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Mittwoch, 12. Juli 2017, 13:07

Vater Rhein


... also bei meinen nächsten Unternehmungen mal mehr das Tempo raus nehmen und einfach etwas gemütlicher fahren. Und wenn ich bei dem 300er Brevet erst kurz vor Zielschluss ankomme, ist das doch auch egal. Ich mache mir selber viel zu viel Druck.
auf neudeutsch "Just take it easy"

Es ist auch schön zu wissen, dass man könnte wenn man wollte. An erster Stelle steht doch deine Freude am Radfahren und nicht der Tacho oder die Liste mit Platzierungen. Deine Freude auf dieser und jener Strecke genau in dem Moment - das spiegeln doch deine Bilder hier - und nicht als Teil einer Jahresplanung.

Meinen Respekt übrigens ... habe Paris Brest Paris gegooglet! Aber mehr Respekt für den Aufbau deiner Pretiosen.

Gruß und freudige Fahrt
Rita Eisenknie
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Insgesamt: bestimmt einmal rum


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162

Mittwoch, 12. Juli 2017, 19:58

Nachdem ich Sonntag etwas frustriert und angeschlagen aus Nortorf zurück kam
Was war los? Ich hatte mich schon über Deine "nur" 10 Runden gewundert. Kommt da noch ein Bericht :) ?
Der steht doch schon weiter oben. Hatte leider Probleme mit meiner Muskulatur. ;)
Am Sonntag davor hatte ich bereits ein ziehen in der linken Wade. Das ist wohl die Wurzel allen Übels. Mit etwas Glück nur eine Zerrung, mit Pech auch ein leichter Muskelfaserriss. Dadurch nahm ich eine Schonhaltung ein und bekam zunächst Probleme mit meinem linken (kaputten) Knie. Später kamen dann Muskelkrämpfe in den Oberschenkeln dazu. Auch eine Folge der ungewohnten Schonhaltung und des daraus resultierenden unrunden Tritts. Ich musste dann die Reißleine ziehen um die Sache nicht schlimmer zu machen.
lg Jennifer

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Mittwoch, 12. Juli 2017, 20:02

Vater Rhein


... also bei meinen nächsten Unternehmungen mal mehr das Tempo raus nehmen und einfach etwas gemütlicher fahren. Und wenn ich bei dem 300er Brevet erst kurz vor Zielschluss ankomme, ist das doch auch egal. Ich mache mir selber viel zu viel Druck.
auf neudeutsch "Just take it easy"

Es ist auch schön zu wissen, dass man könnte wenn man wollte. An erster Stelle steht doch deine Freude am Radfahren und nicht der Tacho oder die Liste mit Platzierungen. Deine Freude auf dieser und jener Strecke genau in dem Moment - das spiegeln doch deine Bilder hier - und nicht als Teil einer Jahresplanung.

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So ein bisschen ehrgeizig bin ich halt leider doch. Sonst hätte ich nicht wieder mit dem Radsport angefangen, sondern wäre bei meinen Touren geblieben. Wenn man sich ein Jahr auf etwas vorbereitet und freut ist die Enttäuschung halt dann doch da. Mittlerweile habe ich das aber weg gesteckt und schaue wieder nach vorne. Diesen Monat stehen insgesamt noch über 1.000 km auf dem Plan, aber dieses Mal in moderatem Tempo. Da geht es dann auch nicht um Platzierungen, sondern nur ums ankommen. Das Gleiche gilt für Paris-Brest-Paris. Ich wäre gerne in zwei Jahren dabei, möchte dann aber einfach nur ankommen und eine schöne Zeit in Frankreich haben.
lg Jennifer

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Mittwoch, 12. Juli 2017, 23:32

Ich musste dann die Reißleine ziehen um die Sache nicht schlimmer zu machen.
Sehr vernünftig :thumbup: . Gute Besserung und erhol Dich gut!

P.S.: Sorry, den Nortorf-Bericht habe ich glatt übersehen, dabei war er doch so ausführlich. Danke dafür! 2018 heißt es dann: Neue Runden, neues Glück. Dann bin ich hoffentlich auch wieder dabei und werde Dich moralisch unterstützen :D
"Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen Menschen geliebt zu werden."
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Donnerstag, 13. Juli 2017, 21:40

Dann bin ich hoffentlich auch wieder dabei und werde Dich moralisch unterstützen :D


Das wollen wir hoffen!!! :thumbsup:

Übrigens, mal wieder ein schöner Bericht von Dir, Jennifer!

