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FraWie

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21

Mittwoch, 7. Januar 2015, 10:15

Krüppelkiefern gibts an der Ostsee, unsere Tannen und Fichten sind prächtig

Du kannst aber schon Kiefern, Tannen und Fichten unterscheiden?
Als Brandenburger sollten dir die berüchtigten Brandenburger Kiefernwäder bekannt sein. Klar, nicht die Krüppelkiefer sondern die gemeine Kiefer oder auch Waldkiefer.

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22

Mittwoch, 7. Januar 2015, 10:57

:huh: Ihr seid heute aber mal sowas von kritisch! Hab mal die "Ungenauigkeiten" korigiert. Mag sein, daß der korrekte botanische Namen nicht Krüppelkiefer ist, aber so zerzauselt wie die ausgesehen haben kamen die mir schon ganz schön krüppelig vor :miffy: . Und die Mark ist karg, basta! Wie karg erfahrt ihr in drei Reisetagen ^^

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23

Mittwoch, 7. Januar 2015, 12:51

Krüppelkiefern gibts an der Ostsee, unsere Tannen und Fichten sind prächtig

Du kannst aber schon Kiefern, Tannen und Fichten unterscheiden?
Als Brandenburger sollten dir die berüchtigten Brandenburger Kiefernwäder bekannt sein. Klar, nicht die Krüppelkiefer sondern die gemeine Kiefer oder auch Waldkiefer.

Entschuldigung, ich vergaß, in die Nadelbaumaufzählung die Kiefer aufzunehmen.

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Mittwoch, 7. Januar 2015, 12:56

toller bericht!!! besten dank :). das drumherum ist auch witzig, aber auf irgendwie andere art .. :S ;).
.. only dancing on this earth for a short while (Cat Stevens)

FraWie

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25

Mittwoch, 21. Januar 2015, 11:54

Es ist zwar das falsche Unterforum, aber der Titel bietet sich an, auf die Berlin Bicyle Week in Berlin von 16.03.15 bis 22.03.15 hinzuweisen. Höhepunkt ist die Berliner Fahrradschau von Freitag bis Sonntag. Am selben Wochenende findet auch noch die Velo Berlin auf dem Messegelände statt. Viele gute Gründe nach Berlin zu fahren!

Ritze

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26

Freitag, 2. Oktober 2015, 03:52

Mittwoch, 03.09.2014

Berlin

Wäre das Malheur mit dem Bahnstreik nicht gewesen hätte ich ja zwei Tage zur Verfügung gehabt um Berlin kennenzulernen. Und das ist schon unmöglich, weil diese Stadt so viel zu bieten hat und so weitläufig ist. Ein Tag langt ja noch nicht einmal für den Kuʻdamm! So bleibt mir nichts anderes übrig, als Schlitzaugen zu ziehen und mit hocherhobener Kamera den Japanern hinterher zu rennen. Aber zuerst entere ich den Frühstücksraum, ein riesiger Saal in dessen Mitte ein riesiges Buffet angerichtet ist. Sozusagen ein feuchter Traum für einen wie mich, der für sein Leben gerne gut und viel isst!

Nach einem üppigen Frühstück statte ich mich an der S-Bahnstation um die Ecke wieder mit einer neuen Tageskarte aus und fahre erst mal zum Alexanderplatz. Dort laufen jede Menge Koberer rum, die Tickets für die Doppeldeckerstadtrundfahrten verticken. Nach meiner Erfahrung ist so eine geführte Bustour die beste Möglichkeit sich über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten einen Überblick zu verschaffen. Bei meinem Anbieter kann ich an jeder beliebigen Haltestelle aussteigen und später wieder zusteigen. Diese Möglichkeit nutze ich zum ersten Mal am Brandenburger Tor. Zu Fuß erkunde ich zuerst die nähere Umgebung, besuche Holocaustdenkmal und Botschaftsviertel. Entdecke das Wachsfigurenkabinett, verbiete mir die Besichtigung aber aus Zeitmangel. Ziehe eine Schleife über Reichstag und Kanzleramt und laufe tatsächlich die Straße des 17. Juni fast bis zur Siegessäule. Irgendwann rauchen mir dermaßen die Socken, daß ich mich nach meinem Doppeldeckerbus zurück sehne. Am Kurfürstendamm steige ich zum zweiten Mal aus. Im Hard Rock Cafe Berlin kaufe ich mir ein Shirt als Souvenir und tibble dann Richtung KaDeWe weiter. Dort soll es der Welt größte Lebensmittelabteilung inklusive Steakhouse geben. Das wäre fein! So…zu Mittag…oder so… . Doch so weit komme ich gar nicht. Denn ganz in der Nähe sollte ich eigentlich einen Imbissstand passieren. Und der hat Buletten und Mettbrötchen im Angebot! Angesichts meines zarten, ausgemergelten Körpers stellt sich für mich in diesem Moment nicht mehr die Frage nach dem Ob und Warum, sondern nach der Reihenfolge und nach dem Wieviel! Und dann sehe ich auch noch Flaschenbier auf der Speisekarte! Von da an gibt es kein Halten mehr. In breitem, tiefschwäbisch eingefärbten Dialekt setze ich meine Bestellung ab. Scheinbar ist meine Entkräftung so offensichtlich, daß sich die Damen vom Grill mit breitem Grinsen im Gesicht meiner erbarmen und trotz der angeblichen schwäbisch-preußischen Feindschaft meinen Wünschen nachkommen.

