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Freitag, 9. Juni 2017, 13:03

Bolsward

03.06.2107

Bereits am Freitag vor dem Pfingstwochenende reiste ich in Workum/NL an. Der Campingplatz Suderse sollte für einen Großteil meiner Gruppe und mich die Basis für die Teilnahme an der Fietselfstedentocht, einem 235 km Marathon an Pfingstmontag, werden. Dabei handelt es sich um das größte Sportereignis in der niederländischen Provinz Friesland. Da ich als erstes ankam organisierte ich eine Zusammenlegung der einzelnen Parzellen und fing an mein Zelt aufzubauen. Ein Wahnsinn was ich da alles mitgeschleppt hatte. Aber ein bisschen Komfort musste schon sein. Da ich nur ein Rad mitnehmen konnte entschied ich mich für mein 1989er Peugeot Cologne. Das war ausreichend Langstrecken erprobt.
Nach mir kam dann Agathe, die aus Bayern per Rad anreiste und bereits über 1000 km in der letzten Woche gefahren war.
Ihr Zelt nahm sich deutlich kleiner aus.



Schnell setzte ich Kaffeewasser auf und wir machten es uns in meinem Vorzelt gemütlich und warteten auf die Anderen. Köter und seine Familie kamen erst gegen Abend und Andy und Daniel am nächsten Tag. Leider verpassten wir vor lauter Kaffee trinken die Zeit um noch einkaufen zu gehen. So suchten und fanden wir spät Abends noch eine offene Pommes Bude und es gab Frittiertes. Pommes heißen in den Niederlanden übrigens Patat. Dazu gönnte ich mir noch ein Kaassoufle, frittierten Käse. Die ideale Sportlernahrung also.

Am Samstag sollte es dann nach Bolsward gehen. Nach dem Frühstück und ein wenig rumbummeln machten Agathe und ich uns auf den Weg.
Die Strecke kannte ich noch von letztem Jahr. Trotzdem verpasste ich den Einstieg auf den Radweg und wir fanden uns plötzlich auf einer Autostraße wieder. Also ab über die Leitplanke und wir waren wieder auf dem richtigen Weg. Auf dem Weg rein nach Bolsward kamen uns schon die ersten Kinder mit Medaillen entgegen. Pfingstsamstag war die Minifietselfstedentocht. Eine verkürzte Tocht für Kinder. Die Kleinen waren sichtlich stolz auf ihre Medaillen. In zehn Jahren oder so fahren viele von ihnen bestimmt die große Tocht.



In Bolsward herrschte reges Treiben. Wir schauten uns erste einmal um und freuten uns über die Dekorationen.



Mein Peugeot fühlte sich in dieser historischen Kulisse sichtlich wohl. Hier würden wir am Montag an den Start gehen.



Traditioneller Start war am Rathaus, wo jetzt Filme alter Tochten liefen. Auch die Steptocht für die Tretrollerfahrer am Pfingstsonntag wurde entsprechend gewürdigt. 235 km mit dem Tretroller waren schon eine Hausnummer.



Überall hingen weiße Rennräder über den Kanälen. Da verdrückte man als Klassikerliebhaberin schon mal das ein oder andere Tränchen. Meinem Peugeot wird dieses Schicksal natürlich erspart bleiben. Garantiert!



Auf der Bühne am Markt konnte man dann ein technisches Wunderwerk bestaunen. Ein Liegerad mit dem die Marke von 140 km/h geknackt werden soll. Alleine wenn ich mir das Kettenblatt anschaue bekomme ich Knieschmerzen. Keine Ahnung wieviele Zähne es hatte, aber ich schätzte über 80.



Da war das alte Peugeot von Corrie de Groot schon interessanter. Er war der erste der es 1996 mit dem alten Peugeot schaffte 50 mal an der Tocht teilzunehmen. Ein toller Rekord, den ich nicht annähernd erreichen kann.



Überall war Bolsward im Zeichen des Radsportereignisses geschmückt. Selbst Geschäfte die nichts damit zu tun hatten, dekorierten ihre Schaufenster entsprechend. Gleichzeitig erhöhte das natürlich die Vorfreude auf das Ereignis. Wir ließen uns vor einem Straßenimbiss nieder und es gab, na klar, Patat und Kaassoufle. Wie war das noch mal mit dem abnehmen?



Einen Klassiker ganz besonderer Art fuhr diese Kapelle. Ein altes 6er Tandem der Feuerwehr wurde von ihnen bewegt, während sie gleichzeitig den ein oder anderen Marsch oder Dixieland zum Besten gaben. Sie fuhren Runde um Runde durch Bolsward.



Bei einer wohlverdienten Pause konnte ich das Tandem dann mal näher in Augenschein nehmen. Hiermit war die Feuerwehr früher wirklich zu Einsätzen ausgerückt. Ein echter Klassiker.



Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, wurden jedoch direkt durch eine Klappbrücke ausgebremst. Das war der Alltag in Friesland. Geduldig warteten alle bis es weiter ging.



Zurück ging es durch malerische kleine Orte wie Arkum.



Auch die Kanäle waren unsere ständigen Begleiter. Boote hatten hier genau so einen hohen Stellenwert wie Fahrräder.



Dann war der Anfang von Workum erreicht. Boote wohin das Auge blickte.



Auch Workum schmückte sich für die Durchfahrt der Fietselfstedentocht. Das rote Kopfsteinpflaster aus Ziegelsteinen war typisch für die friesischen Städte und Orte. Bei Nässe nicht ganz ungefährlich, aber es war zum Glück trocken.



Manches mutete wie aus dem Bilderbuch an. Kein Wunder das hier der Tourismus blühte.
Wir steuerten noch einen niederländischen Supermarkt an, um uns für die nächsten Tage mit allem nötigen zu versorgen. Sogar vegetarisches Grillgut gab es für mich. Zurück auf dem Campingplatz schmiss Köter für uns den Gasgrill an und wir ließen es uns gut gehen.
Andy und Daniel waren in der Zwischenzeit auch da und hatten ebenfalls einen kleinen Ausflug nach Bolsward gemacht.
Bis spät Abends saß unsere Gruppe gemütlich beisammen, bevor ich mich in mein bequemes Zelt zurück zog. Das Wetter war trocken, aber teilweise bewölkt und mit ca. 20 Grad nicht zu kalt.

Insgesamt kamen nur 44 km zusammen die wir mit einem 18er Schnitt fuhren, aber es war ja schließlich Urlaub und der sportliche Teil stand uns noch bevor.
lg Jennifer

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Freitag, 9. Juni 2017, 17:38

Harlingen

05.06.2017

Pfingstsonntag fuhr ich mit Andy und Daniel hoch nach Harlingen. Vom Campingplatz in Workum aus ging es immer entlang des Ijsselmeers , vom dem wir jedoch "dank" der Deiche zunächst nicht viel sahen. Dafür gab es Schafe, die natürlichen Bewohner der Deiche. So fuhren wir immer weiter Richtung Norden. Die Sonne schien und es war angenehm warm und etwas windig.



Und ab und zu ein Gehöft oder ein Dorf.



Vorbei ging es an dem kleinen Ort Gaast und weiter nach Piaam. Bei freier Sicht sah man am Horizont Segelschiffe vorbei ziehen.



Dann erreichten wir Makkum und seinen Hafen. Hier schaukelten die Fischerboote auf den Wellen. Und ging es etwas geschäftiger zu, während wir vorher die Straße fast für uns alleine hatten.



Wir fuhren weiter die Küste entlang und machten einen kleinen Abstecher nach Cornwerd. Man fühlte sich glatt an Südengland, z.B. Cornwall erinnert. Vielleicht war die Namensähnlichkeit ja kein Zufall?



Jedenfalls würde Cornwerd jeden Wettbewerb um das schönste Dorf sicher gewinnen. Wunderschön und sehr ruhig lag es in der Sonne.



Schweren Herzens verließen wir dieses gemütliche Kleinod wieder. Harlingen wartete auf uns.



Doch zunächst ging es hinter dem Ijsselmeer-Damm auf den Deich. Hier wehte ein ordentlicher Wind. Gut für die ganzen Segler. Das Ijsselmeer war ursprünglich eine Meeresbucht und wurde 1932 durch einen künstlichen Damm vom Meer getrennt. Durch diverse Zuflüsse verdünnte sich das Salzwasser immer mehr, so das man Heute von einem Süßwassersee spricht. Durch den Damm wurde die Gefahr von Sturmfluten gebannt und große Gebiete konnten zur Landgewinnung trocken gelegt werden.



Von hier waren es nur noch wenige Kilometer nach Harlingen. Wir trafen auf den Seehafen und machten eine kleine Besichtigungsfahrt mit den Rädern.



Im Hafen lag das alte Feuerschiff Elbe V, mit dem mittlerweile Charterfahrten unternommen werden.



In dem alten Hafenkran wurde oben eine Wohnung eingerichtet. Sicher interessant in einem Kran zu übernachten, auch wenn der Weg nach oben sicher mühselig wäre.



Das Peugeot und ich genossen die frische Meeresbrise und die Sonne. Einem Segeltörn wären wir auch nicht abgeneigt gewesen, auch wenn ich nicht wüsste ob das Peugeot wirklich seefest wäre.



Weiter ging es über die Promenade Richtung Fährhafen. Hier gab es so einige markante Gebäude zu bestaunen.



Dann ging es über die Schwenkbrücke über den Kanal, der zu den Innenhäfen führte.



Hier hatte man einen guten Blick in die Innenhäfen und das alte Amtsgericht. Unsere Fahrt richtete sich jetzt in das Innere der Stadt und so fuhren wir durch kleine Gassen, vorbei an alten Schiffen und alten Handelshäusern Richtung Süden. Nun ging es Stadtauswärts und wir stießen umgekehrt auf die Markierungen für die Route am Pfingstmontag.



Über Kimswerd erreichten wir Arum, wo uns zwei mehr als schöne Häuser auffielen.



Die Häuser wirkten schon fast so perfekt wie eine Filmkulisse, nur das hier tatsächlich Menschen lebten und alles nicht nur Schein war.



Dann wieder die weite der Landschaft und fast leere Straßen. Ab und zu begegneten uns mal andere Radsportler. Der Autoverkehr hielt sich auch sehr in Grenzen.



Wir erreichten den Norden von Bolsward und schauten noch mal ins Zentrum. Hier war es ruhiger als erwartet. Die ersten Tretrollerfahrer wurden erst Stunden später erwartet. Wir machten uns wieder auf den Weg



Über den nun schon vom Vortag bekannten Weg rollten wir zurück nach Workum. Auf dem Campingplatz war dann abendliches Grillen angesagt.



Wir fuhren 64 km mit einem gemütlichen Schnitt von 20,5 km/h. Genau die richtige Tour um sich für den Marathon am nächsten Tag einzurollen.
lg Jennifer

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Freitag, 9. Juni 2017, 22:46

Fietselfstedentocht 2017

06.06.2017

Auch dieses Jahr wollte ich mit einer kleinen Gruppe wieder an dem beliebten Radmarathon in Friesland teilnehmen. Die Zahlen des größten Sportereignisses Frieslands sprechen für sich: 15.000 Teilnehmer und über hunderttausend Zuschauer an der 235 km langen Strecke durch die elf friesischen Städte. Die Tocht gibt es seit 1912, hat also Tradition. Ein echter Klassiker eben.

Für uns hieß die Startzeit um 5:32 Uhr sehr früh aufstehen. Wir das waren Welli, Toto, Agathe, Andy, Daniel, Marcus, Gino und ich. Treffpunkt war eine Tankstelle an einem der Kanäle in Bolsward. Nach dem Aufstehen Mitten in der Nacht um 3:15 Uhr beeilte ich mich, wenn man das geschlurfe mit fast geschlossenen Augen im Dunkeln so nennen konnte. So kamen Agathe, Andy, Daniel und ich auch erst kurz nach 4:30 Uhr vom Campingplatz in Workum weg. Ich natürlich mit einem Klassiker, meinem pink/lila farbenen 1989er Peugeot Cologne.



Es war schon sehr schön wie es am Horizont langsam heller wurde und die Sonne durch die Wolkenlücken aufging. Es war noch etwas frisch. Da wir Rückenwind hatten fuhren wir recht flott und brauchten nur etwas über 30 Minuten für die 15 km zum Start nach Bolsward.



