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Dienstag, 14. März 2017, 10:28

Sölder Frühling

12.03.2017

Nach dem anstrengenden Brevet am Samstag sollte am Sonntag lockeres pedalieren auf der ersten RTF des Jahres auf dem Programm stehen.
Ich machte mich Morgens bei frühlingshaftem Wetter (Sonne und Temperaturen bis 15 Grad) mit meinem gerade fertig gewordenen Yellow Bird auf den Weg ins benachbarte Aplerbeck. Die Muskeln fühlten sich noch recht schwer und zäh an. Aber da musste ich durch. Am Startort angekommen meldete ich mich an und traf dann auf einige bekannte Gesichter. Unter anderem Klaus-Peter mit dem ich mich eine Weile unterhielt. So verquatschten wir uns ein wenig und beschlossen um 20 nach 10 Uhr die 76 km Strecke zusammen zu fahren, ganz gemütlich.



Von Aplerbeck ging es zunächst über ein paar kurze aber für mich noch schmerzhafte Rampen vorbei an Sölde und dann hoch nach Asseln.
Am Anfang waren die Beine wie eine Mischung aus Gummi und Beton, aber ich merkte das sich die Muskeln nach ein paar Kilometern bereits lockerten. Das Tempo war dann doch ein wenig höher als zunächst veranschlagt. Doch ich kam immer mehr in Tritt, zumal sich das neue Rad sehr gut fuhr. Nach etlichen Kilometern holte ich Gabi ein. Günter war weiter vorne auf der gleichen Strecke wie wir, aber den holten wir nicht mehr ein. Vielleicht sah ich die Beiden noch im Ziel.



Nach einem kleinen Schlenker Richtung Scharnhorst fuhren wir vorbei an Grevel und machten einen Schlenker nach Osten, vorbei am Lanstroper Ei. Mittlerweile lief es ganz gut und auch an Steigungen konnte ich größtenteils mithalten. An einer Ampel traf ich auf Vera und Axel. Kurzer Plausch und dann ging es bei Grün weiter. An der Kontrolle trafen wir sie wieder. Doch kurz vor der ersten Kontrolle in der Nähe des Mühlenbruchs dann eine unschöne Szenerie. Polizei und Krankenwagen an einem Unfallort. Später landete noch ein Rettungshubschrauber, wie wir von der nahegelegenen Kontrolle beobachten konnten. Im Ziel erfuhr ich das einer der Teilnehmer verunglückt ist. Gute Besserung. Zumindest scheint er nicht in Lebensgefahr zu schweben, wie ich Montag erfuhr. Das machte auf jeden Fall mal wieder etwas nachdenklich.



An der Kontrolle gab es nicht mehr viel Verpflegung und so verzichtete ich. Der Veranstalter hatte wohl nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet.
Wir fuhren nach kurzer Pause weiter. Nach dem Überqueren der Seseke und der Unterquerung der A2 machte die Route einen Schwenk nach Kamen, um ab hier wieder Richtung Norden zu führen.





Am östlichen Rande von Rünthe fuhren wir weiter nach Hamm. Es lief ganz gut und ich fühlte mich erstaunlich fit. Auch die Wellen konnte ich mit Tempo fahren. Anscheinend hatte ich mich schon ein wenig vom Brevet erholt. Sicher waren wir nicht die Schnellsten, aber auch nicht die Langsamsten. Nicht das das wirklich wichtig war. Aber es gab mir Auftrieb.



Irgendwann kam dann das Gersteinwerk bei Hamm in Sicht. Das Kraftwerk ist eine weithin sichtbare Landmarke. Über Stockum ging es eine Steigung hoch nach Bockum. Was hatte ich mich da vor ein paar Jahren noch gequält. Jetzt kam mir die Steigung nur halb so wild vor.
Dann rechts abbiegen und größtenteils bergab Richtung Herringen. Jede Menge Glasscherben mahnten zu aufmerksamer Fahrt. Aber wir schafften es ohne Plattfuß. In Herringen hatte dann Mr. Sakura eine rote Fahne ans Gartentor gehangen. Leider sah ich ihn nirgends, sonst hätte ich zur Begrüßung kurz angehalten. Aber wir sind bestimmt auch bald mal wieder auf Tour.



Eine schöne kleine Allee führte uns aus Herringen heraus Richtung Süden. Der Scheitelpunkt der RTF war bereits in Bockum überschritten.
Unser Tempo hatte sich bereits bei einem Schnitt von über 23 km/h eingependelt. Es lief richtig gut, auch wenn ich jetzt langsam Rückmeldung von meinem Hintern bekam, das mit dem neuen Sattel was nicht stimmte. Ich ignorierte das zunächst. Dann eine längere leichte Steigung die ich hinter Klaus-Peter mit Tempo fuhr. Nach dem Überqueren der Bahnlinie war es dann allerdings als hätte mir Jemand nach ca. 50 km den Stecker gezogen. Obwohl es dann flach wurde und teilweise sogar leicht bergab ging, hatte ich keine Leistung mehr. Ich hatte einfach das Tempo zu hoch gehalten und bekam jetzt die Quittung. Auch der Hintern meldete sich jetzt immer öfter.



Mein neuer Yellow Bird schlug sich gut. Mit Schaltung und Bremsen kam ich prima zurecht, nur die Position des Sattels muss ich noch mal überarbeiten oder es muss ein Anderer her.



So erreichten wir dann etwas langsamer die zweite Kontrolle. Auch hier sah es bezüglich Verpflegung mau aus. Ich bekam noch zwei Brotkonfekt und Klaus-Peter teilte mit mir seinen Käse. Danke dafür. Die Pause fiel etwas länger aus. Auch Vera trafen wir hier kurz wieder. Axel war vorher auf die kürzere Strecke abgebogen. Nach der Pause fuhren wir weiter, ich immer öfters im Stehen oder im leichten Wiegetritt, um meinen malträtierten Hintern zu entlasten. Aber es waren nur noch ca. 20 km bis ins Ziel. Vorbei an Derne und Süd-Kamen erreichten wir Afferde. Das Tempo war jetzt etwas langsamer da ich einfach Probleme mit dem Sitzen hatte. Schließlich erreichten wir in Wickede wieder Dortmunder Gefilde. Über Neuasseln ging es zurück nach Aplerbeck wo wir nach 78 km und 600 Höhenmeter um 14:30 Uhr eintrafen. Der Schnitt betrug immerhin noch 22 km/h. Lag also genau auf meinem Vorjahresniveau. Immerhin 485 Teilnehmer sprachen für eine gute Beteiligung und einen gelungenen Saisonbeginn.

Viel los war im Ziel nicht mehr. Ich setzte mich bei Kaffee und Kuchen noch mit Klaus-Peter zum quatschen hin. Später kamen dann Vera und Axel noch. Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg nach Hause. Insgesamt 91 km standen dann mit Hin- und Rückfahrt auf meinem Tacho. Über 300 km am Wochenende insgesamt. Für mich ein tolles Wochenende bei schönem Frühlingswetter. Auch wenn ich von der Form her letztem Jahr noch etwas hinterher hinke. Aber das kommt in den nächsten Wochen schon. Insgesamt entsprach die Streckenlänge mehr meinem Trainingsstand. In den nächsten Wochen stehen dann allerdings die 112er Strecken bei den RTF auf dem Programm. Ich brauche einfach mehr Kilometer in den Beinen. Und da ich in der Woche keine Zeit zum Fahren habe, bleiben nur die Wochenenden. Die letzten Jahre ging es ja auch.
lg Jennifer

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Dienstag, 21. März 2017, 09:08

Regentag

18.03.2017

Das Wetter an dem Samstag Mitte März konnte man nicht ernsthaft als Radfahrwetter bezeichnen. Regen und teilweise heftige Sturmböen ließen viele Menschen lieber zu Hause bleiben. Die Temperaturen waren mit 8 bis 12 Grad aber noch erträglich. Trotzdem machte ich mich Morgens auf den Weg von Dortmund nach Erftstadt, wo an dem Tag die einzige RTF stattfinden sollte. Als ich nach regenreicher Fahrt mit dem Auto dort ankam, war es so leer das ich dachte die Veranstaltung wäre abgesagt worden. Das erwies sich zu meinem Glück als Irrtum. Nach einer kurzen Kaffeepause ging ich um 9:30 Uhr, gut gegen den Regen gerüstet, alleine auf die Strecke. Kleckerweise kamen noch ein paar andere Fahrer. Aber viel war nicht los. An den Regen gewöhnte ich mich schnell, aber die Windböen waren, vor allem wenn sie von der Seite kamen, nicht ungefährlich. Der Alurahmen meines Yellow Bird schien da empfindlicher zu sein wie die filigranen Stahlrahmen die ich sonst fuhr. Raus aus Lechenich wurde es sehr ländlich und die Landschaft bot viel Weitblick, aber wenig Windschutz. Ganz weit am Horizont sah man die Ausläufer der Voreifel.



Dann ging es durch die ersten kleinen schönen Orte. Groß-Vernich widerspricht aber seinem Namen und war schnell durchfahren.
Viele dieser Orte leiden durch starken Autoverkehr, vor allem wenn auf der nahegelegenen A1 Stau ist. Dann ist es mit der Dorfruhe vorbei. Kann verstehen das die Anwohner dann sauer werden, wovon etliche Spruchbänder und selbstgemachten Schilder kündeten.



Nach knapp 30 km dann die erste Kontrolle in Ramershoven. Ich hatte mir aufgrund meiner niedrigen Geschwindigkeit überlegt doch nur die 75 km statt der 115 km zu fahren. Muss ja nicht mit der Brechstange sein. An der Kontrolle war nichts los und ich erfuhr das lediglich bisher 15 Fahrer vorbei gekommen waren. Kurzer Schnack, ein warmer Tee und weiter ging es.



In den Dörfern war nach wie vor nichts los. Entweder fuhren die Leute mit dem Auto zum einkaufen, oder sie bleiben zu Hause. Aber idyllisch war es an diesem regnerischen Samstag Vormittag. Nach der Kontrolle nahm der Regen an Intensität zu und ich hatte öfters Gegenwind. Keine schöne Kombination. Dafür führte die Strecke immer näher an die Voreifel heran. Meine Hoffnung war wenigstens einige der Hügel noch mitnehmen zu dürfen. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit hatte sich mittlerweile bei 21 km/h eingependelt. Ein paar wenige Höhenmeter wurden mir dann doch noch gegönnt. Aber es waren sehr dezente Steigungen.



Entlang der Bahnstrecke der Erfttalbahn in Rheder führte die Route zu einer alten verfallenen Fabrik. Hier wurde nichts mehr produziert. Aber irgendwie hatte das alte Gemäuer Charme. Das Gelände gehört der Firma Kalff die seit dem 19. Jahrhundert Verbandsstoffe herstellt. Direkt neben die alte verfallene Fabrik, wurden moderne Produktionsstätten gebaut.



Ein Anbau wäre eine tolle Radwerkstatt, wenn einem dort nicht gerade das Dach auf den Kopf fallen würde. Schade das man nicht mehr draus macht, sondern alles verfallen lässt. Ich mag diese alten Industriegebäude.



Der Blick auf die nun nahe Voreifel weckte irgendwie Lust auf Urlaub. Sommer, Sonne und schöne Radwanderungen. Der Himmel sagte leider etwas anderes und so fuhr ich schnell weiter. Jetzt führte die Strecke wieder ins Flache und machte eine Schleife um Euskirchen. Immer noch wurden vor allem asphaltierte Feldwege und kleine Landsträßchen befahren. Alles in recht gutem Zustand, anders als bei uns. Einfach nur schön die Streckenführung. Bei gutem Wetter wäre der Genuss zwar noch größer, aber ich hatte mich ans Wetter gewöhnt. Zwischendurch war es sogar mal für eine knappe Stunde trocken.



Nach 60 km nahte die 2. Kontrolle und ich machte mir ob des Ortsschildes schon große Sorgen. Irresheim klang jetzt nicht so unbedingt vertrauenswürdig. Aber meine Bedenken waren unbegründet. Alle waren nett und überhaupt nicht....
Dieses Mal traf ich noch ein paar andere Teilnehmer, die ich teilweise schon kannte, und so verweilte ich etwas. Doch nach ein wenig Unterhaltung warteten die letzten 15 km auf mich. Hier war die Streckenteilung zur 115 km Route, aber mein Entschluss stand fest.



