom Rad und legte sofort eine Pause ein, während der ich drei Schnitten Brot inhalierte. Drei kostbare Schnitten meiner insgesamt 20 Käsebrote und 14 Marmeladen-Rosinenstuten, die immerhin bis Braunschweig reichen sollten. Ich hatte mir diesen Nahrungs-Survival einfach vorgenommen...

Bei Hamm verließ ich den Kanal und hielt mich grob in Richtung Ahlen. Es lief super, die Sonne schien, und ich konnte endlich den Rückenwind auskosten :thumbup: ! Aufgrund eines (für mich) undurchsichtigen Radwegverlaufes geriet ich im Ahlener Ortskern abermals ins Stocken, erblickte auf dem Kundenparkplatz eines Einkaufszentrums jedoch einen Streifenwagen nebst Besatzung. Ich fuhr hin und parkte meinen gewiss nicht ganz StVZO-konformen Reisedampfer aus taktischen Erwägungen so, dass der Blick der Freunde & Helfer nicht unbedingt auf das Südstaaten-Kennzeichen mit der Aufschrift "BULLSHIT" fiel (erfüllt die Funktion eines Reflektors ;) ). Es reichte ja völlig, dass sie es sehen konnten, nachdem sie mir bereitwillig den rechten Weg gewiesen hatten :rofl: ...

Gruise, Paule
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Samstag, 23. August 2014, 02:10

Teil 5:

Ich hielt mich nun in Richtung Ennigerloh und erblickte am Wegesrand eine malerisch gelegene Wandererschutzhütte. Die perfekte Unterkunft für die Nacht. Eigentlich, denn leider war es noch viel zu früh, um bereits jetzt den Tag zu beschließen und dort Stunden rumzulungern, bevor es dunkel genug war, damit ich unbehelligt mein Lager hätte aufschlagen können. Es kämen bestimmt noch weitere derartige Gelegenheiten - dachte ich jedenfalls zweckoptimistisch...

Bis Bielefeld würde ich es heute nicht mehr schaffen, soviel war klar. Bei einem weiteren Blick auf die Radkarte stellte ich erfreut fest, dass das Kaff namens Harsewinkel in greifbarer Nähe zu sein schien. Mit meinem HaRRRsen in Harsewinkel zu nächtigen, das hatte schon was :thumbup: . Zwecks Wasserbeschaffung suchte ich irgendwo noch einen Netto-Discount auf und hielt danach gezielt Ausschau nach einer meiner bevorzugten Hütten - doch es kam keine mehr...

Es war bereits nach 20 Uhr, als ich mich an einem Ortsausgang in einem Bushaltestellenhäuschen niederließ. Ich verschlang ein Käsebrot und rauchte eine Gedrehte. Zwei vielleicht 14- bis 16jährige Mädels auf Hollandrädern kamen des Weges und grüßten freundlich. Offensichtlich zwei Klonen, denn diese Konstellation war mir in den letzten Stunden häufiger begegnet. Das änderte jedoch nichts daran, dass diese an einer Hauptstraße gelegene Haltestelle nur ein Notbehelf sein konnte: windgeschützt zwar, aber eben zu gut einzusehen.

So ließ ich den Hasadeur raushängen, packte den Stier bei den Hörnern und fuhr einfach weiter. Ich sah in jede Nebenstraße, jede Einfahrt, scannte die ganze Gegend nach einer Hütte ab. Die Dämmerung war bereits weit fortgeschritten, als ich ca. 100 Meter in einem Nebensträßchen etwas erblickte, das ein Haltestellenhäuschen sein konnte. Hurra, eine Schulbushaltestelle direkt neben einem Einfamilienhaus, und es waren Ferien :thumbsup: ...!

Ich packte das Bike noch nicht ab, um nicht den Eindruck zu erwecken, als wollte ich hier übernachten. Und im Falle eines Falles hätte ich auch weiterfahren können, denn Lupine und Akku klemmten seit Duisburg am Lenker bzw. im Flaschenhalter am Oberrohr. Hin und wieder knallte ein Auto mit 80-100km/h die schmale Straße entlang, doch niemand nahm mich wahr. Als die Dunkelheit weit genug fortgeschritten war, packte ich ab und kochte mir erst mal 'nen Cappuccino, während ich die Reste eines fantastischen violett-orangeroten Sonnenuntergangs genoss.