Gruß

Crossy

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Montag, 17. Juli 2017, 11:46

Netherlands at its best

15.07.2017

Das ich eine gewisse Affinität zu den Niederlanden habe ist ja jetzt kein großes Geheimnis. Und so nutze ich natürlich jede Gelegenheit um dort Rad fahren zu können. Mitte Juli ergab sich dann die Möglichkeit den 300 km Brevet in Boekelo zu fahren. Boekelo ist ca. 150 km von meiner Heimstatt entfernt und lässt sich mit dem Auto in weniger als 2 Stunden erreichen. So fand ich mich Morgens gegen 8:30 Uhr dort ein. Die Anmeldung ging recht flott und es war noch Zeit für einen Espresso. Ich begrüßte Ivo, den ich vom schreiben im Rennradforum kannte.
Pünktlich um 9 Uhr schickten die netten Organisatoren ca. 40 Fahrer/innen aus mehreren Ländern auf die Strecke. Schnell war die Gruppe meinem Blick entschwunden, denn ich hatte noch ein kleines Problem mit dem Funktacho.




Das war schnell behoben und ich machte mich an die Verfolgung. Da ich aufgrund meiner lädierten Muskeln aber nicht so schnell konnte, gab ich es auf und fuhr nun mein Tempo. Um die angegriffene Wade nicht weiter zu piesacken fuhr ich vorne nur auf dem 38er Kettenblatt, was mich zu einer höheren Trittfrequenz zwang. Trotzdem war ich ganz gut unterwegs. Westwärts führte mich der Weg an Beckum vorbei. Hier war die Landschaft wie man sie aus Grenznähe kannte. Mein Ziel war die erste Kontrolle in der Nähe von Lelystad am Ijsselmeer nach ungefähr 120 km.



Das Wetter war eine Mischung aus Sonne und Wolken bei ca. 20 Grad, also eigentlich optimal. Doch dann zog eine richtig schwarze Wolke am Himmel auf und es fing an zu regnen. Während ich noch darüber nachdachte die Regenjacke anzuziehen, fiel mir das Ende der dunklen Wolke ins Auge. Bis dahin sollte ich nicht all zu nass werden. So war es dann auch.



Während ich dachte eigentlich das Schlusslicht des Teilnehmerfeldes zu sein, überholte mich plötzlich Peter aus Gelsenkirchen mit einem Mitfahrer. Die Beiden müssen irgendwo falsch abgebogen sein. Nach kurzer Begrüßung im Vorbeifahren (mit Peter bin ich schon mal Brevet gefahren), hängte ich mich an die Beiden dran. Aber ich musste nach ein paar Kilometern einsehen das sie dieses Mal zu schnell für mich waren und so ließ ich sie ziehen.



Hinter Bentelo ging es über den Twentekanal weiter nach Goor und dann westlich bis Markelo. Nach über 50 km erreichte ich dann Deventer. Die an der Ijssel gelegene Stadt mit knapp 100.000 Einwohner hat eine lange Geschichte seit der Zeit der Germanen und war Mitglied der Hanse im Mittelalter. Ich hatte leider keine Zeit für eine Stadtbesichtigung und fuhr weiter.



Dann ging es über eine Brücke der Ijssel aus der Stadt hinaus.



Ein paar Kilometer folgte die Route der Ijssel stromabwärts, bevor es wieder direkt nach Westen ging.



Überall gab es wunderschöne Reet gedeckte Häuser. Das schien hier, genau wie in Ostfriesland, typisch zu sein.



Immer wieder überquerte ich Kanäle und Klappbrücken. Der Weg führte durch Vaassen, das ich aber nur am Rande schnitt.



In der Nähe von Epe ging es dann durch ein großes Wald- und Heidegebiet. Die Niederlande haben schon eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, welche manche Urlauber leider gar nicht so wahrnehmen.



Natürlich fuhr ich den Brevet mit meinem Koga Miyata Traveller. Das Rad war wie geschaffen für die Tour und ich konnte dem Zwarten Zwaan mal seine Heimat zeigen. Ich glaube es hat ihm gefallen. In der Packtasche hatte ich noch warme Klamotten für die Nacht und ein paar Notrationen, die ich noch brauchen würde.