Rein nach Lechenich hatte ich mich dann irgendwie verfahren. Auf meinem Navi war die lange Strecke, die einen anderen Rückweg hatte. Aber dank einer netten Fußgängerin kam ich nicht nur auf den Weg zum Ziel, sondern passierte auch noch ein paar Lechenicher Sehenswürdigkeiten.




Das Stadttor wurde mittlerweile nur noch von Fußgängern benutzt. Im Mittelalter hat man wohl nicht mit dem späteren Autoverkehr gerechnet. Aber schön das man es hat stehen lassen und nicht wie in so vielen Städten abgerissen hat.



Dann eine rote Telefonzelle. War ich jetzt doch in London gelandet? Wartete der Brevet London-Edingburgh-London auf mich?
Ich war gar nicht vorbereitet. Doch dann Entwarnung. Ich war immer noch in Lechenich und fuhr die Promenade am Rotbach entlang.



Die Promenade führte mich dann an einem scheinbar verwunschenen Schloss entlang. Sofort kam mir das Märchen von Dornröschen in den Sinn.
Doch es handelte sich um die Landesburg Lechenich der Erzbischöfe von Köln aus dem 14. Jahrhundert. Das Ganze war als Wasserburg gebaut und im 16. Jahrhundert schlossähnlich ausgebaut worden. Heute ist es nur noch eine Ruine.

Gegen 13:30 Uhr traf ich nach 77 km mit einem Schnitt von 21 km/h im Ziel ein. Nach der provisorischen Reinigung des Fahrrades meldete ich mich ab und setzte mich bei Kaffee und Kuchen noch zu ein paar Erftstädter Vereinsmitgliedern. Die Cafeteria war ansonsten ziemlich leer. Lediglich 81 Starter/innen hatten sich in Lechenich eingefunden. Das tat mir für den Verein echt leid. Ganz so schlimm war das Wetter dann auch nicht, auch wenn der Wind ein bisschen Kraft gekostet hatte. Aber richtige RTFler und Randonneure fahren bei jedem Wetter.
lg Jennifer

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Mittwoch, 22. März 2017, 08:54

Gegen den Wind

19.03.2017

Am Sonntag sah der Wetterbericht genau so bescheiden wie am Samstag aus. Trotzdem machte ich mich auf den Weg nach Herne.
Der Regen auf der Hinfahrt ließ nichts Gutes erwarten. Aber immerhin war mehr los als am Tage zuvor im Rheinland. So traf ich auf einige bekannte Gesichter wie Gabi und Günter, Harald, Ralf und Dieter. Nach der Anmeldung ging es um kurz nach 9 Uhr alleine auf die Strecke. Die Anderen waren kurz zuvor gestartet, oder noch nicht unterwegs. Parallel zu den 3 RTF-Strecken gab es auch zwei CTF-Strecken für die Mountainbiker und Crosser. Dieter war mit seinem Cyclocross dort unterwegs.

Da Gabi und Günter vor mir waren, fuhr ich etwas flotter um sie vielleicht noch einzuholen. Zunächst ging es an der alten Zeche "Unser Fritz" vorbei um dann den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher zu überqueren. Durch die Resser Mark führte der Weg nach Westerholt. Nach Marl wurden dann noch der Datteln-Hamm-Kanal und die Lippe passiert. Gabi hatte ich nach ein paar Kilometern erreicht, aber Günter traf ich erst an der ersten Kontrolle an der Frentroper Mark. Hier trafen dann auch Harald und Ralf ein. Während ich mich noch kurz verpflegte, machte sich Günter bereits wieder auf den Weg. Mit Harald und Ralf folgte ich dann kurze Zeit später. Wir schlossen nach ein paar Kilometern auf Günter auf und fuhren bis zur Streckenteilung zusammen. Der Regen hatte mittlerweile ganz aufgehört, aber aufgrund des Rückenwindes war uns klar was uns auf der Rückfahrt erwartete. An der Streckenteilung fuhren Ralf und Harald auf die 115er Strecke und ich machte mich mit Günter auf den Rückweg der 74 km Tour. Der Scheitelpunkt war kurz hinter Barkenberg. Nun ging es gegen den Wind. Vor allem die Sturmböen machten uns zu schaffen. Trotzdem waren wir immer noch einigermaßen flott unterwegs. Über Lippramsdorf führte uns die Route wieder Richtung Herne.




An der zweiten Kontrolle bei Lippramsdorf kam ich dann endlich mal dazu Fotos zu machen. Viel war hier nicht los.



Mein armer Yellow Bird war trotz Schutzblechen ganz schön eingesaut. Aber das gehörte bei dem Wetter halt dazu. Nach kurzer Pause machten wir uns auf die letzten knapp 30 Kilometer bei ordentlich Gegenwind. Wir passierten Polsum und erreichten über Bertlich und Resse am Mittag nach knapp 73 km mit ca. 400 Höhenmetern und einem Schnitt von 23 km/h das Ziel in Herne-Wanne. Hier kümmerte ich mich erst einmal um die wenigstens grobe Reinigung meines Rades.



Dann meldete ich mich ab und der gemütliche Teil begann. Ofenkartoffeln mit Kräuterquark und ein alkoholfreies Weizen sorgten für körperliches Wohlbefinden. Dazu kamen das ein oder andere Gespräch in gemütlicher Runde.



Drinnen war es jedenfalls sehr viel gemütlicher wie draußen. Uns so verquatschte ich mich wieder mal, während sich nach und nach immer mehr Teilnehmer verabschiedeten. Am Nachmittag machte ich mich dann auch auf den Weg nach Hause.



Die Strecke ins Münsterland war wie immer schön zu fahren, wenn auch teilweise etwas holprig. Aber das ist mittlerweile dort normal. Das Profil war leicht wellig und ich hatte den Eindruck das meine Fitness, trotz Gegenwind und der ein oder anderen Steigung, langsam besser wird. Insofern war die Entscheidung für die kürzere Strecke richtig. 320 Teilnehmer waren für Herne jetzt nicht so viel, aber angesichts des Wetters noch in Ordnung. 151 fuhren die RTF und 169 die CTF.
lg Jennifer

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Sonntag, 26. März 2017, 21:33

Kaffeefahrt

25.03.2017

Da für den Samstag Kaiserwetter angesagt war, 14 Grad und 11 Stunden Sonnenschein, und bei mir keine Radsporttermine anstanden, fuhr ich die erste Genussrunde Richtung Münsterland. Das gerade zum Tourengeländerenner umgebaute MTB sollte einer "kleinen" Probefahrt unterzogen werden. Kurz vor 8 Uhr ging es zunächst vom Dortmunder Süden vorbei an Rennbahn und Hauptfriedhof Richtung Unna. Über kleine Landstraßen und asphaltierte Feldwege führte mich der Weg vorbei an Massen und dann zwischen Unna und Königsborn, wo ich auf die alte Bahntrasse Max-von-der-Grün-Weg wechselte. Diese führte mich unter anderem an den Resten der Klöckner Werken vorbei. Die Qualität der Wege und Straßen war mir ziemlich egal, da die 2 Zoll breiten Reifen und die Federgabel so einiges glattbügeln konnte.



Die Trasse führte mich nun Richtung Hamm über die Seseke. Kurz vor Bönen verließ ich die Trasse und es ging wieder über kleine verkehrsarme Straßen. Dann erreiche ich mein erstes Ziel süd-östlich von Hamm, wo ich um 10 Uhr Spike abholte. Einige andere Mitfahrer mussten leider krankheitsbedingt absagen. Spike fuhr mit seinem Eigenbau auf Basis eines alten Peugeot Renners, auch wenn man das nicht mehr erkannte. Ich gab den nächsten Track in mein Navi und los ging es. Komischerweise kam mir einiges an der Strecke vom Hinweg bekannt vor, obwohl wir eigentlich Richtung Norden hätten fahren sollen. Nach ein paar Kilometern war klar das ich den Track vom Hinweg wieder aktiviert hatte. Na gut, ein paar extra Kilometer. Nun fuhren wir aber Richtung Norden. Bis zum Stadtrand von Hamm war es noch sehr ländlich.



Dann führte uns die Route zum und durch den Hammer Hafen. Hinter dem Hafen überquerten wir erst den Datteln-Hamm-Kanal und kurz darauf die Lippe. Weiter ging es an der Geinegge entlang. Der Weg hatte es in sich und mit schmalen Reifen wäre das sicher ein Abenteuer geworden.
Aber mit meiner Chimäre machte es richtig Spaß und es ging flott voran. Am Bahnhof Bockum-Hövel ging es dann wieder über eine kleine asphaltierte Straße vorbei. Insgesamt war nicht viel los. Die meisten Leute waren wohl noch einkaufen.



Hier am Rande des Ruhrgebiets zum Münsterland findet man neben den ländlich geprägten Dörfern und Bauernhöfen auch noch wenige Zeugen der industriellen Vergangenheit des Ruhrgebiets. Doch irgendwie wirken diese Konstruktionen sehr skurril in der grünen Landschaft.



Gegen 12 Uhr erreichten wir das Eishaus in Drensteinfurt. Hier wollten wir Toto treffen, der auf seiner eigenen Runde unterwegs war. Das Eishaus ist schon legendär und ein beliebter Treffpunkt für Radler. Aber gegen Mittag war noch nicht so viel los und so brauchten wir nicht lange Schlange stehen für das erste Eis des Jahres (jedenfalls für mich). Neben ein paar gewöhnlichen Sorten gibt es auch extravagante Kreationen und sogar sehr leckeres veganes Eis. Wir setzten uns draußen in die Sonne, schleckten Eis und quatschten. Ich liebe diese Geselligkeit beim Rad fahren. So verging fast eine Stunde bevor wir wieder aufbrachen. Für Spike und mich sollte es weiter nach Lüdinghausen gehen. So verabschiedeten wir uns von Toto.



Auf der Ortsstraße dann noch die Statue eines Pferdes, des westfälischen Wappentieres. Und gerade im Münsterland haben Pferde noch einen hohen Status.



Unterwegs sah ich dann noch zwei Passagiere, glaube es waren Plüschbären, die in einer Fahrradrikscha auf ihren Fahrer warteten.
So eine Tour mit einer Rikscha hätte auch mal was. Wir erreichten Ascheberg und folgten meiner Route nun nach Lüdinghausen. Burg Vischering sollte unser nächstes Ziel sein. Dieses erreichten wir dann am Nachmittag gegen 15 Uhr.



Im Burggarten fand sich das Denkmal eines Kiepenkerls. Das waren in alten Zeiten in der nördlichen Hälfte Deutschlands Händler die umherzogen und ihre Waren in einem großen Korb auf dem Rücken transportierten. Echt ein harter Job, der aber den Handel in Schwung hielt und für die damalige Versorgung der Bevölkerung wichtig war. Supermärkte oder so gab es ja noch nicht. Das Wort Kiepe leitete sich von dem Transportkorb auf dem Rücken ab.



Die Burg Vischering wurde bereits im 13. Jahrhundert als Wasserburg gebaut und nach einem Brand im 16. Jahrhundert wieder aufgebaut und zum Schloss umgestaltet. Die Burg ist noch Heute im Besitz der Familie Droste zu Vischering. Als wir dort ankamen war der innere Burghof wegen Renovierung geschlossen. Einmal durchwischen als Frühjahrsputz reicht bei so einem alten Gemäuer natürlich nicht. Da muss auch schon mal mehr gemacht werden um die Burg für kommende Generationen zu erhalten. Wir setzten uns draußen ins Café des vorderen Burghofes und genossen Kaffee und Kuchen. War ja schließlich eine Genusstour.



Vor der Weiterfahrt noch kurz ein Foto vor der Georgskapelle, die zur Burg gehört. Etwas Beistand von oben kann man immer brauchen.



Aus Lüdinghausen heraus ging es entlang der Stever, die wir dann ein paar Kilometer später Richtung Dortmund-Ems-Kanal verließen.
Hier hatten wir dann teilweise ordentlich Gegenwind.



Am Kanal sah ich schon von weitem etwas das wie ein riesiger Lenkdrachen aussah. Beim näher kommen erwies es sich als ein Geländeskater mit Kiteschirm. Erstaunlich was der, einschließlich Sprüngen, so alles drauf hatte. Jeder genoss das schöne Wetter halt auf seine Weise. Es sah auf jeden Fall spektakulär aus.