Dann breitete ich endlich die Isomatten aus (ein Aluteil und eine Exped), deckte die Scheinwerfer mit meiner Regenjacke ab, legte den Schlafsack drauf und kroch dankbar hinein. Zwei Mädels - ich hörte an den Stimmen, dass es sich abermals um geklonte Exemplare handelte - kamen mit Hollandrädern des Weges, dann irgendwann nachts noch mal zwei Klonen zu Fuß (eine mit beleuchteten Schuhen!). Wäre nicht der Techno-Beat aus der Ferne zu hören gewesen, hätte Stille geherrscht. An das permanente Rauschen des Windes hatte ich mich im Laufe des Tages ja gewöhnt.

Ich befand mich irgendwo zwischen Lette und Clarholz, und nach 171km sank ich irgendwann für wenige Stunden in einen wohlverdienten Schlaf. Nur hin und wieder unterbrochen von einem vorbeirasenden Auto. Und vom kalten Luftzug im Rücken, denn der Reißverschluss meines alten Schlafsacks hatte auch schon bessere Zeiten gesehen...

Gruise, Paule
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Samstag, 23. August 2014, 12:10

Hurra, ein Tourenbericht vom Paule! Welcome back on the road! :knuddel:

Weit weniger lakonisch holte der Mann nämlich aus, dass er ein Gewächshaus besitze, in welchem er Gurken, Tomaten, Zypressen, Kohlrabi, Krokodile


:lol: :lol: :lol:

Nur dass ich diesmal die Wahl zwischen Recklinghausen, Recklinghausen und Recklinghausen hatte .


Jo, kenn ich. Auch Essen fand ich dafür immer genau richtig… jeder kleine Schnurzelstadtteil ausgeschildert, aber wie man wieder raus kommt, verraten sie einem nicht… Bevor ich auf Satellitennavigation umgestiegen bin, hatte ich für die Ruhrgebietsdurchquerung immer vorsichtshalber einen Kompass dabei :)

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Samstag, 23. August 2014, 13:28

...dass er ein Gewächshaus besitze, in welchem er Gurken, Tomaten, Zypressen, Kohlrabi, Krokodile und was weiß ich nicht alles angepflanzt habe...

:lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Als ich das heute morgen gelesen hab, wusste ich das wird ein guter Tag heute :D


Das mit dem ?( am Kanal stimmt wirklich. Da kann man zwar im Prinzip super fahren, aber wenn man die Kanalseite wechseln oder einen Umweg fahren muss ist die Beschilderung unter aller Sau.
"Auf meinen Reisen habe ich überall auf der Welt gute Menschen kennengelernt. Und auch ein paar Arschgeigen. Das hat nichts mit Hautfarbe, Pass oder Religion zu tun." - Jürgen Schwandt, Ankerherz Verlag

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9

Samstag, 23. August 2014, 15:50

Tag 2, Teil 1:

Bevor der erste Hahn auch nur einen Gedanken daran formen kann, eventuell seinem Frühaufsteher-Job nachzukommen, bin ich wach. Ich sehe es ihm nach, denn schließlich haben die Brüder keine Sommerzeit auf 'm Kamm ;) . Um 5.14 Uhr schäle ich mich aus der Penntüte, ziehe mir ein Käsebrot rein und bereite meinen Guten-Morgen-Cappu zu. Nach zwei Zigaretten besteht meine nächste Amtshandlung darin, die renitente Regenhose anzuziehen. Es ist stark bewölkt, und ich habe keinen Bock dazu, mich unterwegs wieder von diesem Miststück zum Narren halten zu lassen.

