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Donnerstag, 19. Januar 2017, 17:07

La Donna bianca visitare Dortmund

Denn Heute fand die erste Fahrt des frisch aufgebauten Bianchis statt. Natürlich habe ich der Donna erst einmal ihre neue Heimat gezeigt.


Den Hörder Bach sollte man schon kennen. Ein internationales Gewässer mit Rang und Namen.

Weiter ging es durch Hörde bis zur Grenze nach Aplerbeck. Die Sonne strahlte ob der Erscheinung der Donna, die in ihrem weißen Kleid sehr sommerlich daher kam.

Von Aplerbeck ging es zur ehemaligen Industriehochburg Phönix-Ost.


Hier zeigte ich der Donna wie der Stahl für ihre schicken Rohre gemacht wurde.

Dann ging es zur Dortmunder Riviera, dem Phönixsee.


Am Wochenende heißt es hier sehen und gesehen werden. Wer etwas auf sich hält ist im berühmten Yachtclub Phönixsee.
Die Donna hat es aber nicht so mit Wasser, wie sie mir verriet.


Obwohl, eine kleine Radwerkstatt an der Uferpromenade hätte schon was. Schöner schrauben sozusagen.

Danach kehrten wir dann in die heimatliche Dependance zurück. Hier wurden noch mal alle Lager und Schrauben überprüft und nachgezogen.
Nur knapp 14 km sind keine richtige Radtour. Aber Ziel war auch nur die Überprüfung des frisch montierten Rades. Schön war es trotzdem.

Morgen gibt es dann hoffentlich eine längere Ausfahrt. Darauf freue ich mich.
lg Jennifer

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Samstag, 21. Januar 2017, 22:26

Heute ging es mit dem Youngtimer-MTB auf Tour. Der RSV Dortmund-Nord bot eine geführte permanente CTF (MTB-Tour) an.
Startpunkt war in der Dortmunder Nordstadt ein Stück hinter dem HBF. Ich fuhr in der langsameren Gruppe mit. Wir waren 13 Leute, 7 Kinder und 6 Erwachsene. Kinder lassen sich anscheinend mehr für MTB´s begeistern als für Rennräder.
Von der Nordstadt ging unsere Tour zunächst Richtung Kirchderne. Vorbei an einem Teich in einem kleinen Park, kam auch schon die erste Steigung. Immer wieder fuhren wir über kleine Straßen und viele unbefestigte Wege und Pfade in Wald und Feld, die teilweise mit Eis und etwas Schnee bedeckt waren. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt herum, allerdings schien die Sonne die ganze Zeit.
Nach einer Schleife Richtung Norden erreichten wir den Gneisenau-Park in Derne.


Hier fiel der Blick auf die Reste der Zeche Gneisenau.

Nun fuhren wir wieder Richtung Norden, bevor es kurz vor Lünen rechts berghoch am Rande einer Halde ging.
Nach einer kleinen Extraschleife um die Muskeln bergauf in Form zu bringen, kamen wir wieder an der gleichen Stelle an und fuhren dieses Mal in die andere Richtung. Die nächste Halde wartete schon. Dieses Mal fuhren wir an der Halde Rote Fuhr bis ganz nach oben. Bei herrlicher Aussicht auf Lünen und Lanstrop machten wir eine kurze Pause.

Am Horizont war der Blick aufs Lanstroper Ei frei. Doch zunächst mussten wir noch ein Stück höher bevor die Abfahrt kam.

Was vorher noch weiter weg war, konnten wir dann aus der Nähe bei der Vorbeifahrt bewundern, das Lanstroper Ei einen alten prägnanten Wasserturm. Auf der anderen Seite weidete eine Schafherde im kargen Feld. Für uns hatten die Schafe nur verständnislose Blicke übrig. Sind schon verrückt die Menschen. Fahren bei der Kälte ohne eigenes Fell herum, statt faul zu weiden und die Kräuter zu genießen.

Wir streiften den Kurler Busch und bogen in das Gebiet der Alte Körne ab. Vorbei am Buschei erreichten wir den Hoeschpark. Hier stoppten wir an den Resten der alten Radrennbahn. Einige von uns ließen es sich nicht nehmen ein Stück über die Reste der Steilkurve zu fahren.

Von mir gibt es auch noch ein Foto in Action, welches ich aber leider momentan nicht habe.

Nach diesem kurzen Intermezzo ging es über kleine Straßen zurück zum Ausgangspunkt in der Nordstadt. Zur Belohnung gab es noch Kaffee und Kuchen. Die Kinder haben sich tapfer geschlagen, auch wenn es den ein oder anderen leichten Sturz gab. Zum Glück verletzte sich niemand.
Die Tour umfasste 32 km und es gab 2 Punkte für die Wertungskarte. Das fahren in der Gruppe mit Kindern hat echt Spaß gemacht. Erstaunlich wie fit die schon teilweise waren.

Nach einem Kaffee machte ich mich auf die Heimfahrt nach Hörde. Zusammen mit An-und Abfahrt und der Tour kamen so knapp 50 km auf den Tacho. War auf jeden Fall eine interessante und schöne Strecke.
lg Jennifer

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Sonntag, 22. Januar 2017, 21:39

Schulfrei

hatten zwar die Schüler am Sonntag, aber für mich und mehrere Hundert MTBler hieß es früh aufstehen und zur Schule radeln.
Denn hier startete um 10 Uhr der 3. Lauf der Westfalen Winter Bike Trophy in Aplerbeck, einem Stadtteil im Dortmunder Süden.
Und ganz wie so oft vor 35 Jahren in der Schule war ich mal wieder spät dran. Die Ersten starteten gerade, als ich auf dem Schulhof eintraf.


Umso besser, dann sollte es an der Anmeldung nicht mehr so voll sein. Ja von wegen, Pustekuchen, bis vor die Tür standen sie Schlange.
Na ja, eilig hatte ich es Heute nicht. Irgendwann war dann die Anmeldung erledigt und ich machte mich bei Minusgraden aber strahlender Sonne auf den Weg. Wegen einiger zu erwartender Höhenmeter, wollte ich nur die 33 km Runde unter die Räder nehmen. Zunächst ging es durch den Aplerbecker Wald, wo bereits die ersten Steigungen auf uns warteten. Und die nahmen gar kein Ende. Bis auf 200 m ging es in Schüben hoch. Zum Schluss wurde es nochmal richtig steil. Da ich wusste was mich erwartete, ließ ich es eher gemächlich angehen. Die Muskeln waren ja noch kalt. Bei Temperaturen unter Null auch kein Wunder.


Vorbei ging es an Gut Ostberge, einem Reiterhof an der Grenze zu Schwerte. Die Straßen waren frei, aber auf den unbefestigten Wegen und Pfaden musste man aufpassen, da es stellenweise glatt war. Nach dem Überqueren der A1 führte uns die Strecke vorbei an Lichtendorf.


Entlang der Bahnlinie erreichten wir Geisecke. In Geisecke muss ich dann wohl die Streckenteilung auf die 33 km Route verpasst haben.
Mein Navi warnte auch, nur ich dachte die Strecke wäre kurzfristig geändert worden. Das kommt schon mal vor und hatte ich später auch.
Leider habe ich erst im Nachhinein erfahren das mein Navi Recht hatte. Und so fuhr ich munter den Anderen hinterher, die auf der langen Strecke waren.


Vorbei ging es am Stausee Hengsen. Ein kurzes Innehalten mit Blick aufs Wasser setzte neue Kräfte frei. Mit Schwung ging es weiter.


Hinter Dellwig überquerten wir die Ruhr auf etwas morschen Holzplanken. Es knirschte und ächzte ganz schön beim Überfahren.


Nach der Ruhr ging es dann noch mal schön bergauf. Nicht die letzte Steigung für den Tag. An der 1. Kontrolle in Rheinen schwante mir dann langsam das etwas nicht stimmen konnte. 23 km war ich bis zur Kontrolle gefahren. Die war aber deutlich weiter wie 10 km vom Ziel entfernt, also käme ich über 33 km. Ich war ratlos und fuhr aber weiter. Ab hier war ich dann wohl wieder auf der 33er Route, wie mir die nächste Streckenteilung zeigte. Dieses Mal passte ich besser auf. Obwohl, die 8 - 10 km mehr der 50er hätte ich auch noch fahren können. Aber das erfuhr ich erst ein ganzes Stück hinter dem Abzweig. Shit happens.


Hinter Ergste führte die Strecke entlang einer alten Bahnlinie mit interessanter Stahlbrücke. Nach dem flachen Stück folgte dann in Westhofen wieder eine längere Steigung. Doch langsam kam ich auch berghoch gut in Tritt.


Ein alter Gutshof am Steinhauser Weg, der leider kurz nach seiner Renovierung ausbrannte und nun wieder neu aufgebaut wird.
Am Rande von Holzen führte die Strecke uns an Schwerte vorbei. Hier warteten wieder einige größere Steigungen in Intervallen bis auf 200 m auf uns. Aber wenige Kilometer vor dem Ziel war noch genug Kraft und vor allem Motivation vorhanden um auch diese gut zu meistern.
Zum Schluss gab es dann noch eine rasante Abfahrt in den Zielbereich. Nach 44 km (11 mehr als eigentlich nötig) erreichte ich die Schule wieder.
Aber so macht Schule natürlich Spaß. Zur Belohnung gab es dann doch Kaffee und Kuchen, Diät hin oder her. Waffeln waren leider aus.
Noch ein bisschen mit ein paar Bekannten gequatscht und dann machte ich mich auf den Heimweg.


Der führte mich entlang der Emscher zum Phönixsee und dann über die alte Bahntrasse nach Phönix-West und schließlich nach Hause.
Über 60 km mit An- und Abfahrt standen dann am Ende auf der Uhr. 857 Teilnehmer starteten in Aplerbeck. Im Gegensatz zum letzten Jahr kam ich ohne Stürze und Defekte aus. So kann die Wintersaison weiter gehen. Nächstes Wochenende stehen wieder zwei Touren auf dem Programm.

