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Samstag, 12. Mai 2018, 21:07

Kaffeeklatsch bei Schauff


10.05.2018

Am Feiertag lud Jan Schauff alle Freunde der Firma Schauff und alter Rennradklassiker zum Kaffee trinken und vor allem Fachsimpeln in die Halle der Firma nach Remagen. Mit Tom und Phillip folgte ich dieser Einladung nur zu gerne. Schauff hat eine sehr lange Radsportgeschichte. Bereits 1932 wurden in der Nähe der Radrennbahn Köln Renn – und Bahnräder gebaut. Auch unterstütze Schauff Radsportvereine und professionelle Teams. Und das nicht nur im Rennradbereich, sondern auch bei BMX, Mountainbike und anderen Radsportdisziplinen.

Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt erreichten wir Remagen. Wir wurden direkt von einem alten Teamfahrzeug stilgerecht empfangen.

Der Citroen CX aus den 80er Jahren besitzt bereits ein H-Kennzeichen. Hoffentlich bleibt er noch lange erhalten.


Die Verkaufshalle hatte Jan mit seinen Mitarbeitern am Vortag leer geräumt und dann liebevoll mit Rädern seiner Sammlung ausgestattet. Das Schauff von 1938 gefiel mir nicht nur wegen des Alters. Der Besitzer hatte es 1938 gekauft und war dann über 40 Jahre damit gefahren, bevor Jan es zurück bekam. Damals schaltete man noch am Oberrohr. Ansonsten hatte das 80 Jahre alte Rad schon viel Technik die durchaus Heute noch üblich ist.


Das Aerorad mit ovalen Stahlrohren war Anfang der 80er Jahre sehr modern. Die Aerobremshebel AX von Shimano mit innen verlegten Zügen waren damals so innovativ das sie sich zunächst nicht durchsetzten. Erst Ende der 80er Jahre war dann die Kundschaft wirklich bereit für diese Neuerung.


Ein vier Sterne Querfeldeinrad. Vier Sterne bekamen nur die besten Modelle von Schauff. Dieser Crosser (wie man Heute sagt), hatte es mir angetan. Ein schönes Rad um mal abseits befestigter Wege zu fahren.


Schauff baute auch Räder die wie hier mit Rudi Altig gelabelt waren. Dieses schicke Bahnrad würde mir auch gefallen. Aber die meisten Rudi Altig Räder wurden für Kaufhäuser gebaut. In meiner Grundschulzeit Anfang der 70er Jahre wollte Jeder so ein Rad haben. Rudi Altig war im Radsport einfach ein Begriff. Genau wie Hennes Junkermann und Eddy Merckx. Auch Räder mit diesen Namen wurden von Schauff produziert.


Dieses Rad gehörte nicht zu der Sammlung von Jan Schauff, sondern wurde von einem der Besucher mitgebracht. Es war gerade neu aufgebaut worden, aber noch nicht ganz fahrfertig. Mich sprach es aufgrund der schönen Farbe und der Rahmengröße von 64 cm an. Außerdem war es komplett mit Campagnolo Record aufgebaut. Glücklicher Besitzer.


Ein sehr spezielles Bahnrad erregte auch meine Aufmerksamkeit. Der Lenker war direkt am Gabelkopf befestigt, bzw. ein Teil mit dem Gabelkopf. Eine Spezialität von Schauff. Dadurch wurde die Sitzposition natürlich extrem, brachte aber eine gute Aerodynamik und damit hohe Geschwindigkeit.


Aber nicht nur Räder gab es zu sehen. Jede Menge Teile zum Rahmen- und Radbau waren ebenfalls versammelt. Dazu gehörten natürlich auch diverse Steuerkopfschilder.


Bei den Rahmen bekam sicher so mancher feuchte Hände. Das Kindertandem erfreute sich bei zwei Jungs großer Beliebtheit.


Ein Tandem ganz anderer Art hing an der Decke. Mit diesem Tandem wurde 1979 ein neuer Weltrekord mit 145 km/h aufgestellt. Das Kettenblatt besitzt 122 Zähne. Damit kann man nicht anfahren, sondern muss angeschoben werden.


Eine ganze Sammlung von Rahmen präsentierte sich auf diesem Ständer. Einer war ebenfalls für einen Weltrekord gebaut worden. Er war so schwer, das ich dachte er wäre mit Blei ausgegossen. Das Gewicht diente der Fahrstabilität bei sehr hoher Geschwindigkeit.


Ein BMX-Rad mit Seitenwagen hatte ich vorher auch noch nie gesehen. Echt ungewöhnlich.


Das Mountainbike von Schauff besitzt eine sehr frühe hydraulische Scheibenbremse von Shimano. Heute bei MTB ganz normal, damals etwas Besonderes.


Dieser schöne goldfarbene Bahnrahmen hatte es mir sehr angetan. Zum Glück (oder leider) hatte er nicht meine Größe.


Ein alter Rahmen mit Nervex Muffen. Ich nenne sie immer Teddyohren, da die Umrisse der Muffen wie der Kopf eines Teddybärs aussehen. Zu gerne hätte ich ein Rad mit diesen Muffen aus den 50er oder 60er Jahren. Aber leider gab es damals nicht so große Rahmen. Ich bräuchte mindestens einen 62er.


Auch Werkzeug und Maschinen aus der Produktion gab es zu bestaunen. Hier eine Rohrbiegemaschine von 1936. Leider etwas groß und schwer für den eigenen Keller.


Aus den 60er Jahren dann eine Speichenspannmaschine. Laufradbau leicht gemacht. Leider nichts für die eigene viel zu kleine Werkstatt.


Hier wurden dann die Rahmen gebaut. Echt faszinierend zu sehen wie früher Räder gebaut wurden. Und manches kommt sicher auch teilweise Heute noch zum Einsatz.


Das Peleton war bereits unterwegs. Stilvolle Wanddeko.


Schauff war mit seinen Teamfahrzeugen auch bei vielen bekannten Radrennen dabei.
Zwischendurch gab es eine kleine Kaffeepause mit leckerem Kaffee und selbst gebackenen Rhabarberkuchen (ich liebe Rhabarberkuchen, da vergesse ich sogar meine Diät). Vielen Dank für die nette Bewirtung. Und Danke an Jan für die Einladung.
Jede Menge Gespräche führte ich mit einigen bekannten Forumsmitgliedern des Klassikforums und auch mit einigen neuen Gesichtern. Immer wieder schön die Leute zu treffen die hinter den ganzen Nicknamen stecken. Auch Jan Schauff hatte wieder jede Menge zu erzählen. Viel zu schnell ging der Nachmittag rum. Erst um 19 Uhr verabschiedeten wir uns von Jan und fuhren nach Hause. Ich nahm jede Menge Eindrücke mit nach Hause. Ein Schauff habe ich schon länger auf meiner internen Liste. Eines Tages wird mir ein vier Sterne Modell in der richtigen Rahmengröße über den Weg laufen. Bestimmt.
lg Jennifer

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Montag, 14. Mai 2018, 13:52

„Friday on my mind“


11.05.2018


Mit Mr. Sakura (Alex) fuhr ich am Freitag von Hamm nach Salzkotten. Es ging durch die Soester Börde. Geplant war eigentlich eine Tour bis nach Paderborn. Wir hatten uns bei der Strecke über den alten Hellweg (mittelalterlicher Handelsweg zwischen Duisburg und Paderborn) aber mit der Entfernung verrechnet. Es sollten ca. 85 km sein. Das das nicht hinhaute merkten wir aber unterwegs. Doch zunächst trafen wir uns bereits um 7:30 Uhr in Herringen. Das Wetter war etwas diesig, aber trocken und mit zumindest zweistelligen Temperaturen. So fuhr ich erstmal mit langer Hose und Jacke. Nach der Begrüßung ging es dann auch bald los. Von Hamm fuhren wir erst einmal über Bönen Richtung Süden, um vor Werl auf den Hellweg zu kommen. Ich pilotierte mein Mücke, das jedoch bald wieder Probleme machte. Die Schalthüllen der Schalt/Bremshebel waren durch die Lenkertasche bereits wieder so geknickt, das ich vorne nur auf dem 39er Kettenblatt fahren konnte. Aber wir hatten es eh nicht so eilig.