Um 7.45 Uhr starte ich durch und orientiere mich vorerst grob an der Himmelsrichtung, denn irgendwelche Wegweiser sind hier Fehlanzeige. Da es sonntags ist, sind die kleinen Landstraßen so wenig befahren, dass es mich nicht stört, wegen fehlender Radwege auf der Fahrbahn durch all die Dörfer gen Bielefeld zu gleiten. Anfangs verspüre ich noch einen leichten Druckschmerz in den Knien, der sich jedoch nach wenigen Kilometern verliert. Okay, eine kleine Reminiszenz an meinen miserablen Trainingszustand, denn es ist schon ein Unterschied, ob man zu diesem Zeitpunkt nicht mal 2.500km oder - wie in den früheren Jahren - 5.500-6.500km in den Beinen hat :rolleyes: . Hinzu kommt, dass ich mein Fixie seit knapp einem Jahr nicht mehr gefahren bin.

Einige Kilometer vor dem Molloch Bielefeld gönne ich mir in einer verkommenen Bushaltestelle ein zweites Frühstück. Ich vermute nämlich stark, dass ich mich länger als nötig in dieser Stadt aufhalten werde, und ein möglicher Hungerast dürfte die Situation noch verschärfen. Als ich diesen höhergelegten Radweg erreiche, der parallel zur Autobahn den Teutoburger Wald durchschneidet, weiß ich, dass ich auf dem rechten Weg bin, den ich vom 2009er Forumstreffen des gelben Forums noch in Erinnerung habe. Aber mir ist absolut klar, dass dieses Déja-Vu das letzte der weiteren Tour sein dürfte...

Gruise, Paule
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Samstag, 23. August 2014, 16:35

Teil 2:

So rolle ich nach kurzer Fahrtstrecke in Bielefeld ein und halte an einer Kreuzung, um einigermaßen halbherzig die Lage zu sondieren. Ein Mann in den Endzwanzigern überquert die Straße, kommt auf mich zu und fragt freundlich lächelnd, ob ich klarkäme. Mit selbstironischem Unterton antworte ich, dass dies wohl maßlos übertrieben sei :S . Zwar hatte ich vor dem Tourstart den Radroutenplaner bemüht, um mir einen groben Streckenverlauf zurecht zu legen, doch mir war klar, dass ich sowieso davon abweichen würde. Die angegebene Gesamtstreckenlänge von 322km (DU-BS) erschien mir bereits zu Hause vollkommen illusorisch...

Nachdem ich mir die in der ADFC-Karte eingezeichneten Höhenangaben und Steigungen zu Gemüte gezogen hatte, war es mein Plan, an der Weser bis Hameln zu fahren - und dann mal sehen. Der nette Typ gibt mir also den Tipp, die Herforder Berge zu meiden und schlägt vor, mich in Richtung Bünde zu halten. Da mir das jedoch viel zu weit nordwestlich liegt, spiele ich mit dem Gedanken, auf irgendeinem anderen Weg nach Vlotho und somit zur Weser zu gelangen. Ich bedanke mich und fahre auf dem in beide Richtungen zu befahrenden Radweg auf dem vorgeschlagenen Kurs weiter,...

...bis dieser Weg plötzlich nicht mehr in meiner Richtung befahren werden darf. Man darf das sogar sooo wenig, dass extra ein Fahrrad-verboten-Schild darauf hinweist. In vielleicht hundert Metern Entfernung sehe ich eine Ampel, an der ich die breite Straße überqueren könnte. Und da ich niemanden behindere oder gar gefährde (außer vielleicht mich selber), und weil Sonntag und dementsprechend wenig los auf den Straßen ist, ist mir das sooo was von egal, und ich mutiere zum Extrem-Geisterfahrer. Und bin heilfroh, wenigstens diese Hürde schon mal gemeistert zu haben...

Gruise, Paule
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11

Samstag, 23. August 2014, 23:56

Teil 3:

Aus dem Bauch heraus versuche ich, meinen Kurs beizubehalten...oder besser: Ich folge ganz einfach dem Verlauf dieser Hauptstraße und hoffe darauf, diesem "westfälischen Koblenz" schnellstmöglich entrinnen zu können (Koblenz war ebenfalls über Jahre ein Angstgegner für mich, doch das ist 'ne andere Geschichte). Und siehe da, mein Wagemut wird mit einem Wegweiser nach Herford belohnt :thumbup: ! Nein, nein, es ist wahrlich nicht so, dass ich den Tipp des Typen von vorhin bereits in den Wind geschlagen hätte, nur denke ich mir eben, dass Herford zwischen und nicht genau auf den Herforder Bergen liegen wird. Und tatsächlich gelange ich ohne nennenswerte Schwierigkeiten in diese Stadt - und erfreulicherweise auch schnell wieder hinaus...