Für mich geht jetzt leider auch der Urlaub zu Ende und Morgen ruft wieder die Arbeit. Weniger Zeit zum Rad fahren und arbeiten an meinen Projekten. Aber das war ja nicht der letzte Urlaub dieses Jahr.
lg Jennifer

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Dienstag, 31. Januar 2017, 09:30

Frühling auf dem Esel

So oder so ähnlich konnte man die Tour am Samstag nennen, auch wenn es etwas in die Irre führt.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Der RSV Dortmund-Nord hatte zu seiner letzten geführten Mountainbiketour im Januar geladen, der Esel-Tour. Trotz der guten Wettervorhersage war die Teilnehmerzahl etwas geringer wie beim letzten Samstag. In der langsameren Gruppe waren wir zu viert. Vorhergesagt (und auch eingetroffen) waren 10 Grad und überwiegend Sonnenschein.

Wir starteten wieder am Radladen in der Nordstadt von Dortmund. Zunächst fuhren wir alle zusammen Richtung Westen los, doch als die schnelle Gruppe das Tempo anzog, mussten wir am Flohmarkt an der Uni abreißen lassen. Unser Tourguide lotste uns ab da souverän über die Strecke.
Das Tempo war etwas gemütlich, so das man sich auch mal unterhalten konnte. Wir fuhren quasi im unteren Grundlagenbereich. Mir war das nur Recht, da ich am nächsten Tag noch einiges vor mir hatte.

Wir fuhren durch Oespel und Kley Richtung Bochum.



Die nächste Straße rechts gehört zur Hälfte zu Witten und zur anderen Hälfte zu Bochum. Man sollte sich also gut überlegen wo man dort wohnen möchte.


Kurz darauf hatten wir den Anfang, bzw. das Ende des Rheinischen Esels erreicht. Der Rheinische Esel ist eine alte Bahntrasse und heißt im Volksmund so, weil er den Esel als Transportmittel abgelöst hat. Im 19. Jahrhundert brachten die Leute ihre Erzeugnisse mit Eseln bis ins Rheinland. Die Bahn erleichterte und verkürzte den Transport erheblich. Heute dient sie Radfahrern und Fußgängern als Wegstrecke.


Wir folgten der Trasse bis zu ihrem anderen Ende in Löttringhausen. Dabei durchquerten wir einen Teil von Witten. Der Verkehr auf der Trasse hielt sich in Grenzen. Nur wenige Fußgänger und Radfahrer waren trotz dem guten Wetter unterwegs. Sonntags wird es manchmal richtig voll.

In Löttringhausen ging es erst einmal berghoch. Doch wir sparten uns den Abzweig auf die 20 % Steigung und fuhren weiter geradeaus mit etwas moderaterer Steigung zur Hagener Straße.


Ein Stück über Straße ging es dann wieder auf Wege vorbei am Zoo und am Rombergpark und durch den Wald von Brünninghausen.
Der Dortmunder Süden ist ja eh mein Revier, da ich in Hörde wohne. Kleinen Straßen folgend erreichten wir schließlich wieder die Nordstadt.

Eine schöne Tour ging im Radladen bei Kaffee, bzw. Tee und Kuchen zu Ende. Vielen Dank an meine Mitfahrer Peter und Wolfgang und unseren Navigator aus Waltrop, dessen Namen ich leider vergessen habe. Mir haben die geführten Touren des RSV Dortmund-Nord richtig Spaß gemacht. Genau das richtige um den Winter zu überbrücken. Und wenn dann noch das Wetter so toll mitspielt, umso besser. Die Tourlänge betrug knapp 40 km und hatte 250 Höhenmeter. Insgesamt kamen bei mir mit An- und längerer Rückfahrt 66 km auf den Tacho. Das Tempo war mit einem Schnitt von 16 km/h eher gemütlich.
lg Jennifer

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Dienstag, 31. Januar 2017, 21:26

4. Lauf zur WWBT 2017 in Waltrop


Oder Matsch, Matsch und nochmals Matsch. Flüssiger Matsch, zäher Matsch, fieser Matsch und noch fieserer Matsch. So ließe sich die CTF trefflich
beschreiben. Da blieb weder Mensch noch Tretmaschine unbeeindruckt. War das Wetter am Samstag noch frühlingshaft, konnte man am Sonntag eher von Herbst reden. Ca. 5 Grad und Morgens leichter Nieselregen ließen mich alle Hoffnungen auf einen weiteren Frühlingstag schnell begraben.



Ich reiste von Dortmund mit dem Rad nach Waltrop. Als ich hier viertel vor Zehn eintraf, war schon die Hölle los. Einen Platz fürs Rad finden und zur Anmeldung. Danach ging es um 10 Uhr auf die Strecke. Ich hatte mir die 56 km vorgenommen. Es sollten sehr lange 56 km werden. Gegenüber letztem Jahr gab es ein paar Änderungen der Strecke, aber den größten Teil kannte ich schon.


Von Waltrop ging es zunächst zum Datteln-Hamm-Kanal. Hier war aufgrund des Tauwetters und des Regens bereits reichlich Schlamm auf der Strecke.
Dann folgten wir dem Dortmund-Ems-Kanal ein Stück Richtung Henrichenburg, bevor es links auf einen Singletrail ging.


Hier war der Matsch so zäh, das die meisten stecken blieben oder direkt schoben. So bildete sich ein kleiner Rückstau.


Nach uns kam dann keiner mehr. Anscheinend hatte es sich rum gesprochen in welchem Zustand der Trail war und die Anderen fuhren den bequemen Weg oben über die Straße. Warum kam ich nicht auf die Idee? Leise vor mich hinfluchend fuhr ich jetzt alleine weiter.




Einige Kilometer weiter erreichte ich den Schleusenpark. Die Schleuse von 1912 beeindruckte mich mal wieder. Ich fuhr durch die trockene Schleuse durch und erreichte auf der anderen Seite den Schleusenpark.


Auf einer Brücke über den alten Kanal hatte ich eine schöne Aussicht auf das Schiffshebewerk Henrichenburg, ein Meisterwerk der Ingenieurs- und
Baukunst des 19. Jahrhunderts.


Nun ging es mit reichlich Gegenwind und bremsendem Matsch am Dortmund-Ems-Kanal entlang. Warum tat ich mir das an? Sollte ich abbrechen? Der Kein-Bock-mehr-Gedanke schlich sich langsam in meinen Kopf und breitete sich aus. Es rollte überhaupt nicht mehr. Der Schlamm bremste, der Wind bremste und der Kopf fing auch schon an zu bremsen. Aber es half nichts, ich musste da durch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Meine Schutzbleche hatten mittlerweile auch beschlossen das sie für so viel Schlamm nicht mehr zuständig waren und arbeiteten nur noch obligatorisch. Dementsprechend sahen das Rad und ich nach einiger Zeit aus. Jetzt war sowieso alles egal. Also weiter.



Auf dem Kanal trieb das Eis. Irgendwie sah das interessant und auch schön aus. Ich versuchte meine Gedanken in neue Bahnen zu lenken und mich mehr
auf die Landschaft als auf den Matsch zu konzentrieren. Mit 5 bis 6 Grad war es zwar ungemütlich, aber nicht wirklich kalt.


Nach ca. 20 km und der ersten Kontrolle ging es dann auf die Auffahrt zur Halde Brockenscheidt. Hier wurde es dann auch mal kurz etwas steiler. Aber auf dem geschotterten Weg hatte man wenigstens Traktion.



Den Aufstieg auf den Spurwerkturm sparte ich mir und fuhr auf der anderen Seite der Halde direkt wieder hinab.


Eine weitere Halde am Rande von Brambauer brauchten wir zum Glück nur bis zur Hälfte erklettern, bevor es in einer Schleife wieder abwärts ging.
Danach folgte ich wieder dem Dortmund-Ems-Kanal. Natürlich wieder durch flüssigen Matsch. Merde. Ich schimpfte vor mich hin wie ein Rohrspatz.
Dann ging es zum Glück wieder weg vom Kanal und nach einer weiteren Kontrolle und einer Schleife über Vinnum befand ich mich endlich auf dem
Rückweg nach Waltrop. Langsam ließen bei mir auch die Kräfte nach. So fit war ich noch nicht. Wieder ging es am Kanal entlang. Matsch und Gegenwind zermürbten meine Zuversicht bald ins Ziel zu kommen. Doch irgendwie schaffte ich auch das. Gegen 15 Uhr erreichte ich total dreckig und geschafft die Schule in Waltrop. Zum Schluß gab es noch mal einen kleinen Hügel, der mir in meinem Zustand wie ein Berg vorkam.



Ich stellte mein total Schlamm verkrustetes Rad ab, klopfte den getrockneten Matsch von meinen Klamotten und meldete mich ab.

Zur Belohnung gab es zwei Waffeln und einen Kaffee und dann sah die Welt wieder ganz anders aus. War doch eigentlich eine schöne Tour. Meine Flüche und Verwünschungen hatte ich längst vergessen. Das Rad bekam auch noch eine Wasserdusche und sah danach nicht mehr ganz so schlimm aus.


So machte ich mich auf den Rückweg nach Dortmund. Aber nur über Straße. Von Schlamm hatte ich genug. Zur Belohnung kam am späten Nachmittag noch die Sonne raus und mit den letzten Strahlen traf ich zu Hause ein. 102 km standen mit An-und Abfahrt auf der Uhr. Ganz ordentlich. Waltrop
hatte 705 Teilnehmer. Ein respektables Ergebnis. Zu Hause gab es lecker Pasta und dann legte ich die Füße hoch. Ein schönes Wochenende ging zu
Ende. Knapp 170 km in zwei Tagen zeigten mir das ich auf dem richtigen Weg war. Der 200 km Brevet Mitte März rückt näher und ich habe das Gefühl bald bereit zu sein.
lg Jennifer

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sonne_Wolken« (31. Januar 2017, 21:30)


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Dienstag, 7. Februar 2017, 23:02

5. Lauf zur WWBT in Witten


Sonntag war Halbzeit der Westfalen Winter Bike Trophy. So machte ich mich morgens mit dem MTB über den Rheinischen Esel auf den Weg von Dortmund nach Witten. Kurz nach 10 Uhr traf ich dort ein. Eigentlich wollte ich mich nur schnell anmelden und dann ab auf die Strecke. doch dann verquatschte ich mich und fuhr erst 10:45 Uhr los. Also hinter dem Feld her hecheln und erst einmal einen kleinen Spurt einlegen, solange die geänderte Strecke noch flach war. Die ersten Steigungen warteten schon in Kruckel. Doch die täuschten Harmlosigkeit vor. Da ich spät dran war, konnte ich leider nicht wie gewohnt unterwegs Fotos machen. Über Borbach ging es dann nach Hohenstein. Die ein oder andere giftige Steigung brachte mich an den Rand meiner Möglichkeiten. Während die Kraft gerade noch zum treten reichte, fehlte sie dann um das steigende Vorderrad wieder auf den Boden zu bringen. Trotzdem kämpfte ich mich schnaubend hoch. Dafür gab es zur Belohnung rasante Abfahrten und tolle Ausblicke auf die Ruhrlandschaft.