So ging es über Radwege, alte Bahntrassen und kleine Landstraßen relativ verkehrsfrei los.


Hinter Westhemmerde erreichten wir dann den Hellweg, den wir bis Soest schon kannten. Leider mussten wir feststellen das die Ausschilderung eher schlechter geworden war. Einige Schilder fehlten mittlerweile. Weiter ging es dann nach Hemmerde. In Büderich machten wir dann nach 10 Uhr eine Frühstückspause in einer Bäckerei. Ein leckeres belegtes Brötchen und Kaffee gaben Energie für die nächsten Kilometer. Durch die Baustelle mit der aufgerissenen Straße mitten im Ort kamen wir auch noch gut durch.


Kurz darauf erreichten wir schon Werl. Hier hielten wir uns nicht auf, sondern durchquerten es rasch.


Das teilweise grobe Kopfsteinpflaster schüttelte unsere Knochen allerdings ordentlich durch.


Hübsche alte Häuschen fanden sich auf dem Land allenthalben.


Teilweise führten die Wege mitten über einige Bauernhöfe. Doch viel war für einen normalen Freitag nicht los.


Der Landstrich war eindeutig durch die Landwirtschaft geprägt. Über das platte Land wehte auch noch ein ordentlicher Gegenwind.


Der Schwan bei Haus Lohe passte gut auf sein Nest aus. Also lieber nicht zu nahe kommen.


Weiter ging es durch Westönnen und Ostönnen. Die Strecke war teilweise sehr winkelig mit vielen Richtungsänderungen. Das machte uns etwas langsamer.


Ganz so platt war das Land dann doch nicht. Die ein oder andere Steigung sorgte für Abwechslung. Schließlich erreichten wir Soest. Leider kam ich auf die nicht so tolle Idee der Radwegausschilderung zu folgen. So ging es zwar auf Radwegen weiter, aber leider direkt neben einer viel befahrenen Straße. Was für ein Kontrast zu den schönen einsamen Sträßchen zuvor. Doch dann erreichten wir hinter Soest wieder eine Radroute, die verkehrsarm war.


Die führte uns durch einen Tunnel, der fast wie eine Höhle wirkte. Sitzgelegenheiten aus Stein und Holz und einige Feuerstellen verbreiteten den Eindruck einer modernen Steinzeithöhle.


Frische Erdbeeren gab es leider nicht, also fuhren wir weiter.


In Bad Sassendorf gab es dann viele Hinweise auf die Salzproduktion. Salz war in dieser Gegend mal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bereits im frühen Mittelalter begann die Salzproduktion.


Am Rande von Schmerlecke spielten unter anderem Pferde eine wichtige Rolle. Generell ist Westfalen ja bis Heute sehr den Pferden verbunden.


In Erwitte verloren wir dann die Wegweiser des Hellweg. Nach ein wenig suchen fanden wir aber zumindest eine Pizzeria. Mit Thunfisch/Zwiebelpizza und Pizzabrötchen plus einem alkoholfreiem Bier sorgte ich für mein leibliches Wohl. Es war schon später Mittag und allerhöchste Zeit. Leider fanden wir den Hellweg nicht wieder und fuhren auf dem Seitenstreifen der viel befahrenen B55 aus Erwitte hinaus. Ganz wohl war mir dort nicht, da teilweise LKW auf dem Seitenstreifen fuhren. Wenn uns da mal einer übersah. Nach ein paar Kilometern bogen wir dann rechts nach Bad Westerkotten ab. Dort fanden wir unseren Hellweg wieder. Allerdings mussten wir am Rande des Kurparks fahren, wo entsprechend viele Fußgänger auf dem kombinierten Rad/Fußweg waren. Weiter ging es nach Störmede und Geseke. Uns war längst klar das Paderborn nicht mehr wirklich gut erreichbar war. Uns lief die Zeit weg. Mir reichte Salzkotten als neues Ziel durchaus aus. Alex hatte auch nicht unbedingt den Ehrgeiz Paderborn noch zu erreichen. Wir würden eh erst im Dunkeln wieder in Hamm ankommen. Mit Paderborn wären es noch mal zwei Stunden im Dunkeln mehr.


In Salzkotten stießen wir dann noch auf die Hinweispfeile einer RTF. Die war wahrscheinlich am Wochenende. Wir erreichten den Marktplatz und setzten uns draußen vor eine Eisdiele. Ein leckeres Spaghettieis genossen wir, bevor es an die Rückfahrt ging.


Neben dem Marktplatz befand sich der Küftfelsen. Hier wurde seit dem Mittelalter eine Solequelle durch ein Brunnenhaus geschützt. Im Laufe von Jahrtausenden entstand das Felsplateau durch Ablagerungen des Quellwassers. Erst gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Über 100 km hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Tacho.


In Erwitte fanden wir dieses Mal, aus der anderen Richtung kommend, die Hinweisschilder und passierten den Stadtgarten und das Schloss Erwitte. Witzigerweise kamen wir direkt an einer Seitenstraße neben der Pizzeria raus. Hätten wir das geahnt, wäre uns die B55 erspart geblieben. Mittlerweile war auch klar das wir auf jeden Fall ins Dunkle kamen. Zum Glück hatten wir Beide Licht an unseren Rädern.

Nachdem der Nachmittag sonnig und warm war, wurde es am späten Nachmittag wieder bewölkter und etwas kühler. Statt der Jacke reichten mir aber die Armlinge. In Soest fuhren wir dieses Mal direkt durch die Stadt. Das war angenehmer und deutlich kürzer. Vor Haus Lohe machten wir noch mal eine letzte Verpflegungspause auf einer Bank. Zwei Bananen und ein paar vegetarische Frikadellen sollten bis zum Schluss reichen. Schnell hatten wir dann über den Hellweg auch wieder Werl erreicht. Hinter Werl fuhren wir über Lenningsen auf einen alten Bahndamm und dann nördlich nach Bönen.

Mittlerweile war es dunkel geworden und wir machten noch mal eine kurze Pause. Dann fuhren wir über Nordbögge, vorbei an Pelkum zurück nach Herringen. Dort kamen wir um 22:30 Uhr nach 206 km und ca. 1.000 Höhenmeter mit einem Schnitt von knapp 20 km/h wieder an. Eine lange, aber interessante Tour ging zu Ende. Wir hatten zwar Paderborn nicht erreicht, aber doch einiges gesehen und erlebt. Und Paderborn läuft uns sicher nicht weg. Nachdem ich in letzter Zeit etwas geschwächelt hatte, lief es wieder ganz gut. Zumindest bekam ich auch an den Steigungen keine Kreislaufprobleme mehr. Und ich schaffte problemlos wieder 200 km. Das machte mich wieder zuversichtlich bei den Strecken die mir in den nächsten zwei Monaten noch bevor stünden. Das Mücke baute ich dann direkt am Samstag auf Unterrohrschalthebel um. Das Experiment Shimano STI war für mich zumindest bei Randonneuren gescheitert. Die Schaltzüge werden durch die Lenkertasche einfach zu sehr geknickt. Also back to the roots. Hatte ich doch an den meisten meiner Rennräder Unterrohrhebel.
lg Jennifer

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Montag, 14. Mai 2018, 18:25

Flucht vor dem Sturm


13.05.2018


Am zweiten Sonntag im Monat sollte eigentlich in Münster wieder eine Klassikerausfahrt statt finden. Leider wurde diese Morgens wegen Sturm- und Unwetterwarnung abgesagt. Tom und ich entschlossen uns daher bereits um 10 Uhr in Lünen eine Ausfahrt zu starten. Tom fuhr mit seinem 90er Jahre Rickert, ich nahm mein Ende 80er Jahre Mücke. Das hatte ich am Samstag erst von Schalt/Bremshebel auf Unterrohrschalthebel umgebaut.


Die Steine an der Einfahrt zum Naturfreundehaus waren plötzlich ziemlich bunt. Keine Ahnung warum man die so grell anmalte. Wir überquerten die Lippe und passierten den Rand von Wethmar.