Ich kam durch die kleine Ortschaft Vierhouten. 80 km hatte ich bereits ohne Pause zurück gelegt. Nur ein kurzer Stopp um mein Koga zu fotografieren. Aber so verlor ich wenig Zeit, trotz meiner Langsamkeit.



In Harderwijk hatte mich das Wasser wieder. Auf einer Brücke überquerte ich das Veluwemeer. Dahinter ging es schier endlos Kilometer um Kilometer geradeaus über einen der längsten Dämme die ich bisher kannte. Ab und zu gab es wenigstens mal Abwechslung in Form von Schafen. Der Seitenwind machte mir nicht so viel zu schaffen, drosselte aber mein Tempo etwas.



Dann führte der Damm auf die Autobahn A6 zu, die ich unterqueren musste. Danach ging es nach links und mir kamen ein paar kleinere Gruppen von Teilnehmern entgegen. Die 1. Kontrolle war bald erreicht. Es handelte sich um eine Autobahnraststätte die über einen Pfad legal für Fußgänger und Radfahrer zu erreichen war. Hier traf ich Peter wieder, der gerade aufbrach. An einem Tisch vor dem Imbiss saß Ivo mit ein paar Mitfahrern. Ich holte mir drinnen den Stempel und wollte natürlich etwas essen und trinken. Doch leider gab es nichts vegetarisches und man konnte nur mit Karte bezahlen. Ich hatte nur Bargeld dabei. Gut das ich meine Notrationen mit hatte. So brach ich mit Ivo zusammen ohne Pause wieder auf. Körperlich ging es mir immer noch gut. Erstaunt stellte ich fest das ich für die 120 km trotz zurück haltender Fahrweise einen 23er Schnitt erreicht hatte.



Der sollte aber bald runter gehen. Die Route führte direkt zum Ijsselmeer und dann nach Süden über einen Verbindungsdamm.
Links von uns erstreckte sich das Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen. Auf dem Ijsselmeer sah ich am Horizont einige Segelboote.



Über schmale Pfade ging es durch die wunderschöne Landschaft des Naturschutzgebietes. Ivo meinte das es sich um ein Paradies für Vogelkundler handelte. Ich genoss den Geruch des Raps und die Wärme. Es waren mittlerweile über 20 Grad und angenehm warm.



Mittlerweile lagen auch einige Teilnehmer hinter uns, die längere Pausen gemacht hatten. So überholte uns immer wieder eine Dreiergruppe Liegeradler, die es auch nicht so eilig zu hatten. Bis zur zweiten Kontrolle sollten es unter 90 km sein. Ich hatte bisher noch keine Pause gemacht und nutzte einen kurzen Stopp um ein Energiegel und einen Kakao zu trinken. Gut das ich zu Hause noch einiges eingesteckt hatte, sonst wäre mir bald die Puste ausgegangen. Komischerweise machte mir das durchfahren gar nicht so viel aus. Gesundheitlich ging es mir auch immer noch gut.



Die Route führte ausschließlich durch absolut ländliches Gebiet und keine Möglichkeit der Verpflegung war in Sicht. Wir fuhren vorbei am Horsterwold und überquerten schließlich den Nijkerkernauw. Dann kamen wir nach Putten, wo aber die Supermärkte mittlerweile geschlossen hatten. Also fuhren wir weiter. Ich ernährte mich von Riegeln und Energiegels, aber meine Trinkflaschen wurden langsam leer und ich hatte keine Reserve mehr. Mittlerweile fuhr ich 180 km ohne Pause. Komischerweise ging es mir immer noch ganz gut und ich kurbelte ziemlich locker mit kurzer Übersetzung. Nach Garderen ging es dann immer leicht ansteigend weiter. Dann nach über 200 km erreichten wir die 2. Kontrolle in Otterlo. Wir brauchten den Stempel eines Retaurants und beschlossen hier auch direkt etwas zu essen. Es gab vegetarische Pasta und eine große Cola. Den Preis von knapp 20 € fanden wir für ein eher einfaches Restaurant dann aber doch eher happig. Aber was soll´s. Ich füllte meine Trinkflaschen noch mit Leistungswasser auf und dann ging es weiter. Wir brachen gerade auf, da kamen auch die Liegeradler wieder. Sie hatten unterwegs Pause gemacht und ließen nur stempeln. Ich hatte das übliche Problem nach längerer Pause und kam nur wieder schleppend in Tritt. Aber dann lief es wieder einigermaßen.