Zwischen Olfen und Selm bogen wir dann nach Osten ab und erreichten Bork. Hier verabschiedete ich mich von Spike. Er musste weiter Richtung Osten, ich nach Süden. Von Bork fuhr ich zunächst Richtung Waltrop, bog dann aber nach Brambauer ab. Hier hatte ich dann eine Begegnung der dritten Art. Schwebte da über den Bäumen ein Ufo? Wurde ich Zeugin des ersten Kontaktes mit Außerirdischen?
Nein, es war viel profaner. Ich erblickte lediglich die Spitze des Förderturms der ehemaligen Zeche Minister Achenbach in Lünen-Brambauer. Die eigenwillige Form hat der Turm dem bekannten Designer Luigi Colani zu verdanken. Also nichts mit extraterrestrischer Völkerverständigung. So setze ich meinen Weg unbekümmert fort.



Von Norden her kommend passierte ich den Fredenbaumpark und den Hafen von Dortmund. Nun ging es durch die Nordstadt. Auch wenn Dortmund eher als Malocherstadt bekannt wurde, gab es auch hier schon immer kluge Köpfe die sich um Bildung und Kunst verdient machten. Einer von ihnen war der Schriftsteller, Verleger und Publizist Dr. jur. Arnold Andreas Friedrich Mallinckrodt der 1825 verstarb. Nach ihm ist in Dortmund auch eine Straße benannt.



Natürlich kam ich auch an dem Dortmunder U vorbei, dem Wahrzeichen meiner Stadt schlechthin. Das Dortmunder U wurde in den 20er Jahren als Brauereiturm der Dortmunder Union Brauerei errichtet und war damals das erste Hochhaus der Stadt. Obwohl die Innenstadt im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, blieb der Turm standhaft. Deshalb hatte er für die Dortmunder immer einen hohen Symbolwert. Nach dem Niedergang der Brauerei verfiel der Turm so langsam und es wurde sogar überlegt ihn abzureißen. Dagegen bildete sich eine Künstler- und Bürgerinitiative und der Abriss wurde nicht nur verhindert, sondern der Turm wurde umgebaut und beheimatet Heute nicht nur das renommierte Ostwall Kunstmuseum, sondern auch andere künstlerische Einrichtungen. Beliebt bei der Bevölkerung sind auch die Videos von Adolf Winkelmann, einem Dortmunder Regisseur, die oben über spezielle Projektionsflächen (LED-Röhren) laufen.



Dann fuhr ich über den Königswall vorbei an Bahnhof und Fußballmuseum. Die Route führte danach Richtung Osten, vorbei am Ostfriedhof, wo ich wieder einen Schwenk nach Süden machte und dann heimatliche Gefilde erreichte. Nach 146 km mit knapp 19 km/h Durchnittsgeschwindigkeit erreichte ich noch im Hellen mein Zuhause. Es war eine richtig schöne Tour bei tollem Wetter und über schöne Strecken. Vieles kannte ich schon, aber es waren auch ein paar neue Straßen dabei. Mit meiner Chimäre bin ich vollauf zufrieden. Das Rad ist zwar mit gut 15 kg etwas schwer, fährt sich aber sehr gut, ist zudem bequem und einfach ein gutes Tourenrad. Die Lenkerendhebel von Dia Compe sind nicht nur qualitativ und optisch toll, sie lassen sich auch gut bedienen.
lg Jennifer

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Montag, 27. März 2017, 11:39

Die Unvollendete

26.03.2017

Sonntag sollte das Wetter eigentlich so gut werden wie am Samstag, aber der Morgen nach der Zeitumstellung empfing mich mit sehr bewölktem Himmel. Trotzdem lud ich mein Peugeot ins Auto und fuhr Richtung Westen nach Ratingen-Lintorf. Hier war der Start für die RTF "Zwischen Rhein und Ruhr" des RSV Düsseldorf-Rath/Ratingen. Die Gegend kannte ich gut, da ich einige Kilometer nördlich von hier in Duisburg geboren und etwas weiter im Süden in einem größeren "Dorf" mit knapp 600.000 Einwohnern (zumindest steht das Dorf im Namen) aufgewachsen bin. Um 9:30 Uhr ging ich auf die 111 km Strecke. Klaus-Peter begleitete mich bis zur Streckenteilung nach knapp 10 km. Dann fuhr ich alleine weiter. Zunächst führte die Strecke nach Angermund um dann einen südlichen Schlenker nach Kalkum zu machen. Hier war alles sehr ländlich geprägt, obwohl die Düsseldorfer City nur ein paar Kilometer entfernt war.





Mittlerweile hatte sich die Sonne auch durch die Wolken gekämpft und es wurde langsam wärmer. Die dicken Wolken hatten sich verzogen und leichten Schleierwolken Platz gemacht. Kaiserswerth wurde leider nur gestriffen und die Strecke führte rheinaufwärts bis hinter Lohausen. Hier ging es auf der Flughafenbrücke über den Rhein.



Nach der Brücke passierte ich Meerbusch und machte einen Bogen um Strümp herum. Weiter fuhr ich durch Ossum und am östlichen Rand von Krefeld vorbei.



Nach ca. 33 km dann die erste Kontrolle in Gellep-Stratum. Ich verpflegte mich kurz und füllte meine Trinkflasche auf. Kurz bevor ich wieder losfuhr kam eine ganze Gruppe von dem Erftstädter Verein an, bei dem ich eine Woche zuvor gestartet war. Dann ging es mit frischem Schwung wieder auf die Strecke.



Mein Peugeot Cologne und ich schlugen uns bisher ganz gut mit einem Schnitt von über 25 km/h.



Die Strecke führte mich wieder durch bekanntes Gebiet. Den Hafen von Uerdingen hatte ich früher schon öfters durchquert.



Auch die alte stählerne Hafenbrücke passierte ich schon des öfteren. Hoffe sie bleibt noch lange erhalten.



Doch dann musste ich den Rhein auf der Krefeld-Uerdinger Brücke wieder überqueren und es ging ins Landesinnere. Also mal wieder Abschied nehmen von Vater Rhein. Bis zum nächsten Mal.



Seit ein paar Kilometern fuhr sich das Hinterrad etwas komisch. Ich hatte das Gefühl mir einen Höhenschlag eingefangen zu haben. Da war also demnächst eine Runde auf dem Zentrierständer nötig, so dachte ich. Doch es wurde hinten immer holpriger und schließlich schwammig. Ein Plattfuß bei Serm. Na ja, die Sonne schien und es war einigermaßen warm und ich lag gut in der Zeit. Was sollte mir da die Laune verderben? Doch als ich den Schaden näher in Augenschein nahm, entdeckte ich das der Conti-Reifen an der Flanke über der Felge seitlich gerissen war. Natürlich hatte ich ausgerechnet jetzt keinen Ersatzreifen dabei. Murphys Law. Ich zog dennoch einen neuen Schlauch ein und pumpte vorsichtig auf. Mit wenig Druck fuhr ich langsam weiter. Der Schlauch kam zwar etwas an der Seite raus, aber hielt. Doch daran die Strecke zu Ende zu fahren war nicht zu denken. Es waren noch über 50 km und nur eine Frage der Zeit bis der neue Schlauch platzte. Also blieb mir nur der Abbruch.



An der Kapelle am Heltorfer Schloss holte ich mir noch etwas Beistand von oben und machte mich dann vorsichtig über Angermund auf den Rückweg nach Lintorf, wo ich am frühen Nachmittag immerhin aus eigener Kraft eintraf. 59 km mit einem Schnitt von immerhin noch knapp 22 km/h trotz Schleichfahrt konnte ich noch verbuchen. Da ich immerhin einen Kontrollstempel vorweisen konnte, bekam ich einen Punkt in meine Wertungskarte für die 45 km Strecke eingetragen. Wenigstens keine komplette Nullnummer. Komischerweise hatte ich immer noch gute Laune. Das lag wohl am Wetter und der Tatsache das ich nicht schieben musste. Eine Belohnung in Form von Kaffee und Kuchen und in der Sonne sitzen gab es natürlich trotzdem. Die 200 km Marke hatte ich dieses Wochenende ja trotzdem geknackt. Und ein Memo an mich: Ab jetzt immer einen Ersatzreifen mitführen. Habe zwar erst zweimal einen gebraucht, aber beide Male hatte ich keinen dabei.
lg Jennifer

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Samstag, 1. April 2017, 18:32

Über den Haarstrang zur Möhne

31.03.2017

Der letzte Tag im März war ein Freitag und wie der Name schon sagte, hatte ich frei. Das Wetter war zwar zunächst noch bewölkt, aber mit 20 Grad schon ziemlich warm. Da ich einmal im Jahr die lange RTF-Strecke von meinem Verein abfahre, schien mir das der günstige Tag zu sein. Die Tour startete in Aplerbeck, das ich über Phönix-West und den Emscherweg erreichte. Als Rad hatte ich wieder meine Chimäre gewählt, die langsam aber sicher zu meinem Tourenrad avancierte. Eine gute Wahl wie sich im Verlauf der Strecke herausstellen sollte. Von Aplerbeck führte mich die Route über Sölde und dann hoch durchs Sölder Holz. Über die A1 erreichte ich Hengsen. Weiter ging es nach Opherdicke und vorbei am gleichnamigen Wasserschloss Haus Opherdicke.



Hier ist für mich immer das Tor zum Haarstrang. Das bedeutet schmale Straßen mit wenig Verkehr und viele Hügel.



Die Aussicht war teilweise grandios. Die Straße zwischen Altendorf und Dellwig war es leider nicht. Der Asphaltbelag war weg und der unwegsame Untergrund aus grobem Schotter war nichts für Rennradreifen. Zum Glück hatte ich meine Chimäre mit robusten 50 mm Reifen und Federgabel dabei. Da weit und breit keine Bauarbeiter zu sehen und zu hören waren, nahm ich den direkten Weg durch die Baustelle. Hoffe das die in knapp zwei Monaten dann auch fertig sind, wenn unsere RTF statt findet.



Von Dellwig ging es dann mal wieder länger berghoch nach Strickherdicke. Aber natürlich erwarteten mich noch jede Menge Anstiege.
Schließlich war die Strecke nicht flach.



Im Zickzack führte die Route nun über den Haarstrang, mit teilweise grandiosen Ausblicken. Die Sonne kämpfte sich auch tapfer durch die Schleierwolken. Da hier oben auch immer ein guter Wind wehte, sah ich viele Windräder. Hatte das Gefühl das es immer mehr wurden. Auf jeden Fall prägen sie die Landschaft schon sehr.



Immer wieder passierte ich kleine Dörfer und Gehöfte. Hier wird noch intensiv Landwirtschaft betrieben.



Von Bausenhagen führte der Weg nach Schlückingen. Mittlerweile hatte ich schon einige Höhenmeter in den Beinen. Entsprechend gebremst war mein Tempo. Unweit von Bremen ging es durch Ruhne. Nein, ich war nicht im hohen Norden. Das Bremen auf dem Haarstrang war ungleich kleiner wie das in Norddeutschland.



In Niederense stieß ich dann das erste Mal auf die Möhne, die mich hinter Günne zum Möhnesee führte. An der Staumauer machte ich dann traditionell eine Pause. Hier habe ich schon als Kind beim Sonntagsausflug in den 60er Jahren mein Eis geschleckt. Doch dieses Mal gab es lediglich Energieriegel und Apfelschorle. Nach der Pause ging es weiter am See.



In Delecke musste ich feststellen das es den netten Radladen nicht mehr gab. Der Laden war komplett leer und es gab keinen Hinweis auf einen Umzug. Sehr schade, die hatten ganz interessante Sachen, auch für Rennradler und Randonneure.



Die Bauarbeiten auf der Brücke Arnsberger Straße waren noch nicht ganz abgeschlossen, aber auf der einen Seite erstrahlte das Brückengeländer in völlig neuem Glanz. Das hatte schon fast was südländisches. Zumal die Sonne jetzt auch kräftig schien. Ein sehr schönes Blau.



Dann hieß es einen letzten Blick auf den See zu werfen und Abschied zu nehmen. Auf der Straße Richtung Breitenbruch entfernte ich mich vom Möhnesee.



Die ein oder andere Steigung erwartete mich jetzt im Wald. Langsam setzte auch der Berufsverkehr ein, was die Frequenz motorisierter Fahrzeuge erhöhte. Am Wochenende war die Route angenehmer zu fahren.



Über Niedereimer und Bruchhausen erreichte ich Nehheim-Hüsten. Weiter fuhr ich durch Lürbke und Oberoesbern. Hier gab es eine tolle Aussicht auf das Ruhrtal am späten Nachmittag.