Dann kam schon Schloss Cappenberg in Sicht. Es war sommerlich warm und sonnig. So fuhren wir in kurz/kurz. Kein Gewitter in Sicht.


In flottem Tempo ging es vorbei an Bork. Radsportler des örtlichen Vereins kamen uns kurz darauf entgegen. Es wurde freundlich gegrüsst.


Richtung Norden erreichten wir Nordkirchen. Doch dieses Mal ohne Abstecher zum Schloss.


Die Landschaft präsentierte sich herrlich grün und duftend. Da konnte ich auch den starken Pollenflug ertragen. Zudem war es bereits windig.


Einen kurzen Halt nutzte ich dann für ein paar Fotos vom Mücke.


Die klobigen STI-Hebel werden noch gegen schlankere Aerohebel ausgetauscht. Geschaltet wird ja jetzt am Unterrohr. So sieht das Rad wieder etwas klassischer aus. Das kommt dem Baujahr Ende der 80er Jahre mehr entgegen.


Immer wieder ging es auch bergauf. Die meisten Steigungen waren aber flott zu fahren. Allerdings merkte ich das meine Kräfte langsam nachließen. Zeit für eine Essenspause. Doch die sollte noch etwas warten müssen. Zunächst erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Route hinter Ascheberg.


Radfahrer waren nur sehr wenige unterwegs. Anscheinend ließen sich die meisten vom Wetterbericht einschüchtern. So hatten wir die Straßen und Wege die meiste Zeit für uns. So kamen wir durch Capelle.


Endlich kam Südkirchen und damit die ersehnte Pause in Sicht.


Nach 65 km hatte ich mir eine Stärkung redlich verdient. Ein leckeres belegtes Brötchen und etwas zu trinken sollten neue Energie geben. Leider waren die riesigen Schweineohren ausverkauft und so gab ich mich mit einer Nussecke als Nachtisch zufrieden. Der Himmel hatte sich sichtlich zugezogen und es wurde richtig windig. So hielten wir unsere Pause etwas kürzer und machten uns bald auf den Rückweg. Zum Glück war Lünen nicht mehr so weit weg.


Der Wind blies ordentlich. Es sah nach Sturm und Gewitter aus. Mit etwas Glück würden wir es noch trocken zurück schaffen.


Tom gab ordentlich gas und ich konnte kaum noch folgen. So ganz die alte Geschwindigkeit hatte ich noch nicht wieder.


Doch bald hatten wir den Datteln-Hamm-Kanal erreicht. Über die Brücke ging es auf die andere Seite des Kanals.


Direkt um die Ecke kamen wir dann zum Preußenhafen. Nach knapp 82 km und ca. 450 Höhenmeter erreichten wir trocken unser Ziel. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei über 22 km/h. Als ich dann auf dem Weg mit dem Auto nach Dortmund war, fing es an zu regnen und die Temperatur fiel auf 15 Grad. Da hatten wir ja richtig Glück.
lg Jennifer

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Montag, 28. Mai 2018, 09:28

Rund um Workum


17.05.2018


Mittwoch Mitte Mai machte ich mich erst am Nachmittag auf den Weg von Dortmund ans IJsselmeer in den wohlverdienten Urlaub. Etliche Staus später kam ich Abends auf dem Campingplatz in Workum an. Ich schaffte es gerade noch mein Zelt vor Anbruch der Dunkelheit aufzubauen. Wie ich dann leider schnell feststellen musste, verlor meine Matratze Luft. So wurde es eine kalte und harte Nacht. Am nächsten Morgen war klar das ich unbedingt eine neue Luftmatratze brauchte. Einkaufen musste ich ebenfalls noch. So machte ich mich mit meinem Mücke mit Packtasche und Rucksack auf zum Supermarkt. Luftmatratzen hatten die dort natürlich nicht. Aber in der Nähe von meinem kleinen gemütlichen Campingplatz gab es noch einen Größeren mit eigenem Shop. Dort wurde ich fündig und erstand eine schöne dicke und große Luftmatratze, die von da ab für bequeme Nächte sorgte. Mittags machte ich mich dann auf meine erste Radtour im Urlaub.


Zunächst ging es vorbei am Workumer Hafen.


Entlang des Deichs führte die Straße Richtung Hindeloopen.


Die kleine Stadt direkt am IJseelmeer kam dann auch bald in Sicht.


Wie viele Städte in Friesland war auch Hindeloopen von Kanälen durchzogen.


Im Hafen lagen bereits sehr viele Segelschiffe. Da fühlte sich selbst das Mücke wohl.


Einige Zeugnisse der Vergangenheit hatte man liebevoll erhalten.


Weiter ging es entlang des Deiches auf der Straße nach Stavoren. Einige Häuser duckten sich direkt in den Deich.


Teilweise führte der Radweg dann über den Deich mit Blick aufs IJsselmeer.


Die Schafe erfüllten mit Begeisterung eine wichtige Aufgabe. Sie pflegten das Gras auf den Deichen und sorgen für die Festigkeit. Die Jungschafe waren meistens neugierig. Ich hatte allerdings alle Hände voll zu tun die Hinterlassenschaften der plüschigen Tierchen zu umkurven.


Stavoren hat einen Fischereihafen. Hier war geschäftiger Betrieb. Fisch spielte in der Region immer noch eine wichtige Rolle. Stavoren war die älteste der 11 friesischen Städte und hatte seit fast 1.000 Jahren Stadtrechte. Mit nur 800 Einwohnern war es aber eine sehr kleine Stadt.


Da riß doch so mancher Fisch erstaunt sein Maul weit auf. Im Imbiss nebenan gab es Fisch in allen Variationen. Nach einem kleinem Imbiss fuhr ich weiter ins Landesinnere. Über Warns erreichte ich Hemelum.


Auf dem Galamadamm gab es sogar einen eigenen Strand für Fahrräder. Da war das Mücke natürlich geschmeichelt. Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter. Von Koudum aus erreichte ich It Heidenskip. Dort wählte ich die Straße zurück nach Workum.


An der Straße hatte man liebevoll eine alte Mühle restauriert. Diese diente früher zur Entwässerung des Landes. Viel Land hatte man bereits früher durch Eindeichung und Entwässerung mit Polder und Mühlen gewonnen.


Schließlich erreichte ich wieder Workum und den Campingplatz. Mein erster richtiger Urlaubstag neigte sich dem Ende zu. 51,6 km kamen zusammen. Die Geschwindigkeit war mit 17 km/h sehr gemütlich. Es war bewölkt aber trocken und nur bis 15 Grad warm. Aber die Vorhersagen versprachen Besserung.
lg Jennifer

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Montag, 28. Mai 2018, 22:27

Fünf Meter unter dem Meer


18.05.2018


Am Freitag wollte ich die erste große Tour fahren. Von Workum sollte es bis Lelystad gehen und dann über den Damm nach Enkhuizen. Danach mit der Fähre rüber nach Stavoren und dann wieder mit dem Rad zurück nach Workum. So weit der Plan.


Doch zunächst musste ich erst einmal an dem Wachdienst des Campingplatzes vorbei. Nach ausführlicher Begutachtung von meinem Mücke Renner wurde meine Ausreise genehmigt. Von Hindeloopen ging es nach Molkwerum.


Manche Klassikerfahrer hatten schon öfters Probleme mit geschlossenen Bahnübergängen, bei mir waren es hochgeklappte Brücken.


Andererseits war es wohl einfacher die Brücke hochzuklappen als jedes Mal den Mast der Segelschiffe abzubauen.


Nette kleine Orte wie Hemelum wurden durchquert.


Freiheit ist ein wichtiges Gut. Das hatten auch die Niederländer völlig richtig erkannt.


Unterwegs sah ich dann auch einige Klassiker auf dem Wasser. So manches Mal hätte ich vielleicht meine Fahrt auf dem Mücke gerne für ein paar Stunden gegen einen Segeltörn getauscht. Aber nein, einen ordentlichen Wind gab es auch an Land. Was sollte ich da also vermissen?


Dafür entschädigte mich der Weg nach Balk mit viel Grün und jede Menge Blütenpracht.


Balk selber durchquerte ich dann recht zügig. Es war noch zu früh für eine Pause.