An der Tankstelle trafen wir dann Welli, Marcus und Gino. Toto war schon unterwegs. Aber den holten wir sicher noch ein. Erst einmal hieß es aber Schlange stehen. Unsere Startgruppe um 5:32 erreichten wir nicht mehr, weil wir nicht durch das Gedränge kamen. Aber das machte nichts, wir kamen in die Gruppe um 5:40 Uhr. Da war man ziemlich locker was das angeht. Vom eigentlichen Startpunkt dem Rathaus waren es noch ca. 300 Meter bis wir wirklich starten konnten. Das ist nichts für Menschen mit Platzangst. Aber trotzdem ging es einigermaßen gesittet zu. Ein Moderator auf der Rathaustreppe hielt die Menge bei Laune.



Gegen viertel vor sechs Uhr rollten wir dann endlich los. Juchhu!!!! Wir fuhren! Doch ich war immer noch viel zu müde um mich so zu begeistern. Ersteinmal den Kreislauf in Schwung bringen. Die endlose Schlage von Radfahrern bis zum Horizont war schon beeindruckend.



Erstes Ziel sollte Harlingen sein. Der Himmel war zwar sehr bewölkt, aber wir waren guter Hoffnung das es trocken blieb. Unsere kleine Gruppe kam ganz gut voran. Mir war es aber Recht das wir etwas ruhiger anfingen als letztes Jahr, auch wenn ich deutlich stärker war. Nicht direkt alle Energie am Anfang verschwenden. Wir hatten bis Harlingen Rückenwind, was aber bedeutete das der zweite Teil der Schleife gegen den Wind gefahren wurde.



Dann ging es durch Harlingen. Kurz stoppen und ein paar Meter schieben um sich den begehrten Stempel zu holen. Pause war nach so kurzer Zeit noch nicht nötig. Wir verabredeten das Einzelne aus der Gruppe ruhig mal vorfahren konnten, aber an dem nächsten Kontrollpunkt warten würden um die Gruppe einigermaßen zusammen zu halten. Das funktionierte dann ganz gut. Aber ich hielt mich noch zurück und blieb meistens hinten. Meine Zeit kam dann mit dem Gegenwind.



Die Temperatur stieg langsam aber beständig. Ich entledigte mich schon mal meiner Armlinge. Nach Harlingen hatten wir dann zunächst Seitenwind. Ich ordnete mich dann weiter vorne an, um Windschutz zu bieten.



Dann kam Franeker in Sicht. Nach nur 8 km die zweite Kontrolle. Hier wartete bereits Toto auf uns. Wir sammelten unsere Gruppe ein und machten Kaffeepause. In einer Scheune gab es leckeren selbstgemachten Apfelkuchen und frischen Kaffee. Einige von uns hatten noch nicht gefrühstückt.



Danach ging es zu acht weiter zur Stempelkontrolle. Unser Toto musste gezwungenermaßen einen Helm tragen, aber fühlte sich sichtlich unwohl. Der Gesichtsausdruck erinnerte irgendwie an einen grimmigen tasmanischen Teufel aus einem Zeichentrickfilm.




Nach der Kontrolle saßen wir wieder auf und weiter ging es. Da wir jetzt alle wach waren, wurde das Tempo etwas flotter.



Holwerd war dann der nördlichste Punkt der Strecke. Es ging durch die schönen kleinen Gassen und wir holten uns einen weiteren Stempel. Ab hier war Gegenwind angesagt. Ich versuchte die anderen in meinem Windschatten mitzuziehen, aber das klappte nicht ganz so. Vor allem Agathe und Toto mit seinem MTB litten nun. Ich fand es in Unterlenkerhaltung gar nicht so schlimm. Aber ich war auch Sturm erprobt. Doch wir kamen alle weiter.



Auch die Klappbrücke in Dokkum konnte uns nicht wirklich aufhalten. Ein Drittel der Stempel und mit ca. 80 km ein Drittel der Strecke hatten wir jetzt hinter uns. Das war doch schon mal ein guter Erfolg.



Jetzt kam offene Landschaft. Gino und Welli waren mit einer schnelleren Gruppe weg und ich machte mich auf die Verfolgung um mal zu sehen was sie machten. Die meiste Zeit fuhr ich alleine im Wind, die Anderen fuhren entsprechend langsamer. Ich fuhr wie entfesselt. Das fahren gegen den Wind machte Spaß und ich schien noch reichlich Reserven zu haben. So holte ich mit 30 km/h Gruppe für Gruppe ein und erreichte schließlich Welli in einer anderen Gruppe. Ich schoss vorbei und machte weiter Jagd. Doch so sehr ich auch Gas gab musste ich schließlich einsehen das Gino weg war. Den sahen wir leider auch nicht wieder. Ich ließ mich wieder zurück fallen und von Welli und den Anderen einholen. Die kleine Jagd zwischendurch hatte richtig Spaß gemacht, zeigte sie mir doch wie stark ich geworden bin. Und gerade gegen den Wind konnte ich meine Masse und meine Kraft in die Waagschale werfen.



Schließlich erreichten wir Leeuwarden. Hier hatten wir bereits 100 km auf dem Tacho. Sogar Handbiker waren auf der Strecke unterwegs. Alle Achtung!



Während wir anhielten und die letzten 200 Meter schoben entdeckte ich die beiden Damen die auf niederländisch ein Lied sangen: "Dat is het Leven". Das hätte auch gut in den Kölner Karneval gepasst. Genau wie der Aufzug der Mädels. Einfach nur cool und verrückt. Ich liebe die Niederländer. So etwas hebt ungemein die Laune und wir sangen fast mit.


Nach den Stempeln fanden wir eine lauschige Wiese. Es war mittlerweile sonnig und schön warm und so entledigte ich mich auch meiner Beinlinge, während das Peugeot in der Sonne döste. Da es sowieso gerade Zeit für eine Mittagspause war, machten wir es uns gemütlich. Das Radlerleben konnte so schön sein. Kaffee gab es auch.



Der schiefe Turm von Leeuwarden war leider nicht annähernd so berühmt wie der aus Pisa. Keine Ahnung warum das so war.



Wir mussten dann aber weiter fahren. Nächste Station war wieder Bolsward. Das erreichten wir am Ende der ersten Schleife. Jetzt hatten wir bereits 138 km absolviert. Das hieß die zweite Schleife nach Süden war mit 97 km deutlich kürzer. Natürlich fing es wieder mit Gegenwind an. Aber wir hatten Hoffnung die letzten Kilometer bei Rückenwind zu fahren. Das war psychologisch ein echter Vorteil.



Kurz darauf hatten wir trotz dem Wind Sneek erreicht. Wieder einen Stempel mehr und ein paar Kilometer weniger. Die Laune war gut, das Wetter auch.



Nur einen Steinwurf weiter kam die nächste Kontrolle in Ijlst. Jetzt ging es wirklich Schlag auf Schlag. Gut für die die schon etwas kaputt waren, schlecht für mich, da kaum längere Strecken zum schnellen rollen da waren. Aber so war es jetzt auch einfacher die Gruppe zusammen zu halten.
Die Landschaft wurde jetzt abwechslungsreicher. Viele Städte, dann wieder Waldgebiete und offenes Feld.



Kurz hinter dem nächsten Kontrollpunkt Oudemirdum kam dann der Wendepunkt wieder Richtung Norden und damit Rückenwind. Zumindest so halber Rückenwind. Es waren nur noch 47 km zu bewältigen. Dafür führte die Strecke jetzt am Ijsselmeer entlang und die ein oder andere Deichauffahrt wartete. Mit etwas Tempo und im Wiegetritt konnte man diese Rampen wunderbar erobern.

Leider kann ich nicht den ganzen Bericht hier posten da er offensichtlich zu lang ist. Hier gibt es den ganzen Bericht mit allen Fotos: https://sonnewolken.wordpress.com/2017/0…edentocht-2017/
lg Jennifer

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Montag, 12. Juni 2017, 11:14

Soester Börde

10.06.2017

Am Samstag wollte ich eigentlich bei den Burning Roads, einem Marathon mitfahren. Obwohl ich mich rechtzeitig anmeldete und auch das Geld direkt überwies, stand ich leider nicht auf der Startliste. Da ich erst am Donnerstag aus dem Urlaub zurück kam, konnte ich mich nicht vorher um das Problem kümmern. Auf meine Mail bekam ich dann keine Antwort mehr. Damit war die Veranstaltung für mich gestorben. Leider war in der Nähe auch keine RTF, so das ich mal wieder einfach so eine Tour fuhr. Ich plante von Soest eine Route durch die Soester Börde bis nach Lippstadt. Mein 1987er Bianchi kam mal wieder zum Einsatz. Es hatte sich schon beschwert das es nicht mit nach Workum/NL durfte.

Von Soest fuhr ich bei schönstem Wetter und ca. 25 Grad zunächst nach Bad Sassendorf und weiter ins benachbarte Lohne.



Der Verkehr auf den kleinen Landstraßen hielt sich sehr in Grenzen. Ab und zu mal ein paar Besonderheiten wie die ländliche Feuerwehr.



Die Gassen zwischen den einzelnen Höfen und Häusern waren teilweise eher schmal. Aber ich hatte die Straßen fast für mich alleine.



Weite Ebene und wenige sanfte Steigungen kennzeichneten die Landschaft. Einfach zum genießen.



Ab und zu mal ein idyllisches Dorf, welches verlassen in der Sonne zu liegen schien. Schallern wurde passiert.



Dann sah ich die Silhouette von Horn am Horizont. Charakteristisch der Kirchturm des kleinen Ortes.



Dann wieder einsame Landstraße die sich schier endlos gerade bis zum Horizont zog. Ich genoss die Wärme und schaltete mental ab. Entspannung pur.



In Overhagen kam ich dann am Wasserschloss Overhagen vorbei, welches mittlerweile eine Schule beherbergte.



Dann kamen mal ein paar kurze Stücke Strade Bianche und brachten etwas Abwechslung.



Dann erreichte ich Lippstadt. Hier war ordentlich was los. Die Leute bummelten durch die Sonne oder erledigten ihre Einkäufe. Ich fuhr am Marktplatz mit seiner imposanten Marienkirche vorbei. In der folgenden Geiststraße war vom selbigen aber nichts zu spüren. Und so machte ich mich auf den Weg zur Lippe.





Über die Lippe führten ein paar interessante Brücken. Während ich die Hängebrücke noch rechts liegen ließ, überquerte ich die nächste Brücke mit massivem Unterbau. Überall gab es hier Biergärten und Liegewiesen, die entsprechend stark frequentiert waren. Ich beschloss auf eine Pause zu verzichten und die Stadt wieder zu verlassen.



Das tat ich dann auch Richtung Bad Waldliesborn, welches ich jedoch nur am Rande passierte. Hinter dem Ort, auf der Waldliesborner Straße fiel mir dann ein besonderes Wegekreuz auf. Nicht wie sonst aus Holz oder Stein geschaffen, war es aus Schrottteilen zusammengeschweißt. Das musste ich mir näher ansehen.



Unter dem Kreuz eine eiserne Tafel mit einer Inschrift in Gedichtform des Künstlers:

"HOERT LEÜE!
LAOT DAT RAOSEN SEYN!
DAT GIFF MÄN SCHROTT
UN DERBE PEYN.
DE HÄERGUOTT,
DE AN´T KREÜß HÄT HANGEN,
DE HÄT NAO JOU
NO KEYN VERLANGEN."

Übersetzt ins Hochdeutsche:

"Hört Leute!
Lasst das rasen sein!
Das gibt meinem Schrott
einen derben Schmerz.
Der Herrgott,
der am Kreuz gehangen hat,
der hat nach euch
noch kein Verlangen."

Fürchte nur das die Meisten achtlos vorbei rasen werden.

Nachdenklich fuhr ich weiter und erreichte Liesborn. Beim fahren hatte ich das Gefühl das irgendetwas mit meiner Tretkurbel nicht stimmte. Bei einem Stop in Liesborn stellte ich dann fest das sich die rechte Lagerschale des Innenlagers gelockert hatte. Dieses Problem war mir neu, hatte bisher doch die linke Schale Probleme gemacht. Aber dort war nach dem Einsatz von Loctite Ruhe. Leider hatte ich kein passendes Werkzeug dabei und ein Radladen gab es in den kleinen Orten auch nicht. So fuhr ich vorsichtig weiter.