Dieses mal bin ich nicht am Segelflugplatz Barge bergab vorbeigerauscht, sondern habe einen kurzen Fotostopp gemacht. Leider war gerade kein Flugbetrieb. Der Flugplatz liegt inmitten der Hügel hinunter zum Ruhrtal.



In Windeseile ging es dann durch das Dorf Barge hinunter ins Ruhrtal, wo ich ruhrabwärts fuhr. Ein letzter Blick auf die Hügel die das Ruhrtal zum Sauerland hin begrenzen und auch davon Abschied nehmen. Aber die Hoffnung das es nun ausschließlich flach weiter ging, konnte ich begraben. Ein paar Höhenmeter kamen noch.



Vorbei an Fröndenberg durchquerte ich Halingen und Rheinen. Die Steigung nach Geisecke hoch hatte es dann wieder in sich.
Also flach war es in den Dortmunder Süden wahrlich nicht. Noch einmal hieß es Kraft sammeln um die Steigung nach Sölderholz zu meistern. Nun ging es schon auf den Abend zu, aber die letzten Kilometer lagen vor mir. Nach ein paar kleineren Steigungen erreichte ich Aplerbeck und folgte der Emscher über den Phönixsee nach Phönix-West und damit nach Hause, wo ich nach 20 Uhr in der Dämmerung ankam.

Hier war im wahrsten Sinne die Hölle los. In der Nachbarstraße hatte ein Mann wohl aus Rache (er war gekündigt worden) mit Hilfe von Gas ein Haus in die Luft gejagt. Wie ich am nächsten Tag erfuhr ist dabei eine Bewohnerin ums Leben gekommen. Das trübte die Freude über die schöne Tour natürlich erheblich und machte mich sehr nachdenklich. Wie schnell manche Menschen doch durchdrehen und Andere dann mitreißen.

Noch die Daten von der Tour. Ich kam auf knapp 130 km mit gut 1.000 Höhenmeter und einem Schnitt von lediglich 17 km/h. Dies ist meiner mangelnden Fitness in Verbindung mit den Höhenmetern geschuldet.
lg Jennifer

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Sonntag, 2. April 2017, 19:34

Platt übers Land

02.04.2017

Während ich mich Freitag noch über den Haarstrang gequält hatte, sollte es am Sonntag bei der RTF "Övert platte Land" von Bochum aus ins Münsterland gehen. Doch anders als der Titel verhieß, war die Strecke mit ca. 600 Höhenmetern nicht unbedingt flach. Ich richtete mich auf jeden Fall auf eine späte Zielzeit ein, da ich auf dem Haarstrang doch einige Federn ließ. Allerdings fiel die Samstag RTF in Grefrath einem Stau auf der A40 zum Opfer, so dass ich umkehrte und den Samstag ziemlich ruhig verbrachte. Nur hier und da ein bisschen an meinen Rädern schrauben, ansonsten eher faulenzen. Trotzdem kam ich Sonntag nicht wirklich gut aus dem Bett. Na, das konnte was werden. Pünktlich traf ich in Bochum ein und meldete mich bei Ralf an. Der durfte nicht selber fahren, sondern arbeitete für seinen Verein. Dieses Mal hatte ich meinen Yellow Bird dabei.



Kurz nach 8 Uhr ging ich alleine auf die Strecke. Es war bewölkt und mit 11 Grad etwas kühl, aber nicht kalt.



Nach ein paar Straßen führte mich die Route aus Bochum-Gerthe hinaus ins Ländliche. Zunächst ging es überwiegend bergab oder gerade und es rollte gut. Nach kurzer Einfahrtzeit schlug ich ein ordentliches Tempo an, bezweifelte aber das ich es bis ins Ziel durch hielt. So kam ich zunächst gut voran. Ich passierte Holthausen, überquerte zweimal den Rhein-Herne-Kanal und erreichte über Habinghorst schließlich Henrichenburg, wo ich den Kanal ein drittes Mal überquerte. Leider verließ ich mich dann auf die Route auf meinem Navi und übersah die Abbiegepfeile. Die Strecke war anders ausgeschildert als mein alter Track anzeigte und ich fuhr ein paar Kilometer extra bevor ich umkehrte. Leider zog ich noch zwei Fahrer in die falsche Richtung mit. Sorry Jungs. Wieder auf der richtigen Strecke ging es über Horneburg Richtung Oer-Erkenschwick. Hinter Rapen erreichte ich früh die erste Kontrolle. Hier traf ich Harald und Jupp aus Moers. Sie fuhren kurz vor mir los. Nach der Kontrolle startete ich eine kleine Aufholjagd um die beiden einzuholen. Das gelang mir nach einiger Zeit auch, aber ich war so in Schwung das ich direkt durchzog und zu einer kleinen Gruppe weiter vorne sprang. Dabei zog ich noch einen Fahrer mit und wir erreichten die Vierergruppe mit zwei Fahrern aus Erftstadt, die ich schon öfters bei RTF traf. Wir durften uns anschließen. Mit ordentlichem Tempo ging es weiter. Ich erholte mich erst einmal ein wenig von meinem Zwischensprint und fuhr im Windschatten.

Wir überquerten den Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe. Mittlerweile war es etwas wärmer und die Sonne versuchte durch die Wolken zu kommen. Östlich passierten wir Haltern. Hinter Lavesum kamen dann einige längere Steigungen und ich musste abreißen lassen. Der Windschatten bot mir keine Vorteile mehr im Vergleich zu der Kraft die es mich kostete dran zu bleiben. Ich fuhr mein eigenes Tempo, was aber für meine Verhältnisse immer noch recht flott war. Harald und Jupp zogen in einer größeren Gruppe an mir vorbei, waren aber ebenfalls zu schnell für mich.



Kurz vor Klein Reken erreichte ich die zweite Kontrolle. Hier traf ich die Fahrer aus der Gruppe wieder und auch auf Harald und Jupp.
Ein gutes Zeichen für mich das ich flott unterwegs war, auch wenn ich nicht ganz mithalten konnte. Nach sehr kurzer Pause fuhr ich weiter und beinahe in die falsche Richtung. Die Straßen den Berg hoch sahen aber auch zu interessant aus. Ich folgte den Erftstädtern in die richtige Richtung, musste aber bereits in Klein Reken wieder abreißen lassen. Ab hier fuhr ich wieder alleine, was mir aber nichts machte. Ich fühlte mich erstaunlich gut und wartete immer noch vergeblich auf einen Einbruch.



In Lembeck kam dann der Wendepunkt der RTF. Ab hier fuhren wir wieder Richtung Bochum. Einige Steigungen warteten noch auf mich, das wusste ich. War die RTF ja schon öfters gefahren. Über Lippramsdorf rollte es ganz gut. Meine Zuversicht stieg das ich zeitig ins Ziel kam.
Hinter Hamm-Bossendorf dann die nächsten Steigungen. Doch noch immer hatte ich genug Kraft.



In der Nähe von Sinsen erreichte ich dann die 3. Kontrolle um 12 Uhr. Von hier rechnete ich noch mit ca. einer Stunde Fahrt.
Also kurze Pause und ein paar Fotos gemacht. Während der Fahrt kam ich dieses Mal nicht dazu. Das war dem hohen Tempo geschuldet.
Immer noch fühlte ich mich sehr fit und war guter Dinge. Sollte meine Form Heute so einen großen Sprung nach vorne gemacht haben?
Aber lieber nicht vor dem Ziel freuen, ca. 24 km waren es noch. 90 km waren schon auf dem Tacho.



Meinen treuen Yellow Bird habe ich natürlich auch noch ein Foto spendiert. Das Rad fährt sich richtig gut. Ein richtiges Racebike.
Mit meinem neuesten Aufbau bin ich mehr als zufrieden.



Weiter ging es. Jetzt war quasi Endspurt angesagt mit wechselnden Beteiligungen. Immer wieder fanden sich kleine Gruppen zusammen, zerfielen aber auch wieder. Am Rande von Oer führte mich der Weg nach Essel. Suderwich und Röllinghausen waren die weiteren Stationen. Ab Holthausen kam es dann noch mal ganz dick. Eine längere Steigung jagte die nächste. Aber auch die meisterte ich, wenn auch die steileren Stücke immer noch nicht so meine Sache waren. Um kurz nach 13 Uhr erreichte ich das Ziel. Hier war schon einiges los, aber ich war für meine Verhältnisse recht früh drin, da Schlusszeit erst um 15 Uhr war. Ich verstaute mein Rad im Auto, zog mir die verschwitzten Trikots aus und bequemere Schuhe an.



Dann meldete ich mich ab und holte mir die drei Punkte bei dem gut gelaunten RSF Bochum Team. 623 Teilnehmer sind auch ein Grund zur Freude. Mittlerweile waren es auch draußen 17 Grad und die Sonne schien.



An der Kuchentheke versorgte ich mich mit Kaffee und Kuchen. Das hatte ich mir redlich verdient. Die Daten die mein Radcomputer ausspuckte waren mehr als gut. Die mit dem Verfahrer 114 km und 600 Höhenmeter absolvierte ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 25 km/h. So schnell war ich in den letzten Jahren auf dieser Strecke noch nie. Und ich war noch nicht einmal richtig kaputt. Anscheinend hatte ich in der letzten Zeit doch die richtigen Entscheidungen vorgenommen und den selbst erzeugten Druck weg genommen. Und ich hatte anscheinend am Sonntag extrem gute Beine. Die Durchschnittsgeschwindigkeit hatte ich von Anfang bis Ende durchgehalten. Ein gutes Zeichen.





Ich setzte mich draußen in die Sonne um meinen Kuchen zu genießen. Doch was war das? Da buddelte doch ein Marzipanhase in meinem Kuchen herum. So eine Frechheit. Zur Strafe aß ich ihm erst einmal die Möhre weg. Der Kuchen war auf jeden Fall sehr lecker. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg nach Hause. Ein toller RTF Tag ging zu Ende.
lg Jennifer

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Samstag, 8. April 2017, 23:12

Gefräßige Monster

08.04.2017

Mit dem Titel sind weder meine hungrigen Mitfahrer noch ich gemeint. Aber dazu später mehr. Am Samstag fuhr ich in meine alte Heimatstadt Düsseldorf um dort am Rhein Erft Giro teilzunehmen. Kurz nach 10 Uhr startete ich mit Ralf auf der langen 110 km Strecke. Bis zur Streckenteilung begleitete uns noch Klaus-Peter. Zunächst führte die Strecke zum Rhein und dann über die Fleher Brücke auf die andere Seite. Es waren so um die 10 Grad mit zunächst geschlossener Wolkendecke und ein bisschen diesig. Wir fuhren rheinaufwärts nach Uedesheim und Sankt Peter. Nachdem wir die ersten Kilometer alleine gefahren waren schlossen wir uns einer zügig fahrenden Gruppe an, die immer größer wurde. Da es viel über asphaltierte Feldwege mit wenig Verkehr ging, war das aber kein Problem. Schnell kamen wir auf einen 27er Schnitt. Da ich mich gut fühlte fuhr ich zwischendurch auch mal Lücken zu damit die Gruppe nicht zerfiel. Dann kam bei Allrath die Vollrather Höhe. Auf ein paar Hundert Metern ging es gut 80 Höhenmeter bergauf. Hier zerfiel die Gruppe dann doch. Ich schlug mich ganz gut, konnte mit den Schnellsten aber nicht mehr mithalten. Trotzdem machte es Spaß zu merken das ich anscheinend fitter wurde. Auch wenn mein Gewicht nicht nennenswert runter ging, nahm meine Kraft offensichtlich langsam wieder zu. Bergab ging es zur ersten Kontrolle in Frimmersdorf. Danach kam die Streckenteilung und wir verabschiedeten uns von Klaus-Peter, der die 77er Route fuhr. Eine zweite Auffahrt auf eine Halde folgte. Auch diese meisterte ich einigermaßen.

Wir folgten der langen Strecke nach Bedburg. Die meiste Zeit fuhren wir alleine oder schlossen uns für einige Zeit einer kleinen Gruppe an. So erreichten wir nach 55 km Jackerath. Von hier aus ging es in eine Sackgasse zur 2. Kontrolle direkt am Skywalk vom Tagebau Garzweiler. Hier konnte man ein gigantisches Loch in der Erde bestaunen. Und jetzt komme ich auf den Titel zurück. Wie gefräßige Monster fraßen sich die Braunkohlebagger durch die Erde. Einerseits beeindruckend, aber andererseits auch beklemmend, wenn man die Schattenseiten kannte.