Auf dem Weg nach Lemmer traf ich in der Nähe von Sloten dann auf einen Velosolex Verleih. Das skurrile französische Mofa erfreute sich auch in den Niederlanden großer Beliebtheit.


Dann kam Lemmer in Sicht. Ab dem Hafen wollte ich mich immer direkt am Deich halten.


Der Weg direkt am IJsselmeer schien endlos bis zum Horizont zu verlaufen.


Nach über 20 entspannten km entlang des IJsselmeeres erreichte ich Urk. Früher eine Insel, aber durch die Poldergewinnung gehörte es jetzt zum Festland.


Hinter Urk erreichte ich dann relativ flott die Brücke über das Ketelmeer. Hier ging es ordentlich gegen den Wind. Lelystad konnte nicht mehr weit sein. Ich verließ den Küstenweg und hielt über das Knotenpunktsystem direkt auf die Stadt zu.


Auch wenn die dunklen Wolken nichts Gutes verhießen, blieb es trocken. Mit 15 Grad war es wieder mäßig warm. Der ein oder andere Schotterweg war noch gut zu befahren.


Ein paar weglagernde Kühe machten sich dann doch vom Acker, als ich näher kam. Dafür waren die Hinterlassenschaften noch frisch und ich hielt mir die Nase zu. Feige Bande, mit solchen biologischen Tricks zu arbeiten. Schließlich erreichte ich den Rand von Lelystad und fuhr Richtung Hafen. Dort sollte die Auffahrt auf den Damm nach Enkhuizen sein. Als ich den erreichte empfingen mich jede Menge große Schilder. Leider war mein Niederländisch gut genug um die Schilder zu verstehen. Bis zum 1. Juli war der Damm für Radfahrer wegen Bauarbeiten gesperrt. Wer statt des Radweges die Straße über den Damm befuhr wurde mit 140 € bestraft. Und da ich die Humorlosigkeit der Niederländer bei solchen Sachen kannte, brauchte ich einen neuen Plan. Jetzt hatte ich bereits 100 km zurück gelegt und kam nicht rüber nach Enkhuizen. Von Lelystad aus gab es auch keine Fähre. Dammned. Ich war total geknickt. Was sollte ich machen? Wieder zurück fahren? Noch mal 100 km? Es war schon früher Nachmittag und ich hatte Hunger. So fuhr ich weiter Richtung Hafen auf der Suche nach etwas essbarem.


Da stieß ich auf die Batavia, bzw. deren Nachbau. Es sank 1629 direkt auf seiner ersten Reise vor Australien. Den Nachbau konnte man besichtigen, doch mich trieb der Hunger weiter.


Doch das was ich suchte, eine normale Imbissbude, fand ich leider nicht.


Auf der Bataviawerft war bereits das nächste „alte“ Schiff in Bau.


Ich fuhr weiter Richtung Hafen. Hier lagen auch moderne Schiffe vor Anker.


Auch das ein oder andere alte, oder nachgebaute Schiff war hier noch zu finden. Wenn schon die Stadt nicht alt war, waren es wenigstens die Schiffe. Lelystad wurde erst 1967 auf Polderland gegründet und liegt fünf Meter unter der Meeresoberfläche.

Leider kein Imbiss. Also versuchte ich über die Radwege in die City zu kommen. Leider war die Beschilderung eher unzureichend, untypisch für die Niederlande. Und da alle Häuser und Viertel der Retortenstadt relativ gleich aussahen, war eine Orientierung mehr als schwierig. Doch nach einigem rumirren fand ich dann die Bahnlinie und folgte ihr zum Bahnhof. Und dort war dann auch die bemerkenswert hässliche Innenstadt. Da hatten sich unfähige Architekten und Städteplaner der 60er bis 90er Jahre hemmungslos ausgetobt. Ich weigerte mich von dem Desaster ein Fotos zu machen. Dafür fand ich eine Bäckerei und stärkte mich mit belegten Brötchen und einem kalten Getränk. Anschließend schob ich rüber zum Bahnhof. Leider kam ich weder mit den Fahrkartenautomaten zurecht, noch fand ich Fahrpläne. Doch es gab einen besetzten Infoschalter. Dort schilderte ich mein Problem auf englisch und man half mir sofort. Leider gab es keine direkte Verbindung nach Workum oder Sneek. Ich musste von Lelystad nach Zwolle (östlich von Lelystad). Dort musste ich in einen anderen Zug umsteigen der mich nach Leeuwarden (ganz im Norden) brachte. Dort fuhr der dritte Zug über Sneek direkt nach Workum (südwestlich von Leeuwarden) Die ganze Geschichte sollte 2,5 Stunden dauern und über 30 € kosten. Aber ich hatte auch keine Wahl. Die Rückfahrt mit dem Rad wäre mir an diesem Tag einfach zu lang. Man druckte mir sogar noch einen detaillierten Plan mit den Zügen, Zeiten und Bahnsteigen aus und brachte mich zum richtigen Startzug. Vielen Dank noch mal dafür. Von so viel Freundlichkeit und Engagement bei der Bahn träumen wir in Deutschland nur. Unnötig zu erwähnen das die Züge alle sauber und unbeschädigt waren. Kurz vor Zwolle kam dann ein Schaffner der mir erklärte das ich zu der Zeit eigentlich gar nicht das Rad im Zug mitnehmen durfte. Und ich wunderte mich schon warum die Niederländer alle mit Klappräder in den Zug stiegen. Die galten dann wohl als Handgepäck. Als ich dem Schaffner auf Englisch mein Problem erzählte, drückte er ein Auge zu und ich durfte weiter fahren. In den anderen Zügen gab es dann keine Probleme mehr. Vom Bahnhof in Workum fuhr ich dann am frühen Abend zum Campingplatz zurück. Dort traf dann bald Thomas mit Familie, Rädern und Wohnwagen ein. Trotz des gesperrten Damms war es ein schöner Urlaubstag mit ein bisschen Zivilisationsabenteuer. 112 km kamen immerhin zusammen. Der Wetterbericht versprach für den nächsten Tag mehr Wärme und etwas Sonne. Ich war gespannt.
lg Jennifer

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sonne_Wolken« (29. Mai 2018, 09:31)


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Dienstag, 29. Mai 2018, 09:16

Meet the Flintstones




19.05.2018


Der dritte Urlaubstag am IJsselmeer begann. Von der versprochenen Sonne war Morgens noch nichts zu sehen. Aber immerhin wurde es schon etwas wärmer. Gegen Mittag machte ich mich mit Thomas auf den Weg nach Harlingen. Ach ja, die Auflösung was die Flintstones (Familie Feuerstein) mit unserer Tour zu tun hatten, kommt während der Tour.


Links der Deich zum IJsselmeer, rechts ein Kanal ging es nach Norden. Die Hafenstadt Harlingen an der Nordsee sollte unser Ziel sein.


Ab und zu mal ein paar nette Häuser, ansonsten war noch nicht viel los.


So sorgten eine Brücke und das Mücke für etwas Abwechslung. Gaast wirkte auch noch relativ verschlafen. Das änderte sich erst in Makkum. Hier wurde vor allem der örtliche Supermarkt gestürmt. Samstag war auch in den Niederlanden der Tag des Großeinkaufs. Bald hatten wir den Damm erreicht, der das IJsselmeer von der Nordsee trennte. Den ließen wir jedoch links liegen. Jedenfalls für den Samstag.


In Zurich fand dann ein Hausflohmarkt statt. Neben allen möglichen alltäglichen Gebrauchsgegenständen fand sich auch ein Mobil der Familie Feuerstein. Aber ich konnte mein Mücke beruhigen. Ich würde es nicht gegen dieses Mobil eintauschen, auch wenn das durchaus faszinierend war. Sicherheitshalber fragte ich lieber nicht nach dem Preis. Sonst wäre ich vielleicht doch noch schwach geworden. Unten waren die Fässer übrigens offen und darin befanden sich jeweils zwei richtige Räder. Das Feuersteinmobil war also fahrtüchtig.