Ein weiteres Mal überquerte ich die Lippe, die hier ein wenig wilder war. Mittlerweile konnte ich die ersten Gewindegänge der losen Lagerschale sehen. Doch noch konnte ich weiter fahren. Nach Oestinghausen machte ich noch einen Schlenker nach Hultrop.



Ich näherte mich einer abgemähten Wiese und entdeckte zwei Störche die auf der Suche nach was essbarem über selbige staksten. Der Eine Storch kam der Straße sehr nahe, entfernte sich jedoch langsam wieder als ich anhielt und den Fotoapparat zückte, Trotzdem gelang mir eine Aufnahme.

Über Wiltrop und Katrop erreichte ich Meckingsen und fuhr dann in einem Schlenker zurück nach Soest. Dort musste ich erst durch die ganze Stadt um meinen Ausgangspunkt zu erreichen. Das Innenlager hatte zum Glück durchgehalten und würde zu Hause wieder richtig befestigt.
Ich lud das Rad ins Auto und fuhr noch schnell einkaufen. Eine schöne Nachmittagstour ging zu Ende.

73 km mit einem Schnitt von 22 km/h kamen so zusammen. Die Tour hatte flache 160 Höhenmeter.
lg Jennifer

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sonne_Wolken« (12. Juni 2017, 11:23)


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Montag, 12. Juni 2017, 23:33

Na so ein Zufall, am Sonntag sind wir so ähnlich gefahren. Am venezianischen Stadteil von Lippstadt vorbei und Horn links liegen lassen.
Die Glorreichen schieben ...

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Dienstag, 13. Juni 2017, 10:43

Klassikerausfahrt Münster

11.06.2017

Am Sonntag hatte ich die Wahl früh morgens nach Bielefeld zu fahren und am Radsportfest NRW teilzunehmen, oder ich konnte ausschlafen und Mittags in Münster an der Klassikerausfahrt teilnehmen. Ausschlafen klang irgendwie besser und so war ich gegen 12 Uhr in Münster, wo schon eine ganze Gruppe Fahrer/innen alter Stahlrennräder wartete. Sogar der Rickert-Rentner Hartmut war extra mit einem 1958er Rickert ohne Schaltung zur Begrüßung erschienen. Leider fuhr er nicht mit. Ich war relativ spät dran und die Gruppe wartete wohl nur noch auf mich. Von der Gruppe kannte ich sonst nur Christian und Daniel. So ging es mit zwölf Leuten los. Wir verließen unseren Treffpunkt am Aasee Richtung Mecklenbeck.



Vorbei am Venner Moor erreichten wir Ottmarsbocholt. Über kleine Straßen fuhren wir weiter nach Lüdinghausen. Der Verkehr hielt sich trotz der warmen Temparaturen von fast 30 Grad noch in Grenzen. So erreichten wir die Burg Vischering, die immer noch renoviert wurde. Schien also eine größere Maßnahme zu sein. Aber als Kulisse für mein Bianchi reichte die Burg trotzdem. Meine Donna Bianca warf sich so richtig in Pose.



An der Burgmauer lehnten eine ganze Reihe schöner alter Stahlrenner. Radklassiker vor dem architektonischen Klassiker.
Wir besorgten uns Getränke und Kuchen und setzten uns in das Burgcafe im Vorhof. Für mich gab es lecker Eistorte und einen großen Kaffee.



Jede Pause findet mal ein Ende und so brachen wir wieder auf, um den Rückweg anzutreten. Die Bewölkung nahm langsam zu und gegen Abend sollte es regnen.



Zurück ging es erst einmal durch den Berenbrock und weiter zum Dortmund-Ems-Kanal. Der wurde natürlich überquert und jetzt drohten die Wolken ganz unverhohlen. Aber es war noch immer sehr warm. Über Daldrup erreichten wir Hiddingsel. In Kanalnähe fuhren wir dann bis Senden.



Auf den kleinen Landstraßen war relativ wenig los. Das Tempo war jetzt recht hoch, da Jeder im Trockenen ankommen wollte.



Eine besondere Obstplantage tat sich dann am Wegesrand auf. Die Erdbeeren steckten nicht direkt im Feld, wie üblich, sondern in langen mit Erde gefüllten Wannen auf einem hohen Gestell mit Sonnenschutz. Keine Ahnung was das für eine Funktion hatte. Sah auf jeden Fall recht interessant aus.



Vorbei an Albrachten erreichten wir schließlich wieder Münster und den Aasee. Noch war es trocken. Unterwegs nach Münster rein hatten sich die Ersten schon verabschiedet. Der Rest fuhr dann nach einem kurzen Klönsnack um Aaseeufer seiner Wege. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit dem Fahrer eines seltenen englischen Jack Taylor. Dann trafen uns die ersten Tropfen und wir verabschiedeten uns ebenfalls. Eine schöne, wenn auch etwas flotte Radtour ging zu Ende.



Knapp 69 km waren eigentlich eine gemütliche Nachmittagsrunde, allerdings war die Geschwindigkeit von 26 km/h im Schnitt für die alten Räder schon fast etwas flott. Für mich war das schon ein recht sportliches Tempo, auch wenn mein Bianchi das klaglos mitmachte Am Vortag war ich alleine noch deutlich gemütlicher unterwegs. Dem hohen Tempo sind dann auch die wenigen Bilder geschuldet. Gerade beim Fahren in Gruppen bin ich da immer etwas vorsichtig, da ich mit der Kamera in der Hand nicht so gut bremsen kann. Spaß gemacht hat es trotzdem.
lg Jennifer

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Montag, 19. Juni 2017, 11:41

Die "verdammten" Baumberge

15.06.2017

Donnerstag war Feiertag und die Wettervorhersage verhieß sommerliche Temperaturen. Da schien mir eine RTF durchs schöne und flache Münsterland genau das Richtige. Also machte ich mich Morgens auf den Weg nach Herbern. Im Gepäck meinen Yellow Bird. Es sollte die letzte Fahrt werden, da der gelbe Vogel als Teilespender für meinen neuen Koga Miyata Traveller herhalten sollte. Mittlerweile sieht er eher wie ein gerupftes Huhn aus. Ich beschloss die 150 km Strecke zu fahren. Eine flache schnelle Tour, genau das Richtige für den Yellow Bird, so dachte ich.



So startete ich viertel nach Acht und fand nach kurzer Zeit eine flotte Gruppe. So ging es mit einem Schnitt von fast 30 km/h durchs Münsterland.
Zunächst führte die Strecke nach Bakenfeld und dann nach Ascheberg, wo wir wohl einen Abbiegepfeil übersehen hatten. Nach ein bisschen hin und her fahren trafen wir dann aber wieder auf die richtige Route.



An der ersten Kontrolle nach nur ca. 20 km in Ottmarsbocholt am Backhaus ließ ich nur abstempeln und fuhr direkt alleine weiter. Die Temperatur stieg langsam während ich durch die typische Münsterländer Landschaft fuhr. Schleierwolken milderten das Sonnenlicht nicht wirklich.



Die kleinen Landstraßen und asphaltierten Feldwege waren immer wieder schön zu fahren. Wenig Verkehr und weite Landschaft. Ich fand dann eine neue Gruppe.



Ab und zu mal eine kleine Ortschaft oder ein Gehöft. So konnte es von mir aus ewig weiter gehen. Wir passierten Senden nördlich und erreichten über Appelhülsen schließlich Nottuln. Hier dämmerte mir bereits die Erkenntnis das ich mir die Streckenführung besser vorher angesehen hätte. Von wegen flach und so.



Wir waren auf direktem Wege in die Baumberge. Schon an der ersten richtigen Steigung verlor ich den Anschluss an die Gruppe. Jetzt ging es wirklich nur noch darum oben anzukommen. Schnell gingen mir die Gänge aus und ich kämpfte mit aller Kraft um die steileren Rampen zu schaffen. Wie zum Hohn tauchte rechts von mir der Longinusturm auf. Verdammte Baumberge.



Die Steigung schien sich schier endlos zu ziehen, wurde nach oben hin aber weniger steil. Dann ging es in kleinen Serpentinen bergab um darauf den nächsten kürzeren Anstieg zu präsentieren. Hätte ich mir das Streckenprofil vorher angeschaut, wäre mir sicher aufgefallen das der mittlere Teil der Route ein einziges auf und ab war. So musste ich die Erfahrung vor Ort machen.



Flach war hier rein gar nichts mehr. Eher war es so eine Art Achterbahn. Und das mitten im Münsterland. So viel zu der These das Münsterland wäre flach. Ich durchquerte Darup und geriet mit einem Mitfahrer in eine Fronleichnam-Prozession, die wir aber über den linksseitigen Radweg passieren konnten.



Mittlerweile war es so warm geworden das selbst die Tiere am Wegesrand den Schatten suchten.



Ein Stück hinter Darup erreichten wir die zweite Kontrolle auf einem Bauernhof. Hier herrschte der pure Luxus. Es gab frisch gemahlenen und gebrühten Kaffee. Da ließ ich mich nicht zweimal bitten. Ein guter Kaffee ging immer, auch bei der Hitze.



Auch die frisch gebackenen Waffeln fanden meine Zustimmung. Das gab Kraft für die nächsten Anstiege. Trotzdem hielt ich die Pause kurz.



Weiter ging es auf der Achterbahn. Ich hatte mich mittlerweile damit abgefunden das es nicht so flach wie gehofft war und dachte es könnte nicht mehr schlimmer kommen und passierte Hanrorup. Am Horizont sah ich Kloster Gerleve.



Vorbei am Kloster und dann ging es wieder den Berg hoch. Zum Glück wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht das mir noch einige Steigungen bevor standen.



Aber wenigstens gab es zwischendurch auch mal ein paar sanftere Wellen. Die konnte ich wenigstens mit etwas Tempo fahren.



Am östlichen Rand von Coesfeld wendete sich die Strecke dann nach Billerbeck. Machte aber vorher noch einen nördlichen Schlenker nach Darfeld.



Hinter Billerbeck erreichte ich dann wieder, bereits ziemlich durchgeschwitzt, die Gegend um den Longinusturm. Dieses Mal von der anderen Seite. Am Wegesrand dann die dritte Kontrolle. Hier gab es unter anderem Joghurt, der sehr erfrischend war. Die ebenfalls angebotenen Nudeln verschmähte ich, da ich keinen richtigen Hunger hatte. Vielleicht ein Fehler. Aber ich dachte das ich zu dem Zeitpunkt das Gröbste hinter mir hatte.



Das Schlimmste stand mir aber noch bevor. Vor Schapdetten kam nach einer Linkskurve eine zweistellige Steigung die mit meiner Übersetzung nicht mehr fahrbar war. Mir fehlte einfach die Kraft. Also schieben, dachte ich. Aber auch das erwies sich als nicht so einfach, da meine Rennschuhe mit den Cleats auf dem steilen und heißen Asphalt einfach wegrutschten. Ich kam praktisch nicht vorwärts. Erst als ich rechts auf der Grasnarbe ging, schaffte ich die Steigung stark schwitzend zu Fuß. Man sollte nie zu voreilig denken das es nicht mehr schlimmer kommen konnte. Jetzt hatte ich das Gröbste aber wirklich geschafft. Nach 50 km in den Baumbergen sammelte ich meine letzten Kräfte und endlich kam die Fahrt wieder in Schwung und ich war flott unterwegs. Die letzten 50 km würde ich auch noch schaffen. Keine Frage.



Am Rande des Venner Moors ging es durch Venne. In der Kreuzbauernschaft erreichte ich dann die vierte und letzte Kontrolle. Kurz darauf übersah ich einen Abbiegepfeil und fuhr ein paar Kilometer Richtung Amelsbüren, bevor ich meinen Irrtum bemerkte und umkehrte. Auch gut, ein paar Extrakilometer. Ich lag noch immer gut in der Zeit. Nach 154 km erreichte ich dann das Ziel in Herbern.