Ein tolles neues Highlight war der Höhenweg am Berger-Denkmal. Echt grandios. Wäre ich nicht bereits so spät dran gewesen, hätte ich mal eine kurze Pause dort gemacht. So ging es weiter auf einem Singletrail der volle Konzentration forderte. Dazu kamen komische Geräusche von der hinteren V-Bremse. Bei einer Kontrolle stellte ich dann fest das sich bei der ganzen Rüttelei ein Bremsbelag verabschiedet hatte. Ich hängte die Bremse aus. Die Vordere funktionierte noch sehr gut und war eh viel wichtiger. Das Rad und ich mussten die ersten Federn lassen. Auch vom relativ neuen Innelager kamen keine guten Nachrichten. Bergauf spürte ich deutlich Spiel. Eine Lagerschale hatte sich gelockert. So eine Strecke mit einem fast 20 Jahre alten Rad ist halt Hardcore. Was die Strecke anging stand mir das Schlimmste aber noch bevor. Während ich dachte steiler ging es nicht mehr.......

Zunächst aber überquerte ich die Ruhr. Immer wieder ein schöner Moment, mit Blick auf den Fluss. Dann ging es entlang einer Bahntrasse zur Zeche Nachtigall, wo in den letzten Jahren die Kontrolle war. Zu meiner Überraschung war da nix. Also weiter auf die verkürzte 52 km Strecke (letztes Jahr noch 59 km, aber nicht so steil). Hier war wieder strampeln angesagt, auch wenn die Steigung hoch zum Schloss Steinhausen weniger steil war wie befürchtet. Schön war es da oben. Wollte ich immer schon mal hin. Weiter ging es auf der abweichenden Route durchs Muttental. Bisher hatten sich die Änderungen als anspruchsvoll erwiesen und ich fluchte bereits leise vor mich hin. Das sollte noch schlimmer kommen. Irgendwann schwor ich mir, nie wieder setze ich mich aufs Mountainbike. Viel zu anstrengend und Kräfte raubend. Nicht mit mir. Ich überlegte sofort auszusteigen. Ich hatte die Schnauze echt voll. Natürlich fuhr ich weiter. Nach 25 km erreichte ich die Stempelkontrolle. Wieder ging es über einen schwierigen Singetrail. Die Strecke hatte es echt in sich. Ständig balancierend und im Matsch rutschend manövrierte ich mich über die Trails.
Bei der Burgruine Hardenstein erreichte ich wieder die Ruhr.


Dann 10 km später die zweite Kontrolle am Schleusenwärterhaus an der Ruhr. Ich machte kurz das erste Mal Pause. Das Schlimmste lag hinter mir und ich lag so in der Zeit das ich vor Zielschluss zurück wäre.


So gönnte ich mir eine warme Gemüsebrühe und ein Stück Banane. Mental erholte ich mich auch. Ab hier würde die Strecke ohne größere Steigungen weitgehend flach ins Ziel führen.


Die Fährschiffe lagen noch im Winterschlaf vor Anker.

Nach wenigen Minuten Erholung machte ich mich auf den Rückweg. Auch hier war die Strecke etwas geändert.
Als dann der Rheinische Esel in Bochum-Langendreer in Sicht kam, wusste ich das es Zeit für den Endspurt war.
Die letzten Kilometer vergingen dann entsprechend schnell.


Gegen 14:30 Uhr traf ich wieder in Witten ein. Das Rad war total dreckig und ich auch. Waffeln und Kaffee warteten nach der Abmeldung.
Während ich unterwegs noch dachte, nie wieder tue ich mir das an, war im Ziel klar, auf jeden Fall wieder.


Draußen saßen die Teilnehmer noch in der Sonne und ließen es sich gut gehen.


Andere, zu denen ich auch gehörten, reinigten ihre Bikes von den Spuren der Strapazen.

Fazit: Die neue Strecke war zwar etwas kürzer als die alte, aber auch anspruchsvoller, anstrengender und schöner. 749 Teilnehmer können sich nicht irren. Es war zwar wieder sehr matschig, aber das Wetter war mild, sonnig und trocken. Es gab wohl ein paar Probleme mit fehlender Verpflegung, aber mich betraf das nicht. In meinem Trinkrucksack hatte ich, neben ein paar Energieriegeln, genug Wasservorrat dabei. Mein Anspruch war eine schöne Strecke und gefordert zu werden. Das hat sich voll erfüllt. Und bis nächsten Sonntag sind mein Rad und ich wieder einsatzbereit. Dann geht es an den Möhnesee. Bestimmt auch wieder mit viel Matsch und verbalen Verwünschungen. Also optimale Vorbereitung um sich mentale Härte für die Brevets im Frühjahr zu holen.

Zu Hause erfuhr ich dann die traurige Nachricht das zwei Teilnehmern ihre seltenen Mountainbikes gestohlen wurde. Das bringt schon ins grübeln. Kaum Jemand von uns schließt die Bikes ab. Vielleicht sollten wir da in Zukunft vorsichtiger werden.
lg Jennifer

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Sonntag, 12. Februar 2017, 11:25

Tolle Tour! Kann es sein, dass auch ein Teil der Strecke über diesen kombinierten Rad-/Fußweg, durch die Kleingartenanlage in Bochum-Langendreer führte? Auf dem Rheinischen Esel kamen mir schon eine ganze Anzahl nummerierter Mountainbiker entgegen. Ich fuhr allerding an diesem Tag weniger zum Vergnügen dort her, da ich auf dem Weg zur Arbeit war.

Aber irgendwann werde ich auch mal an so einer Veranstaltung teilnehmen. Ich muss dies wegen meiner Dienstpläne nur langfristig planen können. Und mir fehlt auch noch ein geeigneter MTB-Rahmen. Mein Billigrad ist für solchen Stress bestimmt nicht geeignet.

Aber in der Garage habe ich noch relativ hochwertige Technik an einem viel zu hohen Rahmen. Sobald ich einen passenden Rahmen habe, baue ich mir auch etwas entsprechendes auf.

Leider ist mir aufgefallen, dass sich einige Teilnehmer der Tour äußerst rücksichtslos verhielten. Sie mussten unbedingt auf dem schmalen Weg durch diese Kleingartenanlage zu zweit oder zu dritt nebeneinander her fahren und den Gegenverkehr (mich inbegriffen!) zum Anhalten oder zum Ausweichen in den Matsch zwingen. Auch wurden Fußgänger zum Teil gefährlich nah geschnitten.

Ich finde ja Veranstaltungen dieser Art wirklich toll, aber es gibt dabei leider immer manche Teilnehmer, die sich wie Vollprofis vorkommen und meinen, die Strecke gehört nur ihnen allein.

Gerade bin ich auch von einer kleinen, einstündlichen, Tour zurück gekommen, auch teils auf dem Esel bis nach Löttringhausen.
Habe dabei festgestellt, dass das Hinterradlager an meinem MTB deutliches Spiel hat. Da muss ich wohl nochmal ran.


LG

Berny

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Sonntag, 12. Februar 2017, 20:12

Leider ist mir aufgefallen, dass sich einige Teilnehmer der Tour äußerst rücksichtslos verhielten. Sie mussten unbedingt auf dem schmalen Weg durch diese Kleingartenanlage zu zweit oder zu dritt nebeneinander her fahren und den Gegenverkehr (mich inbegriffen!) zum Anhalten oder zum Ausweichen in den Matsch zwingen. Auch wurden Fußgänger zum Teil gefährlich nah geschnitten.

Ich finde ja Veranstaltungen dieser Art wirklich toll, aber es gibt dabei leider immer manche Teilnehmer, die sich wie Vollprofis vorkommen und meinen, die Strecke gehört nur ihnen allein.


LG

Berny
Das ist mir auch ein Dorn im Auge das sich manche so rücksichtslos verhalten. Das fällt dann auf Alle zurück.
Finde es wichtig das alle Verkehrsteilnehmer miteinander auskommen. Und da ist auch jeder in der Pflicht.
Ich nehme immer Rücksicht und wenn mal Jemand Platz für mich macht bedanke ich mich. Ansonsten bleibe ich vor Engstellen stehen. Ist ja schließlich kein Rennen wo es um Zeit geht. Und wir sind ja alle auch Fußgänger. ;)
lg Jennifer

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Montag, 13. Februar 2017, 19:00

Jennifer, wie schön dass Du jetzt einen Blog hast. All Deine Räder auf einer Seite :love: :thumbsup:

Groetjes,
Jacqueline
"Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird." (Khalil Gibran)

2017: 4660 / Nov.: 113
Ratatouille (12.03.2015) 4725 / Otmar (12.08.2015) 7000 / Ruby (22.10.2016) 1345 / A: 220
Insgesamt: 13.290

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90

Montag, 13. Februar 2017, 22:50

Jennifer, wie schön dass Du jetzt einen Blog hast. All Deine Räder auf einer Seite :love: :thumbsup:

Groetjes,
Jacqueline
Hatte auch schon vorher einen Blog, seit 2014. Aber der ist jetzt wohl nicht mehr erreichbar. Wahrscheinlich ist der Betreiber pleite.
Hab deshalb nach wordpress gewechselt. Die gibt es schon lange.
lg Jennifer

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Mittwoch, 15. Februar 2017, 00:38

Land über

12.02.2017

Land unter ist ja durchaus vor allem im Norden bekannt. Bei Sturmflut wird das Land, welches nicht ausreichend eingedeicht ist, überspült. Im Sauerland gibt es dazu im Gegensatz aber auch Land über, wenn Land welches eigentlich mittlerweile unter Wasser liegt, wieder zum Vorschein kommt. Meistens passiert das dann, wenn eine der zahlreichen Talsperren Wasser ablässt. Dann tauchen angeblich sogar wieder alte Dörfer aus den Fluten auf. Was das Ganze mit dem 6. Lauf zur WWBT des RSV Hansa Soest zu tun hat? Einiges, wie später zu sehen sein wird.