Und was hatte Zurich mit dem Zürich in der Schweiz zu tun? Zumindest gab es auch hier eine Bank. Wenn auch etwas kleiner wie die Schweizer Banken. Humor hatten sie ja die Friesen. Entlang der Nordsee ging es nun zum Harlinger Seehafen.


Hier gab es eine Menge großer Schiffe.


Manche waren schon echte Klassiker.


Und einige Schiffe konnte man sogar für Segeltörns chartern. Ein Boot voller Kinder in Schwimmwesten wurde gerade für einen Törn beladen. Die Kleinen hatten ja schließlich auch mal Hunger. Ich hoffte sie hatten ein tolles Erlebnis auf dem Schiff. Als Kind hatte ich immer von so etwas geträumt.


Ein altes Feuerschiff lag am Kai und wurde gerade restauriert.


Hier wurde bereits seit 2010 am Nachbau des Expeditionsschiffes von Willem Barents gearbeitet. Der Niederländer suchte Ende des 16. Jahrhunderts einen kürzeren Schiffsweg nach China. 1596 wurde das Schiff vom Eis eingeschlossen und musste aufgegeben werden.


Vom Hafen fuhren wir dann Richtung Fährhafen, mussten aber zunächst an einer Schwenkbrücke warten.


Ein Teil der Innenhäfen und im Hintergrund das alte Hafenamt mit dem Turm. Harlingen bot uns viele schöne alte Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.


Handel spielte in Harlingen schon immer eine große Rolle. Der Wochenmarkt drängte sich in die eh schon schmalen Straßen. Ich gönnte mir an einem Fischstand eine Portion Kibbelinge. Das waren frittierte Fischstücke mit Knoblauchsoße.


Doch dann mussten wir uns wieder auf den Rückweg machen. Im Gegensatz zum Hinweg hatten wir dann Rückenwind. Und so kamen wir gut voran. Als wir gegen 17 Uhr auf dem Campingplatz eintrafen waren bereits die nächsten Mitfahrer angekommen. Doris war mit dem Fahrrad angereist und hatte bereits über 1.000 km zurück gelegt. Andy, Daniel und Jens mit Freundin kamen mit dem Auto, hatten aber natürlich auch die Räder dabei. Jens fuhr mit seinem Brompton Faltrennrad, Daniel pilotierte ein altes Francesco Moser und Andy einen modernen Crosser von Rose. Doris war ebenfalls mit einem Renner von Rose unterwegs. Und das mit vollem Gepäck.
Abends wurde der Grill angeschmissen. Miko kam dann auch noch aus Groningen mit seinem Randonneur vorbei. 130 km Hinfahrt und dann spät Abends noch wieder über 100 km zurück. Nur um mit uns grillen zu können. Chapeau! Es wurde ein schöner Abend.

Ach ja, 54 km mit einem Schnitt von 20 km/h hatten wir nach der Tour auf dem Tacho.
lg Jennifer

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Mittwoch, 30. Mai 2018, 10:08

De Fryske Klassieker


20.05.2018


Der Pfingstsonntag begann sehr gemütlich mit einem guten Frühstück. Das Wetter war mittlerweile hochsommerlich, 28 Grad und sehr sonnig. Nach und nach sammelten wir uns für eine Fahrt nach Bolsward. Hier sollte am Montag die Fietselfstedentocht starten, der friesische Klassiker. Schließlich machten sich Thomas, Andy, Jens und Frau, Doris, Daniel und ich uns auf den Weg. Zunächst fuhren wir durch Workum.


Dann folgten wir dem Kanal nach Parrega. Auf dem Kanal war auch schon einiges los.


Schöner Wohnen am Kanal. Natürlich mit eigenem Bootssteg.


Weiter ging es nach Tjerkwerd. Das Tempo war eher gemächlich. Wir genossen die Sonne und quatschten während der Fahrt.


Schließlich erreichten wir Bolsward. Das war schon radsportlich geschmückt.


Große Ereignisse warfen ihre großen Schatten voraus. Hier trafen wir dann auch noch auf Toto, der am nächsten Tag kurz vor uns starten würde. Nach einem bisschen quatschen beschlossen wir das ein Eis nicht schlecht wäre. So begaben wir uns zu einem Imbiss direkt am Kanal, der auch Eis verkaufte. Wir fanden draußen noch Platz für die ganze Gruppe. Ich genoss ein großes Softeis.


Ein Freizeitvergnügen ganz anderer Art wurde dann auf dem Kanal vorbereitet. Es gab wirklich Menschen die sich in diese Kugeln einschließen liessen um dann übers Wasser zu balancieren.


Das historische Rathaus war wieder eine Augenweide. Hier würden wir uns am nächsten Tag zum Start aufstellen.


Auf der Einkaufsstraße suchten die meisten die schattige Seite. Ich verkniff mir dieses Mal einen Einkaufsbummel.


Mein Mücke war bereits bereit für den großen Tag. Natürlich hatte ich mein bestes Langstreckenrad mit nach Friesland genommen.


Auf dem Rückweg wählten wir eine andere Route.


Wir fuhren nach Westen durch Exmorra.


Eine der ganz wenigen Steigungen auf der Strecke. Wir gaben uns auch mit wenig zufrieden. Manche Niederländer schoben hier sogar. Ich hatte so viel Schwung das ich die kurze Steigung nicht mal bemerkte. Von Esmorra hielten wir dann weiter westlich auf Makkum zu. Hier bemerkte ich plötzlich das mir die Gruppe nicht mehr folgte. Sie waren wohl in den Ort abgebogen. Ich musste jedoch dringend auf Toilette und fuhr alleine weiter. Nun ging es am Ijsselmeerdeich entlang nach Süden. Da ich Rückenwind hatte, gab ich, nun alleine, richtig Gas und fuhr zwischen 35 und 40 km/h an vielen Radlern und einigen Radsportlern vorbei. Schnell hatte ich den Campingplatz in Workum erreicht. 35 km mit einem Schnitt von 22,5 km/h waren das Ergebnis.


Nach und nach trafen dann die Anderen ein. Auch Welli kam mit Auto und Rad an. Es wurde noch mal der Grill angeschmissen und wir sassen dort in gemütlicher Runde vor dem Wohnwagen von Thomas. Gegen 21:30 Uhr verabschiedete ich mich als erstes. Der Wecker klingelte am nächsten Tag schon um 3 Uhr und ich brauchte etwas Schlaf. Ein wunderschöner und sommerlicher Tag ging zu Ende.
lg Jennifer

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 12:15

Fietselfstedentocht 2018


21.05.2018



Pfingstmontag war es wieder so weit. Ich startete zum dritten Mal bei der Fietselfstedentocht (Fahrrad elf Städte Tour), einem 235 km Marathon durch alle 11 friesischen Städte. Jedes Jahr starteten 15.000 Teilnehmer auf dieser großen Radsportveranstaltung. Es galt 15 Kontrollstempel zu bekommen. Wenn man die Tour innerhalb des Zeitlimits beendete bekam man eine wunderschöne Medaille. Diese hatte jedes Jahr ein anderes Wappen einer der 11 Städte als Motiv. So lohnte sich das sammeln. Da unsere Startzeit bereits um 5:16 Uhr war, galt es früh aufzustehen. So klingelte mein Wecker bereits um 3 Uhr. Nach dem Duschen und einem sehr kurzen Frühstück machten Doris, Andy, Jens, Daniel und ich uns um kurz vor halb fünf auf den Weg nach Bolsward.


Es war noch dunkel, aber am Horizont glimmte schon ein roter Streifen.


Wir erreichten den Treffpunkt in Bolsward und warteten dort auf Markus, Gino und Welli, die nach und nach eintrafen, bzw. schon da waren. Dann ging es mit Anderen gemeinsam zum Start. Toto war bereits eine Gruppe vorher gestartet. Den wollten wir dann unterwegs treffen.


Dem Morgen graute bereits (kleines Zitat von Dieter Krebs), als wir zusammen mit über 600 anderen Fahrern/innen den Start in der Nähe des Rathauses erreichten.