880 Höhenmeter hatte die Route durch die Baumberge. Gar nicht so schlecht für das "flache" Münsterland. Ich fühlte mich etwas groggy, aber ok. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug trotz der Höhenmeter noch 25 km/h. Knapp 1200 Teilnehmer "quälten" sich bei Temperaturen bis 30 Grad über die verschiedenen Strecken. Nach der Abmeldung gönnte ich mir ein selbstgemixtes Radler ohne Alkohol und eine Pommes. Gegen 16 Uhr fuhr ich dann zufrieden nach Hause. Mit meinem Yellow Bird war es vorerst die letzte Fahrt. Aber spätestens im Winter wird das Rad dann mit Campagnolo-Teilen neu aufgebaut. Bis dahin habe ich ja noch genug andere Räder.
lg Jennifer

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Dienstag, 20. Juni 2017, 10:52

Die Phönix-Runde

17.06.2017

Freitag und Samstag meines langen Wochenendes verbrachte ich überwiegend in meiner Werkstatt. Aus dem Koga-Miyata Rahmen sollte ein fahrbereites Rad werden. Am Samstag Nachmittag war es dann soweit. Das Rad war erst einmal bereit zum Einsatz. Bevor es am Sonntag auf einer RTF eingesetzt werden sollte, war natürlich eine Probefahrt nötig. So machte ich mich bei stark bewölktem Himmel und ca. 20 Grad auf eine Runde in meiner Gegend. Und was lag da näher als über das Gelände der beiden ehemaligen Stahlwerke Phönix-West und Phönix-Ost in Hörde zu fahren. Quasi mit dem Stahlrenner auf den Spuren des Stahls.

Vorbei am Hörder Neumarkt und der Herz-Jesu-Kirche erreichte ich an der Halde Entenpoth das Gebiet von Phönix-West. Die Phönixhalle ließ ich rechts liegen und fuhr zwischen den Gerippen der alten Kühltürme und des Gasometers auf die Konrad-Adenauer-Allee. Hier hatten sich schon viele neue Firmen angesiedelt und kühles Grau dominierte. Der ideale Hintergrund für meinen zwaarten Zwaan.



Doch dann ging es weiter zu den Resten der Hochofenanlage. Rostiges Eisen bildete einen schönen Kontrast zu dem glänzenden Schwarz des Kogas.



Dann nahm ich die alte Trasse des "Feurigen Elias" Richtung Phönix-Ost. Auf dem Gelände des zweiten Stahlwerkes entstand in den letzten Jahren der Phönixsee.



Aus dem alten Magazin des Stahlwerkes wurde ein Apartmenthaus. Alles hatte sich verändert. Alles wurde schicker und auch teurer.



Am Ostufer des Sees dann wieder eines der typischen Fotos mit Rad auf der Brücke. Glaube ich habe mittlerweile jedes meiner Räder hier schon abgelichtet. Im Hintergrund der See und noch weiter hinten der Florian, unser Funkturm.



Am Südufer passierte ich dann den kleinen Yachthafen. Hier war auch ein Segelclub aktiv. Passend zu dem See war auch die Größe der kleinen Segelboote.



Dann ein Blick von der Kulturinsel, die durch eine Brücke mit dem Ufer verbunden ist. Wie man an den Baukränen sah, wurde noch immer fleißig rund um den See gebaut.



Auf der Insel stand dann eine sogenannte Thomasbirne. Mit diesem Konverter von 1954 wurde Rohstahl veredelt.



Die Hörder Burg war im Mittelalter wirklich mal eine richtige Burg. Doch bis auf die Grundmauern und Teile des Turms war nichts mehr original. Der Rest wurde immer wieder umgebaut und diente als Sitz der Verwaltung der Phönix Stahlwerke. Nach der Schließung des Stahlwerkes wurde die Burg restauriert und diente zeitweise als Heimatmuseum. Mittlerweile befindet sich die Sparkassen-Akademie in der Burg.



Vor der Burg fließt der Hörder Bach und man fand Teile des Innenhofes aus dem Mittelalter.



Neueren Datums ist der Yachthafen an der Burg. Links von dem Hafen befindet sich die Restaurantmeile des Sees. "Schöne" neue Welt. Vielleicht alles etwas steril. Vor allem wenn man die Geschichte des Geländes bedachte.



Über die Bahntrasse kehrte ich zurück nach Phönix-West. Das Gasometer war schon von Weitem zu sehen.



Nach nur etwas über 14 km mit einem Schnitt von knapp 20 km/h endete meine kleine Probefahrt wieder zu Hause. Alles verlief problemlos und zufriedenstellend. Das Koga Miyata war einsatzbereit. Die RTF am nächsten Tag konnte kommen.
lg Jennifer

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Dienstag, 20. Juni 2017, 11:23

Bildhübsch! :thumbsup:

Groetjes,
Jacqueline
"Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird." (Khalil Gibran)

2017: 4660 / Nov.: 113
Ratatouille (12.03.2015) 4725 / Otmar (12.08.2015) 7000 / Ruby (22.10.2016) 1345 / A: 220
Insgesamt: 13.290

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Donnerstag, 22. Juni 2017, 10:49

"Vereinsausflug"

18.06.2017

Am Sonntag war RTF von Sölde und ich bekam Mail vom Verein das dort eine gemeinsame Ausfahrt geplant war. Gerd versuchte eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Ich war gespannt wieviele Vereinsmitglieder dem Aufruf gefolgt waren. Ich fuhr mit meinem frisch aufgebauten Koga Miyata Traveller rüber nach Aplerbeck, wo der Start war. Das waren gerade mal 6 Kilometer, also zu wenig für eine Sternfahrt. Nach und nach trafen ein paar Vereinsmitglieder ein. Gerd, Andreas unser 1. Vorsitzender, Uwe und Matthias fanden sich ein. Wir starteten zunächst nur zu viert, da Matthias noch auf seinen Bruder wartete. Das Wetter war sonnig mit ein paar Schleierwolken und die Temperaturen wurden schnell sommerlich. Uwe hatte mit seinem Singlespeed Colnago natürlich ein Handicap sobald die ersten Steigungen kamen. Wir fuhren am Anfang sehr langsam damit er mithalten konnte.



Er bog jedoch bald auf die 40 km Route ab, während wir uns die 112er vorgenommen hatten. Jetzt zogen wir das Tempo deutlich an, aber ich konnte mit Gerd und Andreas im Flachen und auch auf kürzeren Steigungen noch gut mithalten.



Zwischendurch fuhr ich auch mal vor um Fotos zu machen.



So fuhren wir über Sölde und Holzwickede südlich von Unna Richtung Haarstrang.



Lange gerade Sträßchen durch flache Landschaft waren ein Genuss bevor die Plackerei los ging.



Dann kam die erste Kontrolle in Hemmerde. Das Gruppenfoto fiel noch etwas spärlich aus. Vielleicht gibt es zukünftig mehr Teilnehmer bei regelmäßigem Aufruf zu gemeinsamen Fahren.



Kurze Pause dann ging es weiter nach Büderich.



Hinter Büderich fingen dann die ersten richtigen Steigungen an. Am Anfang hatte ich noch die Kraft das Tempo mitzugehen, aber dann musste ich doch bei längeren Steigungen abreißen lassen und mein eigenes Tempo fahren.



Wie immer fuhr ich gerne über den Haarstrang. Der weite Blick über die Landschaft war einfach grandios. Links die Soester Börde, rechts die ersten Ausläufer des Sauerlandes. Die Strecke wurde zu einem Auf- und Ab und ich sammelte Höhenmeter. Vorbei an Bremen (nein, nicht die Hansestadt), ging es über den Höhenweg des Arnsberger Waldes.



Hier traf ich auf einen der berühmten Bismarcktürme. Doch mehr als ein kurzer Fotostopp war leider nicht drin.



Auf dem Höhenweg konnte ich wieder etwas Gas geben um den Abstand zu den Mannschaftskollegen nicht zu groß werden zu lassen.
Dann kam die zweite Kontrolle einige Kilometer vor Echtrop auf dem Haarweg. Hier warteten Andreas und Gerd schon. Schnell zog ich noch mal ein paar Schrauben an meinem Koga nach, das sich bisher allerdings gut geschlagen hatte. Ich verpflegte mich, füllte die Trinkflaschen auf und gerade als wir losfahren wollten, kam Matthias mit seinem Bruder. Ich fuhr dann schon mal vor, da sie mich eh wieder einholen würden.



Die Route verließ nun den Haarweg und führte in einem Bogen nach Stockum und damit zum Möhnesee. Die Anderen hatten mich mittlerweile eingeholt, aber ich folgte ihnen nicht, da ich unbedingt noch ein paar Fotos mit Seeblick machen wollte.



Über den Möhnesee habe ich ja schon einiges geschrieben und ich freute mich immer wieder wenn ich dort war. Bei der Hitze hätte ich auch gerne mal ein kleines Bad genommen.



Am See gab es ja durchaus den ein oder anderen netten Strand der sehr einladend wirkte. Aber ich musste leider weiter, da das Ziel wartete. Irgendwann hieß es dann auch Abschied vom See zu nehmen. Die Strecke führte nun durch Niederense. Und weiter nach Neheim zur Ruhr.
Nach 85 km kam dann in Echthausen die dritte Kontrolle. Gerd und Andreas saßen unter einem Baum im Schatten. Ich verpflegte mich und fuhr dann wieder vor. Das Terrain war wieder relativ flach und ich war nach einer Erholungsphase in meinem Element. Als die Anderen mich einholten konnten wir wieder ein ganzes Stück als Gruppe fahren. Matthias und sein Bruder waren auch hinter mir. So ging es durch Wickede und Fröndenberg an der Ruhr entlang. Hinter Halingen überquerten wir die Ruhr und fuhren auf die letzte größere Steigung bei Dellwig zu. Auf den zwei Kilometern Berghoch musste ich wieder abreißen lassen. Doch auf dem flachen Stück hinter Billmerich kam ich wieder an die Gruppe ran.



Nach 118 km kamen wir mit einem Schnitt von über 25 km/h ins Ziel. Ca. 700 Höhenmeter waren vor allem am Haarstrang und im Arnsberger Wald zu bewältigen. Nach der Verabschiedung genehmigte ich mir noch ein kühles Radler, bevor ich mich um 14 Uhr auf den Nachhauseweg machte. Mit An- und Abfahrt kam ich dann auf 130 km mit dem Koga.


Noch ein paar Worte zu meinem Koga. Insgesamt war ich mit dem Rad sehr zufrieden. Ein paar kleine Verbesserungen wie z.B. an dem Bremsdreiecken und dem Sattel werde ich sicher noch vornehmen. Die Bremsen funktionieren zumindest in Unterlenkerhaltung durchaus ausreichend. Die Übersetzung mit dem 48er Kettenblatt erwies sich als durchaus gut. Eine Änderung auf ein 50er Blatt scheint mir nicht nötig zu sein. Auch mit dem 38er Blatt kam ich prima klar. Das 28er benötigte ich noch gar nicht. Da sind also am Berg noch Reserven. Die Kassette hinten mit 11-32 hatte sich ja schon auf dem Yellow Bird bewährt. Die Sitzposition ist sportlich, aber bequem. Jetzt fehlen noch Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung zum perfekten Randonneur. Über die Conti Ultra Sport II kann ich zumindest unter trockenen Bedingungen nichts Negatives sagen. Bin mal gespannt wie sie sich dann bei Nässe verhalten. Insgesamt hat das Koga Miyata auf jeden Fall das Potential zu meinem neuen Lieblingsrad. Hoffe das Peugeot wird da nicht eifersüchtig.
lg Jennifer

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Mittwoch, 28. Juni 2017, 10:51

Maximilian RTF Hamm

24.06.2017

Letzten Samstag startete ich bei bewölktem Himmel und Temperaturen um 20 Grad in Hamm. Ich entschied mich für mein 89er Meral. Den Stahlklassiker hatte ich dieses Jahr bisher am wenigsten gefahren. Als ich mich gerade anmelden wollte traf ich Renate und Peter. Die Beiden wollten die 112er Strecke fahren, ich hatte mir die 150er vorgenommen. Wir warteten bis der große Andrang am Start vorbei war und starteten ein paar Minuten nach 8 Uhr gemeinsam. Bis zur Streckenteilung wollten wir zusammen fahren. So ging es dann erst einmal locker los. Die Strecke führte uns direkt aus Hamm heraus, so das uns bald Felder und Wiesen mit Blumenmeeren erwarteten.



So ging es noch relativ flach durch ländliches Gebiet zwischen Werl und Soest Richtung Süden.



Dafür hatten wir teilweise etwas stärkeren Gegenwind, vor allem auf freiem Feld.



Etwas zu früh kam dann nach ca. 19 km bereits die erste Kontrolle. Ich ließ nur abstempeln, aber steckte mir eine Banane als Verpflegung ein, da die nächste Kontrolle erst nach 40 km kommen sollte. Renate und Peter machten etwas Pause, bevor wir zusammen weiter fuhren.