Nun kam einer der interessantesten Teile der Route, die Fahrt durch den Nationaal Park De Hoge Veluwe, eine Mischung aus Wald und Heide.
Hier durfte man nur vor Einbruch der Dunkelheit durch fahren, weil es im Dunkeln zu gefährlich wurde. Zum Glück waren wir noch früh genug dran.
Wir fuhren gerade so fröhlioch vor uns hin, als von links eine ganze Wildschweinrotte unseren Weg kreuzen wollte. Die Schweine hatten uns offensichtlich nicht bemerkt. Auf Ivos laute Rufe drehten sie erschrocken ab und liefen parallel zu uns. Wir hielten an um ihnen die Überquerung des Weges zu ermöglichen. Das nutzten sie auch, gaben aber Gas als wenn Asterix und Obelix hinten ihnen her wären. Zunächst war ich auch sehr erschrocken, fand die Begegnung dann aber doch faszinierend, zumal sie für Mensch und Wildschweine gut ausging. Ein paar Kilometer später, es dämmerte bereits, trafen wir dann noch auf einen Büffel, der einfach so am Wegesrand stand und uns gutmütig anschaute. Anscheinend waren Radler nichts Neues für ihn, denn er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Wir fuhren weiter. Jetzt wurde es immer hügeliger. Wer dachte die Niederlande wären nur flach, wurde hier eines Besseren belehrt. Ich war erstaunt wie groß das Gebiet war, das wir durchquerten. Schließlich kam sogar eine 2 km lange Steigung die schon mal Bergwertung bei einem Profirennen war und bis auf über 100 Meter führte. Ich kurbelte gemütlich hoch, hatte Ivo aber immer in Sichtweite. Trotzdem merkte ich ein Ziehen im Knie. Ganz beschwerdefrei war ich dann also doch nicht. Ich nahm noch etwas Tempo raus um das Knie nicht zu überlasten. Mit dem endgültigen Einbruch der Dunkelheit waren wir dann aus dem Waldgebiet raus. Jetzt ging es wieder flach über die Felder und durch kleinere Ortschaften. Unsere Scheinwerfer leuchteten uns den Weg. Nach Brummen erreichten wir dann die 3. Kontrolle in Vorden. Das war eine sogenannte freie Kontrolle. Das heißt wir konnten uns den Stempel überall im Ort holen. Da es schon nach 23 Uhr war, gingen wir in ein noch offenes Bistro. Ich bestellte mir noch mal eine Cola und wir bekamen auch den ersehnten Stempel, bzw. einen Aufkleber in unser gelbes Heft.



Ich war mittlerweile etwas müde, wie immer wenn es dunkel war. Wir lagen noch drei Stunden vor der Zeit. Bei dem Tempo würden wir gegen 2 Uhr im Ziel eintreffen, 3 Stunden vor Zielschluss. Aber ich wusste das ich das Tempo nicht halten konnte. Ich verabschiedete mich von Ivo und fuhr die letzten 45 km alleine weiter. Kurz darauf überholten mich dann wieder die Liegeradfahrer ein letztes Mal. Ich nahm den Druck von den Pedalen, was meinem Knie gut tat. Dafür wurde ich immer müder. Das ging so nicht. In Borculo fand ich ein Bushäuschen in das ich mich setzte und einfach ein kleines Nickerchen machte. Nach 15 oder 20 Minuten, so genau wusste ich das nicht, wachte ich auf und fuhr weiter. Mit jedem Kilometer wurde ich wieder munterer und zählte die Kilometer runter. Mit einem Schnitt von gut 17 km/h auf den letzten Kilometern war ich nicht gerade schnell, aber ich hatte noch genug Zeit. Ich passierte Neede und Beckum und traf dann endlich um 3 Uhr im Ziel in Boekelo ein. Ivo war bereits seit einer Stunde dort. Ich erfuhr das noch einige Fahrer fehlten, also hinter mir waren. Die angebotene asiatische Suppe nahm ich dankend an. Mein Knie schmerzte etwas, aber nicht dramatisch. Meine Muskulatur hatte sich gar nicht gemeldet, alles in Ordnung. Der schönste Brevet den ich bisher gefahren war, war geschafft. Und ich war überhaupt nicht mehr müde. Dafür fielen Ivo jetzt immer öfter die Augen zu. Wir saßen eine Weile da, als die Letzten im Ziel eintrafen. Nur eine Aufgabe war zu verzeichnen, alle Anderen waren rechtzeitig im Ziel eingetroffen. Ich bedankte mich bei den Organisatoren für den tollen Brevet und machte mich auf den Weg zum Auto. Hier machte ich mich frisch und zog mir saubere Sachen an.
Dann fuhr ich auf die Autobahn bis zum ersten Parkplatz und machte ein Nickerchen. Direkt nach Hause fahren war mir zu riskant. Den Sonntag nutzte ich dann zum ausruhen. Viel liegen und schlafen. Das tat dem Körper gut.