Da ich praktisch sofort einen Wegweiser nach Löhne entdecke und sich dies quasi auf direktem Weg nach Vlotho befindet, stellt sich erst gar nicht die Frage, eine andere Richtung einzuschlagen. Die Straße steigt zwar leicht an, aber es ist doch sehr moderat. So moderat, dass ich beschließe, einen noch weit vor mir fahrenden Radler auf jeden Fall zu versägen. Ich überhole und degradiere ihn zum Statisten :D . Dass sich diese Demütigung schon sehr bald bitter rächen wird, weiß ich hier noch nicht...

In Löhne angelangt, verfahre ich mich zur Abwechslung mal wieder mittelprächtig, was ich allerdings einer (zumindest aus meiner Sicht) äußerst nebulösen Ausschilderung anlaste. Mit mehr Glück als Orientierungssinn schaffe ich es aber doch recht zügig, auch diese Stadt alsbald hinter mir zu lassen. Der Ortsausgang gestaltet sich als nicht ganz so moderate Steigung. 15, 12, 9, 7km/h - ich steige ab und schiebe X( . Je weiter ich schiebe, desto stärker beschleicht mich ein Gefühl, das mir sagt, hier schon einmal gewesen zu sein. Also doch noch ein Déja-Vu, nur halt eines der übleren Sorte...

Da dämmert mir, dass Sporky und ich vor einem knappen Jahrzehnt genau diese Strecke auf der Rückreise von Rinteln/Weser entlang gefahren sein müssen, also aus der Gegenrichtung. Mich deucht, dass es in der Gegend von Steigungen/Gefällen nur so wimmelt :puke: . Und mit jedem Meter des Schiebens oder langsamen Fahrens verdichtet sich dieses Gedeuche zur unbarmherzigen Gewissheit. Unweigerlich muss ich an die Zeiten zurückdenken, in welchen ich in vergleichbaren Situationen (Spaziergänge mit den Eltern) den Kram hinschmiss, vor Wut heulend stehenblieb und mich von meinem Papa nach Hause tragen ließ. Nur bin ich leider nicht mehr drei Jahre alt, und mein Papa ist lange tot...

Gruise, Paule
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Gene Krupa

unregistriert

12

Sonntag, 24. August 2014, 01:27

...was Frauen mitunter nicht alles bewirken können,

man höre und staune, Paule fährt wieder :thumbsup:
Ohne die Dame in BS hätte die "Karre" wohl noch länger ungenutzt rumgestanden, Daher Glückwunsch :thumbup:

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NMG

13

Sonntag, 24. August 2014, 11:35

Teil 4:

Nun gut, ich ergebe mich also meinem Schicksal, schleiche oder schiebe die Steigungen hoch, werde auf den Kuppen - je nach Fahrtrichtung - vom sehr heftigen Wind fast umgeworfen und bremse die Gefälle zunichte, weil ich Ü-120er Trittfrequenzen bei 40km/h unmöglich über längere Zeit halten kann. Es hat schon was Zölibatäres, niemals aus dem Sattel gehen, den Arsch entlasten und es einfach mal rollen lassen zu können. Ein kürzlich am Lenker neben dem Tacho montiertes, kleines Blechschildchen mit der Aufschrift "FIXED" soll übrigens verhindern, dass ich diese kleine Eigenart meines Bikes jemals vergesse ;) .

Irgendwo in der zerklüfteten und menschenleeren Bergwelt zwischen Löhne und Vlotho, dort, wo die Sträßchen Namen wie "Schöne Aussicht" tragen (hab' ich wirklich dort gesehen!), kreuzt mein Wirtschaftsweg eine Landstraße. Radwegweiser sehe ich keine, die haben sich ohnehin äußerst rar gemacht. Aber hier kommt mir die Wetterlage zuhilfe, denn da sich an der Windrichtung schließlich nichts geändert hat, fahre ich einfach geradeaus weiter - hinein in einen Wirtschaftsweg, wie er mieser kaum sein kann (obwohl ich später auch hier noch eines Besseren belehrt werden soll...).