Immer wieder erreichten kleine Gruppen oder Einzelfahrer die Kontrolle bei Einecke. Aber das Gros war schon durch.



Nun führte die Strecke über den Haarstrang und ein Auf und Ab begann. Es hieß Höhenmeter sammeln. Dafür kam die Sonne für einige Zeit ein wenig aus der Wolkendeckung.



Schließlich erreichten wir den Möhnesee. Hier klinkte ich mich kurz aus um das obligatorische Foto auf der Staumauer zu machen.
Der Möhnesee ist für mich ja auch mit vielen Kindheitserinnerungen verbunden.



Dann startete ich die Aufholjagd entlang des Möhnesees. Trotzdem fiel mir das ein oder Andere am Wegesrand auf. Während ich so mit ca. 30 km/h dahinzog und Orte wie Delecke und Körbecke passierte, meldete sich der Hunger bei mir. Also flugs die Banane aus der Trikottasche gezogen und verspeist. Das sollte bis zur zweiten Kontrolle reichen.



Noch vor dem Ende des Möhnesees hatte ich die Beiden wieder eingeholt und wir fuhren wieder zu dritt. Hinter Völlinghausen bogen wir dann rechts über die Möhne ab und es sollte 3 km nur noch berghoch gehen. Ich suchte und fand meinen Rhythmus und kurbelte mich stoisch da hoch. Peter fuhr vorne weg, aber Renate bekam etwas Probleme da sie die Steigung zu schnell angegangen war und dann schlug angesichts der immer weiter führenden Steigung der innere Schweinehund zu. Richtig steil war es nicht, aber auch nicht flach. Denke mal das die steilsten Rampen knapp zweistellig waren. Nach der Steigung kam eine rasante Abfahrt nach Sichtigvor bei Warstein. Hier hatte ich Peter fast eingeholt, sah aber dann im Augenwinkel eine alte Wassermühle. Die Mühle gehört zum Mühlenpark und beherbergt ein Kettenschmiedemuseum. Klar musste ich hier erst einmal Fotos machen.



Auch das gegenüberliegende Schloss des Deutschen Ordens lichtete ich ab. Es stammt in der Form wohl aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1809 wurde der Orden aufgelöst und die Besitzungen fielen an den Staat. In der Folgezeit gab es verschiedene Besitzer und Nutzungen. Leider werden die Gebäude aktuell nicht mehr genutzt und verfallen zusehends, da die derzeitigen Besitzverhältnisse nicht klar sind.



Nach insgesamt etwas über 60 km erreichten wir dann wieder zusammen die zweite Kontrolle bei Uelde auf einem Hof. Hier staunte ich nicht schlecht als ich die dargebotene Verpflegung sah: Erdbeeren, Äpfel, Wassermelone, Tomaten-Mozzarella-Salat, Waffeln.



Auf einem anderen Tisch gab es frisches Brot mit Schinken und Käse und Negerküsse. Dazu gab es Cola und Wasser. Das lud natürlich zu einer längeren Pause nach den Strapazen in den Hügeln des Sauerlandes ein. Mittlerweile war mir auch klar das es mit der 150er Strecke aufgrund der Zeit nichts mehr wurde. Auch nicht schlimm, die 112er war ja auch schön und anspruchsvoll. Nachdem wir uns ausreichend gestärkt hatten brachen wir wieder auf. Natürlich ging es direkt wieder berghoch.



Doch dann hatten wir auch das geschafft und es folgte eine längere Abfahrt mit kurzen Gegensteigungen. Hier nahmen wir dasTempo etwas raus, damit Renate auch mithalten konnte. Sie war bisher überwiegend im Flachen gefahren und hatte nicht mehr so viele Reserven für die kürzeren aber teilweise etwas knackigen Steigungen.



Die Sicht von Oben auf die Ebene war trotz des bewölktem Himmel grandios. Ich liebe diesen Weitblick. Ab Bad Sassendorf wurde es dann wieder flach. Eine schöne Rollerstrecke, aber teilweise mit fiesem Gegenwind. Trotzdem genoss ich die Fahrt durch die schöne Landschaft.



In Brockhausen erreichten wir dann die 3. Kontrolle. Noch einmal Radflaschen auffüllen und etwas verpflegen für die letzten Kilometer.
Interessant fand ich auch das nette Antik-Cafe neben der Kontrolle. Leider war keine Zeit sich das mal genauer anzusehen oder gar einzukehren. Schade. So machten wir uns auf die letzten 25 km. Wir dachten natürlich an ein gemütliches Heim rollen, hatten die Rechnung aber ohne den Gegenwind gemacht. So wurde es doch etwas mühseliger wie gedacht und wir kamen auch nicht richtig auf Geschwindigkeit.




Trotzdem schafften wir Kilometer um Kilometer zum Ziel. Am Horizont tauchte bereits das Kraftwerk von Hamm auf. Doch sollte es noch eine Weile dauern bis wir näher kamen. Der Himmel drohte bereits mit dunklen Wolken, aber es bleib zum Glück trocken.



Nur noch wenige Kilometer vor dem Ziel kämpften wir tapfer gegen den Wind. Peter fuhr vorne, ihm schien der Wind nicht viel auszumachen. Aber Renate hatte ganz schön zu kämpfen. Ich ließ mich zurück fallen, um ihr nicht das Gefühl zu geben das wir davon fuhren. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie einen das noch einmal runter zieht, wenn die Anderen davon eilen und man kann nicht mithalten.
Bei Geithe gerieten wir dann in den Autokorso eines Schützenvereins. Vor einem Haus stand ein junger Mann in Uniform und winkte den Vorbeifahrenden, mit Hupe Grüßenden, huldvoll zu. Das Ganze wirkte auf mich so skurril das ich Mühe hatte nicht laut zu lachen. So grinste ich in mich hinein. Wahrscheinlich finden Außenstehende auch unsere RTF mehr als merkwürdig. Man sieht die Dinge halt immer aus der eigenen Erfahrung und Sicht. Es gelang uns an den Fahrzeugen vorbei zu schlängeln und dann hatten wir wieder freie Fahrt.



Dann sah ich von weitem den Maximilian Elefanten des Maximilan Parks, ein alter Förderturm der ehemaligen Zeche, der die Form eines Elefanten hat. Gegen 16:15 Uhr fuhren wir ins Ziel. Renate und Peter verstauten erst einmal ihre Räder im Auto und ich meldete mich ab. Die Computer waren schon abgebaut, aber ich bekam meine RTF in die Wertungskarte eingetragen. Offiziell Zielschluss war übrigens erst um 17 Uhr.
Dann gab es für mich zur Belohnung noch Kaffee und Kuchen um wenigstens einen Teil der verlorenen Energie zu ersetzen. Nach mir traf auch noch Gerd von "Sturm" Hombruch ein. Er war die 150er Strecke gefahren und wirkte auch ein wenig erschlagen. Dann kamen Renate und Peter vom Auto und wir unterhielten uns noch ein wenig. Ein schöner RTF-Tag neigte sich dem Ende entgegen.
Die Strecke fand ich sehr schön, gut zu fahren aber auch durchaus mit Anspruch. Die Verpflegung an den Kontrollen gehörte mit zu dem Besten was ich bisher bei RTF erlebt habe. Die Strecke war gut ausgeschildert und ist unbedingt empfehlenswert. Vielen Dank dafür.

Noch ein paar der üblichen Daten: 113 km mit einem Schnitt von 22,5 km/h und 660 Höhenmeter. Teilnehmer waren es glaube ich um die 370.

Nachtrag: Der Regen kam dann am Sonntag. Eigentlich wollte ich in Werl-Wickede fahren und stand auch früh auf. Aber dann beschloss ich doch zu schwänzen und den Tag ruhig und mit etwas Arbeit an meinem Koga Miyata zu verbringen. Es würde das ideale Rad für Regenfahrten werden, wenn ich es hoffentlich bald fertig habe.
lg Jennifer

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sonne_Wolken« (28. Juni 2017, 20:10)


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Montag, 3. Juli 2017, 12:11

Bergischer Regen

01.07.2017

Eigentlich wollte ich am ersten Samstag im Juli mit meinem alten Bianchi die Eroica in Limburg fahren. Aber als dann der Wetterbericht kam und Dauerregen versprach, wurde mir klar das ich das der Donna Bianca nicht antun konnte. Unbefestigte Wege würden schnell zu einer Schlammschlacht. Darauf hatte die Donna nun so gar keine Lust und auch meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. So suchte ich nach einer Alternative und wurde in Wuppertal-Katernberg fündig. Dort fand eine RTF des RV Endspurt 08 Wuppertal durchs Bergische Land statt. Da ich am Freitag meinen Koga Miyata Randonneur fertig gestellt hatte, lag es nahe das mit Schutzblechen und Licht ausgerüstete Rad bei dieser RTF auf Herz und Nieren zu prüfen. Ralf wollte mangels Alternative die gleiche RTF fahren und so fanden wir uns um 8 Uhr Morgens in Wuppertal ein. Viel war nicht los, selbst der kleine Parkplatz an der Schule war fast leer. Drinnen erfuhren wir das sich erst zwei Leute vor uns angemeldet hatten. Ein trauriges Bild, genau wie das Wetter. Dazu kam das in Düsseldorf der Start der Tour de France war. Dort wollten wohl auch viele zum zuschauen hin. Ich fuhr lieber selbst.



So machte ich mich und mein Koga Regen fest und Ralf und ich starteten auf die 112 km Runde. Er sagte vorher noch das er ganz gemütlich fahren wollte. Mir schwante nichts Gutes, kannte ich doch sein "gemütlich" schon. So war es dann auch, an den ersten Steigungen fiel ich bereits zurück. Bei Regen fuhr ich eh immer noch etwas vorsichtiger wie sonst. Wir fuhren in einem Bogen zunächst nach Dönberg. Kurz danach kam ein paar Kilometer später schon die Streckenteilung für die 40er Runde. Wir nahmen natürlich die lange Runde.



Weiter ging es nach Schraberg und Nächstebreck. Rauf und runter. Ralf hatte ich längst aus den Augen verloren. So fuhr ich mein Tempo und machte mich mit dem Koga vertraut. Reifen und Bremsen funktionierten erstaunlich gut bei Nässe, auch wenn die Bremshebel einen relativ langen Hebelweg hatten. Aber das war Gewohnheitssache und ich gewöhnte mich schnell daran. Die Bremsen waren trotzdem gut dosierbar.



Selbst bei Regen war die Bergische Landschaft sehr schön und ich genoss die Fahrt, auch wenn langsam die ersten Wassertropfen ihren Weg in meine Regenklamotten fanden. Aber die Temperaturen waren mit ca. 15 Grad noch gut erträglich. Nach gut 34 km kam die erste Kontrolle in der Nähe von Sprockhövel. Hier wartete Ralf bereits eine Weile auf mich. Vor uns waren erst 2 Fahrer vorbei gekommen. Dafür wurde ich auf mein sehr helles Frontlicht angesprochen. Man wunderte sich das ein kleiner Scheinwerfer so hell sein konnte. So wurde ich wenigstens nicht übersehen bei dem Wetter. Weiter ging es dann über Nierenhof nach Kupferdreh, wo wir den Baldeneysee erreichten.



Wo es sonst richtig voll war am Wochenende, war überhaupt nichts los. Und so hatten wir den Weg am See entlang fast für uns alleine.
Auch auf dem See war es fast leer. Keine Segelboote und nur sehr wenige Ruderer.



In der Nähe von Fischlaken verließen wir den See dann leider wieder. Jetzt gab es wieder nur Wasser von oben. Es regnete mal stärker und dann mal wieder schwächer. Aber eine richtige Regenpause gab es nicht.



Schließlich erreichten wir über eine Landstraße Velbert. Hier nahm der Autoverkehr naturgemäß wieder zu. Vorbei war es mit der Einsamkeit.
Am Anfang von Velbert kamen wir zu unserer zweiten Kontrolle. Hier trafen wir noch drei oder vier Fahrer die auf der kurzen 42 km Strecke waren und hier die einzige Kontrolle hatten. Während wir bereits 55 km Auf und Ab in den Beinen hatten, waren es bei ihnen deutlich weniger, da die kurze Strecke auf relativ direkten Wege nach Velbert führte, während wir in einem großen Bogen über Essen dorthin kamen. Nach der Verpflegung kamen wir zu der Streckenteilung für die 112 km Strecke, die uns auf eine Bahntrasse führte. Jetzt kam der angenehme Teil der Tour.