Frisch gestärkt geht’s weiter zur Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, zum Bahnhof Zoo, Theater des Westens, vorbei am Jüdischen Gemeindehaus zurück zur Haltestelle. Dank meines massiven Übergewichts bin ich ja nicht sonderlich gut zu Fuß. Das heißt, ich habe bis dahin an jeder Fußsohle mindestens eine 2€-Stück große Wasserblase und bin total k.o. Eigentlich wollte ich mir den Checkpoint Charlie und irgendeine französische Kirche auch noch ansehen. Aber nachdem ich festgestellt habe, daß mein Chauffeur ein netter Plauderer ist und gekühltes Bier an Bord hat und mir jeder Schritt Höllenqualen verursacht weiß ich wie ich die Fahrpausen angenehmer überbrücken kann.

Schließlich ist auch die Rundfahrt einmal zu Ende, so daß ich am späten Nachmittag wieder im Hotel zurück bin um mich für mein Abendprogramm frisch zu machen und meine Wasserblasen aufzustechen.

Eine Bekannte lebt schon eine Weile in Berlin und hat sich mit mir in der Prenzlauer Allee zum Abendessen verabredet. Ganz in der Nähe der S-Bahnhaltestelle gibt es einen Asiaten, das Si-An. Alex ist Vegetarierin und schätzt dieses Restaurant wegen der großen Auswahl und der hervorragenden Qualität. Und ich muß ihr Recht geben. Nach dem opulenten Abendmahl entführt sie mich noch in eine Cocktailbar. Das Weible kennt mich und weiß, daß ich Rumcocktails liebe. Der Laden sieht so richtig nach gar nix aus. Die Wände holzverkleidet und das Licht zappenduster. Die Getränkekarte hat es aber in sich. Die ist so umfangreich, daß die garantiert keiner rauf und runter trinkt. Ich wähle zuerst einen Mai Thai, mein absoluter Favorit. Der Preis zieht mir zwar fast die Schuhe mitsamt den Socken aus, als der Eimer dann aber auf den Tisch kommt und ich antrinke wird mir klar warum die Drinks so teuer sind. Der Barkeeper hat weder an der Menge noch an der Qualität gespart. So gebe ich mich dem süßen Gift hin und beame mich an einen thailändischen Strand. Natürlich will ich mindestens wenn nicht noch mehr von der Karte probieren und die Bahama Mama, die ich als nächstes bestelle, ist auch richtig lecker, aber vom Alkoholgehalt auch genau so üppig wie der Mai Thai. Und wenn die Maus satt ist, schmeckt das Mehl bitter. So beschließen wir, daß zwei Drinks absolut genug sind, wenn man am nächsten Morgen früh aufstehen will. Erst recht wenn es schon so spät ist. Alex bringt mich noch zur S-Bahn und als ich in meinem Zimmer endlich die Beine hoch legen kann, schlafe ich mit einem Meeresrauschen in den Ohren, sofort ein.
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kylogos

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Freitag, 2. Oktober 2015, 06:41

Sag mal Zwerg, hast Du jemals darüber nachgedacht, Deine Reiseberichte in Buchform rauszubringen? Einen Käufer hättest Du schon!

Ich erinnere mich gerade lächelnd an die Feddy Mercury Gedächtnistour! ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kylogos« (2. Oktober 2015, 08:50) aus folgendem Grund: krumme Finger!


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Freitag, 2. Oktober 2015, 08:43

Sag mal Zwerg, hast Du jemals darüber nachgedacht, Deine Reisberichte in Buchform rauszubringen? Einen Käufer hättest Du schon!

Ich erinnere mich gerade lächelnd an die Feddy Mercury Gedächtnistour! ^^
Was Louis Trenker so alles im Rucksack hatte...

Gruß ulle

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Samstag, 3. Oktober 2015, 15:10

^^ Neues von König Dickbauch nicht vergessen! :D

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Dienstag, 27. Oktober 2015, 02:39