Zunächst ging es auf die 19 km nach Harlingen. Hier würden wir unseren zweiten Stempel bekommen. Den ersten erhielten wir bereits am Start. Wir hatten vereinbart an jeder Kontrolle zu warten, bis alle wieder komplett da waren. Nach Harlingen ging es nach Osten entlang der Nordsee, die sich hinter einem Deich versteckte. Wir hatten jetzt meistens Gegenwind. Das hieß für mich Unterlenker und Kopf runter. Die Anderen hatten teilweise ganz schön zu kämpfen.


Noch war es relativ früh, aber an einigen Stellen standen oder saßen schon ein paar Zuschauer und feuerten uns an.


Vor einer Kontrolle war ein Platz wo es Kaffee und Kuchen in einer Scheune gab und eine Kapelle Evergreens spielte. Wir machten eine erste Pause und aßen etwas von unseren Vorräten.


Hier entdeckte Welli ein altes Miele Rad aus den fünziger Jahren. Der Besitzer fuhr damit sehr stilvoll den Marathon. Den ein oder anderen alten Klassiker entdeckte ich im Feld. Ein wunderschönes Gazelle und ein ebenso tolles Dancelli. Dazu diverse Peugeot, Koga Miyata und Batavus. Nach der Pause ging es weiter. Nach Franeker kam Holwerd.


Mit der Zeit verteilten sich die Gruppen auf der Strecke und wir radelten sehr entspannt. Zu sehen gab es immer wieder etwas. Nächste Kontrolle Dokkum. Von hier waren es noch 158 km.


Dann erreichten wir Leeuwarden und machten auf der selben Wiese wie letztes Jahr Pause. Hier trafen wir dann auch Toto, der sich uns nun anschloss. Die Temperatur lag bei 30 Grad. Viel trinken war angesagt. Auch Kaffee war sehr beliebt. Mein Mücke schlug sich tapfer.


Nach einer etwas längeren Pause ging es weiter. Überall gab es Musik, wie hier auch oft live.


Nicht nur Pisa hatte seinen schiefen Turm. Der in Leeuwarden war nur nicht ganz so bekannt.


Wieder auf der Strecke gab ich mal Gas und fuhr hinter einer schnelleren Gruppe. So einige langsame Gruppen wurden überholt. Dafür musste ich dann meistens mit Welli und Andy auf den Rest der Gruppe warten. So kamen wir auch wieder nach Bolsward. Die erste Schleife nach Norden hatten wir jetzt geschafft. Die Schleife nach Süden betrug „nur“ noch 97 km. Aber wir waren schon später dran wie im Jahr zuvor. Gino hatte sich schon in Leeuwarden verabschiedet und fuhr voraus. Er musste noch am Abend nach Düsseldorf zurück. An einem Obstbauernhof, an dem wir vorbei kamen, wurden tonnenweise Äpfel vereilt. Ein willkommener Snack. Schön groß, frisch, lecker und saftig. Ich genoss das Obst.


In Sneek dann der nächste Stau. Während ich geduldig im Pulk durch die Gassen schob, fiel mein Blick nach Oben. Riekus aus Sneek fuhr seine 49. Tocht und Freunden und Verwandten war das ein eigenes Banner wert. Das zeigte welchen hohen Stellenwert die Tocht bei den Einheimischen hatte. Ich machte Pause und besorgte mir ein Eis. Nach und nach trafen die Anderen ein.


Weiter führte uns die Route nach IJlst und Sloten.


Auch wir mussten dann aber an einer Klappbrücke halten. Auch wenn die Strecke oft extra für uns gesperrt wurde, hatten wir da keinen Sonderstatus.

In Oudemirdum stießen wir dann auf das IJsselmeer, das uns jetzt eine Weile begleitete. Ich lieferte mir mit Toto ein kleines Fotoduell. 47 km waren es noch bis zum Ziel in Bolsward. Und es wurde schon Abend. Da war schon klar das wir unser Ziel gegen 20 Uhr anzukommen nicht erreichen würden. Nach Stavoren kamen wir durch Hindeloopen. Hier verloren wir einen Teil der Gruppe.


Ich gab richtig Gas und erreichte die letzte Kontrolle vor dem Ziel in Workum. Hier trafen sich alle wieder. Thomas stand mit seiner Familie am Straßenrand. Wir hielten kurz an und quatschten.


Es war immer noch viel los. Es wurde langsam dunkel und es waren noch 13 km zu fahren. Jetzt wurden alle ziemlich ruhig und ich bleib bei Doris und ein paar Anderen aus unserer Gruppe.


Gemeinsam kamen wir um 22:30 Uhr am Zielplatz an. Gino war schon kurz nach 18 Uhr hier gewesen. Der hat also richtig Gas gegeben um das zu schaffen. Wir hatten es etwas weniger eilig und mehr die Atmosphäre an dem Tag genossen.


Ich holte mir den letzten Stempel und meine Medaille ab. Thomas hatte uns angeboten drei aus der Gruppe mit dem Auto abzuholen. Doris, Daniel und ich nahmen dieses Angebot dankbar an. Ich war einfach nur müde und die Aussicht auf 15 km Rad fahren zum Campingplatz konnte mich nicht mehr locken. Wir verabschiedeten uns von Welli und Marcus mit Freundin. Andy und Jens fuhren bereits mit dem Rad zurück. Wir trafen Thomas auf einem Parkplatz. Er packte unsere Räder aufs Dach und wir fuhren los. Ich schlief sofort ein. Es war ein langer Tag, mit einer kurzen Nacht vorher. Auf dem Campingplatz verkroch ich mich dann schnell in meinen Schlafsack.
235 km war der Marathon lang. Die Geschwindigkeit ohne Schiebepassagen betrug bei mir 23,3 km/h mit einer reinen Fahrtzeit von 9,49 Stunden. Insgesamt kam ich auf 250 km mit 20,7 km/h.
Am nächsten Morgen war viel Ruhe angesagt. Doris, Andy, Daniel, Jens und Frau reisten bereits wieder ab. Ich blieb noch ein paar Tage, traf aber einen Teil der Gruppe noch mal am frühen Mittag an einem Imbiss auf dem Marktplatz von Workum. Hier gab es leckere Kibbelinge und frische Fischbrötchen. Wir aßen unser leckeres Mal auf dem Platz und dann fuhren die Anderen nach Hause. Ich ging ein bisschen bummeln und schnappte mir mein Mücke dann um noch einkaufen zu fahren. So ging der Dienstag relativ ruhig zu Ende. Lediglich 5 km legten das Mücke und ich an unserem Ruhetag zurück.
lg Jennifer

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 20:25

...aha ! Ein Bild mit Toto samt Helm ! Zwar nur von hinten, aber bei dem Seltenheitswert !

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 21:25

...aha ! Ein Bild mit Toto samt Helm ! Zwar nur von hinten, aber bei dem Seltenheitswert !
Ich hätte auch eines von vorne. Aber das traue ich mich nicht. Totos Rache wäre mir gewiss. :D
lg Jennifer

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 21:26

Der Abschlussdeich


23.05.2018


Nachdem ich mich Dienstag vom Radmarathon erholt hatte, ging es Mittwoch wieder auf Tour. Dieses Mal sollte es über den 32 km langen Abschlussdamm gehen, der das Ijsselmeer (früher Zuiderzee, eine Meeresbucht) von der Nordsee trennte. Dieser wurde bereits 1932 gebaut um das Land gegen die Flut zu schützen. Auch konnte so Land gewonnen werden. In Lelystad, welches auf dem neuen Land entstanden war, war ich ja bereits ein paar Tage vorher. Es war teilweise bewölkt, aber warm und sehr windig.


Von Workum fuhr ich nach Norden.


Hinter Gaast erreichte ich den Hafen von Makkum. Weiter ging es durch den Ort, bis ich kurz vor Zurich die Auffahrt auf den Damm erreichte. Ich fuhr zunächst auf der IJsselmeerseite bis Kornwerderzand. Hier konnte man das Kasemattenmuseum besichtigen. Kornwerderzand wurde künstlich aufgeschüttet, als mit dem Bau des Damms begonnen wurde.


Ich schaute mir lieber die Schleuse an, durch die man vom IJsselmeer in die Nordsee kam. In den 90ern sind wir hier schon mit einem Segelboot durch gefahren.