Treckerspuren gespickt mit kuhkopfgroßen Steinen, Schlaglöchern, Wurzelwerk, gröbstem Schotter, Pfützen und Matsch, Leichenteilen usw. lassen mich gar nicht erst nach der berühmten Ideallinie suchen. Immerhin geht es bergab, sodass ich die vordere Bremse - die ich wegen des gewichtsmäßig kaum belasteten Vorderrades und der damit verbundenen Blockiergefahr mit Samthandschuhen bediene - prima mit dem Kontern des Hinterrades unterstützen kann. Mit etwas Humor kann man sogar von einem echten Flow sprechen. Bike, Fahrer und Weg bilden eine homogene Einheit. Wir befinden uns in einer Art Fluss. Auch wenn dieser momentan aus Scheiße besteht :zombie: ...

Gruise, Paule
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14

Sonntag, 24. August 2014, 13:18

Hallo Paule, nice to read you again! :thumbup: Mangelhafte Ausschilderung kann ich auch vom Bodensee-Königseeradweg melden. Im tiefsten Bayernland begab es sich im finstersten Forst, dass ich auf eine sternförmige Kreuzung mit 5 Abfahrten kam. An jeder Abfahrt ein Radwegschildchen-schön! Aber wohin gehen die Wege?

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NMG

Gene Krupa

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15

Sonntag, 24. August 2014, 16:35

Mangelhafte Ausschilderung kann ich auch vom Bodensee-Königseeradweg melden. Im tiefsten Bayernland begab es sich im finstersten Forst, dass ich auf eine sternförmige Kreuzung mit 5 Abfahrten kam. An jeder Abfahrt ein Radwegschildchen-schön! Aber wohin gehen die Wege?

Bis zu der Stelle bin ich wohl auf meiner "Alpentour" nicht gekommen, weil ich durch einen kapitalen Sturz ausgebremst wurde :(
Bis dort hin war die Ausschilderung gut und ich war mit Navi unterwegs.

16

Sonntag, 24. August 2014, 20:23

Teil 5:

Zum Glück stellt sich aber auch diese Katastrophe als ein relativ kurzes, unvermeidliches Verbindungsstück heraus. Auf dem anschließenden asphaltierten Wirtschaftsweg lasse ich meinen Blick in die Ferne schweifen und realisiere, dass ich mich an so ziemlich dem höchsten Punkt dieser Region befinden muss. Rein theoretisch müsste es nun nur noch bergab gehen, und als ich diese seichte Steigung wenige hundert Meter weiter gemeistert habe, quere ich wieder eine Landstraße und sehe mich bestätigt...

Es erwartet mich ein sehr gut einzusehendes Gefälle, das schätzungsweise 10% haben dürfte. Ich schicke meinen Verstand schon mal vor und tue etwas, das ich - zumindest mit meinem Lanz Bullshit - noch nie getan habe: Ich nehme die Füße von den Pedalen und lasse es rollen! Die Digitalanzeige meines alten Sigma BC 500 kommt kaum mit dem aktuellen km/h-Wert nach. 20, 28, 35, 42, 50, 54, 57, 60, 61km/h!!! Ein Schlagloch, ein Frostschaden, der leiseste Kontakt des Stoffes meiner Hosenbeine mit den Pedalen wäre fataaal!

Die virtuelle Trittfrequenz liegt bei 187U/min, das Drehmoment möchte ich gar nicht wissen - das sind keine Newtonmeter mehr, das sind Newton-Kilometer! Ich muss daran denken, dass meinem Vater damals auf Montage von der Kurbel einer Kesselwartungs-Plattform der rechte Zeigefinger abgeschlagen wurde, weil eine Sperre versagt hatte. Abgeschlagen, nicht abgerissen oder abgeschert! Okay, nach diesem Geschwindigkeitsvollrausch klinke ich mich bei 22km/h wieder in den Antrieb ein. Erst das linke Bein, dann das rechte. Und ein paar Kilometer weiter passiere ich den Ortseingang von Vlotho, erspähe die erste Telefonzelle auf der gesamten Strecke bisher und rufe meine Freundin an, um ihr mitzuteilen, dass sie sich keine Sorgen zu machen braucht :D ...