Donnerstag, 04.09.2014 98 km; 6:03 h; 242 hm

Berlin-Ludwigsfeld-Stangenhagen-Hennickendorf-Dobbrikow-Bardenitz-Tiefenbrunnen

Aaaauaaah! Bahama Mama ghosts in my head! Das süße Gift der Nacht fühlt sich heute Morgen an, als ob einer Steeldrum auf meinem Kopf spielen würde. Tapfer schleiche ich zum Frühstück. Die heutige Etappe soll annähernd 100 km lang werden, das heißt ordentlich futtern. Aber was Genaues weiß man nicht. Ich habe nämlich mein Roadbook zu Hause liegen lassen. Macht nix! Irgendwas Passendes wird schon dabei sein bei den gefühlten 3 kg Landkarten und Reiseführern, die in den Untiefen meiner Seitentasche ruhen. Und für die absolute Verwirrung habe ich ja noch meinen Falk, den ich von Ibex auf Antichrist umgetauft habe. Schließlich entscheide ich mich für die ADFC-Radtourenkarte 9 und zur Absicherung, damit ich nicht so einsam bin und wenigstens jemand mit mir spricht thront Antichrist auf dem Lenker. Hauptsache das Wetter meint es gut mit mir! Und von daher scheint es ein Tag zu werden um Halbgötter zu zeugen.
Trotz meines miserablen Orientierungssinnes und obwohl ich meinen kleinen Stadtplan verloren habe finde ich aus der Stadt heraus. Ich finde in Berlin sogar einen Flugplatz der einmal funktioniert hat: das Flugfeld Tempelhof! Aber es dauert ewig, bis man auf den Ortsschildern nichts mehr von Berlin liest. Irgendwann wird die Gegend ländlich. Viele der Felder liegen brach und die Wiesen sind verwildert. Mir fällt auf, daß in vielen Dörfern etliche Häuser und Gehöfte verlassen sind. Manchmal scheinen die Orte so tot, daß ich vor meinem geistigen Auge wie in einem Western Reisigkugeln im Wind durch die flirrende Hitze über die Straßen tanzen sehe und das Intro von Bon Jovis Dry County in meinem Kopf abläuft. In diesen Geisterdörfern gibt es natürlich auch keine Drugstores und Saloons, wo man sich verköstigen könnte. Erst in Ludwigsfelde entdecke ich schließlich doch ein Restaurant, das „Waldfrieden“, mit einem richtig schnuckeligen Biergarten in dem ich vortrefflich versorgt werde. Als ich mich später bei meinen Verwandten telefonisch anmelden will merke ich, daß ich kein Handynetz habe. Und zwar für den Rest des Nachmittages!
Landkarte und Antichrist konkurieren in dem Sinne, daß die Karte mich über Landstraßen mehr oder weniger direkt zum Ziel führen möchte, Antichrist mich aber immer wieder auf total abgeschiedene Feld- und Waldwege lotst, die zum Teil in richtig üblem Zustand sind. Zum Beispiel befahre ich einmal einen schönen, festen Waldweg, dessen Oberfläche schlagartig zu fiesem Treibsand mutiert, in dem das Vorderrad einsinkt. Genauso schlagartig fliege ich im Handstandüberschlag über den Lenker. Zum Glück überstehe ich diesen Stunt unverletzt. Einzig die Haltungsnoten sind nicht so gut ausgefallen. Ein andermal kann ich einer ca. 30 cm großen, grün–braun glänzenden Blindschleiche gerade noch ausweichen, die sich wohl in suizidaler Absicht vor mein Rad geworfen hat. Die Härteprüfung ist aber das Kopfsteinpflaster auf den letzten Kilometern vor Bardenitz. Kompliment an meinen Zahnarzt! Es haben alle Plomben gehalten!
Groß ist die Überraschung bei meinen Verwandten. Es braucht einiges an Überzeugungskunst um klar zu machen, daß ich in einem Gasthaus in der Nähe übernachten und essen möchte, um nicht zur Last zu fallen. Da, zumindest in der Wohnung, mein Handy immer noch kein Empfang hat, ruft man vom Festnetz im Rasthaus Zum Tiefen Brunnen an um ein Zimmer zu reservieren. Bei einem kühlen Bier muß ich dann ausführlich über das Woher und Wohin meiner Reise berichten. Kurz vor Anbruch der Dämmerung nehme ich Abschied. Immerhin sind es noch 5 km bergauf bis ich Tisch und Bett erreiche. Und nach der langen Etappe schreien Fahrer und Bike nach Pflege. Nach dem Reinigen des Antriebs und der Dusche gibt es dann auch endlich Futter. Beim Essen sinniere ich darüber, daß ich für die folgende Tagestour keine Landkarte habe und ausschließlich auf den Antichristen angewiesen sein werde. Hmmm, das passt mir nicht wirklich. Mein Vertrauen in die Elektrokrücke ist schwer erschüttert. Da sehe ich auf der Rückseite meines Bierdeckels eine stark vereinfachte Wegskizze: Tiefenbrunnen-Treuenbrietzen-Lutherstadt Wittenberg. Obendrein sagt Antichrist eine Distanz von 34 km an. Ja wenn das so ist, gibt das morgen den reinsten Ruhetag! Derart in Sicherheit gewogen begebe ich mich zur Nachtruhe.
»Ritze« hat folgende Bilder angehängt:
  • 40. Bye, bye Berlin.JPG
  • 41. Biergarten Ludwigsfelde.jpg

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31

Dienstag, 27. Oktober 2015, 08:09


Zum Beispiel befahre ich einmal einen schönen, festen Waldweg, dessen Oberfläche schlagartig zu fiesem Treibsand mutiert, in dem das Vorderrad einsinkt.

Willkommen in Brandenburg! Waldwege und schmale Bereifung passt hier von Mai bis Oktober nicht zusammen. Ich empfehle mindesten 55 mm breite Reifen.
Viele der Felder liegen brach und die Wiesen sind verwildert.

Du musst doch woanders gewesen sein. Auch in Brandenburg wird immer mehr Ackerland von Konzernen aufgekauft, die Preise steigen exorbitant und die schönen und ökologisch wichtigen Wiesen werden leider immer öfter in Ackerland umgewandelt.