Aber zunächst machte ich mich Sonntag Morgens auf den Weg nach Möhnesee-Günne. Das Wetter war ganz passabel, nicht ganz kalt und vor allem trocken. Wie in letzter Zeit meistens, war ich etwas spät dran, als ich mich kurz nach 10 in eine der Schlangen zur Anmeldung stellte. Die Unmutsäußerungen einiger Teilnehmer konnte ich nicht verstehen. Sind wir Heute so ungeduldig das wir nicht mal in einer Schlange etwas warten können, wenn so viele auf einmal zu den Tischen drängen? Dachte die Leute wären Staus mittlerweile gewöhnt. :D



Um 20 nach 10 Uhr machte ich mich dann auf die Strecke. Es ging zunächst ein kurzes Stück entlang der Straße Richtung Niederense, bevor es auf einen Feldweg in die Hügel rechts der Straße ging. Eine erste längere Steigung zum warm fahren begann, die aber noch harmlos war.







Wir passierten den Rand von Niederense und hielten uns in einem Rechtsbogen nach Höingen. Bei Moosfelde konnte man dann entweder über Straße oder über einen Trail zur ersten Kontrolle fahren. Ich entschied mich für den Trail mit einer kurzen aber sehr steilen Abfahrt. Nur nicht bremsen war die Devise. An der Kontrolle ließ ich nur die Karte stempeln und fuhr dann direkt weiter. Über die Straße ging es noch ein Stück, bevor die Strecke rechts wieder in den Wald führte. Was zunächst noch harmlos begann, entpuppte sich nach und nach als das steilste Stück der ganzen Route. Es wurde immer steiler. Dann kamen die ersten Schilder mit Sprüchen. Ich fiel vor Lachen fast vom Rad.



Mir wurde es auch zu steil und ich schob.



Bewundernswert das es einige tatsächlich fahrend bis oben schafften.



Die Sprüche waren einfach Klasse und ein beliebtes Fotomotiv. Mit Humor geht manches besser. Danach führte der Waldweg moderater bergauf. Dann eine schnelle Abfahrt und ein kleiner Schock. An einer Stelle lag ein verletzter Teilnehmer, um den sich schon gekümmert wurde. Harald und Jupp zwei Bekannte aus Moers schirmten die Unfallstelle ab, in der sich ein mitfahrender Arzt bereits um den Verletzten bemühte. Wie ich von Harald erfuhr war er wohl bei der Abfahrt über einen Stein gestürzt. Was sich zunächst als sehr bedrohlich darstellte, erwies sich im Nachhinein noch als relativ glimpflich. Der Verletzte ist wohl mittlerweile aus dem Krankenhaus raus, hat aber natürlich aufgrund von Prellungen noch Schmerzen. Mit einem unguten Gefühl fuhr ich vorsichtig weiter und kam zur zweiten Kontrolle mitten im Wald. Das war aber eine reine Stempelkontrolle ohne Verpflegung. Obwohl man das Häuschen direkt daneben mit etwas Farbe sicher zu einem kleinen Gasthaus umbauen könnte. Nur mal so als Idee.





Kurz danach erreichten wir dann den Möhnesee. Und hier komme ich zum Titel zurück. Irgendwie kam mir der See sehr wasserarm vor. Da war ganz schön viel Ufer zu sehen. Ungewohnt viel Land über. Bauprojekte würde ich trotzdem dort nicht planen. Vielleicht heißt es bald wieder Land unter.



Der Seeweg führte dann vorbei am Jagdschloss Sankt Meinolf zur letzten Kontrolle. Hier gönnte ich mir eine Waffel und etwas Gemüsebrühe.
Dann die schwere Entscheidung. Die flachere 49 km Route am See, überwiegend entlang der Straße, oder die 47 km Route mit über 100 Höhenmeter mehr, aber dafür deutlich autofreier. Dieses Mal entschied ich mich für die Höhenmeter und fuhr die 47 km.





Also ab aufs Rad und durch den Wald wieder bergauf kurbeln. Schließlich erreichte ich das Ufer und über eine Brücke querte ich die Möhne.
Noch mal ein Blick auf viel Land und weniger Wasser als gewohnt.



Während die 49 km Strecke nun weiter am See entlang führte, durfte ich wieder in die Hügel die nächste Steigung erklimmen. Und was soll ich sagen, langsam machte das wieder Spaß. Anscheinend wurde ich doch langsam fit. Und es wurde noch einmal richtig steil. Dieses Mal fehlten die Sprüche und ich blieb im Sattel sitzen. Dann ein Höhenweg am Rande des Waldes. Noch ein allerletztes Mal ein Blick auf die Möhne, bevor ich mich talabwärts die letzten Kilometer Richtung Günne stürzte.





Nach ca. 3 Stunden Fahrzeit und 47 km war ich wieder im Ziel. Ein wenig den Schlamm von den Klamotten klopfen und abmelden.
Dann traf ich Harald und Jupp und wir quatschten. Als ich gerade nach Hause wollte, entdeckte ich Ralf, der gerade zurück kam. Wir hatten uns eine Weile nicht gesehen und kamen ebenfalls ins quatschen. Schließlich kehrte man uns lange nach Veranstaltungsende quasi mit dem ganzen Staub aus dem Vereinshaus. Draußen wurde dann weiter gequatscht, bis uns langsam kalt wurde. Ralf verabschiedete sich und ich unterhielt mich noch mit jemandem aus dem Verein über alte Zeiten. Als ich endlich zum Auto fuhr, war es schon später Nachmittag. Im Dunkeln kam ich dann nach Hause. Mir war kalt.

Die Veranstaltung war super, die Strecke auch. Hat echt wieder Spaß gemacht. 723 Teilnehmer waren auf den verschiedenen Strecken unterwegs. Über 700 Höhenmeter habe ich auf den 47 km erklommen. Nächsten Sonntag geht es dann zum 8. Lauf nach Neuenrade, wieder ins Sauerland.
lg Jennifer

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Montag, 20. Februar 2017, 09:55

Achterbahn der Gefühle

19.02.2017

Ein Sonntag im Februar, der Wetterbericht versprach leichte Plusgrade und Regen ab 10 Uhr im Sauerland. Trotzdem startete ich mit dem Auto nach Neuenrade zum 7. Lauf der WWBT (Westfalen Winter Bike Trophy). Und das erste Mal war ich mehr als pünktlich am Start. Sogar noch Zeit für einen Kaffee. Mein MTB hatte ich die Tage vorher noch mit Rennlenker und festem Schutzblech hinten umgerüstet.



Punkt 10 Uhr erfolgte der Start ohne Regen. Nach ein paar Metern noch den Tacho gerichtet und es ging auf die Strecke. Kurz über Straße und dann bogen wir schon ins Gelände ab. Was noch halbwegs flach begann, wurde schnell bergig. Immer wieder Anstiege, gefolgt von kurzen Abfahrten. Auf und ab wie eine Achterbahn. Da ich immer etwas brauchte um warm zu werden, fuhr ich erst einmal etwas ruhiger.





Das Wetter war grau, aber von oben trocken und der Matsch auf der Strecke hielt sich noch in Grenzen. Es rollte immer besser. Ich machte meinen ersten Fotostopp in schöner Landschaft. Langsam kam ich auch in Schwung und es lief immer besser. Nach nur knapp 10 km dann die erste Kontrolle wo ich nur kurz stempelte und direkt weiter fuhr.



Das wellige Profil setzte sich fort und ich wurde auch berghoch langsam etwas schneller, wie man an meinem gequältem Lächeln sehen konnte. Danke an Ralf für das Foto.



Nach ca. 21 km war bereits die zweite Kontrolle beim Schloss Wocklum erreicht. Bis hierhin lief es noch ganz gut, auch wenn das auf und ab etwas an der Kondition saugte. Aber ich war guter Dinge und genoss die Landschaft. Hier musste ich mich nach dem Stempeln entscheiden ob ich die 35 km Route zurück zum Ziel wählen wollte, oder doch geradeaus die Steigung auf die 53 km Route nahm. Da ich nicht wusste was mich erwartete fuhr ich geradeaus. Wenn es weiter so gelaufen wäre, würde die Schleife kein Problem. Wenn......





Die Landschaft sah richtig nach Urlaub aus. Doch was mich erwartete war die Hölle. Ab hier kamen immer wieder steile, sehr matschige Abschnitte, die mir die letzte Kraft aus Körper und Geist saugten. Selbst auf fast ebenen Strecken bremste der zähe Matsch dermaßen das ich kaum noch voran kam. Immer mehr rebellierten meine Muskeln und mein Kopf gab schon beinahe auf. Laut vor mich hin fluchend und an den steilen Stücken schiebend, bewegte ich mich Meter für Meter weiter. Die Zeit verrann ohne das ich wirklich Strecke machte. Das würde mit der Zielzeit ziemlich knapp werden.





Bei Schloss Melschede machte ich noch einmal einen kleinen Fotostopp. Von vorne sah das Schloss mit seiner gelben Farbe sehr freundlich aus, aber die Rückseite erwies sich als schmutzig-grau. Da hatte die Farbe wohl nicht gereicht. Dafür hat sich bei meinem MTB der Rennlenker mit seinen vielen Griffpositionen sehr bewährt. Ebenso das hintere Schutzblech, welches dafür sorgte das ich hinten sauber blieb. Vorne sah ich bereits wie ein Dreckschwein aus.





Die schöne Strecke durch die Wälder und die Höhen konnte ich leider kaum genießen. Zu sehr beanspruchte mich der Gedanke weiter zu kommen.
Die Uhr rann gnadenlos weiter und ich wurde gefühlt immer langsamer. Dazu wurde es auf der Strecke immer einsamer. Die meisten hatten mich wohl schon überholt.