Dann musste ich auf die Nordseeseite wechseln und fuhr über das gigantische Sperrwerk Lorentzsluizen.


Nun ging die Straße gerade bis zum Horizont. Dank Rückenwind kam ich aber schnell voran. Der Tacho sank selten unter die 30 km/h Marke. Das sah bei den wenigen entgegenkommenden Radlern anders aus. So wusste ich bereits was mich auf dem Rückweg erwartete.


Dafür lieferte ich mir ein Rennen mit den Möwen. Die Biester waren allerdings schneller und flogen mir fast um die Ohren.


Dann erreichte ich das Denkmal von Cornelis Lely auf der zweiten künstlichen Insel Breezanddjk. Lely war der planende Ingenieur der ganzen Anlagen und Verkehrsminister zu der Zeit des Baus. Lelystad weiter im Süden wurde nach ihm benannt.


Als ich die Stevinsluizen erreichte, kam Den Ouver am Deichende bereits in Sicht.


Ich schaute mir den Hafen des kleinen Fischerortes an. Hier herrschte geschäftiges Treiben. Die Netze wurden abgeladen.


Und dann zum trocknen ausgebreitet.


Ansonsten wirkte der Ort eher verschlafen. Keine Geschäfte und kaum Möglichkeiten etwas zum Essen zu bekommen.


Dafür überall Boote, selbst an Land.



Und eine schön restaurierte Windmühle. Ich schaute auf meine Radkarte und beschloss weiter zu fahren. So erreichte ich Vatrop. Das Dorf war noch kleiner und die Häuser waren Reet gedeckt. Über schmale Straßen folgte ich der Knotenpunktausschilderung. Die Landschaft erinnerte mich, von den Deichen abgesehen, fast an Südengland. Von Stroe ging es dann südwestlich weiter.


So erreichte ich Hippolytushoef. Das sah auch etwas verschlafen aus, aber war deutlich größer wie Den Oever und hatte ein richtiges Ortszentrum.


Ich fand einen Imbiss mit Tischen draußen, an einem kleinen Kirchplatz. Ich orderte Kibbelinge mit Pommes und ein alkoholfreies Radler. Echt lecker. Nachdem ich mich gestärkt hatte suchte ich noch den örtlichen Supermarkt auf, um meine Trinkflaschen aufzufüllen. Dann fuhr ich über eine andere Route gegen den Wind zurück nach Den Ouver.


Hier fuhr ich direkt auf den Damm, kam aber nicht weit. Da die Schwenkbrücke der Schleuse geöffnet wurde, musste ich warten. Ich nutzte das für ein paar Fotos.


Dann ging es Kilometer lang gegen den starken Wind. Ich erreichte mit Mühe 20 km/h. Brauchte dann aber mal eine Pause. Ich schob auf den Deich des Dammes und setzte mich mit Blick auf die weite Nordsee ins Gras. Ein Vorteil hatte der Wind. Er brachte etwas Kühlung bei der Hitze. Es waren wieder an die 28 Grad.


Nach der Pause fuhr ich über die Lorentzsluizen zurück.


Am Strand von Konwerderzand tummelten sich die Kitesurfer mit ihren bunten Schirmen. Ich schaute eine Weile fasziniert zu und fuhr dann weiter. Am Ende des Damms durfte ich dann wieder nach Süden fahren und hatte Rückenwind von schräg hinten. Jetzt rollte das Rad fast von alleine.


Die Schafe auf dem Deich signalisierten mir das ich bald in Workum war. Am späten Nachmittag erreichte ich nach 117 km mit einem Schnitt von 20,3 km/h den Campingplatz. 625 km hatte ich bisher im Urlaub zurück gelegt. Ich ruhte mich etwas im Zelt aus und aß zu Abend. Am nächsten Tag stand bereits die Rückfahrt nach Hause an. Ich wollte nicht zurück. So ein Mist. Hätte mir Jemand einen guten Job am IJsselmeer angeboten, wäre ich glatt dort geblieben. Aber keiner kam auf die Idee. Schade.
lg Jennifer

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 22:23

Hindeloopen


24.05.2018



An meinem Abreisetag frühstücke ich erst einmal gemütlich. Vieles was ich nicht mehr brauchte hatte ich bereits am Vorabend im Auto verstaut. Am Vormittag baute ich dann mein Zelt ab und verstaute es mit den restlichen Sachen im Auto. Aber ich wollte noch nicht direkt nach Hause. Mein Ziel war die kleine Stadt Hindeloopen.


Ich parkte in der Nähe des Hafens und schaute mir die zu verkaufenden Schiffe an. Würde mich schon reizen, aber dann hätte ich kein Geld mehr für meine alten Rennräder und auch wenig Zeit zum Rad fahren.


Im Hafen lag auch so manche teure Yacht, schön anzuschauen.


Ich machte eine letzte Runde durch den schönen Ort. Liebevoll erhaltene Häuser prägten das Bild. Aber es gab früher auch schwere Zeiten mit Sturmfluten, die Teile der Stadt zerstört hatten.


Das alte Rathaus beherbergte mittlerweile ein Museum. Links davon der alte Friedhof.


Die pankigen Schafe hatten es mir besonders angetan.


Mein Runde endete wieder am Hafen, wo ich am Imbiss zu Mittag aß. Noch einmal Kibbelinge mit Pommes.


Dann verbrachte ich noch ein bisschen Zeit am winzigen Strand des IJsselmeers. Es war warm und sonnig und ich hätte ewig im Gras liegen können. Doch ich wollte mir gegen 14:30 Uhr noch einen Flohmarkt in einer alten Scheune anschauen. Vielleicht gab es da ja ein altes Rennrad. Wer weiß? Auf dem Weg zur Scheune traf ich Thomas und Familie. Wir gingen zusammen zur Scheune und bewunderten alle möglichen Skurrilitäten und viel Nippes. Aber das meiste zu horrenden Preisen. Da sammelte Jemand offenbar und wollte nicht wirklich etwas verkaufen. Räder fand ich nur Kinderräder und ein paar Tourenräder, unter anderem von Gazelle mit 3 oder 5 Gängen aus den 90er Jahren. Nichts was für mich von Interesse war. Gegen 15:30 Uhr verabschiedete ich mich von Thomas und seiner Familie und fuhr nun doch endgültig Richtung Heimat. Es half ja nichts. Natürlich kam ich in sämtliche Staus in den Niederlanden und im Ruhrgebiet. Es regnete und war kühler. Na super.
lg Jennifer

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 22:29

Moinsen!

Toller Bericht und wunderschöne Bilder! Ich müsste auch mal wieder nach Holland!!! :thumbsup:

..., wenn man nur etwas mehr Zeit hätte! Stattdessen versaut man sich die Zeit mit Arbeit! :cursing: :D

Gruß crossy

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 22:52

Haarstrang RTF 2018


26.05.2018


Samstag waren zunächst Helferdienste für den Radsportverein gefordert. Wir bereiteten alles für unsere sonntägliche Haarstrang RTF vor. Da ich für die Anmeldung zuständig war, richtete ich schon mal alles für den nächsten Morgen ein. Gegen Mittag war das Werk dann vollendet und auch die Strecke durfte schon weitestgehend ausgeschildert sein. Bei mittäglicher Hitze machte ich mich mit dem Raleigh dann auf den Weg um die 43er Strecke mal abzufahren. Es sollte bis Fröndenberg und dann durchs Ruhrtal zurück gehen. Teilweise wurde die Strecke für dieses Jahr geändert. Über Sölde ging es zunächst nach Holzwickede. Dann fuhr ich durch Billmerich. Kurz vor Frömmern bog ich ab nach Ardey. Flach war die Strecke nicht, eher ein ständiges auf und ab, mit ein paar längeren Steigungen. Dann erreichte ich den Wendepunkt in Fröndenberg. In Halingen wurde ich dann ordentlich durchgerüttelt. Gut asphaltierte Straßen wurden ja auch völlig überbewertet. Nun fuhr ich durchs Ruhrtal nach Hennen.

Der Lord fühlte sich in der grünen Landschaft sichtlich wohl.

Dauernd wollte er irgendwo posieren. Ganz schön spleenig diese Engländer.