32

Dienstag, 27. Oktober 2015, 08:25

Also das wiederspricht völlig meinen Erfahrungen. Gerade der Teil Brandenburgs ist mit einer Unmenge kleiner, fast völlig verkehrsfreien, aber sich in hervorragdendem Zustand befindlichen, Straßen gesegnet. Funknetz gibts auch überall - Dein Handy scheint alt oder kaputt zusein.
Grüße
Alltagsradler

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Sonntag, 8. November 2015, 21:26

Freitag, 05.09.2014 84 km; 4:55 h; 286 hm

Tiefenbrunnen-Altes Lager-Tiefenbrunnen-Treuenbrietzen-Tiefenbrunnen-Treuenbrietzen-Zahna-Lutherstadt Wittenberg

Wieder einmal wache ich vor dem Wecker auf und als ich die Augen aufschlage strahlt die Sonne an einem megablauen Himmel. Die Beine sind etwas schwer aber bei der Kürze der Etappe sollte ich zur Mittagszeit in der Lutherstadt sein und reichlich Zeit für Besichtigung und Erholung haben. Nach einem genüsslichen Frühstück lade ich auf und fahre vom Hof. Da die Strecke so einfach und bestimmt auch ausreichend beschildert ist bleibt Antichrist in der Tasche. Aus dem Augenwinkel sehe ich noch den Wegweiser nach Treuenbrietzen, bevor ich die Straße überquere um auf den hervorragend ausgebauten Radweg gegenüber zu gelangen. Den Wegweiser hätte ich lieber mal genauer ansehen sollen!
In tiefen Atemzügen sauge ich die frische morgendliche Waldluft ein und trete los. Nach ca. 6 km weckt ein Straßenschild mein Mißtrauen. Hätte ich das von gestern Abend noch richtig in Erinnerung würde ich jetzt genau in die falsche Richtung fahren. Kann ja nicht sein! Bin doch nicht blöd! Ich hab doch den Wegweiser vor dem Hotel gelesen - aber nicht darauf geachtet in welche Richtung er zeigt! An der nächsten Kreuzung folgt dann die Bestätigung: ich bin blöd! Nun ja, es ist ja noch nichts Schlimmes passiert. Das Wetter ist grandios, der Weg ist toll, ich habe Zeit und es ist Urlaub. Ich wende und fahre den Weg zurück. Diesmal wirklich nach Treuenbrietzen! Am Kreisverkehr am Ortseingang angekommen versuche ich herauszufinden in welche Richtung es weiter geht. Dabei drückt mich irgendwas ganz sakrisch am Rücken. Nämlich der Hotelschlüssel, den ich in die Trikottasche gestopft habe! Ich überlege, ob ich nach Treuenbrietzen rein fahren soll zur Post, um den Schlüssel zu verschicken. Dann könnte ich auch gleich nach einer Regionalkarte suchen, damit ich mich nicht mehr nach einem Bierdeckel orientieren muß. Aaahwah! Der Bierdeckel ist prima! Nur Materialfahrer brauchen Landkarten. Also wende ich ein zweites Mal und fahre zum Hotel zurück, um den Schlüssel abzugeben. Die Inhaberin freut sich beinahe ein Loch in den Bauch, denn außer dem Zimmerschlüssel hängt auch ein Schlüssel für die Haustürschließanlage am Bund. Das wäre teuer geworden! Aber das Wetter ist grandios, der Weg ist toll, ich habe Zeit und es ist Urlaub.
Mittlerweile kenne ich ja den Weg nach Treuenbrietzen. Also flott zum Kreisverkehr und dort erst mal den Antichrist aktiviert, denn offensichtlich ist meinen Fähigkeiten heute nicht zu trauen. Nun, Antichrist, oder auch kurz Satan, lotst mich auch zuverlässig mit stakkatoartigen Links-Rechts-Kommandos in den Wald. So lange, bis kein Weg mehr erkennbar ist. Ratlos wie Rotkäppchen komme ich auf einer Lichtung mitten im Wald zum Stehen. Glücklicherweise hört man den Kraftverkehr von der Bundesstraße noch. Also schiebe ich, angefeuert durch Satans „Bitte wenden, links, rechts“, die Fuhre querfeldein bis zur B 102, überquere höchst illegal die Gleisanlage der Bahn, breche beim Bahnhof Treuenbrietzen Süd aus dem Gebüsch und bin wieder auf meinem geliebten Radweg. Aber das Wetter ist grandios, der Weg ist toll, ich habe Zeit und es ist Urlaub.