Gruise, Paule
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17

Sonntag, 24. August 2014, 21:16

nehme die Füße von den Pedalen und lasse es rollen!



Er fuhr so schnell als nie ein LANZ zuvor,


:goodjob:
Gruß, rogger
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18

Sonntag, 24. August 2014, 21:41


Er fuhr so schnell als nie ein LANZ zuvor,


Hey, stimmt jaaa!!! Sooo hab' ich das noch gar nicht betrachtet :D . Selbst der Eil-Bulldog war langsamer...

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

rogger

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19

Sonntag, 24. August 2014, 23:20

virtuelle Trittfrequenz liegt bei 187U/min


"Kurbelventilator" oder so ähnlich.... ?( :phat:


der leiseste Kontakt des Stoffes meiner Hosenbeine mit den Pedalen wäre fataaal!


Und wenn die Pedalpins gar noch Widerhaken hätten :fie:
Gruß, rogger
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NMG

20

Sonntag, 24. August 2014, 23:22

Teil 6:

Vlotho also - sehr schön. Ich bin mir sicher, das übelste Stück der Gesamtstrecke hinter mich gebracht zu haben. Plötzlich überkommt mich ein tierischer Jieper auf Pommes - obwohl das sooo auch nicht stimmt. Eigentlich hängen mir nur die ewigen Käsebrote und Rosinenstuten langsam zu Halse raus. Ich habe lediglich Bock auf was Warmes, und mir fällt nichts Anderes als Pommes ein; möglicherweise ist es auch eine primitive Assoziation, die mein krankes Hirn zwischen meinem simplen Fortbewegungsmittel und diesem ordinären Snack herstellt.

Als ich aus Vlotho hinausfahre und einen Wegweiser mit der Angabe "Hameln 28km" erblicke, gehört dieser Wunsch jedoch schon wieder der Vergangenheit an. Ungefähr wie vor zwei Jahren, als ich beim Start zu einer neuntägigen Niedersachsenrunde bereits beim Aufsteigen auf's Bike einen zünftigen Wadenkrampf bekam und der Wade versprach, ihr in der nächsten Apotheke Magnesium-Brausetabletten zu kaufen. Noch während ich das sagte, wusste ich, dass es sich um ein leeres Versprechen handelte...

...und die Wade gab sich damit zufrieden :P . Mein Plan ist es, heute auf jeden Fall bis Hameln zu kommen, und da ich annahm, dass es von hier aus ca. 60km bis dort seien - ich hatte den Weser-Radweg mit all seinen Windungen auf dem Schirm, den ich jetzt aber gar nicht fahre -, gehe ich nun davon aus, dass ich sicherlich noch ein Stückchen weiter kommen werde. Also, fuck the Pommes. Ersatzweise tun es nämlich auch die zwei "Kitkat Chunky", die ich in einer Tanke erstehe. Da ich nun also über ein unerwartetes Zeitpolster verfüge, lege ich auf meinem Weg nach Hameln verschwenderisch viele Pausen ein.

Die vorletzte Pause in einem Kaff irgendwo hinter Hessisch-Oldendorf in der Remise eines alten Bauernhofes. An einem seiner Scheunentore steht ein Schild, auf dem vor dem Betreten beim Betrieb der Flüssigmist-Anlage gewarnt wird. Ich schlussfolgere, dass hier professionell Gülle produziert wird - so was habe ich noch nie gesehen, geschweige denn gewusst, dass es das überhaupt gibt. Mein Kartenstudium während dieser Pause verrät mir, dass bei Hameln ein winziges Flüsschen namens Hamel in die Weser mündet. Das gilt es zu finden, denn es bedeutet einen Einschnitt im Weserbergland, Deister und was da alles an hügeligem Gelände kräucht und fleucht...

Gruise, Paule
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