Es war die Bahntrasse der Niederbergbahn. Diese Bahntrassen waren wie gemacht zum entspannten Radfahren. Vor allem gab es hier mal eine Weile keine größeren Steigungen. Entspannung pur. Und so schön leer. Kaum Fußgänger und Radfahrer und natürlich überhaupt keine Autos.



Ab und zu ging es an alten Fabriken oder Wohngebieten vorbei. Brücken sorgten dafür das wir die Trasse nicht verlassen mussten.



So erreichten wir Heiligenhaus, das wir auf der Trasse durchquerten. Das war eine Streckenführung nach meinem Geschmack. Zu sehen gab es auch so einiges am Streckenrand. Manches wies noch auf die ehemalige Nutzung als Bahnstrecke hin. Originell auch das Kult-Kaffee Rösterei in einem alten Güterbahnhof mit Güterwagon als Terrasse. Hier war leider gar nichts los und wir hatten auch nicht wirklich Zeit. Zu gerne hätte ich jetzt einen guten und schön heißen Kaffee getrunken.



Nebenan stand noch ein alter Wagon in der Landschaft. Sitzbänke luden sicher bei schönem Wetter zu einer Pause ein.



In Laupendahl verließen wir die Trasse dann über eine Rampe steil abwärts. Unten stand dann noch so ein blödes Drängelgitter. Während Ralf schob, vertraute ich zu Recht auf meine Cantileverbremsen die mich trotz der Feuchtigkeit langsam und sicher nach unten brachten. Hier wollte ich wirklich nicht hoch fahren müssen. Da war schieben keine Schande.



Unten ging es dann durch einen engen Tunnel unter der Bahnstrecke durch. Jetzt kamen natürlich auch die Steigungen wieder. Wir passierten den südlichen Rand von Heiligenhaus und fuhren Richtung Flandersbach. Weiter führte der Weg nach Rohdenhaus. Ich verlor Ralf an den Steigungen wieder aus den Augen. Hier konnte ich einfach nicht mithalten.



Trotzdem genoss ich die Strecke, wusste ich doch das ich gut in der Zeit lag. In Wülfrath kam ich an einer Schule vorbei, wo gerade ein Schülerlauf stattfand. Die Schule war das Ziel. Manche Kinder sprinteten noch geradezu, während andere schon sichtlich erschöpft wirkten. Das erinnerte mich an meine Schulzeit. Ein paar Kilometer weiter kam mir ein Junge entgegen gelaufen der offensichtlich von seinem Vater angetrieben wurde. Armer Junge, waren es doch noch einige Kilometer bis ins Ziel.



Nicht so schön waren die Strecken entlang vielbefahrener Straßen, auch wenn sich das sicher teilweise nicht verhindern ließ.
In Düssel erwartete uns dann nach 87 km die 3. Kontrolle. Hier wartete Ralf wieder auf mich. Wir waren die Nummer 3 und 4 an der Kontrolle. Kurz darauf traf ein Fahrer ein der ein wenig mitgenommen wirkte. Wir erfuhren das er kurz vorher gestürzt war. Er tat mir echt leid, da ich nur zu gut wusste wie sich das anfühlte. Wir fuhren weiter und kamen kurz vor Schlupkothen wieder auf die Niederbergbahntrasse. Der gestürzte Fahrer hatte uns mittlerweile wieder überholt. ansonsten war es sehr einsam auf der Strecke. Die Trasse führte leider etwas bergauf und ich hatte nicht genug Kraft an Ralf dran zu bleiben. Aber ich sah ihn immer wieder in einiger Entfernung vor mir. Dann endete die Trasse für uns auf der Wülfrather Straße. Hier sah ich den Fahrer auf der anderen Straßenseite wieder. Obwohl die Strecke nach rechts führte, fuhr ich zu ihm rüber. Er wirkte völlig fertig und ich erfuhr das er schon wieder gestürzt war. Jetzt war er richtig angeschlagen und ich machte mir Sorgen. Ich bot ihm an Hilfe zu rufen damit er ins Ziel kam, aber er wollte nicht, obwohl er sichtlich starke Schmerzen hatte. Da ich ihn nicht überreden konnte Hilfe anzunehmen, fuhr ich mit einem schlechten Gefühl weiter und drehte mich öfters mal um, ob ich ihn sah. Ralf hatte ich bald ganz aus den Augen verloren, denn es ging wieder ordentlich berghoch. Aber die Kilometer bis zum Ziel würde ich auch noch alleine schaffen.



Eine prunkvolle Moschee im Bergischen Land? Nein, der Turm gehört zu einem Haus welches vom Künstler Friedrich Hundertwasser entworfen wurde. Bei uns in Dortmund gibt es in Aplerbeck auch eines seiner Häuser.

Schließlich erreichte ich wieder Wuppertaler Stadtgebiet und bald darauf bog ich auf die Straße ein, wo die Schule sein musste. Leider gab es keine Pfeile und ich schaute wohl in der falschen Richtung nach der Schule. Am Ende der Straße dämmerte mir mein Fehler und ich kehrte um und fand die Schule dann auch mit mehr Aufmerksamkeit. Die Ausschilderung hätte da etwas besser sein können, war aber auf der Strecke ohne Fehl und Tadel. Der angeschlagene Fahrer war zu meiner Erleichterung auch gerade ins Ziel gekommen und wurde von den Vereinsmitgliedern direkt verarztet. Überhaupt hatte sich der Verein bei der Ausrichtung der RTF sehr viel Mühe gegeben und trotz des Wetters waren alle gut gelaunt. Wie ich erfuhr hatten nur 29 Radsportler an der RTF teilgenommen. Ein trauriger Rekord den Endspurt Wuppertal definitiv nicht verdient hatte. Es tat mir unendlich leid, wusste ich doch selber wieviel Arbeit hinter so einer RTF steckte. Ralf traf ich übrigens nicht im Ziel, er war schon weg. Er sah mich wohl vorbei fahren, als ich die Auffahrt zur Schule verpasste. Bis ich umgekehrt hatte, war er bereits auf den Weg zum Bahnhof. Ich machte noch eine Pause, gönnte mir Kaffee und Kuchen und unterhielt mich mit den Mitgliedern vom Verein. Trockengelegt und mit frischen Klamotten ging es für mich schließlich auch nach Hause.

Noch die Daten von der Tour: Es waren überraschenderweise nur 102 km mit 1300 Höhenmeter die ich mit einem Schnitt von knapp 20 km/h zurück legte. Mein Koga Miyata Traveller hatte seine Feuertaufe bei schlechtestem Wetter bestanden. Es warten nur noch Kleinigkeiten die ich ändern wollte. Unter anderem den Lenker etwas nach oben drehen und die Schutzbleche verlängern. Trotz des Wetters war ich froh das ich dort gefahren bin. Bei gutem Wetter können ja Alle.
lg Jennifer

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Dienstag, 4. Juli 2017, 10:59

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

02.07.2017

Am Sonntag klang der Wetterbericht schon etwas freundlicher. Temperaturen 15 bis 18 Grad und deutlich trockener sollte es gegenüber dem Samstag werden. Und so fuhr ich von Dortmund aus ins 70 km entfernte Oelde um an der RTF des RSV Schwalbe Oelde teilzunehmen. Natürlich wieder mit dem Koga Miyata. Schon beim Start war deutlich mehr los als am Vortag in Wuppertal. Ausschlaggebend dürften das bessere Wetter und die größere Entfernung zur Tour de France Etappe in Düsseldorf gewesen sein. Da ich am Vortag bereits reichlich Höhenmeter genossen hatte, entschied ich mich gegen die 150er Strecke die bis ins Sauerland führte. So wurde es die 112 km Route bis auf den Haarstrang. Auch nicht ganz flach, aber moderat. So richtig fit fühlte ich mich nicht, war ich doch noch sehr müde. Aber das würde schon werden. Da gleichzeitig auf der Strecke ein Firmenlauf statt fand, hatte ich auf den ersten Kilometern erst einmal jede Menge Gruppen von mehreren Firmen vor mir. Dank der sehr durchdringenden Klingel am Koga kam ich aber sehr gut da durch. Danke fürs Platz machen. Nach der Streckenteilung bei ca. 11 km hatte ich dann freie Bahn und konnte Gas geben. Die Meisten fuhren wohl auf der kurzen 40er Route.



Immer wieder fiel mir auf wie religiös das Münsterland war. Erzkatholisch würde man sagen. Wenn es den Menschen half besser mit dem Leben klar zu kommen, warum nicht.



Es war ziemlich bewölkt, aber trocken. Es ging nun durch flache Landschaft in einem Bogen Richtung Rheda-Wiedenbrück.



Ab und zu überholte mich eine schnellere Gruppe. Selber war ich zunächst mit einem Schnitt zwischen 26 und 27 km/h unterwegs.



Dann kamen Ortschaften wie Lette und Möhler, die schnell durchfahren waren.



Typisch für die Region waren überall die Windräder, die die Landschaft prägten und von Weitem zu sehen waren. Dann nahte die erste Kontrolle nach knapp 32 km kurz vor St. Vit. Hier gab es leckeren Kuchen und ich unterhielt mich eine Weile. Doch dann musste ich weiter.



Die Ausschilderung mit den gelben Schildern war gut, auch wenn man die roten Pfeile von weitem nicht gut sah und erst beim näher kommen die Richtung realisierte.



Der Himmel zog sich immer mehr zu. Es war immer noch relativ flach, doch bemerkte ich ein leichtes Ziehen in der rechten Wade. Wahrscheinlich eine Folge der vielen Höhenmeter vom Vortag. Ich nahm das Tempo lieber mal etwas raus, um das Ziehen nicht zu verschlimmern. An den wenigen kurzen Steigungen schaltete ich einen Gang mehr runter und ließ mir Zeit. Bloß jetzt keine schlimmere Verletzung riskieren. Zumal eine Woche später ein 24 Stunden Marathon anstand, einer meiner Saisonhöhepunkte.



Nach der Überquerung der Lippe kam ich durch Benninghausen. Hier fiel mir der mit Bannern gesäumte Weg zur ehemaligen Klosterkirche St. Martin auf. Doch zum Anhalten und genauer anschauen blieb keine Zeit. Die zweite Kontrolle wartete.





Dann ging es hinauf auf den Haarstrang. Jetzt kamen die Höhenmeter, aber zum Glück keine steileren Anstiege. Geduldig kurbelte ich mich Kilometer für Kilometer bergan bis zur 2. Kontrolle in Seringhausen. Hier wieder ein bisschen Kuchen, ein bisschen quatschen und dann ging es weiter. Der Himmel war jetzt schon drohend dunkel. Die Ersten sprachen schon von Regen. Ich war optimistischer.



Weiter kurbelte ich mich die längste Steigung mit über 100 Höhenmeter hinauf. Das war quasi die Bergwertung der Strecke. Ich fand mein Tempo, so das es in der Wade nicht zu sehr zog. Zu gerne hätte ich hier etwas mehr Gas gegeben, kam ich doch eigentlich auf den mittleren Steigungen noch ganz gut klar. Aber die Vernunft siegte. Auch hatte ich ja überhaupt keinen Zeitdruck. Nach dem Anstieg kam eine längere eher flache Abfahrt. Hier war ich wieder in meinem Element. Mein Schnitt lag immer noch zwischen 24 und 25 km/h. Die Strecke führte zwischen Bad Sassendorf und Lohne durch. Es ging nun schnurstracks nach Norden. Zwischen Hovestadt und Herzfeld überquerte ich die Lippe ein zweites Mal.
Ein paar Kilometer weiter fing es dann doch an zu tröpfeln. Aber das war noch kein richtiger Regen. So erreichte ich die 3. Kontrolle auf einem Bauernhof, wo sich zwei RTF-Fahrer aus Frankreich für mein Koga Miyata interessierten. Mit dem einen, der deutsch sprach, kam ich ins Gespräch. Entgegen den Erwartungen regnete es sich etwas ein und so ging es mit Regenjacke weiter.



Schnell waren die Straßen nass und ich fuhr etwas vorsichtiger. Nur keinen Sturz riskieren.