Unter gutem Zureden starte ich die Navigation mit anderen Filtern am Antichrist neu. Prompt schickt mich der Teufel wieder zurück Richtung Hotel. Kurz bevor ich dort bin, muß ich nach rechts in den Wald abbiegen. Bis hier bin ich schon 50 km gefahren. Angeblich ist dies der kürzeste Weg Richtung Seehausen und Wittenberg, also folge ich. Je tiefer ich in den finsteren Forst fahre, desto schlechter wird die Straße. Hier haben die sowjetischen Panzer, die früher in Altes Lager stationiert waren, ganze Arbeit geleistet. Das liederliche grobe Kopfsteinpflaster ist dermaßen onduliert, daß man eigentlich nicht mehr von einer Straße reden kann. Während ich mir überlege, mein armes Rädle zu schieben, bevor es in seine Einzelteile zerfällt, und ob es hier Bären und Wölfe gibt, oder ob ich gleich von der Weltscheibe falle, passiert es: im hohem Bogen fliegt meine einzige Navigationshilfe davon und zerlegt sich beim Aufprall spektakulär in seine Bestandteile! Ich stoppe und klaube mit zittrigen Fingern die Teile zusammen. Scheinbar wurde keines der Einzelteile beschädigt. Trotzdem ist der Funktionscheck nach der Montage ein spannender Moment und ich bin heilfroh, als der Bildschirm funktioniert, als ob nichts passiert wäre. Damit nicht genug der Unglaublichkeiten! Begegnen mir kurze Zeit später tatsächlich Autos auf dieser fürchterlichen Marterstrecke!
Inzwischen ist der Tag ordentlich fortgeschritten ohne daß ich mich der Lutherstadt Wittenberg nennenswert genähert hätte. Dafür habe ich fast nichts mehr zu trinken und gar nichts zu essen und die Beine werden schwer. Kohldampf quält mich obendrein auch. Und heiß ist es geworden! Landschaftlich hat sich im Vergleich zu gestern nicht viel verändert. Allerdings fallen mir heute die vielen Windkraftanlagen auf den unbewirtschafteten Feldern auf. So langsam werde ich motzig und möchte eigentlich nur noch ankommen. Selbst die schöne Ortsmitte von Seehausen mit dem birkenumsäumten Teich und der storchennestgekrönten historischen Kirche kann mich nicht zu einem Fotostop verführen. Dafür finde ich dort endlich Schilder zum Elberadweg und somit nach Wittenberg. In Zahna kann ich mein Glück kaum fassen! Direkt an meinem Weg steht ein Netto und davor ein Imbisswagen auf dessen Grill genau die richtige Menge Bratwürste liegt, um die hässlichen Hungerdellen aus meiner Figur zu futtern. Als ich den Parkplatz wohlgenährt und kugelrund verlasse, merke ich, daß sich das Navi aufgehängt hat. Erst als ich das Gerät in Wittenberg neu starte, kann ich wieder alle Funktionen nutzen. Denn jetzt brauche ich erst mal das Hotelverzeichnis. Die Lutherstadt ist gut besucht! Das heißt, ich muß erst mal in einigen Hotels fragen, bis ich im Schwarzen Bären ein luxuriöses Zimmer direkt im Zentrum der Altstadt ergattern kann.
Nach 84 km Rad fahren unter sengender Sonne ist groß Reinemachen angesagt. Als ich die Packtasche mit dem Kulturbeutel öffne, sticht mir ein penetranter Parfumgeruch in die Nase: mein Aftershave ist ausgelaufen! Nun gut, dann muß ich den schweren Glasflacon schon nicht mehr spazieren fahren. Nachdem ich frisch geduscht bin und meine Ausrüstung gewaschen ist, mache ich mich auf zur Stadtbesichtigung. Nur schade, daß die beiden wichtigsten Kirchen der Stadt eingerüstet und total verhüllt sind. Noch nicht einmal das berühmte Tor, an dem der Martin seine Thesen angeschlagen hat, ist zugänglich. In 2017 ist 500 jähriges Reformationsjubiläum. Zu diesem Anlass sollen die historischen Stätten im alten Glanz strahlen und werden deshalb renoviert.
Mit Einbruch der Dämmerung leeren sich die Gartenterrassen der Lokale, so daß ich bei Tante Emma’s endlich einen Platz zum Essen finde. Erst als es schon stockdunkel ist mache ich mich auf den Weg zum Hotel. Unterwegs finde ich noch eine Eisdiele, wo ich mir zur Feier des Tages, ist ja schließlich Ruhetag, noch eine Tüte Eis gönne.
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  • 42. Rathaus Wittenberg.JPG
  • 43. Fußgängerzone.JPG
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  • 50. Schloßkirche.JPG
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Dienstag, 15. März 2016, 00:55