Zumindest der Skywalk war interessant und eine gute Kulisse um das Rad abzulichten.



Wir verpflegten uns und nahmen ein paar Infobroschüren über den Start der Tour de France im Juli in Düsseldorf mit. Dann ging es weiter und wir verließen den Tagebau.



Dafür führte uns die Strecke durch ein Geisterdorf. Die Bewohner wurden zwangsumgesiedelt um das Dorf abzureißen und den Braunkohlebaggern mehr Land zum fressen zu geben. So ging es mit vielen Dörfern bereits vorher. Tausende Menschen verloren ihre Heimat und ihr Elternhaus. Höfe die bereits seit Generationen in Familienbesitz waren mussten aufgegeben werden. Viele Menschen verloren ihren Geburtsort. Das macht mich jedes Mal wieder sehr traurig. Davon abgesehen das das Ganze eine Menge Geld kostet um einen zweifelhaften Energielieferant wie Braunkohle mit einem immensen Aufwand zu fördern.



Ein Teil des Dorfes war bereits abgerissen und die Abrissbagger fraßen sich weiter durch.



Verlassende Straßenzüge sind in unserer Welt schon sehr irritierend. Ob irgend jemand von den Verantwortlichen darüber nachdenkt was er den Menschen damit antut?



Auch die schöne alte Kirche, die Jahrhunderte überstanden hat, ist bereits von Gott verlassen.



Etwas traurig und nachdenklich fuhren wir weiter. Ralf war mit dem MTB mit Geländereifen unterwegs und musste dem langsam Tribut zollen. So leistete ich immer öfters die Führungsarbeit und reduzierte das Tempo etwas. Wir waren jetzt meistens alleine unterwegs. Ab und zu überholten wir einzelne Fahrer oder wurden von einer Gruppe überholt. Bei Mönchengladbach wurde es dann wieder etwas hügeliger, mit einigen stärkeren Anstiegen. Aber noch immer hatte ich genug Kraft diese in vernünftigen Tempo zu meistern. Ich war selber erstaunt welche Fortschritte ich in den letzten Wochen gemacht hatte. Noch Mitte März war ich ziemlich schlapp den Brevet in Münster gefahren. Immer wieder kamen wir an blühenden Rapsfeldern vorbei, die gut dufteten. Nicht ganz so gut wie die Lavendelfelder in der Provence, aber immerhin.
Nun fuhren wir von Odenkirchen über Bedburdyk nach Hemmerden. In Kapellen erreichten wir dann die 3. und letzte Kontrolle. Nach der Kontrolle waren es noch 19 km. Über Holzheim, Reuschenberg und Gnadental erreichten wir wieder den Rhein, genau an der Stelle wo die Erft in den Rhein mündete.



Noch ein kurzer Fotostopp und dann musste ich mich wieder vom Anblick des Flusses losreißen an dem ich geboren bin. Es heißt ja schließlich Vater Rhein. Schon meine Großmutter, mein Großvater, und mein Vater wurden zwischen Rhein und Ruhr geboren. Ich könnte stundenlang den Schiffen auf dem Rhein zuschauen. Wie oft habe ich an diesem Fluss schon gesessen. Seufz.



Doch das Ziel rief und wir legten die letzten 4 km zurück. Über die Fleher Brücke erreichten wir nach knapp 110 km und 600 Höhenmeter mit einem Schnitt von noch 26 km/h den Sportplatz in Flehe. Diese RTF fuhr ich zum ersten Mal und war sehr angetan. Ich mag die Landschaft am Rhein und mit teilweise leichten Wellen und einige größeren Anstiegen war durchaus für Abwechslung gesorgt. Der Wind war nicht besonders stark, was ich auch anders kannte. Bis auf einige Ausnahmen zum Schluss hatten wir wenig Autoverkehr. Die Strecke fuhr sich sehr gut, wenn auch einige Straßen etwas holprig waren. Aber dieses Problem haben wir mittlerweile häufig in NRW. Die Radsportabteilung des DJK TuSA 06 Düsseldorf sorgte für gute Organisation und gute Verpflegung. 687 Teilnehmer fuhren auf den verschiedenen Strecken. Werde mir die RTF direkt für nächstes Jahr vormerken. Vielen Dank für diese schöne RTF.

Noch ein paar Worte zu meinem Yellow Bird. Ich war wieder begeistert wie direkt und sportlich sich dieses Rad fährt. In engen Kurven erwies es sich als sehr wendig, trotzdem fuhr es geradeaus sehr spurstabil. Der Vortrieb beim Wiegetritt war deutlich besser wie bei meinen Stahlrahmen, was für die Steifigkeit des Alurahmens spricht. Die Sitzposition ist deutlich sportlicher mit mehr Sattelüberhöhung. Das spürt man beim Fahren, ohne das mir das Rad unbequem vorkam. Ich habe den subjektiven und auch durch die Zahlen belegbaren Eindruck das ich mit dem Rad etwas schneller bin wie mit meinem Peugeot.
lg Jennifer

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Dienstag, 11. April 2017, 10:07

Sonnenrunde

09.04.2017

Nach der tollen RTF in Düsseldorf am Samstag startete ich traditionell Sonntag in Haltern am See. Diese RTF gehört für mich zu denen die ich im Frühjahr auf jeden Fall fahre. Dieses Mal war das Wetter auch super. Morgens schon Sonne und Nachmittags 20 Grad. Beim Start gegen 8 Uhr war es mit nur 4 Grad aber fast noch frostig. Ich hatte mit Ralf verabredet das wir es nach dem flotten Tempo in Düsseldorf am Vortag etwas langsamer angehen lassen. Doch vom Start weg gab Ralf ordentlich Gas und ich konnte mit meinem Yellow Bird anfangs kaum folgen. Meine Muskeln waren noch kalt und ich spürte ein leichtes ziehen in der rechten Wade. Dazu fing es ein wenig hügelig an. So ließ ich nach ein paar Kilometern abreißen und fuhr mein Tempo. Einige Kilometer später wurden meine Muskeln warm und das ziehen verschwand auch. Wenig später hatte ich Ralf wieder eingeholt. So erreichten wir die erste Kontrolle in der Nähe von Rhade um 9 Uhr.



Ein Keks als Verpflegung, ein paar Schlucke trinken und weiter ging es. Das Tempo blieb jetzt relativ hoch, trotz aller guten Vorsätze. Ich fühlte mich aber trotz des anstrengenden Vortages sehr fit. Es lief einfach. Und so übernahm ich auch immer wieder Führungsarbeit. Das Profil der Strecke war jetzt sehr flach.



Vorbei ging es an Marbeck und Heiden. Dann am Lünsberg noch mal eine Steigung die ich mit Tempo fuhr. Ralf hatte schon etwas Mühe mit seinem MTB mitzuhalten, aber ich nahm dann oben Tempo raus. Bei Ramsdorf war es dann aber wieder schön flach und es rollte gut. Ich hielt mich etwas mit dem Tempo zurück, damit Ralf im Windschatten bleiben konnte. War selber erstaunt wie gut es bei mir lief. Nach einer Schleife Richtung Südlohn erreichten wir wieder in der Nähe von Ramsdorf um 10 Uhr die zweite Kontrolle. Mein Tacho zeigte ein Durchschnittstempo von deutlich über 26 km/h an. Noch mal schneller als in Düsseldorf, obwohl wir nur zu zweit unterwegs waren. Hier verweilten wir ein paar Minuten länger, da Ralf einen ehemaligen Vereinskollegen von Gelsenkirchen-Buir, Werner traf. Ich entledigte mich meine Langarmtrikots und der Armlinge und fuhr mit kurzem Trikot und 3/4 Hose weiter. Ein bisschen Sonnenbräune konnte sicher nicht schaden. Die Temperaturen lagen jetzt bei angenehmen 15 Grad. Die Sonne bekam Kraft.





Danach ging es zu dritt weiter. Werner hatte Mühe unserem Tempo zu folgen und so reduzierte ich die Geschwindigkeit. Auch Ralf musste dem bisherigen Tempo Tribut zollen. Ein MTB ist halt kein Rennrad. Er meinte ich solle einfach fahren, aber ich wollte die kleine Gruppe zusammen halten. Wir passierten Gescher südlich und erreichten den Wendepunkt der Strecke.
Das Profil war nur leicht wellig und ich konnte die leichten Steigungen mit vollem Tempo fahren. Dadurch taten sich immer wieder Lücken auf. Diese nutzte ich um mal ein paar Fotos in Aktion zu machen. Nach 75 km zeigte mein Tacho immer noch einen Schnitt von 26 km/h an.



Ralf fuhr mit seinem schweren "Eimer" das ganze Wochenende. Da wäre ich echt kaputt gegangen. Aber war sicher ein gutes Krafttraining.



Dann hatten wir noch den "Berg des Schreckens" bei Reken vor uns. Hier ging es richtig berghoch. Im oberen Bereich wurde es dann für münsterländische Verhältnisse noch einmal steiler. In den letzten Jahren tat ich mich an dieser Steigung immer schwer. So früh im Jahr war ich anscheinend noch nicht fit genug. Dieses Mal flog ich dort fast hoch und ließ die Anderen deutlich hinter mir. Oben hielt ich an und machte Fotos.



Danach ging es etwas flacher hoch und es folgte eine rasante Abfahrt, bevor es in Reken noch mal eine kurze Steigung zur dritten Kontrolle gab.
Hier traf ich unter anderem Vera aus Wuppertal. Nach ein paar Fotos und etwas Unterhaltung fuhren wir weiter.





Es ging noch ein bisschen bergauf, aber die Steigungen hatte ich von den Vorjahren schwerer in Erinnerung. Ralf musste jetzt langsam dem Tempo Tribut zollen und ich wartete öfters auf ihn und Werner. Dadurch ging das Tempo noch mal runter, was mir aber völlig egal war. Wie oft mussten Ralf und andere Mitfahrer schon auf mich warten, weil ich nicht mithalten konnte. Momentan lief es halt bei mir ganz gut. Zum Ziel waren es keine 20 km mehr. Über Laversum erreichten wir dann gegen Mittag wieder Haltern am See. Unterwegs trafen wir dann auch wieder auf Vera.



Im Ziel standen dann 101 km mit 400 Höhenmetern und einem Schnitt von immerhin noch 25,5 km/h auf dem Tacho. Ein sehr guter Wert, vor allem wenn man den Tag davor mit einbezieht. Ich hätte selber nicht gedacht das ich diese Leistung bereits an zwei Tagen hintereinander abrufen konnte. Die Formschwäche des Frühjahresanfangs schien mehr als überwunden zu sein. Ich fühle mich bereits jetzt stärker als letztes Jahr, was die Zahlen auch eindrucksvoll belegen. Dadurch habe ich dann für meine Marathon und Brevets wieder Reserven, die mir im März noch fehlten.

1020 Teilnehmern fuhren in Haltern am See. Das ist schon mehr als beachtlich und ein großer Erfolg.
Da ich gerne im Münsterland fahre wird die RTF auch nächstes Jahr wieder in meinem Kalender stehen. Eine ganze Weile saß ich noch draußen in der Sonne und unterhielt mich mit Vera und Axel. Am frühen Nachmittag trat ich dann den Nachhauseweg an. Ein tolles und erfolgreiches Radsportwochenende ging zu Ende.
lg Jennifer

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Freitag, 14. April 2017, 16:50

Karfreitag Wanderfahrt

14.04.2017

Traditionell veranstaltete mein Radsportverein RuMC "Sturm" Hombruch 1925 e.V. am Karfreitag eine Wanderfahrt. Das Wort Wanderfahrt bezieht sich mehr auf das gemütlichere Tempo und weniger auf die Länge der Strecke. Die war mit 34,4 km nicht wirklich lang. Um 10 Uhr ging es in Dortmund-Hörde auf der Nordkirchenstraße los. Die Fußwandergruppe war mal wieder in der Mehrzahl, aber immerhin fanden sich mit mir 6 Leute auf dem Rad.



Die Grundstrecke hatte Bernhard (der leider nicht mit fuhr) erstellt, ich habe sie lediglich digitalisiert und ein wenig variiert. Zunächst führte uns die Route vorbei am alten Stahlwerk Phönix-West. Hier ging es dann auf der alten Bahntrasse des "feurigen Elias", die zum Emscherradweg gehört rüber zum Phönixsee.