Den Schafen schien der Regen nichts auszumachen. Wahrscheinlich war das Gras dann saftiger. Aber einige schauten doch zu mir und meinem schönen Rad. Halt Schafe mit Sachverstand.



Nach einer halben Stunde war der Regen vorbei, doch die Straßen noch nass. Wie gefährlich die Bitumenstreifen auf der Fahrbahn waren, wusste ich vom Motorrad fahren noch. Also Vorsicht! Ich pilotierte meinen Traveller jedoch sicher über die Strecke.



Die letzten 20 Kilometer führten ländlich zurück nach Oelde. Keine größere Ortschaft kreuzte den Weg. Mein Schnitt war mittlerweile unter 24 km/h gesunken, was ich aber angesichts der Bedingungen immer noch ok fand. Es war noch keine 14 Uhr als ich im Ziel eintraf. Kurz vorher machte ich noch einmal ein paar Fotos von meinem Rad.



Den Lenker hatte ich vor der Fahrt noch etwas nach oben gedreht. So konnte ich die Bremsgriffe besser erreichen. Mit der Sitzposition war ich jetzt 100 % zufrieden.



Das fest angebaute Licht hatte sich beim Regen wieder bewährt. Merkte das die Autofahrer mehr Abstand hielten wenn ich Licht anhatte. Den Tacho hatte ich weg gelassen. Eigentlich reichte das Garmin völlig aus und der Lenker wirkte nicht so überladen.



Es waren ca. 580 Fahrer/innen auf den Strecken, wie ich noch erfuhr. Die Strecke war gut ausgeschildert, schön zu fahren und die Verpflegungskontrollen boten gute Versorgung. War ja das erste Mal in Oelde gefahren, aber bestimmt nicht das letzte Mal. Danke für die schöne RTF.

Hier noch die Daten von der Tour. Es waren bei mir 115 km mit einem Schnitt von 23,8 km/h und 520 Höhenmeter. Die meisten davon fielen auf dem Haarstrang an. Das Ziehen in der Wade wurde nicht schlimmer, ging aber auch nicht weg. Mal sehen wie es dann nächsten Samstag in Nortorf beim 24 Stunden Marathon ausschaut.
lg Jennifer

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Dienstag, 4. Juli 2017, 16:06

Haste ja doch noch den Winkel vom Lenkerbügel am Koga geändert.


Aber kann es sein dass du dich am 11.6. verfahren hast?

Ich erkenne eindeutig das rosane Giro Trikot! :D


Spasseken beiseite, wirklich schöne Bilder. Könnte man glatt neidisch werden! :thumbsup:
Essen: check, Wasser: check, Glasperlen für die Eingeborenen: check, Knüppel gegen die Wölfe: check. Auf nach Brandenburg!

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Dienstag, 4. Juli 2017, 22:48

Haste ja doch noch den Winkel vom Lenkerbügel am Koga geändert.


Aber kann es sein dass du dich am 11.6. verfahren hast?

Ich erkenne eindeutig das rosane Giro Trikot! :D


Spasseken beiseite, wirklich schöne Bilder. Könnte man glatt neidisch werden! :thumbsup:
Das rosa Trikot ist auch im Münsterland sehr kleidsam. Davon abgesehen war der Giro ja auch schon mal in Münster zu Gast. Muss schon ein paar Jährchen her sein. War damals das erste Mal in meinem Leben in Münster, im Alter von fast 40 Jahren. :rolleyes:
lg Jennifer

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Dienstag, 11. Juli 2017, 10:53

24 Stunden Marathon Nortorf

08.07.2017

Im Juli fuhr ich zu einem meiner Saisonhöhepunkte, dem 24 Stunden Marathon in Nortorf, ca. 40 km von Kiel entfernt. Die Fahrt in den Norden entwickelte sich allerdings schnell zu einer Strapaze. Die ersten Kilometer liefen noch gut, aber dann geriet ich hinter Bremen in eine Vollsperrung. Angeblich musste ein LKW-Fahrer niesen und verteilte dabei LKW und Schüttgutladung über die gesamte Fahrbahn. Das kostete mich über 3 Stunden. Schließlich kam ich nach 8 Stunden Fahrt für 420 km Abends in Nortorf an. Während ich auf einer Wiese neben dem Start mein Zelt aufbaute, begrüßte mich Albert. Er war schon vor mir angekommen. Nachdem ich mein "kleines" 10 qm Zelt aufgebaut hatte, lernte ich noch Doris und ihren Partner kennen. Wir kamen ins Quatschen. Gegen 21 Uhr gab es dann für mich noch eine Kleinigkeit zum Abendessen und dann ging es ins Bett.



Mein Handywecker klingelte und ich machte mich an die Morgentoilette. Schon mal die Radsachen anziehen und Wechselklamotten bereit legen, dann kümmerte ich mich ums Rad. Am Start herrschte schon geschäftiges Treiben. Es gab schon Kaffee, ein Angebot welches ich gerne annahm. Zurück beim Zelt aß ich mein Müsli. Schließlich brauchte ich Energie für den Tag. Die Wasserflaschen füllte ich noch und stopfte ein paar Riegel in die Lenkertasche. Ich hatte mir so einiges vorgenommen für die 24 Stunden. Mein Minimalziel waren 15 Runden, aber insgeheim hoffte ich auf 17 bis 18 Runden und einen Platz unter den ersten 5 bei den Frauen.



Ich begab mich mit meinem Koga Miyata und meiner Ausrüstung zum Start. Es war noch etwas Zeit und ich wollte noch ein paar Eindrücke einfangen. Die Ruhe vor dem Sturm/Start tat gut.



Mein noch relativ neu aufgebautes Koga Miyata Traveller sollte mich über die 24 Stunden bringen. Knapp 400 km konnte ich das Rad insgesamt schon unter verschiedenen Bedingungen testen. Dieses Mal war ich allerdings nicht die Einzige mit Stahlrenner am Start. Ich entdeckte ein Colnago und später noch zwei, drei andere Stahlrahmen. Auch ein Titanrahmen war am Start.



Der Platz am Start füllte sich zunehmend. Gespannte Erwartung in den Gesichter. Bald ging es los. Und Einige hatten sich offensichtlich viel vorgenommen.



Kurz vor 10 Uhr erfolgte der neutralisierte Start. Das hieß wir fuhren als komplette Gruppe in Polizeibegleitung die ersten 2 km aus der Stadt raus.



Kaum war der Start dann freigegeben ging die wilde Jagd los. Vorne setzte sich direkt eine Gruppe ab. Ich war in einer der mittleren Gruppe und zog auch ordentlich an der Kette. Ich hatte mir vorgenommen erst einmal zwei oder drei Runden am Stück zu fahren. Eine Runde hatte 28 km.



Es war bewölkt, aber nicht kühl. Für Mittags war Regen vorhergesagt. Ich kam gut in Tritt, überholte und wurde überholt, aber nach einigen Kilometern hatte sich das Feld schon sehr auseinandergezogen. Selbst auf den leicht ansteigenden Geraden hatte ich noch gut 30 km/h auf dem Tacho. Allerdings fragte ich mich wie lange ich dieses Tempo so durchhielt.



In Innien kam dann der Abzweig nach Oldenhütten. Hier begannen nach einer längeren fast geraden Strecke die Hügel auf der Strecke. Da ich das vom letzten Jahr noch gut kannte, schaltete ich rechtzeitig runter und fuhr in meinem Tempo die Anstiege hoch. Pro Runde waren das nur knapp 100 Höhenmeter, aber die konnten nach etlichen Runden echt gefährlich werden wenn man zu schnell anging. Einige kleine Gruppen zogen wieder an mir vorbei. Aber jetzt nur kein falscher Ehrgeiz.



Es ging auf und ab. Ein schön welliges Profil. Leider war es aber jede Runde genau das selbe Profil. Auf Dauer etwas zermürbend.







Nach dem ich in Oldenhütten rechts abgebogen war, ging es wieder bergab und gerade weiter. Hier konnte ich wieder Tempo machen. So fuhr ich Runde um Runde.





In der vierten Runde dachte ich darüber nach noch eine fünfte zu fahren. Aber dann siegte doch die Vernunft.



Nach dem Durchfahren des Messzeltes fuhr ich von der Strecke und besuchte den Verpflegungsbereich. Vier Runden das hieß 112 km hatte ich bisher mit einem Schnitt von etwas über 26 km/h ohne Pause durch gefahren. Wenn das so weiter ging, sah das mit dem Erreichen meiner Ziele sehr gut aus. Ich fühlte mich topfit und stockte meine Energie wieder auf. Reis mit veganer Soße war gegen 14 Uhr genau das Richtige. Ich überlegte ob ich jetzt immer vier Runden fahren sollte und erst danach wieder eine Pause. Mal schauen wie der zweite Turn lief. Ich war guter Dinge. Der Regen gegen Mittag erwies sich als ein paar Tropfen, die schnell vorbei waren. Das Wetter war also auf meiner Seite.



Ich fuhr nach 20 Minuten wieder auf die Strecke. Jetzt kam sogar häufiger die Sonne durch und es wurde noch etwas wärmer. Richtig angenehm. Trotzdem merkte ich schnell das mir die Pause anscheinend nicht so gut getan hatte. Irgendwie fühlte ich mich schwerfällig. Ich schob das dem Verdauungsprozess zu. Doch dann zwackte nach einigen Kilometern wieder meine linke Wade. Erst nur ein bisschen dann stärker. Das hatte ich letzten Sonntag erst, dachte aber es wäre wieder besser geworden. Auf den ersten vier Runden machte sich die Verletzung jedenfalls nicht bemerkbar. Ich musste wohl oder übel Druck vom Pedal nehmen. Jetzt nur nichts riskieren. Ich entschloss mich nur zwei oder drei Runden zu fahren und dann etwas länger Pause zu machen.



Auf dem Stück zum ersten Hügel hatte ich dann plötzlich @sinngh mit seinem Carrera neben mir. Wir kamen ins quatschen und als ich mir seinen schönen Stahlrenner während der Fahrt genauer ansehen wollte, räumte ich den armen Mann fast mit meinem Rad ab. Irgendwie verlor ich das Gleichgewicht, weil ich zu lange auf das Rad neben mir schaute. Zum Glück ging es gerade noch gut. Tat mir echt leid. Vor dem Start hatte ich das Rad leider nicht entdeckt. Da ich den Anstieg hoch jetzt noch langsamer fahren musste, verabschiedete ich mich von sinngh.



Ich merkte wie ich Runde für Runde langsamer wurde und machte bereits nach zwei Runden wieder eine Pause. Der Schnitt der zwei Runden war fast drei km/h unter dem der ersten vier. Wenn das so weiter ging, konnte das ja heiter werden. Ich hoffte mich in der Pause wieder etwas zu erholen. Dann ging ich zu meinem dritten Turn wieder auf die Strecke. Dieses Mal hatte ich mir direkt nur zwei Runden vorgenommen. Leider war das Zwacken in der Wade nicht vorbei. Dafür kamen jetzt Stiche in meinem linken Knie dazu. Bei mir schrillten die Alarmglocken. Das war mein kaputtes Knie, aber ich hatte seit über zwei Jahren damit keine Probleme gehabt. Also noch etwas weniger Druck und damit Geschwindigkeit. Vielleicht erreichte ich mein Minimalziel von 15 Runden noch.



Die 28 km der Strecke waren durchaus abwechslungsreich. Es gab auch ein wenig Paris-Roubaix Feeling, welches ich aber feige auf dem Bürgersteig umfuhr. Das Wetter und die Landschaft war toll. Aber ich war zu sehr mit meinen körperlichen Unzulänglichkeiten beschäftigt um es wirklich genießen zu können. Blöder Ehrgeiz.



Die Schmerzen wurden nicht wirklich besser und so machte ich nach 8 Runden meine nächste Pause. Jetzt war bald Halbzeit. Theoretisch konnte ich mein Ziel noch erreichen.