Samstag, 06.09.2014 64 km; 3:49 h; 131 hm

Wittenberg-Elster-Pretzsch-Lausiger Teiche-Dommitzsch-Torgau

Nachdem aus der geplanten kurzen Etappe gestern diese unglaubliche Odysee geworden ist, bin ich froh, daß ich heute nur dem Elberadweg bis Torgau folgen muß. Der ist tip-top asphaltiert, perfekt ausgeschildert und verläuft mehr oder weniger direkt an der Elbe entlang. Das sollte sogar ich ohne Zwischenfälle bewältigen können. Damit mir nicht langweilig wird klemme ich noch Falk Antichrist an den Lenker, der auch prompt für allerhand Kurzweil sorgt, in dem er mich im Zick-Zack von einem Elbufer an das andere scheucht. Der Nachteil ist, daß ich, spätestens wenn ich die Elbe nicht mehr sehe, ständig das mulmige Gefühl habe auf dem Holzweg zu sein. Jedoch überwiegen heute die Vorteile. Zum einen spricht wenigstens das Navi mit mir, zum Anderen lerne ich so die Lausiger Teiche kennen. Dabei handelt es sich um zwei Badetümpel an deren Ufer im Schatten einer Gruppe großer Laubbäume ein Campingplatz mit Restaurant und Biergarten ist. An den vielen, vielen Fahrrädern unter den Schattenbäumen erkennt der geschulte Tourenfahrer die Beliebtheit der Lokalität und kann gerade noch so einen Platz im voll belegten Biergarten für sich ergattern. Als ich sitze sehe ich, daß nur ein Kellner bedient. Der ist jedoch mit dem Herzen eines Löwenbändigers, den Beinen eines Hasen und dem Fleiß einer Biene gesegnet und hat die Meute voll im Griff. Außerdem habe ich Urlaub und somit Zeit! Bei einem alkoholfreien Weizenbier geniese ich die idyllische Aussicht über die Seen und werde schon bald mit einer köstlichen Mahlzeit für meine Geduld belohnt.
Es fällt mir schwer nach der ausgiebigen Rast wieder in den Tritt zu kommen. Und doch habe ich 30 km später Torgau erreicht. Obwohl ich es eigentlich mittlerweile besser wissen müsste verlasse ich mich wieder auf das Navi anstatt auf die Ausschilderung. So gestaltet sich der Weg Richtung Zentrum zum Hotel Brauhof… spannend!
Im Brauhof erfahre ich, daß das hauseigene Restaurant im Moment Ruhetag hat. Eigentlich ein k.o.-Kriterium. Allerdings bin ich müde und checke deshalb trotzdem ein. Immerhin bekomme ich ein Richtfestbier zum Einzug an der Rezeption. Zum Abendessen muß ich aber in die Stadt. Nach einem kurzen Nickerchen mache ich mich stadtfein und trete den Weg ins Zentrum zu Fuß an. Blöder Fehler! Durch meine Trödelei ist es relativ spät geworden und der Weg ist relativ weit. Mir gelüstet nach Fast Food und am Eulenspiegelbrunnen fällt mir auf, daß ich genau in die falsche Richtung gegangen bin. Mc Doof liegt am Stadtrand und nicht im Zentrum. Planlos und unentschlossen irre ich so lange durch die Stadt, bis auch die letzte Pizzeria geschlossen hat und ich gezwungen bin, an den Stadtrand zu laufen. Während die Innenstadt weitestgehend menschenleer war herrscht im Schnellrestaurant wenigstens etwas Betrieb. Und spätestens nach diesem Gewaltmarsch habe ich auch richtig Kohldampf, so daß mir das Maxi Menu gar nicht so groß vorkommt. Bis ich endlich wieder im Hotel bin ist es dann auch Zeit ins Bett zu gehen.
»Ritze« hat folgende Bilder angehängt:
  • 59. Fähre Pretzsch.JPG
  • 60. Mittag an den Lausiger Teichen.jpg
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  • 62. Torgau.JPG
  • 63. Schloss Hartenfels.JPG
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Dienstag, 15. März 2016, 01:55

Sonntag, 07.09.2014 11 km; 1:13 h; 56 hm

Ruhetag in Torgau

Und wieder geht die Sonne auf im Freistaat Sachsen. Mir ist allerdings gar nicht danach aus den Federn zu kriechen. Ich fühle mich dermaßen zerschlagen, daß ich mir gar nicht vorstellen kann, heute über 100 km bis Dresden zu fahren. Zuerst überlege ich noch eine Weile die Etappe zu kürzen. Doch mein zarter Körper lechzt förmlich nach Ruhe. Also sage ich auf dem Weg zum Frühstück an der Rezeption bescheid, daß ich einen Tag länger bleibe. Man händigt mir eine Freihandskizze aus, die den Weg zum Marktplatz darstellt und empfiehlt mir die Petze im Burggraben von Hartenfels zu besuchen.
Nachdem ich mir am Vorabend schon die Hacken rund gelaufen habe, bin ich heute etwas schlauer und nehme das Radl mit. Als erstes lande ich in der Marienkirche, wo ich für einen kleinen Obolus in die Spendenkasse die Erlaubnis zum Fotografieren der aufwändig restaurierten Kirche bekomme.
Nach dem Aufenthalt in dem kühlen Gotteshaus freue ich mich über die warme Sonne und schlendere das Rad neben mir her schiebend Richtung Schloß. Von der Brücke des Burggrabens kann man tatsächlich einigen Braunbären beim Faulenzen zusehen. Dabei fällt mir auf, daß auch ich so langsam einen Bärenhunger habe. So schlage ich grob die Richtung zum Marktplatz ein, um mir ein schattiges Plätzchen und Futter zu suchen. Ganz nebenbei komme ich noch an Deutschland ältestem Spielwarengeschäft vorbei, welches ganz unscheinbar an einer Ecke des Marktplatzes residiert. Irgendwann finde ich den Zugang zum Innenhof eines Restaurants am Marktplatz. Dort steht eine riesige Kastanie als Schattenspender und ich werde vorzüglich verköstigt.
Nach dem Essen mache ich mich auf den Weg zum Elbufer. Dort steht das Denkmal der Begegnung an der Stelle, wo sich Rote Armee und US Army am 25. April 1945 trafen. Nicht weit weg davon finde ich direkt am Elbufer einen Kiosk mit großem, gut besuchtem Freisitz. Beim Anblick der fröhlichen Menschen hinter vollen Gläsern fällt mir wieder der fachmännische Rat meines Hausarztes ein ja genug zu trinken! Also beschließe ich, die am Vortag erlittene Dehydrierung mit ausreichend Bier auszugleichen. Meinen metallenen Zossen kann ich direkt neben dem Tisch abstellen und sogleich beginnt das lustige „wer ist schneller-Trinker oder Bedienung Spiel“. Schnell merke ich, daß ich mit meinen zwei, drei Flaschen Bier eher blutiger Amateur in der Riege der Profis bin: am Nachbartisch vernichtet ein junger Mann in der gleichen Zeit zwei Maß Gin-Tonic ohne Ausfallerscheinungen zu zeigen, während ich schon wieder dösig werde. Ich verlege mich lieber darauf die Elbe und vor allen Dingen das Jungvolk um mich herum zu beobachten. So eruiere ich, daß die durchschnittliche, junge Torgauerin gerne Camouflagehosen und schwarze Tank-Tops trägt, die Haare gerne selbst und sehr bunt färbt und scheinbar ein sehr inniges Verhältnis zum örtlichen Tatoo- und Piercingstudio unterhält. So ziemlich jede Frau unter 30 hier in diesem Biergarten trägt ca. zwei bis fünfzehn Tattoos und ein Pfund Edelstahl in Form von Piercings an allen möglichen und unmöglichen Körperteilen. Und das ist nur das was man sieht!
OK! Bevor es mir das Radar endgültig verbiegt und so lange ich noch „Pizza Caprizziosa“ aussprechen kann, streiche ich die Segel. Im Übrigen ist es auch Zeit für Abendbrot. Also suche ich mir eine Pizzeria. Spätestens nach der Ration Kohlenhydrate habe ich genug Bettschwere, um mich in mein Hotel zurückzuziehen und in einen tiefen Fernsehschlaf zu fallen.
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Mittwoch, 16. März 2016, 04:00