Die paar Wolken sorgten auch nicht für Abkühlung. Das Thermometer befand sich am frühen Nachmittag nahe der 30 Grad. Ein kühlender Wind fehlte ebenfalls.

Tarnung war nicht die Stärke des Lords. Da konnte er sich noch so im Grünzeug verkriechen.
Nach Rheinen kamen dann ein paar längere Steigungen bei Geisecke. Über Lichtendorf und Sölde fand ich dann zurück nach Aplerbeck. Eine schöne Tour durchs östliche Dortmunder Umland ging mit 43 km und ca. 400 Höhenmeter zu Ende.

Nachtrag vom Sonntag: Es war sehr warm und teilweise sonnig. Wir hatten insgesamt 421 Starter auf unseren RTF-Strecken. Leider erreichte mich die Nachricht von zwei Stürzen. Ein Fahrer kam mit gebrochenen Rippen ins Krankenhaus, ein anderer wurde wohl von einem Bus abgedrängt, war aber nicht so schwer verletzt. Hier noch mal gute Besserung für beide Fahrer.
lg Jennifer

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Freitag, 1. Juni 2018, 08:49

Dein Engländer ist doch prima getarnt. In italienischen Landesfarben. :search:
Die Glorreichen schieben ...

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Freitag, 1. Juni 2018, 09:01

Dein Engländer ist doch prima getarnt. In italienischen Landesfarben. :search:
Hey, das sind doch die Landesfarben von NRW! :vain:
lg Jennifer

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Freitag, 1. Juni 2018, 10:05

Dein Engländer ist doch prima getarnt. In italienischen Landesfarben. :search:
Hey, das sind doch die Landesfarben von NRW! :vain:

... so tief im subtropisch anmutenden Gestrüpp dachte ich an Madagaskar. Von der Entfernung her könnte man das Sonne_Wolken doch zutrauen.
:airborne:
man fährt oder schiebt

2018: ohne Tacho
Origirat: (15.09.1979)
Insgesamt: bestimmt einmal rum


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Freitag, 1. Juni 2018, 21:51

Dein Engländer ist doch prima getarnt. In italienischen Landesfarben. :search:
Hey, das sind doch die Landesfarben von NRW! :vain:

... so tief im subtropisch anmutenden Gestrüpp dachte ich an Madagaskar. Von der Entfernung her könnte man das Sonne_Wolken doch zutrauen.
:airborne:
Wenn dann Timbuktu (Donald Duck Leser wissen Bescheid). :D
lg Jennifer

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Samstag, 2. Juni 2018, 12:35

Dein Engländer ist doch prima getarnt. In italienischen Landesfarben. :search:
Hey, das sind doch die Landesfarben von NRW! :vain:

... so tief im subtropisch anmutenden Gestrüpp dachte ich an Madagaskar. Von der Entfernung her könnte man das Sonne_Wolken doch zutrauen.
:airborne:
Wenn dann Timbuktu (Donald Duck Leser wissen Bescheid). :D

einfach = 5800 km = ca 5 mal Paris-Brest-Paris ... macht 450 Stunden! :thumbup:
Dazu frischst Du zwischen Paris und Brest die Sprachkenntnisse auf und dann wird das schon.
Gibt es sowas wie den "marathon de sable" für Radler?
man fährt oder schiebt

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Samstag, 2. Juni 2018, 22:37

Rickertland


02.06.2018



Samstag Nachmittag wollte ich mit meinem Rickert Spezial eine kleine Tour starten. Was lag da näher als eine Runde durchs Rickertland zu drehen. Jetzt fragt ihr euch sicher was ist das Rickertland? Hugo Rickert der geniale Rahmenbauer wurde in Frömern bei Fröndenberg geboren und lötete Ende der 40er Jahre bei Brose in Dortmund, bevor er sich 1950 in Dortmund selbstständig machte. So weit bekannt ist lötete er bis zu seinem ersten Schlaganfall Anfang 2002 Rahmen. Durch den Schlaganfall war er leider halbseitig gelähmt und die Versuche mit einer Hand zu arbeiten waren für ihn nicht zufriedenstellend. Für mich erstreckt sich das Rickertland zwischen Dortmund und Fröndenberg, welches östlich von Dortmund liegt. Da ich schon öfters in diese Richtung fuhr, versuchte ich dieses Mal andere Routen zu wählen. Statt den Tälern zu folgen, fuhr ich quer zu diesen. Das bedeutete eine Menge Höhenmeter, da ich jeden Hügel mitnahm.


Von Hörde fuhr ich hoch nach Wellinghofen. Dabei ging es über teilweise sehr holprige Straßen. Dafür wirkten die Häuser umso gepflegter.


Es wurde ländlich mit schön hügeliger Landschaft und viel Weitblick. Weiter ging es nach Höchsten. Dort erreichte ich mit 200 Metern den höchsten Punkt der Tour und fuhr den längsten Anstieg hoch. Doch es sollten noch einige Höhenmeter folgen.


Ich radelte entspannt auf der gut ausgebauten Straße und ließ den Blick schweifen. Was ich diese Landschaft liebte. Wieder hatte ich dieses Heimatgefühl. Ich erreichte Schwerte und striff die Innenstadt. Dort saßen Leute vor den Eisdielen. Kurz überlegte ich selber… Doch ein Blick aufs Navi zeigte erst 10 km auf der Habenseite. Definitiv zu früh für eine Eispause, also weiter.


So erreichte ich die Ruhr, die ordentlich Wasser führte.


Ein kurzer Stop und schnell ein Foto mit dem Rickert. Dann ging es weiter.


Ich erreichte Villigst und Rheinen. Auf und ab. Ich fand meinen Rhythmus und war vor allem bergauf für meine Verhältnisse gut unterwegs. Später überholte ich mit Abstand einen Pedelec-Fahrer, der mit lauter Musik und sprechendem Navi die Ruhe durchbrach. Na ja. Er war bunt gekleidet und ohne Helm, sah ein bisschen wie ein E-Bike Clown aus. An der nächsten Kreuzung musste ich warten und er holte mich ein und beschwerte sich das ich ihn überholt hätte. Zunächst verstand ich ihn akustisch überhaupt nicht, da die Musik so laut war und auch die Stimme des Navis dauernd quäkte. Als ich ihn verstand schrie ich ihn an das er die verdammte Musik ausmachen sollte und mal den Kopf zumachte. Der hatte sie doch nicht alle. Als die Kreuzung frei war gab ich richtig Gas und ließ den Schwachmaten hinter mir. So etwas brauchte die Welt wirklich nicht.


Immer wieder ländliche Idylle mit kleinen Orten und Bauernhöfen.


Hennen und Kalthof waren die nächsten Orte durch die ich kam. Am Rande von Sümmern war dann die Reise nach Osten vorbei. Die Route führte nun nach Norden. In Langschede überquerte ich dann wieder die Ruhr und fuhr westwärts nach Dellwig. Es war teilweise wolkig, aber auch sonnig und etwas über 20 Grad warm und nahezu windstill. Ideale Bedingungen also.


Über Altendorf ging es dann nach Opherdicke, wo ich auf einem Weg hinter dem Schloss fuhr. Am Ende wartete eine ordentliche Rampe auf mich. Aber auch die wuchtete ich mich hoch. Oben hatte ich die letzte längere Steigung bezwungen. Jetzt kamen nur noch ein paar kurze und sanfte Anstiege.


Von Holzwickede aus erreichte ich Sölden und fuhr dann über Aplerbeck nach Schüren, wo ich auf den Emscherradweg abbog. Hier erwartete mich eine Strada Bianche, eine weiße Schotterstrecke.


Am Phönixsee noch einmal das obligatorische Foto auf der Brücke über die Emscher. Dann ging es in das heimatliche Viertel in der Nähe von Phönix-West. Da es erst kurz vor 19 Uhr war, konnte ich sogar noch schnell einkaufen. Ein perfekter Nachmittag. 50 km kamen zusammen, Der Schnitt betrug 20 km/h, was sicher auch an den vielen Steigungen lag, die sich auf fast 700 Höhenmeter summierten.
lg Jennifer

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