Nach einer kurzen Abfahrt dann eine nasse und matschige Bachabfahrt, die ich noch meisterte, aber dann blieb ich im tiefen Matsch berghoch einfach stecken. Also schieben. Aber selbst das schieben war mehr als anstrengend. Ich merkte wie die letzte Kraft meinen Körper zu verlassen drohte und fragte mich zum wiederholten Male warum ich mir das antat. Nie wieder, beschloss ich in diesem Moment. Nie wieder!
Einzelne Fahrer zogen an mir vorbei und auch Ralf kam mit Burghild, Dieter und ein paar Anderen vorbei. Mir war anzumerken wie fertig ich war. Schließlich verkündete ich es auch die ganze Zeit lautstark. Laut schimpfend und fluchend erreichte ich das Ende der Steigung an einem breiteren Forstweg. Hier stieg ich wieder aufs Rad. Noch ein paar kleinere Wellen und es ging zur 3. Kontrolle, wieder am Schloss Wocklum.





Hier traf ich die Anderen wieder. Ich gönnte mir heißen Zitronentee und zwei Stücke Waffeln. Nach einer kurzen Pause fuhren wir zusammen los, um die letzten 14 km unter die Räder zu nehmen. An der ersten Steigung musste ich sie ziehen lassen. Obwohl das Profil des Rückweges genau mein Ding wäre, nur leichte Wellen und keine stärkeren Steigungen mehr, fehlte mir einfach die Kraft. Ich fühlte auch schon ein Ziehen im Oberschenkel und über dem Knie, welches sich am nächsten Tag als leichter Muskelkater heraus stellte. Ab ca. 14 Uhr tröpfelte es dann etwas. Aber es wurde zum Glück noch kein richtiger Regen daraus. Trotzdem erreichte ich kurz vor 15 Uhr noch einigermaßen trocken nach 53 km das Ziel. Über die Durchschnittsgeschwindigkeit breite ich den Mantel des Schweigens. Es war die Langsamste die ich je gefahren bin. Schnell abmelden und dann gönnte ich mir Kaffee und Kuchen und versuchte mich zu erholen. Das ein oder andere Gespräch in gemütlicher Runde stimmte mich dann auch mit der Strecke wieder versöhnlich.

603 Teilnehmer starteten trotz nicht optimaler Wettervorhersage auf den verschiedenen Strecken. Die 53er Strecke war bisher das härteste was ich an CTF gefahren bin. Das war wirklich, nicht nur wegen den Höhenmetern, die Königsetappe der WWBT. Von meinem Urteil nie wieder, bin ich zwischenzeitlich wieder abgewichen. Was interessieren mich meine Gedanken von vor ein paar Stunden? Jetzt, frisch geduscht und mit sauberen Klamotten, satt gegessen und ausgeruht, sieht die Welt gleich wieder anders aus. Die Organisation war topp, die Leute alle freundlich und die Strecke sehr anspruchsvoll und landschaftlich ein absolutes Highlight. Was will man mehr?
lg Jennifer

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Montag, 27. Februar 2017, 19:37

Halde hoch, Halde runter

26.02.2017

So könnte man den 8. Lauf zur Westfalen Winter Bike Trophy bezeichnen. Kurbel Dortmund veranstaltete die CTF mit Startort Europaschule an der Rennbahn in Dortmund. Das Wetter sollte mal wieder typisch deutscher Winter sein. Regen ab 10 Uhr und Temperaturen deutlich über 0 Grad. Doch was den Regen anging war zum Glück kein Verlass auf die Vorhersage. Es blieb trocken. Ich machte mich über den Phönixsee, Alt-Schüren und Stadtkrone Ost auf den Weg zur Rennbahn. 8 km war jetzt keine lange Anreise und so traf ich mehr als pünktlich am Startpunkt ein. Doch nach der Anmeldung verquatschte ich mich mal wieder und so kam ich erst gegen viertel nach Zehn Uhr weg. Der Große Pulk war schon unterwegs. Über den Rennweg ging es an der Bahnlinie entlang vorbei am Hauptfriedhof. Die Strecke führte durchs Buschei als ich im Augenwinkel eine bekannte Gestalt erblickte. Bis das Gehirn die Information verarbeitet hatte, dauerte es eine Weile und so verlangsamte ich die Fahrt und kehrte um. Und Richtig, da hockte auf einem Baumstamm Toto und machte mit seiner Kamera Fotos. Er war gerade selber auf dem Rückweg von einer sehr frühen Tour als er auf die CTF stieß. Er wusste von mir das ich dort auch fuhr, aber hatte mich wohl gar nicht gesehen. Natürlich wurde jetzt erst einmal Klönsnack gehalten, wie man im Norden sagen würde. Dann begleitete er mich auf seinem MTB noch ein paar hundert Meter, bis zur Streckenteilung. Danach ging es für mich links am Bahndamm entlang und dahinter über die Bahnstrecke erreichte ich die Überlauffläche West, mit Blick auf Scharnhorst.



Dann ging es über einen etwas matschigen und rutschigen Trail Richtung B236. Hier hatte ich immer wieder mit wegrutschenden Rädern zu kämpfen. Der Matsch war nicht tief genug das die seitlichen Stollen griffen. Das Problem sollte ich an dem Tag noch häufiger haben. Ansonsten rollte es aber mangels Steigungen sehr gut und ich kam trotz einiger Fotostopps voran.



An der Schallschutzmauer zur B236 führte die Strecke nach rechts Richtung Wambeler Holz. Immer wieder kleine asphaltierte Wege und matschige Trails parallel zur B236, von der man aber nichts sah und hörte. Halt eine richtige CTF. Nix für Warmduscher. Wobei.......



Immer öfter war ich alleine auf der Strecke und nur ab und zu kamen noch kleine Gruppen. Schließlich führte ein Bahnübergang nach Kirchderne. Dort kam dann der erste richtige Anstieg. Aber im Vergleich zum Sauerland waren 33 Meter Höhenunterschied nicht viel.



Immer wieder schlingerte ich über einsame matschige Pfade. Wenigstens blieb ich dank besserer Schutzbleche sauber.
Kurz darauf erreichte ich die erste Kontrolle auf einem Bauernhof in der Kümper Heide. Hier stempelte ich nur und fuhr direkt weiter. Nach 21 km hatte ich noch keinen Bedarf an Verpflegung.



Bei Gahmen wartete dann die Auffahrt auf die Preussenhalde. Zum Glück ging es nicht bis ganz oben.



Aber die Abfahrt hatte es auch in sich. In Serpentinen ging es steil und....natürlich matschig die Halde wieder hinunter. Hier hatten wir mit dem Rand von Lünen-Süd auch den nördlichsten Punkt der CTF erreicht. Auf Trails durchquerten wir den Südpark. Kurz darauf wartete bereits die nächste Halde an der Roten Fuhr. Die Auffahrt war schon ordentlich schweißtreibend, belohnte aber mit einer tollen Aussicht auf das Lanstroper Ei (ein alter Wasserturm) und am Horizont auf die City von Dortmund. Ich konnte sogar den Florianturm (Dortmunder Fernsehturm) sehen, von dem ich nur wenige Kilometer weg wohne.





Mittlerweile hatten bereits ein paar MTBler hier für einen Fotostopp angehalten. Danach ging es auf Schotter die Halde wieder runter zum nächsten Highlight. Der Lanstroper See entstand in den 60er Jahren durch einen Bergsturz (einbrechende Bergbaustollen) und füllte sich mit Grundwasser.
Hier bin ich immer wieder mal gerne. Vor allem die Streuobstwiese hat zu bestimmten Jahreszeiten ihren Reiz. Doch jetzt im Winter waren die Bäume kahl.





Die schlammigen Trails kosteten mich langsam Kraft, doch bis zur zweiten Kontrolle auf einem Bauernhof in Lanstrop war es nicht mehr weit. Hier stärkte ich mich mit einer Gemüsebrühe für die letzten Kilometer. Ich wusste was mich noch erwartete. Viel Gegenwind und eine längere Steigung am Flughafen. Doch zunächst führte mich die Route durchs Kurler Holz weiter zum Wickeder Ostholz. Ein matschiger Feldweg mit viel Gegenwind saugte ordentlich an der Kondition. Da war auch das Schild kurz vorher "Nur noch 10 km" keine Beruhigung. Zumal der härteste Teil der Strecke noch vor mir lag. Es ging über die Hügel am Dortmunder Flughafen. Hier oben auf den fast baumlosen Hügeln, erreichte der Gegenwind seine stärkste Stufe. Am liebsten hätte ich mich auf die Bank neben einen der wenigen Bäume gesetzt. Doch es musste weiter gehen. Und so kämpfte ich mal wieder, gegen den Wind, gegen die Steigung und gegen den inneren Schweinehund. Und ich gewann. Die Abfahrt über einen sehr holprigen Feldweg erforderte noch einmal volle Konzentration. Bloß keinen Fahrfehler und damit unweigerlich einen Sturz riskieren. Aber selbst mit dem Rennlenker hatte ich alles im Griff. Dazu kam immer wieder abbremsen und Rücksicht auf Fußgänger und Hunde nehmen und danach wieder beschleunigen. Ein gutes Krafttraining.



Über Neuasseln und vorbei an der Südseite des Hauptfriedhofs erreichte ich vor dem Zielschluss die Europaschule. Hier traf ich Ralf wieder, der die ganze Zeit dachte ich wäre vor ihm. Aber dann hätte er mich bestimmt eingeholt. Ich meldete mich ab und wir setzten uns bei Kaffee und Kuchen und quatschten eine ganze Weile. Um uns herum wurde bereits abgebaut und Feierabend gemacht und wir verabschiedeten uns auch.

Ich machte mich mit dem Rad auf den Heimweg. Es war immer noch trocken. Auf der Stadtkrone Ost genoss ich für einen Moment die Aussicht auf den Süden Dortmunds, bevor ich mich die Abfahrt runter rollen ließ. Über den Phönixsee und Phönix-West kam ich zu Hause an.