Montag, 08.09.2014 108 km; 6:21 h; 285 hm

Torgau-Riesa-Meißen-Radebeul-Dresden

Heute steht eine lange Verbindungsetappe entlang der Elbe nach Dresden an, also sehe ich zu, aus der Stadt zu kommen um Meter zu machen. Im Laufe des Vormittags bemerke ich, daß das Wetter umzuschlagen scheint. Myriaden von Mücken umschwirren mich so dicht, daß Mundatmung automatisch den Proteinbedarf des Tages deckt. Ich bin froh über meine Brille, die wenigstens die Augen einigermaßen vor diesen Plagegeistern schützt.
Trotz meines großen Trainingspensums vor dem Urlaub und trotz des gestrigen Ruhetages setzt auch heute die Ermüdung schnell ein. Ich fühle mich matt und schlapp, habe aber keine Erklärung dafür. Jedenfalls keine, die ich gerne hören möchte. Denn ähnlich einer Eiche habe ich trotz der vielen Trainingskilometer nicht nur einen sondern gleich mehrere Jahresringe zugelegt! Die Zusatzkilos verdrießen mich derart, daß selbst die schönen Blumengärten, an denen der Weg mich vorbei führt, mein Gemüt nicht erhellen. Statt dessen luge ich immer wieder an das andere Elbufer, ob der Weg dort nicht besser zu fahren wäre und schaukle mich um ein Haar vollkommen unnötig und sinnlos in eine Psychokrise.
So kommt es, daß ich vollkommen achtlos an Meißen vorbei fahre. Ein grober Fehler! Altstadt, Albrechtsburg und die Porzellanmanufaktur wären auf alle Fälle einen ausgedehnten Besuch wert gewesen! Ich möchte aber auf alle Fälle vor der Schlechtwetterfront, die sich über meinem Scheitel zusammenbraut, in Dresden sein. So reicht es gerade mal zu einem popeligen Foto aus der Ferne.
Das erste, was ich von Dresden sehe ist… eine Mosche!?! Sollten es tatsächlich die Osmanen geschafft haben, den wilden Osten vor mir zu erobern? Mitnichten! Es ist die Yenidze, eine ehemalige Tabakfabrik, die Anfang des 20. Jahrhunderts im maurischen Stil erbaut wurde und heute als Bürogebäude, für Gastronomie und Kultur herhalten muß.
Von nun an komme ich aus dem Gaffen nicht mehr heraus! Jeder Pflasterstein, an dem ich vorbei rolle, gehört zu einem geschichtlichen, architektonischen oder kulturellen Meisterwerk. Erst die kalten Windböen und das Donnergrollen in Verbindung mit den ersten dicken Regentropfen bringen mich in die Realität zurück. Ich kann mich gerade noch unter die Carolabrücke retten. Beim Jahrhunderthochwasser letztes Jahr stand die Elbe hier noch bis zur Oberkante des Geländers! Heute ist es unter der Brücke zwar trocken, aber durch den Feierabendverkehr auch sehr laut. Und durch den Wettersturz unangenehm kalt. So beginne ich irgendwann zu hüpfen wie Sponge Bob und Patrick (Ja, ich warte…, ja ich warte…), um mich zu erwärmen, während ich im Zwielicht der Brücke den Esterbauer auspacke, um eine Unterkunft zu suchen. Nach einigen erfolglosen Telefonaten werde ich schließlich im „Friedrichshof“ im Stadtteil Friedrichstadt fündig. Wenn ich nur schon dort wäre. Der Wolkenbruch macht keine Anstalten abzuschwächen, ich friere wie das tapfere Schneiderlein und zu allem Unglück gesellt sich zu meiner desolaten Psyche auch noch Hunger- und noch viel schlimmer Durst! So stülpe ich tatsächlich die Regenbekleidung über, programmiere die Hoteladresse in den Antichristen und verlasse den trockenen Unterstand trotz heftigstem Starkregen. Am Ziel angekommen bin ich trotz der Regenklamotten nass bis auf die Knochen und kann erst mal keinen Gasthof entdecken. Ich rufe nochmals im „Friedrichshof“ an, schildere dem Portier die Situation, daß ich eigentlich vor der Tür stehen müßte, sein Lokal aber nicht fände, als sich hinter mir eine Haustüre öffnet und jemand erwidert: „ Hier sind Sie richtig!“.
Der Mann erkennt meine Lage sofort und zapft mir ein Pils, während ich die Anmeldung ausfülle. Das Bike bekommt einen Platz im Hausflur zugewiesen. Das Zimmer ist einfach aber preiswert und zweckdienlich. Einzig der Fernseher verweigert seinen Dienst, was ich sogleich reklamiere. Der Koch des Hauses bringt die Flimmerkiste wieder zum Laufen, aber kann er auch kochen? Er kann-und wie! Nach einer heißen Dusche lasse ich mich ohne große Erwartungen zum Essen in der Gaststube nieder-und werde vom Feinsten verpflegt!
Mittlerweile ist es dunkel und es hat auch wieder aufgehört zu regnen. Nach dem opulenten und deliziösen Mahl bin ich wieder mit mir und Gott und der Welt im Reinen und beschließe noch einen Spaziergang zur Altstadt rund um Semperoper, Zwinger und Hofkirche. Dieser Platz ist bei Tag schon beeindruckend! Bei Nacht und illuminiert ist die Szenerie unbeschreiblich! Eine tiefe Zufriedenheit überkommt mich, weil ich prädestiniert bin diese Pracht zu sehen! Nur schade, daß meine billige Kamera das nicht wirklich darstellen kann.
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Mittwoch, 16. März 2016, 08:23