309 km fuhr ich mit einem Gesamtschnitt von 21,2 km/h. Das war jetzt nicht gerade schnell, aber ich war durchaus zufrieden. Geplant ist Ende August noch ein 600er Brevet. Falls ich auch noch den 400er im September fahre, habe ich dieses Jahr meine Serie doch noch voll. Es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und ich habe viel über die Einteilung bei längeren Brevets gelernt. Ich muss nicht immer einen 25 oder 26er Schnitt fahren um gut ins Ziel zu kommen. Und Boekelo ist ein ganz toller Startort mit guten und sehr sympathischen Organisatoren.
lg Jennifer

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Mittwoch, 9. August 2017, 21:52

BRT 2017 in Hannover, Teil 1

21.07 bis 25.07.

Im Juli fand in Hannover das Bundesradsporttreffen 2017 statt. Für mich war es das erste Mal bei einem BRT. Da ich Urlaub bekam blieb ich für 10 Tage dort. Untergekommen war ich auf einem Campingplatz am Arnumer See, etwas südlich von Hannover. Nach dem Aufbau meines 10 qm Zeltes machte ich mich bei Sonne und 25 Grad mit meinem Peugeot Cologne von 1989 auf den Weg nach Hannover. Knapp 8 km war es bis zum Zentrum des Landessportbundes Niedersachsen in Linden-Süd. Dort wurde bereits fleißig aufgebaut und ich konnte auch kurz noch helfen, bevor es zurück zum Zeltplatz ging.


Samstag 22.07.2017

Am Samstag machte ich mich erst Mittags auf den Weg zum Startplatz um mich schon mal für Sonntag anzumelden. Bis Mittags hatte es geregnet, danach gab es einen Mix aus Sonnen und Wolken bei knapp 20 Grad. Hatte die RTF bereits im Voraus bezahlt, aber leider vergessen mir den entsprechenden Scancode zu Hause auszudrucken. Zum Glück konnte man mir vor Ort helfen und das wichtige Papier ausdrucken. Noch einmal vielen Dank. Damit meldete ich mich an und bekam schon mal die Startkarte für Sonntag. Danach machte ich mich auf den Weg zu einer kleinen Rundfahrt mit dem Peugeot. Zunächst ging es am benachbarten Stadion von Hannover 96 vorbei. Auf dem Schützenplatz fand ein Treffen amerikanischer Autos statt. Ich erreichte den Maschpark und bewunderte das neue Rathaus. Das war gar nicht so neu, sondern wurde schon 1913 gebaut und sah aus wie ein Schloss. Was mir auffiel das vor dem Teich eine große Bühne aufgebaut wurde. Von einer Frau erfuhr ich das dort Abends die Oper Rigoletto aufgeführt wurde. Überall im Park hatte man Lautsprecher und Bildwände aufgebaut damit die Menschen die Oper kostenlos genießen konnten.



Weiter ging es in die Altstadt von Hannover. Hier war am Samstag Nachmittag natürlich noch einiges los. Ich schob das Rad durch die Gassen und bewunderte die zum Teil sehr aufwändigen Fassaden der Häuser.



Danach führte mich der Weg zum Start zurück wo ich nach und nach auf einige bekannte Gesichter aus NRW traf. Axel und Vera aus Wuppertal, Gabi und Günter aus Essen und überraschenderweise sogar Harald aus Duisburg. Auch Albert war wieder mit dabei. Den hatte ich zuletzt in Nortorf beim 24 Stunden Marathon getroffen. Einige Andere kannte ich zumindest vom Sehen. Die RTF-Welt war doch klein, dachte ich noch. Man traf sich immer wieder. Das machte vielleicht auch für viele den Reiz aus. Für mich auf jeden Fall. Am frühen Abend machte ich mich dann auf den Rückweg nach Arnum. Beinahe wäre mir noch eine dünne Hundeleine zum Verhängnis geworden. Auf einer Waldstraße ging Herrchen ganz links und der kleine Hund ganz rechts. Dazwischen waren 5 Meter hauchdünne Hundeleine gespannt. Als ich die Leine im letzten Moment sah, machte ich eine Vollbremsung. Der Radler ein Stück hinter mir war dann zum Glück schon vorgewarnt. Das wäre es gewesen, ein Sturz direkt am Anfang. Und dem armen Hund hätte das sicher auch nicht gut getan. Die ersten beiden Tage bin ich nur kurze Strecken gefahren. Freitag waren es knapp 17 km und Samstag dann 22 km mit der Stadtrundfahrt.