Kurbel Dortmund hat sich bei der Organisation der ersten CTF für die WWBT richtig Mühe gegeben. Die alte Strecke vom Bezirk Westfalen Mitte wurde verfeinert und mit zusätzlichen Trails anspruchsvoller gemacht und die Ehrenamtlichen versprühten richtig gute Laune. Schließlich war Karnevalswochenende, auch wenn das hier in Westfalen nicht die gleiche Bedeutung wie im Rheinland hat. 601 Teilnehmer (trotz der schlechten Wettervorhersage), 54 km und 400 Höhenmeter bei einem Schnitt von 15 km/h sind die nüchternen Daten einer tollen CTF. Und einfach war es nicht, dank der Halden (die Berge des Ruhrpotts) und des Gegenwinds. Dafür gab es eine schöne Strecke durch den Dortmunder Norden mit einigen Highlights. Vielen Dank an Kurbel Dortmund und seine Mitglieder und Helfer für die gelungene CTF.
lg Jennifer

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Montag, 6. März 2017, 10:14

Traildorado

04.03.2017

Samstag fuhr ich nach Coesfeld um an der dortigen CTF teilzunehmen. Am Rande von Coesfeld stellte eine Firma in einem kleinen Industriegebiet ihr Gelände als Startort zur Verfügung. Bereits eine Stunde vor dem Start traf ich ein, also genug Zeit zum klönen und für einen Kaffee. Um 10 Uhr machte ich mich mit Ralf auf die lange Strecke, die einmal rund um Coesfeld führen sollte.



Über 60 km schienen mir etwas ambitioniert für meinen Trainingszustand, aber die 40er war mir auch zu kurz. Zumal die Strecke gar nicht so wenige Höhenmeter haben sollte. Zunächst lief es aber gut und wir machten ordentlich Strecke im Flachen Richtung Maria Veen.



Die ersten Waldwege ließen nicht lange auf sich warten, waren aber relativ trocken und gut fahrbar.



Wald und Felder wechselten sich ab und sorgten für Kurzweil. Steigungen waren zunächst Mangelware.



Schnell war die erste Kontrolle erreicht. Ich ließ nur Stempeln und machte mich mit Ralf, der kurz vor mir hier eintraf und sich schon verpflegt hatte, auf den Weg.



Nach der Kontrolle in der Nähe des Golfplatzes ging es dann in ein Waldgebiet voller schmaler Trails. Mal links, mal scharf rechts, mal hoch, mal in rasanter Fahrt über Wurzeln und Steine runter empfing uns die Achterbahn der Mountainbikewelt. Ein echtes Traildorado für alle die gerne mal ein wenig Spaß im Gelände haben wollen. Das habe ich in der Intensität bisher bei keiner CTF erlebt. Einfach genial die Choreographie. Leider konnte ich dort keine Fotos machen. Anhalten war schwierig und ich brauchte beide Hände am Lenker.

Nach den Trails kam bald auch die 2. Kontrolle. Hier verpflegte ich mich mit einem Stück Banane und holte mir den Stempel. Ralf war mittlerweile etwas schneller, aber an den Kontrollen traf ich ihn immer wieder. Aber selbst ich war für meine Verhältnisse nicht so langsam unterwegs. 19 km/h waren auf 44 km ein guter Schnitt. Allerdings waren erst etwa 150 Hm von gut 500 absolviert. Auf den letzten 23 km sollte mich also noch einiges erwarten.





Doch zunächst blieb es flach und ich konnte wieder mit Ralf mithalten. Als es hügeliger wurde fehlte mir dann die Kraft und ich suchte mein Tempo.
Hauptsache ins Ziel kommen. Mein Zeitpolster war mehr als ausreichend.



Auf den asphaltierten Straßen lief es noch ganz gut, allerdings spürte ich schon ein leichtes Ziehen in den Muskeln. Kraft mäßig hing ich gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Landschaft konnte ich dennoch genießen. Wir kamen durch keine größere Ortschaft und fuhren selten auf Straße. Meistens waren es asphaltierte Feldwege und Waldwege.



Dann kamen sie, die matschigen Feldwege bergauf und natürlich mit Gegenwind. Hier wurde ich richtig langsam. Das zerrt an der Kondition und an dem inneren Schweinehund der ständig flüstert: "Gib auf, gib auf". Stoisch kämpfte ich mich weiter, registrierte aber einen starken Abfall meiner Durchschnittsgeschwindigkeit. Das Ziehen in den Muskeln wurde etwas stärker, aber war noch nicht gefährlich.





Am Fuße einer stärkeren Steigung standen ein paar kleine Kinder die mir ihre Hände entgegen hielten um abgeklatscht zu werden. Vorsichtig fuhr ich heran und passte auf die kleinen Händchen nicht zu verletzen. Das kannte ich bisher nur von Radsportveranstaltungen in den Niederlanden. Die Kleinen haben sich jedenfalls gefreut und ich quälte mich anschließend frohgemut die Steigung hoch.



Die 3. Kontrolle kam dann direkt nach der Steigung. Hier machte ich jetzt doch mal Pause und stärkte mich mit Zitronentee und holländischer Sirupwaffel. Ralf war bereits dort. Von hier sollten es nur noch ca. 14 km ins Ziel sein. Locker, dachte ich. Wenn ich da schon gewusst hätte. Es sollten die längsten 14 km meines Lebens werden. Ralf und ich fuhren zusammen los, aber bald schon konnte ich das Tempo nicht mehr halten und ließ abreißen.



Die Landschaft war schön. Gar nicht so flach wie man es vom Münsterland erwartet.



Immer wieder ging es auf matschigen Feldwegen mit Gegenwind bergauf. Da rollte nichts. Mühsam kämpfte ich mich weiter, das Ziel bereits vor dem inneren Auge. Und so kam ich gegen 20 vor 15 Uhr kaputt aber glücklich im Ziel an. Ralf wartete bereits. Ich meldete mich ab, reinigte mein Bike und wir quatschten noch eine Weile bis wir uns auf den Nachhauseweg machte. Ich hatte es nach Dortmund etwas weiter, aber das war mir egal. Die Fahrt nach Coesfeld hatte sich gelohnt.

Es war trocken, wenn auch sehr bewölkt, aber teilweise kam fast die Sonne durch die dünneren Wolken. Beim Start waren es bereits 10 Grad und die Temperaturen erreichten bis zum Mittag dann frühlingshafte 16 Grad. Also optimales Wetter zum Rad fahren, wäre da nicht teilweise der sehr böige Gegenwind gewesen. Mein Schnitt lag nach 67 km nur noch bei 16,5 km/h. Etwas über 500 Höhenmeter zeigte mein Navi im Ziel an.
Hätte ich vorher gewusst was mich erwartet, wäre ich vielleicht nicht auf der Strecke gestartet. Das wäre schade gewesen. Ein bisschen quälen und kämpfen gehört beim Radsport einfach dazu. Und mir wäre eine wirklich tolle CTF entgangen. Jetzt wo ich weiß was mich erwartet und das ich es schaffe, bin ich nächstes Jahr bestimmt wieder dabei. Vielen Dank an den Radsportverein Coesfeld für die schöne CTF.
lg Jennifer

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Montag, 6. März 2017, 11:29

Ich finde es immer wieder bewundernswert, mit welchem Fleiß Du hier Berichte schreibst - und wie viel Zeit Du Dir unterwegs immer wieder nimmst, um Fotos zu machen. Ich bin meistens zu bequem, so oft an zu halten.
Dieselersparnis: 2013 ca. 108L, 2014 ca. 275L, 2015 ca. 160L, 2016 ca. 180L, 2017 ca. 160L

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Montag, 6. März 2017, 21:18

Ich finde es immer wieder bewundernswert, mit welchem Fleiß Du hier Berichte schreibst - und wie viel Zeit Du Dir unterwegs immer wieder nimmst, um Fotos zu machen. Ich bin meistens zu bequem, so oft an zu halten.
Danke, das schreiben und fotografieren ist halt genau so Hobby für mich wie das fahren. Lese selber wahnsinnig gerne solche Berichte mit Fotos. Daher kam dann mal die Idee das auch selber zu machen.
lg Jennifer

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Dienstag, 7. März 2017, 11:32

Sag zum Abschied leise Servus

05.03.2017

Irgendwann geht auch mal die schönste Serie zu Ende. So fuhr ich am letzten Sonntag den 9. und letzten Lauf zur Westfalen Winter Bike Trophy 2017 in Iserlohn. Der Wetterbericht war nicht ganz klar, regnerisch und oder trocken sollte es sein bei Temperaturen zwischen 6 und 10 Grad. Morgens hatte es auch noch geregnet. Von Dortmund war es jetzt nicht wirklich weit nach Iserlohn, aber ich nahm trotzdem den Wagen. Die CTF von Coesfeld steckte mir noch etwas in den Knochen. Bereits auf dem Parkplatz die ersten bekannten Gesichter, Ralf und Albert. Dann zur Anmeldung und noch ein wenig mit einer Tasse Kaffee hinsetzen und unterhalten. Immer mehr Teilnehmer trudelten ein und so füllte es sich. Ein bisschen Wehmut klang bei den Gesprächen auch durch. Für mich ist jedoch das Ende der Trophy der Anfang meiner Rennradsaison.





Um 10 Uhr rollte ich zum Start und fuhr alleine los. Die Muskeln fühlten sich auf den ersten Kilometern wie Beton an. Da war nichts mit lockerem pedalieren. Also fuhr ich schön mein langsames Tempo um die Muskeln zu lockern.



Auf welligem Profil fuhr ich Richtung Villigst ins Ruhrtal. Bei Ergste dann ein Schwenk über die Ruhr nach Wandhofen. Hier bin ich auch oft mit dem Rennrad unterwegs, allerdings nicht auf so holprigen Pfaden. Aber mit meinem "Mountainrenner" kein Problem, die Federgabel und die dicken Reifen schluckten so einiges.





Die Route führte südlich von Schwerte Ruhr aufwärts nach Geisecke. Das Wetter hielt sich und durch die Wolken kam sogar ab und zu die Sonne. Allerdings hatten wir teilweise echt fiesen Gegenwind. Wer dachte das der nur im Norden so richtig piesacken kann, wurde eines Besseren belehrt.
Aber zumindest lief es jetzt mit lockereren Muskeln besser. Kurz hinter Geisecke dann auf einem Parkplatz die erste Kontrolle. Ich stempelte traditionell nur und fuhr weiter. Hier traf ich noch Ralf, Burghild und ihren Mann.