Das "Land der Frühaufsteher" ist übrigens Sachsen-Anhalt, nicht Sachsen!
Grüße
Alltagsradler

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Mittwoch, 16. März 2016, 16:34

Stimmt! Da war ich wohl noch nicht ausgeschlafen :P

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Freitag, 18. März 2016, 00:46

Dienstag, 09.09.2014 6 km; 0:32 h

Ruhetag in Dresden

Als ich heute Morgen über den Innenhof in die Gaststube zum Frühstücken gehe fröstelt es mich. Der Wolkenbruch gestern Abend hat ganze Arbeit geleistet. Der Himmel ist azurblau und die Luft wie „frisch gewaschen“. Was man von meiner Garderobe nicht gerade sagen kann. Also setze ich erst mal eine Putz- und Flickstunde für meine Ausrüstung an, bevor ich mich auf den Weg in die Stadt mache. Ich habe schweren Herzens beschlossen, die Thüringer Städtekette mit dem Zug zu überbrücken, weil es mir nicht nur an der Kondition sondern auch am Carbon hapert. Böse Zungen würden jetzt behaupten, ich sei einfach nur zu fett geworden. Die haben aber auch sowas von keine Ahnung, wie lecker Ritter Rum schmeckt!
Bis ich am Bahnhof meine Tickets nach Saalfeld gekauft, sowie Yenidze und den Landtag besucht habe, ist es schon wieder Zeit für Lunch. Also schnell zurück zum Friedrichshof, damit ich mich nochmal von meinem „Fernsehkoch“ bekochen lassen kann. Auch diese Mahlzeit fällt so lecker aus, daß ich mich schwer zurückhalten muß, um nicht den Teller auszuschlecken!
Genau so wie in Berlin gibt es auch in Dresden diese Stadtrundfahrten mit dem Bus, bei denen man in relativ kurzer Zeit viel von der Stadt sieht und erfährt. Genau das gönne ich mir heute Nachmittag. Im Anschluss besichtige ich noch zu Fuß die Gebäude entlang der Elbterrassen. Mit Zwinger, Semperoper, Frauenkirche und Hofkirche sollen nur mal die bekanntesten erwähnt werden. Und das ist nur das südliche Elbufer. An das nördliche Ufer komme ich gar nicht. Geschweige denn, daß ich in der kurzen Zeit eines der zahlreichen Museen oder eine der Ausstellungen besuchen könnte.
Am späten Nachmittag bin ich irgendwann mal dermaßen platt. Der Kopf vor lauter neuer Eindrücke und Informationen zum Bersten voll und die Socken geben Rauchzeichen! Außerdem habe ich einen gewaltigen Kaffeedurst. Zwischen Semper und Zwinger finde ich Platz in einem Straßencafé, wo ich mir zuerst ganz harmlos Wasser und Kaffee kredenzen lasse. Bis ich feststelle, daß es hier auch dunkles Krušovice Bier gibt. So halte ich es bis zum Einbruch der Dunkelheit aus, bis die Illumination wieder eingeschaltet wird. Ich drehe nochmal eine Runde durch die Gemeinde, um diesmal auch die Frauenkirche bei Nacht zu sehen. Dann reicht es endgültig. Müde kehre ich zum Hotel zurück und nehme noch einen Schlummertrunk an der Theke, bevor ich mich auf mein Zimmer trolle.
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  • 103. Zitronenpresse.JPG
  • 107. Semperoper.JPG
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  • 110. Zwinger.JPG
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  • 111. Innenhof Zwinger.JPG

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Freitag, 18. März 2016, 07:57

Hmmm, Dresdener Spezialität sind gekochte Fernseher? ?(
Die Glorreichen schieben ...

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