Hier sahen wir als erstes das alte Magazin des Stahlwerks Phönix-Ost. Dort sind jetzt Wohnungen. Wir fuhren am See vorbei. Zum Glück hielt sich der Fußgängerverkehr noch in Grenzen.



Nun folgte die Strecke dem Emscherweg durch Schüren und bis zum Haus Rodenberg in Aplerbeck. Weiter ging es an der Emscher entlang.



Schließlich führte uns der Weg immer mehr ländlich nach Holzwickede. Hier verließen wir die Emscher hin zur Sölder Straße.





Jetzt säumten Rapsfelder unseren Weg. Durch Holzwickede hindurch fuhren wir am Rande schließlich auf der Massener Straße um in einem Bogen wieder nach Holzwickede zu fahren. Dies durchquerten wir dann weiter nördlich. Parallel zur Emscher ging es dann auf der Rausinger Straße Stadtauswärts.



So erreichten wir Alt-Sölde und fuhren an Haus Sölde vorbei. Über den Sölder Kirchweg fuhren wir zurück nach Aplerbeck.
In Schüren stießen wir wieder auf den Emscherweg und fuhren dieses Mal am anderen Ufer des Phönixsees entlang. So erreichten wir den kleinen Hafen am Westufer. Viel war hier noch nicht los.





Über den Bahndamm erreichten wir dann wieder Phönix-West. Spontan beschlossen wir die Tour zu verlängern und fuhren über die westliche Bahntrasse zum Rombergpark. Hier wurde es etwas holpriger. Den Park passierten wir westlich und fuhren schließlich zwischen Rombergpark und Zoo zum Pferdebachtal. Das durchquerten wir in östliche Richtung und erreichten schließlich kurz vor 12 Uhr das Ziel, die Gaststätte Im Juistenkamp. Hier wollten wir uns mit den Wanderern treffen und gemeinsam zu Mittag essen. Nach und nach trudelten alle ein und die Tische füllten sich.



Für mich gab es lecker Spargel mit Kartoffeln. War mein erster Spargel dieses Jahr und entsprechend habe ich ihn genossen.
Gegen 14 Uhr löste sich die Gesellschaft dann auf.

Noch ein paar Daten zur Tour. Wir fuhren 34,4 km mit 120 Höhenmetern in einem Schnitt von 19,4 km/h.
lg Jennifer

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Sonntag, 16. April 2017, 17:40

Ostertour 2017

16.04.2017

Da am Osterwochenende radsportmäßig nicht viel los war (zum selber fahren), hatte ich schon ein paar Wochen vorher in zwei Tourenforen meine Ostertour vorgestellt. Geplant war von Dortmund zum Bochumer Westpark zu fahren und von dort die eigentliche Tour nach Dorsten zu starten. Es sollte überwiegend über alte Bahntrassen und kleine Straßen gehen. Leider war der Wetterbericht nicht ganz so positiv und so hatte ich einige Absagen. Seit dem Start gegen 8 Uhr begleitete mich leichter Regen. Um 10 Uhr fanden sich aber dann doch zwei Mitfahrer ein. Goradzilla hatte ich schon vorher in Dortmund aufgesammelt. In Bochum warteten wir dann noch auf Salamander, der durch eine Baustelle aufgehalten wurde. Anrados musste leider Morgens absagen da er mit Fieber im Bett lag. Noch einmal an dieser Stelle gute Besserung.



Viertel nach 10 Uhr konnten wird dann von unserem Treffpunkt in der Nähe der Jahrhunderthalle auf die Erzbergbahntrasse fahren. Bereits nach kurzer Zeit war meine Radbrille wieder durch den Regen beschlagen. Meine Chimäre mit den verlängerten Schutzblechen war auf jeden Fall die richtige Wahl bei dem Wetter. Wir fuhren über die S-förmige Hängebrücke, jedes Mal wieder ein Erlebnis. Nach dem Überqueren der A40 kamen wir dann an der alten Zeche vorbei. Der Förderturm ragte schon von Weitem heraus. Aber das ganze Gelände war gesichert wie ein Hochsicherheitstrakt mit hohem Zaun, Stacheldraht und Kameras.



Ein paar Kilometer weiter passierten wir Holgers Erzbahnbude, die am Samstag Vormittag noch geschlossen hatte. Bei dem Wetter war sowieso nicht viel los.



Wir folgten der Bahntrasse bis zum Gelsenkirchener Zoo Zoom. Dabei war die Strecke immer schön grün, obwohl wir durch eng besiedeltes Gebiet fuhren. Da die Trasse auch gut asphaltiert war, machte uns der Regen nicht so viel aus. Über eine Hängebrücke fuhren wir dann über den Rhein-Herne-Kanal und folgten meiner Route durch Gelsenkirchen-Erle und vorbei am Schalker Stadion. Dann wurde es wieder grüner und wir hatten links den Berger See und rechts das Schloss Berge. Hier war ich so optimistisch meine Regenkleidung abzulegen. Leider machte der Regen nur kurz Pause und legte dann wieder los. War halt Murphys Law (Gesetz des "Zufalls"). Irgendwie schien es mir öfters so zu gehen, von wegen Zufall.



So schön das Schloss mit Park auch war, wir mussten weiter. Jetzt wurde es nicht mehr ganz so schön, es ging durch die "City" von Buer. Nach einigen Kilometern wurde es dann nach der Halde Oberscholven und dem Kraftwerk Scholven doch wieder ländlicher und damit grüner.



Dann kreuzten wir einen sehr kleinen beschrankten Bahnübergang, dessen Schranken sich natürlich kurz vor uns schlossen.



Wir passierten einige Beispiel für schöner Wohnen. Ganz nett die Häuschen, aber mir zu einsam. In einem Bogen fuhren wir dann noch am Erlebnispark Movie World vorbei. Aber die Parkplätze sahen eher leer aus. Es regnete immer noch leicht.



Schließlich erreichten wir am späten Mittag unser Ziel in Dorsten. Wir fuhren zum Marktplatz, wo auch wirklich Markt war und schlossen unsere Räder an um über den kleinen Markt zu schlendern. Danach kehrten wir ein und es gab vegetarische Pizza und Kürbissuppe für mich. Mittlerweile hatte es dann auch aufgehört zu regnen und die Sonne meldete sich zaghaft durch die Wolken. Nach der Stärkung machten wir uns auf den Rückweg.



Abschied von der netten Innenstadt von Dorsten und interessante Begegnungen in der Fußgängerzone. Die Umgebung ist halt sehr ländlich geprägt.



Wir fuhren über kleine Landstraßen und asphaltierte Feldwege Richtung Kanal. Mittlerweile war es Nachmittag und der Regen schien nicht mehr zurück zu kommen. Das steigerte die Laune natürlich noch mal erheblich.



Ab und zu passierten wir mal eine kleine Ortschaft, ansonsten ländliche Idylle pur. So machte Rad fahren Spaß. Gladbeck passierten wir dann am westlichen Rand, wo sich der Verkehr in Grenzen hielt. Natürlich nahmen wir die Glatteiswarnung sehr ernst und fuhren ganz langsam um die Kurve. Also um ehrlich zu sein wäre ich vor Lachen fast vom Rad gefallen.



Schließlich erreichten wir den Nordsternpark am Kanal in Gelsenkirchen, das alte Buga-Gelände. Hier lungerte eine riesige Gestalt auf dem Dach des alten Turms herum. Was wie ein Monster aus einer anderen Welt anmutete war jedoch die Statue des Herkules vom bekannten Künstler Markus Lüpertz.



Das Amphitheater direkt am Kanal war auch schon Schauplatz grandioser Konzerte. Salamander erzählte mir das er hier schon mal Deep Purple live gesehen hat. Das war natürlich mal eine Hausnummer.



Nach der Überquerung des Kanals wichen wir von meiner ursprünglich geplanten Strecke ab und fuhren ein Stück den Kanal entlang.
Salamander kannte da eine Bahntrasse, den Nordsternweg der uns dann zwischen Essen und Gelsenkirchen zurück bringen würde. Die Trasse brachte uns direkt zur nächsten Trasse, der Kray-Wanner-Bahn. Dann trafen wir leider auf eine Baustelle mitten auf der Trasse ohne Umleitung. Am Rande der Baustelle fuhren wir dann auf einem schmalen und holprigen Pfad weiter und kamen nach ein paar hundert Meter wieder nach der Baustelle auf die Strecke. Glück gehabt. Mit dem Rennrad wäre der Pfad wahrscheinlich kein Zuckerschlecken, aber machbar gewesen, wenn man nicht zu empfindlich ist. Die Kray-Wanner-Bahn brachte uns wieder zurück zur Erzbahntrasse, genau an Holgers Erzbahnbude. Jetzt war auch offen, aber nicht viel los. Wir verabschiedeten uns von Salamander und Goradzilla und ich fuhren über den Westpark zurück nach Bochum.



Hier fotografierte ich zum ersten Mal den Nachbau der ersten Bochumer Ampel. Wie oft bin ich hier schon lang gefahren und gegangen ohne jemals ein Foto gemacht zu haben. Fand die Konstruktion auf jeden Fall witzig, aber in der Praxis sicher nicht so praktisch.
Von der Bochumer City ging es zunächst durch Altenbochum nach Bochum-Werne. Am Rande von Lütgendortmund verabschiedete ich mich dann auch von Goradzilla und machte mich auf den Nachhauseweg.



Über Somborn, Kley und Eichlinghofen ging es über Barop und Hombruch, vorbei am Rombergpark nach Hause, wo ich gegen 19 Uhr trocken ankam. Insgesamt hatte ich 131 km, knapp 600 Höhenmeter und einen Schnitt von 18 km/h auf dem Tacho (mit An- und Abfahrt). Die ersten vier Stunden regnete es leicht aber kontinuierlich, danach war es trocken und teilweise sogar etwas sonnig. Die Temperaturen lagen zwischen 8 und 12 Grad. Trotz des nicht ganz so optimalen Wetters war es eine schöne und unterhaltsame Tour. Genau das richtige fürs Osterwochenende. Die Gesellschaft meiner beiden Mitfahrer war angenehm und es gab viel zu erzählen. Und meine Chimäre hat mal wieder ihre Qualitäten als Reise- und Tourenrad unter Beweis gestellt.

Hier noch der Track von der Route Bochum-Dorsten-Bochum: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=uhgwdcbiyrjhuekd
lg Jennifer

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Mittwoch, 19. April 2017, 20:00

Die Permanente

17.04.2017

Bevor ich zur eigentlichen Tour komme, eine Erklärung verschiedener Begrifflichkeiten für die, die nicht im Breitensport unterwegs sind. Im Breitenradsport gibt es sogenannte RTF. Übersetzt wird das mit Rad Touren Fahrt oder Rad Touristik Fahrt. Damit soll ausgedrückt werden das es sich nicht um ein Rennen, sondern eher um eine sportliche Radtour auf nicht abgesperrten, aber ausgeschilderten Strecken handelt. Es gibt verschiedene Streckenlängen und je nach Länge und Art der Veranstaltung gibt es Punkte von 1 bis 6 für eine Jahreswertung. Aber man kann auch ohne entsprechende Wertungskarte einfach so als Trimmfahrer teilnehmen. In NRW finden sich bei gutem Wetter mehrere hundert bis über tausend Teilnehmer am Wochenende bei den RTF ein. Die RTF wird von Radsportvereinen in ihrer Region ausgerichtet und organisiert. Es gibt ein bis mehrere Kontroll- und Verpflegungsstellen. Die permanente RTF unterscheidet sich dadurch das sie nicht ausgeschildert ist, sondern mit Navi oder Wegbeschreibung an einem beliebigen Datum, auch in der Woche gefahren wird. Dies kann durch Gruppen, aber auch durch einzelne Fahrer erfolgen, ist also meist nicht so gesellig wie eine normale RTF. Dann gibt es noch eine Sonderform der Permanenten, die geführte Permanente. Hier organisiert der veranstaltende Verein ein oder mehrere Gruppen die unter ortskundiger Führung die Strecke abfährt. Meistens sind das Strecken zwischen 70 und 79 km, für die es zwei Punkte in der Wertungskarte gibt.