Die Strecke entlang der Bahnlinie zum Stausee Hengsen mussten wir später noch ein zweites Mal fahren. Da ich mit den Anderen nicht mithalten konnte, fuhr ich wieder mein eigenes Tempo. Hauptsache ankommen. Zweimal überquerte ich die Ruhr bevor ich auf der 56er Schleife Dellwig erreichte.



Von Dellwig ging es über die Hügel des Haarstrang nach Opherdicke. Hier hatte das Grauen ein Gesicht. Matschige Feldwege die Hügel hinauf mit ordentlich Gegenwind. Irgendwie kam mir das bekannt vor, zog es sich doch durch viele CTF der WWBT. Teilweise war ich ganz schön am Ende. Noch frustrierender wurde es wenn Andere scheinbar mit Leichtigkeit vorbei zogen, während ich mit letzten Kräften am kämpfen war. Da bekam ich meine Grenzen aufgezeigt.



Dafür nutzte ich dann eine geeignete Stelle auf einem der Hügel für eine Fotopause. Die Wolken am Himmel gaben dem Ganzen eine gewisse Dramatik, stießen aber nur leere Drohungen aus. Es blieb trocken. Super!





Nach ca. 10 km auf der Schleife dann kurz vor Opherdicke eine Stempelkontrolle. Habe mich gefreut das meine Chimäre erkannt wurde.
Das Rad sieht ja auch etwas ungewöhnlich aus. Neben dem Fahren sind meine Räder ja meine zweite große Leidenschaft.
Über einen matschigen Waldweg ging es dann weiter. Nach Hengsen führte die Route in einer südlichen Schleife wieder nach Geisecke.
Abwechselnd gab es Asphalt und matschige Feldwege. Mittlerweile hatte ich leider Probleme mit meinem rechten Schalthebel bekommen. Hatte wohl eine kleine Schraube verloren, die den Hebel zusammenhielt. Waren ja noch die MTB-Hebel. Ich konnte auf die kleinen Ritzel schalten, aber nicht mehr zurück auf die Großen. Ich blieb hinten auf einem mittleren Ritzel und schaltete nur noch vorne. Dadurch war ich zwar auf der Geraden langsamer, aber ich konnte weiter fahren. An der gleichen Kontrolle wie beim ersten Mal verpflegte ich mich dieses Mal und versuchte den Hebel mit Klebeband zu fixieren. Jetzt konnte ich wieder auf die großen Ritzel schalten, wenn auch nur sehr mühselig mit viel Kraft und beiden Händen (die eine hielt den Deckel des Hebels fest und die andere schaltete). So machte ich mich auf die letzten Kilometer, wo noch mal matschige Feldwege und einige Steigungen auf mich warteten. Aber im Kopf war klar das ich es wieder schaffen würde, und das beflügelte.



Von den Hügeln hatte man wunderbare Ausblicke auf die Ebene des Ruhrtals. Landschaftlich ist die WWBT immer wieder ein Genuss.
Das wellige Profil hat durchaus Anspruch und macht zumindest auf Asphalt auch Spaß.



Über Hennen und Kopstadt erreichte ich kurz vor 14 Uhr über die letzte lange Steigung schließlich das Ziel in Iserlohn-Kalthof.
Es war geschafft. Ich war geschafft. Ich ging zur Abmeldung und holte mir dann den Lohn für 9 Teilnahmen bei der WWBT 2017. Eine schicke blaue Tasse mit besonderer Funktion. Wenn man ein heißes Getränk einfüllt, wird die Tasse weiß. Spontan entschied ich das dies meine neue Teetasse werden sollte. Den weiteren Preis einen Eimer mit Radpflegeprodukten konnte man mir nicht geben da die bereits ausgegangen waren. Soll ich wohl noch zugeschickt bekommen. Aber war mir auch völlig egal. Über eine schicke Tasse als Erinnerung freue ich mich viel mehr.





Draußen gab es dann noch ein Siegerfoto der erfolgreichsten Mannschaften und Vereine. Mein Verein war Letzter, da bei uns kaum CTF gefahren wird. Warum das so verpönt ist, kann ich nicht sagen. Ich finde es schade. Breitensport ist doch wichtig und macht Spaß. Ab und zu traf ich mal ein oder zwei Vereinskollegen bei den Veranstaltungen.

Dann setzte ich mich mit Ralf, Burghild und ihrem Mann bei Kaffee und Kuchen zusammen. Ralf werde ich sicher bei dem ein oder anderen Brevet oder einer RTF auf dem Rennrad wieder sehen. Aber einige Leute die ich bei der WWBT kennen und schätzen gelernt habe, werde ich wohl erst im Januar 2018 wieder sehen. Obwohl ich ja eher vom Rennrad komme, finde ich die Winter Bike Trophy bei uns in Westfalen einfach klasse. Das Engagement der Organisatoren, Vereine und vielen, vielen Helfer ist richtig toll. Das kann man gar nicht oft genug betonen. Ich bin 2018 sicher wieder dabei. So eine Berg- und Talfahrt, auch der Gefühle, bekommt man doch sonst kaum noch. Die Rückfahrt mit Stau in Schwerte verlief dafür störungsfrei.

634 Teilnehmer starteten in Iserlohn. Ich fuhr die 54 km und ca. 400 Höhenmeter mit einem Schnitt von etwas über 16 km/h.
Die WWBT-Tasse weihte ich zu Hause direkt mit einem Kräutertee ein.
Ach ja, Lenkerendschalthebel als Ersatz für die MTB-Hebel habe ich auch bestellt.
lg Jennifer

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Mittwoch, 8. März 2017, 09:01

Wenigstens blieb ich dank besserer Schutzbleche sauber.

Da hast Du aber auch wirklich super gute Schutzbleche angebaut. Viele von diesen merkwürdigen Klemmdingern schützen nicht wirklich gut. An meinem Billig-MTB konnte ich wenigstens auch aus einem Schlachtrad ähnliche Schutzbleche anbringen, da ich ja zum Teil auch damit zur Arbeit fahre. Dabei trage ich freilich auch nicht meine besten Klamotten, aber total einsauen muss man sich ja auch nicht.
Wenn ich mir demnächst einen geeigneten Rahmen besorgen kann, ist die Möglichkeit der Anbringung solcher Schutzbleche auf jeden Fall Grundvorraussetzung.
Und weiter so mit deinen tollen Berichten! :thumbsup: Ich werde richtig neidisch, weil ich nicht soviel Zeit für solche Touren habe. Aber vielleicht schaffe ich es mal, an den Osterfeiertagen, wie ich es mir schon lange mal vorgenommen habe, mit dem Rad nach Belgien zu meiner Schwägerin zu fahren. Das sind für eine Strecke ca. 270 km. Meine Frau könnte dann ja mit Familie und Auto (mit Fahrradträger) dorthin fahren und mich dann mit zurück nehmen. Mal gucken was daraus wird.

LG
Berny

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99

Mittwoch, 8. März 2017, 09:30

Wenigstens blieb ich dank besserer Schutzbleche sauber.

Da hast Du aber auch wirklich super gute Schutzbleche angebaut. Viele von diesen merkwürdigen Klemmdingern schützen nicht wirklich gut. An meinem Billig-MTB konnte ich wenigstens auch aus einem Schlachtrad ähnliche Schutzbleche anbringen, da ich ja zum Teil auch damit zur Arbeit fahre. Dabei trage ich freilich auch nicht meine besten Klamotten, aber total einsauen muss man sich ja auch nicht.
Wenn ich mir demnächst einen geeigneten Rahmen besorgen kann, ist die Möglichkeit der Anbringung solcher Schutzbleche auf jeden Fall Grundvorraussetzung.
Und weiter so mit deinen tollen Berichten! :thumbsup: Ich werde richtig neidisch, weil ich nicht soviel Zeit für solche Touren habe. Aber vielleicht schaffe ich es mal, an den Osterfeiertagen, wie ich es mir schon lange mal vorgenommen habe, mit dem Rad nach Belgien zu meiner Schwägerin zu fahren. Das sind für eine Strecke ca. 270 km. Meine Frau könnte dann ja mit Familie und Auto (mit Fahrradträger) dorthin fahren und mich dann mit zurück nehmen. Mal gucken was daraus wird.

LG
Berny
Die Schutzbleche sind breite Bluemels von SKS, die ich mit zurechtgeschnittenen Teilen eines alten Steckschutzbleches verlängert habe. Selbst bei Schlamm bekomme ich kaum noch was ab. Jetzt kommen wieder Straßenreifen drauf. Die sind etwas schmaler mit weniger Profil. Da schützen die Bleche noch besser.
lg Jennifer

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Montag, 13. März 2017, 21:50

Einmal Münsterland bitte!

11.03.2017

Am zweiten Märzwochenende war es soweit. Meine erste richtige Fahrt mit dem Rennrad dieses Jahr. Und da ich den Hals nicht voll kriegen konnte, wählte ich dafür den 200 km Brevet in Münster. Na gut, der Termin fiel halt etwas ungünstig für mich. Über den Winter hatte ich versucht mich mit dem Mountainbike bei CTF fit zu halten. Da der Start bereits um 8 Uhr sein sollte, machte ich mich rechtzeitig auf den Weg nach Münster. Hier war schon einiges los. Eine Unzahl kettengetriebener Fahrzeuge standen auf dem Gelände. Hier war wirklich alles vertreten: Klappräder, Hollandräder, unzählige Rennräder vom Klassiker bis zum modernen Carbonrad, Liegeräder verschiedener Art und ein paar Velomobile.



Nach der Anmeldung hieß es sich draußen versammeln und der Ansprache lauschen, die noch ein paar Informationen bot. Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt und gingen im Abstand von einigen Minuten auf die Strecke. Ich fuhr mit der zweiten Gruppe um ca. 8:15 Uhr los.
Nach kurzer Zeit teilte sich die Gruppe aufgrund der verschiedenen Geschwindigkeiten. Ich fuhr da schon relativ weit hinten. Schnell merkte ich das ich gegenüber dem Vorjahr nicht so gut in Form war. Aber noch war ich guter Dinge.