Die Pause tat mir gut und so fuhr ich mit Beginn der Dämmerung mit Licht auf meine nächste Runde. Jetzt machten sich auch noch die Oberschenkel durch beginnende Krämpfe bemerkbar. Mist, wahrscheinlich war meine Schonhaltung Schuld daran. Ich saß nicht mehr optimal auf dem Rad und trat auch nicht mehr gleichmäßig. Mit Mühe beendete ich die Runde und beschloss eine halbe Stunde zu schlafen, in der Hoffnung die Muskeln dadurch zu entspannen. Ich legte mich frisch gemacht und mit neuen Klamotten ins Zelt und gönnte mir 30 Minuten Ruhe. Dann ging es im Dunkeln zurück auf die Strecke. Mit meiner Beleuchtung am Rad war ich sehr zufrieden. Ich fand eine gute Einstellung vorne für den Cyco T und kam gut durch die Dunkelheit. Dafür wurde ich jetzt so von Muskelkrämpfen geschüttelt das ich kaum noch ins Ziel kam. Mit Mühe beendete ich die 10. Runde und beschloss aufzugeben. Wenn ich weiter fuhr riskierte ich vielleicht schlimmere Verletzungen und damit die weitere Saison.
Lieber hier verlieren (für mich fühlte es sich so an), als längere Zeit außer Gefecht zu sein. Ich müsste meinen Ehrgeiz in Zukunft auf jeden Fall etwas bremsen.

Ich aß und trank etwas und legte mich gegen 2:30 Uhr ins Bett. Morgens wachte ich dann durch die Sonne auf und wusch mich, zog mir zivile Klamotten an. Meine Muskeln taten noch etwas weh und ich fühlte mich alt. Mein Vorjahresergebnis mit 13 Runden würde ich dieses Mal nicht erreichen oder gar übertreffen. Aber die 10 Runden hatte ich immerhin auf der Haben-Seite. 280 km, davon 112 km ohne Pause gefahren. Ich ging zum Start und frühstückte. Anscheinend war ich nicht die Einzige die aufgegeben hatte. Es liefen schon einige nicht mehr in Radsachen herum. Aber mit mir war nicht viel los. Mürrisch saß ich am Frühstückstisch. Die Enttäuschung saß tief. Danach ging ich zurück zum Zelt und packte alles wieder ein.

Gegen 10 Uhr fand ich mich noch einmal am Start ein um mich von Einigen zu verabschieden. Ich erfuhr das Doris, die ich am Freitag kennen lernte, mit 16 Runden fünfte wurde. Das freute mich sehr für sie und milderte meine eigene Enttäuschung. Die Siegerehrung bekam ich dann aber nicht mehr mit, da war ich bereits wieder auf dem Rückweg. Nortorf hatte ich abgehakt. Nächsten Samstag würde ich in Boekelo einen 300 km Brevet fahren. Darauf freute ich mich.

Hier noch die Daten: 280 km. 23,8 km/h Gesamtschnitt und ca. 900 Höhenmeter. Die Organisation war toll und die Verpflegung durch das engagierte Küchenteam war grandios und ließ wirklich keine Wünsche offen. Vielen Dank an das tolle Team.
Natürlich werde ich nächstes Jahr wieder dabei sein.
lg Jennifer

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Dienstag, 11. Juli 2017, 23:11

Puh, Jennifer, ich krieg schon nur beim Lesen Krämpfe. Respekt! Ich wünsche Dir einen schönen Tag in Boekelo. Fährst Du da auch mit de Zwarte Zwaan?

Groetjes,
Jacqueline
"Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird." (Khalil Gibran)

2017: 4660 / Nov.: 113
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Dienstag, 11. Juli 2017, 23:20

Puh, Jennifer, ich krieg schon nur beim Lesen Krämpfe. Respekt! Ich wünsche Dir einen schönen Tag in Boekelo. Fährst Du da auch mit de Zwarte Zwaan?

Groetjes,
Jacqueline
Ja natürlich. Ich muss dem Zwaan doch mal seine Heimat zeigen. ;)
lg Jennifer

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Dienstag, 11. Juli 2017, 23:20

Vater Rhein

10.07.2017

Der Montag sollte der Abschluss meines langen Wochenendes sein. Nachdem ich Sonntag etwas frustriert und angeschlagen aus Nortorf zurück kam, wollte ich es am nächsten Tag etwas ruhiger angehen lassen. Da mein Firmenwagen zur Inspektion ins Bergische Land musste, nahm ich mein Koga Miyata einfach mit und startete von Bergisch Born aus eine Tour nach Leverkusen an den Rhein. Nun schien das Bergische Land nicht für eine gemütliche Tour geeignet zu sein, aber zufällig führt eine alte Bahntrasse, die Balkantrasse vorbei an Bergisch Born und endet in Leverkusen-Opladen. So machte ich mich am Vormittag auf ins Bergische und lud vor der Werkstatt mein Rad aus. Nach Erledigung der Formalitäten fuhr ich gegen 11:30 Uhr direkt hinüber zur Trasse. Um meine geschundenen Muskeln etwas Gutes zu tun kurbelte ich nur locker in kleinen Gängen. Das 48er Kettenblatt vorne sollte nicht einmal zum Einsatz kommen. Für die meisten Steigungen schaltete ich sogar vorne aufs 28er Blatt. Muskeln und Knie dankten es mir und gaben an diesem Tag nicht einen Mucks von sich. Aber dafür war ich auch im Rentnertempo unterwegs. Aber ich hatte ja Zeit.



Die Trasse begrüßte mich direkt standesgemäß mit einem passenden Objekt. Sicher das Beste was man mit dem Teil machen konnte. Locker machte ich mich auf den Weg. Es war bewölkt, aber mittlerweile trocken und ca. 20 Grad warm, aber ein wenig drückend. Das störte mich nicht.



Dafür gab es immer wieder schöne Aus- und Durchblicke. Die Bergische Landschaft hatte schon so einiges zu bieten. Labsal für die geschundene Radlerseele und den Körper. Immer wieder machte ich kleine Pausen und Fotostopps. Einfach mal eine Tour zum genießen hatte ich lange nicht gemacht. So durchquerte ich Wermelskirchen und fuhr weiter Richtung Burscheid.



Viel Wald und ab und zu der Blick auf die Hügel. Auf der Strecke wartete der ein oder andere kleine Tunnel.



Auch ich sah das Licht am Ende des Tunnels. Die Sonne quälte sich langsam durch die Wolken. Ich quälte mich mal nicht, sondern fuhr locker weiter.



In Burscheid dann der aufgehübschte kleine Bahnhof. Echt schön geworden und mit Gastronomie. An Wochenenden war hier bestimmt viel los.



Das konnte man vom Haltepunkt Pattscheid nicht gerade sagen. Hier wartete schon lange keiner mehr auf den nächsten Zug. Aber als schattiger Rastplatz für Radfahrer sicher auch geeignet. Ich fuhr jedenfalls planmäßig weiter.



Dann kamen die ersten Hinweise auf Leverkusen. Bald darauf war die Strecke zu Ende. Das es bald weiter geht wird schon ein paar Jahre versprochen. Gut Ding will Weile haben. Hoffentlich. Von hier war aber eine Radroute Richtung Rhein ausgeschildert. Nicht das ich diese Beschilderung bräuchte, so oft wie ich die Strecke schon gefahren war.



Der Weg führte mich zum Ludwig Rehbock Park und dann ein Stück an der Wupper entlang.



Hier fand man bei großer Hitze ein schattiges Plätzchen.



Aber mir hatten es mehr die Flussauen angetan. Mittlerweile hatten es sicher die Meisten begriffen das man den Flüssen auch Platz lassen musste. Ansonsten gab es halt zu Hause schnell nasse Füße.



Schön sind solche weitläufigen Flusslandschaften auch noch. Der Himmel drohte immer mal wieder mit Wolken, aber es blieb trocken und angenehm warm.



Dann war es nicht mehr weit zum Rhein. Ich erreichte den Neulandpark. Irgendwie hatte ich das Gefühl das die Gruppe Radfahrer am Eingang immer kleiner wurde. Wäre schade wenn sie ganz verschwände. Das ist Kunst mit der ich etwas anfangen kann.



Nur noch über diese Brücke und ich befand mich direkt am Rhein. Natürlich wehte hier immer ein entsprechender Wind.



Vater Rhein, wie oft hatte er mich in meiner Kindheit und Jugend getröstet wenn ich Kummer hatte. Da ich am Rhein aufwuchs, wenn auch ein Stück rheinabwärts, verband mich mit meinem Big River immer eine besonders intensive Beziehung. Da ich genau zwischen Rhein und Ruhr geboren wurde, symbolisieren beide Flüsse für mich den Quell des Lebens. Was wäre unser Land ohne diese Flüsse. Wir haben ihnen so viel zu verdanken, auch wenn wir sie so oft mit Füßen getreten haben. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde den Menschen bewusst was sie ihren Flüssen, ihrer Lebensgrundlage, antaten. Viel hat sich seit dem zum Glück geändert und das Leben kehrte in die Flüsse zurück.



Die Wacht am Rhein war früher wirklich gut gewählt. Von hier aus konnte man den Fluss kontrollieren, aber auch Schutz bieten. Heute ist dort eine moderne Restauration mit entsprechenden Preisen. Nichts für mich radelnde Eintagesrentnerin.



Ich fuhr ein wenig Rhein abwärts, bis ich zur alten Wuppermündung kam. Hier lag die restaurierte historische Schiffsbrücke. Da die Brücke ehrenamtlich betreut wurde, war sie leider nur an Wochenenden und Feiertagen offen. So kehrte ich um und nahm einen anderen Weg entlang der Wupper.



Der kleine Fluss konnte sich teilweise ganz schön wild gebärden. Auch die Wupper hatte eine entsprechende Leidensgeschichte hinter sich. Vom Menschen verseucht und teilweise eingezwängt, besann man sich auch hier langsam wieder auf alte Werte.



Dann nahm ich ein paar Gravelroads unter die breiten 32er Reifen. Gravelroads ist auch so ein neudeutscher Begriff. Ich sag einfach mal Schotterwege. Das sagte doch alles. Das Koga beklagte sich jedenfalls nicht, als ich unbefestigt am Rande von Rheindorf entlang fuhr. Doch dann hatte der Asphalt uns wieder und ich machte mich auf den Rückweg zur Trasse. Da ich doch langsam Hunger bekam kehrte ich entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten bei einer Fastfood-Kette auf dem Weg ein. Wenigstens hatten die Veggie-Burger und so konnte ich meinen Magen füllen. Die Pommes waren auch nicht schlecht, wenn auch nicht so gut wie in den Niederlanden.



Dann erreichte ich die Trasse. Wenn man von der anderen Seite kam, entdeckte man durchaus wieder einiges Neue was einem auf dem Hinweg verborgen blieb. Irgendwann erreichte ich eine Bank an der Trasse, die zufällig genau in der Sonne stand. Es war bereits Nachmittags, also die ideale Zeit für ein kleines Nickerchen. Und genau das machte ich dann auch. Wenn ich schon mal das Dasein als Rentnerin antestete, gehörte das dazu. Ausgeruht wachte ich nach 25 Minuten von alleine auf und fuhr weiter. Gegen 16:30 Uhr erreichte ich dann wieder Remscheid.



In Bergisch Born holte ich den Wagen ab und verlud das Rad. Dann ging es heim. Ein gemütlicher Tag ging zu Ende.
Die Tour tat mir richtig gut. Einfach mal wieder die Seele baumeln lassen, keinen Stress, keine Zielzeit. Einfach nur gemütlich fahren und Landschaft gucken und dabei den Gedanken nachhängen. Das lange Wochenende nahm dadurch noch ein versöhnliches Ende.

Hier der Vollständigkeit halber noch die Daten: Ich fuhr 68 km mit einem Schnitt von etwas über 18 km/h und ca. 450 Höhenmeter.
Mir tat auf der ganzen Tour absolut nichts weh. Wäre ich schneller und mit mehr Kraft gefahren hätte das wahrscheinlich anders ausgesehen.
Werde also bei meinen nächsten Unternehmungen mal mehr das Tempo raus nehmen und einfach etwas gemütlicher fahren. Und wenn ich bei dem 300er Brevet erst kurz vor Zielschluss ankomme, ist das doch auch egal. Ich mache mir selber viel zu viel Druck.
lg Jennifer

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Mittwoch, 12. Juli 2017, 11:12

Nachdem ich Sonntag etwas frustriert und angeschlagen aus Nortorf zurück kam
Was war los? Ich hatte mich schon über Deine "nur" 10 Runden gewundert. Kommt da noch ein Bericht :) ?
"Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen Menschen geliebt zu werden."
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"Gott ist eine vom Menschen erdachte Hypothese bei dem Versuch, mit dem Problem der Existenz fertigzuwerden."
Sir Julian Huxley, engl. Biologe, 1887-1975

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