Am Ostermontag stand ich vor dem Dilemma das die Sprinter Waltrop die österliche RTF abgesagt hatten. Das Osterwochenende ohne Radsport? Das ging gar nicht. Zum Glück gab es da aber noch den RC Buer/Westerholt. Der sprang mit einer geführten permanenten RTF nach Raesfeld in die Bresche. Montag Morgen traf ich am Sportplatz in Gelsenkirchen-Hassel ein. Die Temperaturen bewegten sich nur wenige Grad über Null und es regnete. So stand ich einsam und alleine auf dem Parkplatz und lud mein 89er Peugeot Cologne aus und zog die Regenklamotten an. Zum Glück hatte ich den Track auf dem Navi und hätte auch alleine fahren können. Aber dann trafen doch noch einige Mitstreiter vom Gelsenkirchener Verein ein. Schließlich waren wir zu zwölft und brachen kurz nach 9 Uhr in zwei Gruppen auf. Die 7 Schnelleren wollten einen Schnitt von über 30 km/h fahren. Ich fuhr mit vier Anderen in der "langsamen" Gruppe. Einige kannte ich bereits von RTF oder CTF (die Geländeversion der RTF). Es begann mit lockerem Tempo und einem Schnitt von 23 km/h, der sich aber nach dem Warmfahren steigerte.



Nach ca. 17 km merkte ich dann das ich nicht mehr ganz mithalten konnte. Anscheinend war ich doch nicht so fit. Wir fuhren jetzt bereits einen Schnitt von 25 km/h. Das Tempo wurde reduziert und ein Teilnehmer fuhr hinter mir. Plötzlich meinte er das mein Schutzblech schleifen würde. Also hielt ich an um das zu richten. Das Hinterrad ließ sich kaum bewegen. Ich tippte auf die Bremse, die ich nachgestellt hatte. Aber die war es auch nicht. Dann stellte ich fest das das Hinterrad am Rahmen schliff. Ich hatte die Schnellspanner ausgetauscht und war offensichtlich beim Hinteren zu zaghaft beim festklemmen gewesen. Im Wiegetritt hatte sich das Hinterrad dann verschoben. Nachdem ich das Problem behoben hatte, konnte ich auch wieder problemlos ein höheres Tempo fahren. Die Welt war wieder in Ordnung und ich war doch fit.



Zunächst führte die Route nach Westen nach Kirchhellen. Hier in der Gegend war ich bereits bei meiner Ostertour am Samstag unterwegs.
Dann ging es über Hardinghausen nach Besten und hinter Gahlen über den Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe. Westlich passierten wir Schermbeck und erreichten schließlich den Wendepunkt in Raesfeld. Leider sah man vom dortigen Schloss nichts. Dafür hatte es endlich aufgehört zu regnen. Und die Sonne machte erste zaghafte Annäherungsversuche durch die Wolken.



Erstaunlich fand ich das meine Mitfahrer alle Räder von Rose fuhren. Ich hielt dafür mit meinem Stahlrenner Peugeot Cologne die Klassikerfahne hoch.



Am Tiergarten des Schlosses gab es dann die Kontrolle und gleichzeitig eine vorzügliche Verpflegung. Hier trafen wir gerade noch die schnelle Gruppe, die dann wieder aufbrach. Kaffee, belegte Brötchen, Ostereier, süße Riegel, Salzstangen und Müsliriegel ließen kaum Wünsche offen. Mir reichte ein Kaffee, ein paar Salzstange und ein Käsebrötchen. Ich konnte mich endlich der Regenklamotten entledigen und das ganze im kleinen Rucksack verstauen. Auch wurde es jetzt wärmer und die Temperaturen bewegten sich Richtung 10 Grad.



Mein Peugeot und ich waren froh als es weiter ging. Wer rastet der rostet. Das gilt auch gerade für alte Stahlrenner.



Die Strecke war mit Wald, Feldern und Wiesen sehr abwechslungsreich. Südwestlich von Raesfeld bogen wir kurz vor Marienthal nach Süden ab. Über kleine Landstraßen und asphaltierte Feldwege erreichten wir Drevenack. Vor Hünxe überquerten wir wieder die Lippe und den Kanal und richteten unsere Route nach Osten. In Kirchhellen erreichten wir wieder die Straße nach Gelsenkirchen. Das Ende unserer Tour war in greifbare Nähe gerückt.



Nach 73 km und 260 Höhenmeter erreichten wir den Sportplatz mit einem Schnitt von 25,5 km/h. Ich war froh mit der Gruppe fahren und auch mithalten zu können. Unterwegs hatten wir sogar noch Luft um uns zu unterhalten. Die Tour war wirklich sehr kurzweilig und der anfängliche Regen hat mich nicht gestört. Gehört im Frühjahr halt einfach dazu und härtet für die längeren Strecken und Brevets ab. Wenn man gerne Rennrad fährt, ist das Wetter eigentlich zweitrangig. Und mein Peugeot hatte mal wieder gezeigt das es keinesfalls zum alten Eisen gehörte, sondern auch noch mit moderneren Rädern mithalten konnte. Noch einmal vielen Dank an meine Mitfahrer und den Radsportverein RC Buer/Westerholt.
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Mittwoch, 19. April 2017, 20:53

Vielen Dank für den Bericht und die Erklärung zur RTF. Nun habe ich aber doch eine Frage: Richten sich die RTFs nur/ausschließlich an Rennrad-FahrerInnen oderkönnte ich auch mit meinem Trecking-Rad teilnehmen (mit niedrigerem Schnitt) ohne schief angeschaut zu werden?
(Bei Rad am Ring behauptete mal jemand, dass ich mit dem falschen Rad unterwegs sei!)
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Mittwoch, 19. April 2017, 21:36

Vielen Dank für den Bericht und die Erklärung zur RTF. Nun habe ich aber doch eine Frage: Richten sich die RTFs nur/ausschließlich an Rennrad-FahrerInnen oderkönnte ich auch mit meinem Trecking-Rad teilnehmen (mit niedrigerem Schnitt) ohne schief angeschaut zu werden?
(Bei Rad am Ring behauptete mal jemand, dass ich mit dem falschen Rad unterwegs sei!)


Da fahren so viele Leute mit schlechten Manieren und falscher Einstellung mit, das kannst Du nur positiv beeinflussen. :thumbsup:
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Mittwoch, 19. April 2017, 22:15

Vielen Dank für den Bericht und die Erklärung zur RTF. Nun habe ich aber doch eine Frage: Richten sich die RTFs nur/ausschließlich an Rennrad-FahrerInnen oderkönnte ich auch mit meinem Trecking-Rad teilnehmen (mit niedrigerem Schnitt) ohne schief angeschaut zu werden?
(Bei Rad am Ring behauptete mal jemand, dass ich mit dem falschen Rad unterwegs sei!)
Du kannst natürlich auch mit einem Trekkingrad teilnehmen. Oder mit einem Hollandrad. Klappräder und Liegeräder habe ich auch schon gesehen.
Bin RTF auch schon mit einem Schnitt von 18 oder 19 km/h gefahren, wenn ich nicht so fit war. Es gibt natürlich eine Schlusszeit bis zu der man drin sein sollte. Aber wenn die etwas überschritten wird, sieht man das auch nicht so eng. Für 110 km hat man in der Regel 7 Stunden Zeit (mit Pausen). Das geht eigentlich mit jedem Rad wenn es flach ist. Bei RTF sind sogar Pedelec (E-Bikes bis 25 km/h) zugelassen. Ob Dich einer deshalb schief anschaut kann Dir doch egal sein. Es gibt immer Leute die meinen sie wären etwas Besseres. Aber die Meisten sind nett. Ein Freund von mir fährt auch schon mal die 110 km mit einem MTB mit Geländereifen.

Die meisten fahren mit dem Rennrad. Aber manche vergessen leider auch das es sich nicht um ein Rennen handelt. Aber die ignoriere ich einfach. Man lernt eine Menge netter Leute bei RTF kennen die einfach gerne Rad fahren. Es gibt natürlich große Leistungsunterschiede. Aber dadurch findet man auch meistens Leute die das gleiche Tempo fahren. Ich möchte RTF nicht mehr missen. Habe dadurch schon richtig schöne Strecken kennen gelernt.
lg Jennifer

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Montag, 24. April 2017, 21:10

Die Unbeugsamen

22.04.2017

Samstag war mal wieder RTF-Zeit. Dieses Mal fuhr ich an den Niederrhein nach St. Tönis in der Nähe von Krefeld. Dort ging ich zusammen mit Ralf und Christina auf die 151 km Strecke. Unsere kleine Gruppe hielt die Fahne klassischer Stahlrenner hoch. Wir waren quasi die Gallier unter all den Carbon- und Alu-Römern.


Ralf fuhr mit einem geliehenen Koga Miyata aus Anfang der 90er Jahre.


Christina mit einem geliehenen Gios aus den 90ern.


Und ich mit meinem eigenen 89er Peugeot Cologne.

Viertel vor 10 Uhr ging es los. Das Wetter war typisch April. 7 bis 10 Grad, sehr wolkig und windig. Doch zunächst hatten wir Rückenwind und entsprechend schnell ging Ralf (wie immer) die Strecke an. Meine Muskeln wollten nicht so recht, aber ich hielt tapfer mit. Wir erreichten Reckenhöfe und fuhren weiter Richtung Vorst. Nach etwas über einer halben Stunde dann die einzige richtige Steigung kurz vor Oberbocholt. Ich konnte das Tempo von Ralf und Christina nicht mehr halten und ließ abreißen. Christina eilte uns bergauf davon. Ralf holte ich etwas später wieder ein und wir fuhren zu zweit weiter.



Ab und zu schlossen sich ein paar Mitfahrer für einige Zeit an. Unser Schnitt war mit anfänglichen Rückenwind relativ hoch. Knapp 28 km/h zeigte mein Tacho noch nach der ersten Kontrolle bei Lobberich an. Dort trafen wir auch Christina wieder.



Zu dritt ging es weiter durch die niederrheinische Ebene. Weite Landschaft wohin das Auge blickte. Schaag und Boisheim waren die nächsten Ortschaften an der Strecke.



Nach Dilkrath erreichten wir Berg, wo es aber irgendwie ganz schön flach war. So richtige Steigungen gab es auch nicht mehr auf der Strecke. Dafür starken Seitenwind gegen den wir kämpften.



Nach der zweiten Kontrolle irgendwo hinter Niederkrüchten erreichten wir Born. Trotz Seitenwind war das Tempo noch relativ hoch. Aber für Christina waren wir doch zu langsam. Sie schloss sich einer schnelleren Gruppe an.



Die Bewölkung nahm teilweise eine bedrohliche Farbe an, aber es blieb zum Glück trocken. "Schuld" daran war sicher der starke Wind.
Der machte uns auch bald als Gegenwind richtig zu schaffen. Da half nur Unterlenker und Kopf runter. So versuchte ich das Tempo einigermaßen hoch zu halten, was auch klappte. Bestimmt 30 km gab es nur Gegenwind. Aber ich merkte das ich mental und körperlich fit war.



So erreichten wir die 3. Kontrolle in Grefrath (in der Nähe vom Startpunkt der Grefrather RTF), wo wir Christina wieder trafen. Hier brauchte ich erst einmal etwas Stärkung. Dann ging es weiter zur vierten 150er Kontrolle bei Reckenhöfe. Unterwegs sammelten wir noch ein paar Fahrer ein. Der eine wollte eigentlich nur die 72er Strecke fahren und hatte schon deutlich mehr Kilometer auf der Uhr. Leider hatte er dann auch noch den Abzweig zur 111er verpasst. Viel war an der kleinen Kontrolle nicht los.



So fuhren wir zu dritt weiter auf der kleinen Schleife, die uns nochmal zur dritten Kontrolle in Grefrath führte. Nach einem Tee und etwas Smaltalk machten wir uns auf die letzten Kilometer ins Ziel. Christina hatte es eilig und verließ uns zügig. Ralf und ich kämpften uns gegen den Wind die letzten Kilometer ins Ziel.



Nach nur 141 km ohne Abkürzung erreichten wir das Ziel in St. Tönis. Ich hatte schon gehört das die Tour leider etwas kürzer war. Aber was soll´s.
260 Höhenmeter, mehr waren auf der flachen Strecke nicht drin. Dafür übernahm der Gegenwind den Part der bösen Römer. Doch wir Gallier trotzten ihm mit einem Schnitt von knapp 26 km/h. So schnell waren die Römer damals sicher nicht. Und wir mussten nicht einmal einen Zaubertrank anrühren um die Römer zu besiegen. Im Ziel trafen wir die schnelle Christina übrigens wieder.