Die Route führte zunächst nach Horstmar und Steinfurt. Typisch münsterländische Landschaft. Es war mit ca. 3 Grad anfangs noch kühl, aber schon sonnig.



Da ich nicht so viel Zeit verlieren wollte, machte ich die Fotos meistens während der Fahrt. Ein kurzer Griff in die Lenkertasche und die Kamera war betriebsbereit.



Die Windräder sollten mich die ganze Tour über begleiten. Natürlich nicht die selben. Aber sie prägen mittlerweile doch die Landschaft des Münsterlandes wie früher die Windmühlen. Die Zeiten ändern sich, aber der Mensch arbeitet nun schon seit Jahrhunderten mit Windkraft. Manches ändert sich eben nicht. Nach 26 km fuhren wir in einer engen Schleife auf den Bahndamm des Radrings Münsterland, einer alten Bahntrasse zwischen Coesfeld und Rheine. Hier durften wir erst mal eine Frage zur Geheimkontrolle beantworten und eintragen. Die Bahnstrecke sollte uns dann bis nach Rheine führen.





Der alte Bahnhof von St. Arnold dient als Café für die Radler auf der Trasse. Aber so früh am Vormittag war noch nichts los. Also fuhr ich weiter nach Rheine. Von hinten überholten mich immer mehr Gruppen und Einzelfahrer. Ich wurde nicht nur gefühlt etwas langsamer. Teilweise machte mir der eher leichte Gegenwind schon zu schaffen. Die ersten Durchhalteparolen gingen mir durch den Kopf. Und ich hatte noch richtig viel Weg vor mir. Aber noch war ich guter Dinge vor 20 Uhr im Ziel zu sein. In Rheine mussten wir uns einen Stempel mit Ortsnamen und Zeit holen. Ich kam zufällig mit einer kleinen Gruppe dort an, darunter auch ein Paar mit normalen Dahon Klapprädern. Die waren eine Gruppe hinter mir gestartet und recht flott unterwegs. Ich holte mir kurz nach 11 Uhr meinen Stempel beim Verkehrsverein in Rheine, der auf der Strecke lag. Dann quälte ich mich über unzählige Kreuzungen stadtauswärts. Jede Ampel war für Radfahrer auf rot und hatte lange Wartezeiten. Dafür herrschte viel Autoverkehr. Endlich ging es wieder raus aus der Stadt. In einem der Dörfer nahmen Jugendliche auf getunten Rollern Reißaus vor der Polizei. Das war wahrscheinlich der Höhepunkt der Woche. Sonst war nix los.



An einem Wanderhäuschen machte ich eine erste kurze Pause. Noch lag ich ganz gut in der Zeit. Der Schnitt hatte sich bei etwas über 20 km/h eingependelt. Kurz drauf kamen zwei der zuletzt gestarteten Velomobile an mir vorbei gepfeilt. Die waren in der Ebene ganz schön flott.



Wirklich durchaus faszinierende Fahrzeuge, auch wenn ich meine Rennräder bevorzuge. Von Rheine ging es nun Richtung Ochtrup. Die Sonne schien und es wurde wärmer. Die Temperaturen kletterten auf zweistellige Werte. Ich fuhr alleine weiter meine Runde. Viele Fahrer konnten nicht mehr hinter mir sein. Aber durch wenige und kurze Pausen würde ich trotzdem in der Zeit bleiben, hoffte ich.



Die Felsenmühle bei Ochtrup ist ein beliebter Motorradtreff, aber Samstag Mittag war auch hier noch nicht viel los, trotz gutem Wetter.
Ich genoss auch lieber das Rauschen des Windes und das Singen der Vögel, als das Dröhnen der Motoren. Nur schnell ein Schnappschuss im vorbei fahren. In Ochtrup war dann wieder mehr Verkehr, aber ich kam schnell durch und verließ die Stadt dann gerne schnellstmöglich um die Einsamkeit der Landstraße zu genießen. Es herrschte relativ wenig Verkehr auf den kleinen Straßen außerhalb der Siedlungen.



An einer schmalen asphaltierten Straße dann ein Beispiel für schöner Wohnen in einer Wanderhütte. Leider hatte ich nur Zeit für ein Foto und musste weiter. Sah aber echt gemütlich aus und lud eigentlich zu einer Pause ein. Aber ich sah meine Zielzeit gefährdet und machte mich wieder auf den Weg.



Die nächste größere Ortschaft war Epe. Hier kam ich an der alten Baumwollspinnerei Germania vorbei. Die Gebäude um 1900 stehen unter Denkmalschutz. Ein Teil wurde wohl leider von einem Brand vor ein paar Jahren dahingerafft. Um die weitere Nutzung der Gebäude ist eine Diskussion entbrannt. Die beiden Germania-Türme sah ich jedenfalls schon von weitem. Ein interessantes Gelände. Ich verließ Epe und wurde kurz darauf von einer Vierer-Gruppe Liegeradfahrer überholt. Die fuhren relativ gemütlich, aber ich konnte ihrem Tempo nicht folgen.



Galloway-Rinder auf der Weide sind im Münsterland kein alltäglicher Anblick. Deshalb nahm ich mir Zeit die Tiere mit den coolen Frisuren zu fotografieren. Die zweite offizielle Kontrolle in Alstätte erreichte ich kurz nach 14 Uhr. In einem Café traf ich die Liegeradfahrer und einen weiteren Fahrer wieder. Ich bestellte zwei Stücke Apfelkuchen und ein Kännchen Kaffee. Das sollte mit 20 Minuten meine längste Pause sein. 106 km standen auf meinem Tacho. Also gut die Hälfte der Strecke war geschafft. Hier holte ich mir noch den Stempel für die Kontrolle und fuhr zusammen mit den Liegeradfahrer los. Die entschwanden bald meinem Blick. Es hatte keinen Zweck dran zu bleiben, ich musste mir meine Kräfte gut einteilen. Auch 100 km waren kein Pappenstiel. Über Ottenstein führte mich der Track nun nach Süden. Langsam hatte ich zu kämpfen. Ich merkte das es knapp werden würde die Runde zu Ende zu fahren. Aber ich hatte zum Glück etwas Zeitreserve. Hinter mir dürfte zu diesem Zeitpunkt Niemand mehr gewesen sein. Ich erreichte Gescher am Nachmittag. Noch ca. 20 km bis Heiden, der letzten Kontrolle. Endlich gegen 17 Uhr erreichte ich nach 150 km Heiden und holte mir den ersehnten Stempel in einem Supermarkt. In der Bäckerei davor traf ich noch einen Fahrer, der gerade aufbrach. Ich beschloss eine kurze Pause zu machen und mir eine heiße Schokolade zu gönnen. Noch ca. gut 50 km sollten doch unter 3 Stunden zu schaffen sein, dachte ich optimistisch. Nach der Stärkung fuhr ich durch Reken und Maria Veen. Die Gegend kannte ich bereits durch einige RTF.



Langsam fuhr ich in den Sonnenuntergang. Noch ein paar letzte Fotos, solange noch Gelegenheit war. Weiter über Rorup Richtung Nottuln.
Keine Zeit mehr für eine Pause obwohl ich merkte das ich langsamer wurde. Mir schwante das es mit 20 Uhr knapp werden würde. Aber eigentlich auch egal da Zielschluss erst um 21:30 Uhr war. Das würde ich wohl auf jeden Fall schaffen.



Im Sonnenuntergang dann nochmal eine Windmühle auf einem Hügel. Weiter ging es bergauf. Wer denkt das das Münsterland ganz flach ist... Aber das schrieb ich wohl schon öfters.



Dann war die Sonne weg und man sah den Mond. Irgendwie auch schön. Noch war etwas Restlicht vorhanden, aber ich fuhr natürlich längst mit Beleuchtung und Warnweste. Mein Navi hatte auch schon auf Nachtdisplay umgeschaltet. So kurbelte ich hinein in die Dunkelheit. Das Gefühl um jeden Kilometer kämpfen zu müssen nahm zu. Ich war bereits ziemlich fertig. Keine Spur von der Leichtigkeit mit der ich ein Jahr zuvor dem damals starken Gegenwind getrotzt hatte. Mir fehlte dieses Mal einfach die Kraft und auch etwas Ausdauer. Aber ich würde ins Ziel kommen. Das war gar keine Frage. Die Frage war nur wann, denn ich wurde deutlich langsamer und mein Schnitt sank. Alles Kopfsache, sagte ich mir. Also gingen alle mir bekannten Durchhalteparolen durch den Kopf. Gegen 208 km und gut 1000 Höhenmetern erreichte ich um 20:25 Uhr das Ziel in Münster. Ben, der Veranstalter war noch da und wollte gerade zumachen. Ich händigte ihm meine Karte aus und konnte noch auf Toilette gehen. Dann verabschiedeten wir uns und ich räumte das Rad ins Auto. Im benachbarten Supermarkt konnte ich mich mit Brötchen und vegetarischem Belag, nebst Getränken versorgen. Dann stand mir eine Stunde Heimfahrt mit dem Auto bevor.

Fazit: Die Strecke war gegenüber letztem Jahr etwas geändert, aber richtig schön. Das Wetter war super. Frühling wie er im Buche stand.
Ich war eigentlich noch nicht richtig fit, hatte gegenüber dem Vorjahr ein Defizit. Trotzdem kam ich rechtzeitig ins Ziel, auch wenn es vor allem zum Schluss echt hart war. Das hatte trotz des langsamen Tempos nichts mehr mit lockerem pedalieren zu tun. Für den 300er Brevet Anfang April muss ich noch deutlich fitter werden. Gegenüber dem Vorjahr war meine Durchnittsgeschwindigkeit um mehrere km/h niedriger. Das sind Welten. Mein gutes altes Peugeot von 1989 hat sich wieder hervorragend geschlagen. Kein einziger Defekt, keine Panne warf mich weiter zurück.
Ach ja, am Sonntag stand ich dann wieder früh auf um mit schweren Muskeln RTF in Dortmund zu fahren. Nur nicht zu sehr ausruhen. Immer am Ball bleiben.
lg Jennifer

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