Ach ja, ca. 430 Teilnehmer aus allen Ecken des römischen Reiches nahmen teil. Darunter auch drei unbeugsame Gallier. Nur 7 Teilnehmer davon (mit uns dreien) fuhren die lange Strecke.
lg Jennifer

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Dienstag, 25. April 2017, 09:45

Wind und Steigung

23.04.2017

Nach der langen Strecke am Samstag, war für Sonntag das Pendant in Unna geplant. Das sollten dann aber echte 150 km sein. Die Temperaturen waren ähnlich bei 6 bis 10 Grad, früh Morgens hatte es bereits geregnet und es waren weitere Schauer angesagt. Meine Muskeln fühlten sich vom Vortag noch etwas schwer an und Ralf ging es anscheinend ähnlich. Trotzdem wollten wir die 150er Strecke angehen. Christina war auch wieder da, aber dieses Mal mit einem moderneren Renner. Ralf und ich fuhren wieder Stahlklassiker. Ich hatte das Rad noch vom Vortag im Auto und war einfach zu faul zu wechseln.



Kurz nach 9 Uhr wurde die erste Gruppe auf die Strecke gelassen. Anscheinend gehörte es zu den Auflagen für die Genehmigung das wir nur in kleinen Gruppen auf die Strecke durften. Christina war schon in einer Gruppe vor uns gestartet und die sahen wir auch nicht wieder. Mir reichte das Tempo unserer Gruppe völlig aus. Zunächst ging es schön flach nach Lenningsen. Das Tempo war so das ich einige Fotos machen konnte.



Die Temperaturen waren anfangs noch ziemlich frisch und wir fuhren uns langsam warm. Die Wolken hatten sich aber etwas gelockert und die Sonne schien. Zum Glück waren die Straßen trocken, da ich im grenzenlosen Optimismus die Schutzbleche weggelassen hatte. Nach Lenningsen erreichten wir Flierich, wo es links in eine fiese Steigung ging. Hier musste ich dann abreißen lassen. Die Gruppe zerfiel und Ralf eilte mir davon. Später holte ich ihn dann auf flacher Strecke wieder ein.





Durch schöne Landschaft führte uns die Route. Ein sehr großer Stuhl stand markant in der Landschaft herum und lud zu einer Pause ein, doch wir hatten es eilig Süddinker zu erreichen. Dort gab es die erste Kontrolle. Unser Schnitt lag zu dem Zeitpunkt schon wieder bei über 25 km/h. Bis hierhin war es noch sehr locker.



Mein Peugeot verrichtete klaglos seinen Dienst. Trotzdem hatte ich ein schlechtes Gewissen meine anderen Räder so zu vernachlässigen. Die wollten schließlich auch gefahren werden.



Wir verpflegten uns erst mal und trafen noch auf ein paar bekannte Gesichter.



Weiter ging es nach Recklingsen und Berwicke. Noch war das Streckenprofil flach, aber der Haarstrang war schon in Sicht.
Mittlerweile war eigentlich klar das wir "nur" die 115er Strecke fahren würden. Man sollte es auch nicht übertreiben. Dunkle Wolken am Himmel drohten mit Regen. Aber noch hielt sich das Wetter.



Weitere Station war Hattrop, bevor wir durch Paradiese fuhren. Allerdings hatten wir uns das Paradies anders vorgestellt, nicht als kleines verschlafenes Nest, mit Pferden, Ponys und Ziegen. Hühner gab es wahrscheinlich auch und die sagten sich bestimmt gute Nacht, sobald es dunkel wurde. Irgendwie idyllisch. Also doch vielleicht ein Paradies? Viel Zeit darüber nachzudenken hatte ich nicht, denn jetzt ging es auf den Haarstrang hoch. Der anstrengende Teil der RTF begann. Lange Steigungen, zum Teil auch mal steiler und oben in der Höhe ordentlich Gegenwind ließen die Kräfte schwinden.



Meiningsen und Hewingsen wurden passiert. Der Schnitt sank langsam aber stetig. Die Muskeln meldeten sich kritisch zu Wort, aber für deren Befindlichkeiten hatte ich da gerade überhaupt keinen Sinn. Am Berg half gegen den Wind auch keine Unterlenkerposition mehr. Da half nur noch durchhalten. Was war ich froh nicht doch die 150er Strecke gewählt zu haben. Dort hatte es noch ein paar hundert Höhenmeter mehr. Nach Bittingen erreichte ich die ersehnte zweite Kontrolle in Bremen (nein, nicht die Hansestadt). Etwas Pause und sich stärken tat mir gut.

Nach der Kontrolle ging es ins Ruhrtal bis nach Wickede. Das Profil war sehr wellig, immer wieder mit längeren und manchmal auch steilen Anstiegen. Die meisten schaffte ich gerade so mit vorne 42 und hinten 28 als Übersetzung. Aber zweimal musste ich dann doch vorne aufs dritte Kettenblatt mit 30 Zähnen zurück greifen. Da ging mir einfach die Kraft aus. Ich war jetzt immer öfters alleine unterwegs, da Ralf am Berg deutlich stärker war. In Watringen verabschiedete ich mich von der Ruhr. Noch eine letzte größere Steigung und ich erreichte Ruhne. Ab hier ging es zunächst bergab und ich hatte Ralf nach einiger Zeit wieder in Sichtweite. Aber leider hatten wir auch vollen Gegenwind. Nächste Stationen waren Gerlingen, Mawicke und Westtönnen. Über Flerke und Scheidingen erreichte ich die dritte Kontrolle in Werl. Noch einmal eine kurze Pause und Kraft tanken. Der Himmel war jetzt bedrohlich dunkel geworden und es sah sehr nach Regen aus. An der Kontrolle traf ich auf Ralf, der aber vor mir wieder los fuhr und den ich nicht mehr einholen sollte. Je nach Richtung gab es heftigen Gegenwind oder Seitenwind. Die letzten 18 Kilometer schienen in Zeitlupe zu vergehen. Doch schließlich erreichte ich nach knapp 115 km über Hemmerde, Nordlünern und Mühlhausen trocken das Ziel in Unna.

Ein Schnitt von 24 km/h und 600 Höhenmeter waren die weiteren Daten der RTF. Die 600 Hm zogen sich vor allem auf dem Haarstrang zusammen. Den fiesen Gegenwind gab es als zusätzliche Gabe dazu. Eine anstrengende aber schöne RTF. Insgesamt waren es so wieder über 250 km am Wochenende. Der Formaufbau läuft.
lg Jennifer

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Mittwoch, 26. April 2017, 16:50

Kein Schnee in Schnee

26.04.2017

Da am Wochenende das Bianchi-Treffen bevorsteht, nahm ich Heute mal frei um das Bianchi Rekord 910S noch mal ein paar Tests auf der Strecke zu unterziehen. Es gab ja Probleme mit den Lagern von Steuerkopf und Innenlager, die sich beim Fahren trotz Konterung gelöst hatten. Beim Innenlager verwendete ich dann flüssige Schraubensicherung und beim Steuerlager eine andere Kontermutter, da ich den Verdacht hatte das die alte ihre Aufgabe nicht richtig erfüllte. Das ganze sollte nun einem Belastungstest unterworfen werden. Zudem wollte ich schauen ob ich mit dem 39er Kettenblatt vorne und 26er Ritzel hinten auch ordentliche Steigungen meistern konnte. Bielefelds Umgebung ist ja nicht so wirklich flach, wie die Römer schon vor langer Zeit leidvoll feststellen mussten. Der Wetterbericht versprach kühle Temperaturen bis maximal 10 Grad, einen Mix aus Sonne und Wolken und gelegentliche Schauer.

Da ich im Süden von Dortmund wohne und es hier auch nicht ganz flach ist, war schnell eine geeignete "Teststrecke" gefunden. Von Hörde fuhr ich zunächst noch nach Wellinghofen und dann weiter Richtung Bittermark. Durchs Oplketal erreichte ich dann die Hagener Straße, die ich querte. Dann folgte ich der Schneiderstraße nach Löttringhausen und mit stetiger Steigung weiter hoch nach Schnee.







Zum Schluss wurde der Anstieg noch mit ein paar schönen Rampen gespickt. Aber auch die nahmen die Donna Binaca und ich ohne murren.



Oben in Schnee bei ca. 250 m Höhe fehlte dann zum Glück selbiger. Dafür gab es Obstbäume und sogar ein Denkmal für Jemanden der sich um den Obstanbau hier oben verdient gemacht hatte. Statt rechts nach Witten abzubiegen fuhr ich links und dann im Zickzack am östlichen Rand von Herdecke runter zur B54. Hier bog ich dann nach kurzer Zeit rechts Richtung Hohensyburg ab. Doch statt dann runter zur Ruhr zu fahren, wie ich es ursprünglich vor hatte, fuhr ich hoch zum Kaiser Wilhelm Denkmal auf über 200 Meter Höhe über der Ruhr.



Der olle Wilhelm schielte dann auch neidisch zu uns herüber. Vielleicht hatte er auch was für alte Räder übrig?



Und die Donna tat das was sie am Besten konnte, gut ausschauen. Da war das Ruhrtal ein würdiger Hintergrund. Nach dem ich den Ausblick auf die Ruhr noch einmal genossen hatte, fuhr ich weiter. Über die Syburger Straße erreichte ich Buchholz.



Dann ging es am Rande von Holzen entlang und einen ziemlich löchrig asphaltierten Feldweg nach Sommerberg. Ich hatte den Schwerter Funkturm schon im Blick. Da musste ich gleich hoch.



Doch zunächst gab es noch Naturidylle pur entlang der A 1, von der man dank Damm und Lärmschutzwänden nichts mitbekam.



Nach der Kurve fing dann die letzte längere Steigung zum Funkturm an. Auch hier wartete wieder eine nette Rampe auf mich. Doch stoisch kurbelte ich mit der Donna da hoch. Danach ging es eigentlich nur noch bergab nach Hörde. Über Höchsten und Loh erreiche ich Benninghofen.



Hier noch ein letztes Foto mit meinem Lieblingshintergrundmotiv, ein Rapsfeld mitten in Dortmund. Entlang des Marksbaches erreiche ich dann nach 33 km wieder Hörde. Der Schnitt war mit 17 km/h eher bummelig, dafür hatte die kurze Strecke fast 500 Höhenmeter, da ich jeden Anstieg mitnahm. Es blieb übrigens entgegen der Ankündigungen im Radio trocken.

Die Donna hat die Bewährungsprobe bestanden und ich brauchte auch an den Rampen nicht zu schieben. Auch klapperte nichts mehr und alle Lager funktionierten klaglos. Nach und nach werde ich noch Teile wie Laufräder, Pumpe, Flaschenhalter und Trinkflasche gegen originale austauschen (wenn ich denn auf Klassikermärkten fündig werde). Aber so kann ich die Donna erst einmal guten Gewissens fahren.
lg Jennifer

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Crossy2014

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Mittwoch, 26. April 2017, 22:20

Dort wird der Koks verkracht ! :)

Tagebau Garzweiler.


Hey Jennifer, Deine Berichte sind immer wieder schön zu lesen !
Leider sind die RTF hier im Norden recht dünn.

Aber nun zu Garzweiler. Das muss schon beeindruckend aussehen.
Habe Ostern nur die Kühltürme des Kraftwerkes von der Ferne gesehen,
als wir auf einen Zwischenstop auf dem Weg nach Bayern in Grevenbroich waren.

Gruß Crossy

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Donnerstag, 27. April 2017, 08:13

Tagebau Garzweiler.


Hey Jennifer, Deine Berichte sind immer wieder schön zu lesen !
Leider sind die RTF hier im Norden recht dünn.

Aber nun zu Garzweiler. Das muss schon beeindruckend aussehen.
Habe Ostern nur die Kühltürme des Kraftwerkes von der Ferne gesehen,
als wir auf einen Zwischenstop auf dem Weg nach Bayern in Grevenbroich waren.

Gruß Crossy
Danke schön. Bei uns werden es jedes Jahr auch ein paar RTF weniger. Aber es waren ja auch mal richtig viele. Aber in anderen Regionen in Deutschland ist es deutlich weniger, nicht nur bei euch im Norden, sondern auch im Süden. NRW ist halt dicht besiedelt. Da haben wir auch mehr Vereine und RTF-Fahrer und eben auch mehr RTF.

Ja, das riesige Loch in der Landschaft ist schon irgendwie beeindruckend. Aber ich sehe halt auch die Folgen die das für die Menschen dort hat. ;)
lg Jennifer

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