Sonntag 23.07.2017

Sonntag machte ich mich bei bewölktem Himmel früh auf den Weg zum Start. Es war noch etwas frisch, aber ich war gut ausgerüstet. Da eine Klassik-RTF für Räder von mindestens 25 Jahren Alter anstand, hatte ich mich entsprechend zu meinem 1989er Peugeot in Schale geschmissen. Sogar passende französische Radschuhe von Carnac in Lila hatte ich angezogen. Die Klickpedale waren gegen klassische Pedale ausgetauscht. Das Vereinstrikot war ebenfalls aus den 80er Jahren. Vor dem Start traf ich auf Knut und Marc vom Klassikertreffen Hannover. Auch ein paar andere Fahrer die ich vom Sehen kannte, kamen mit ihren alten Schätzchen.




Um 8:45 Uhr starteten knapp 50 Klassikerfahrer/innen. Sogar ein Hochrad begleitete uns die ersten Kilometer.



Doch bereits eine dreiviertel Stunde später bei Wennigsen fing es an zu regnen, erst leicht und dann stark. Trotz Regenjacke war ich bald ordentlich nass. Meine schönen Schuhe schwammen regelrecht. Aber ist man erst einmal durchnässt ist sowieso alles egal. Zum Glück war es nicht kalt, das machte es erträglich. Als es dann hinauf auf den Deister ging, hatte es bereits aufgehört und die Sonne versuchte ihr Glück. Tapfer kämpfte ich mich die Steigung hinauf. Längst waren die anderen Klassikerfahrer entschwunden. Oben auf dem Deisterkamm gab es zur Belohnung die erste Kontrolle mit Verpflegung. Ich machte eine kurze Pause und sah einige Fahrer aus Werne die mir noch öfters begegnen sollten. Die gehörten aber zur regulären RTF auf der überwiegend moderne Räder fuhren. Nach einer rasanten Abfahrt wartete bereits die nächste Steigung, der Nienstädter Pass. Hier hatte ich schon etwas mehr Schwung und kam jetzt langsam in Fahrt. Auch die Sachen trockneten langsam am Körper und der Himmel riss immer mehr auf. Danach war die Strecke nur noch wellig. Also genau mein Ding. Entsprechend ging meine Geschwindigkeit hoch. Das Peugeot gehörte noch lange nicht zum alten Eisen.



Über Eimbeckhausen, Hamelspringe und Bad Münder erreichte ich Coppenbrügge. Hier war die 2. Kontrolle direkt vor der örtlichen Burg.
Nach knapp 60 km hatte ich jetzt Hunger und genoss die vorzügliche Verpflegung. Hier traf ich auch auf Vera, die jedoch vor mir wieder startete.



So ein Foto vor einer alten Burg hatte schon was. Mein Peugeot zeigte sich von seiner besten Seite. Dann machte ich mich auch wieder auf den Weg. Das Wetter war jetzt stabil und überwiegend sonnig. Da war der Regen am Morgen schon wieder vergessen. Es ging durch Afferde und dann sah ich oben auf dem Marienberg das Schloss Marienburg. Wie ein Märchenschloss thronte es oben auf dem Hügel über der Leine. Da musste ich doch kurz mal anhalten, obwohl ich Vera mittlerweile in Sichtweite hatte.



Danach gab ich wieder Gas und hatte Vera noch vor der dritten Kontrolle eingeholt. Wir passierten den Giftener See. Zusammen erreichten wir die dritte Kontrolle am Rande von Sarstedt und trafen dort Gabi auf dem Sportplatz, die auf der 70er Runde war. Wir kamen so ins quatschen und ich verpasste mal wieder Veras Abfahrt. Da ich dann auch noch auf Toilette musste, fuhr ich die letzten Kilometer ins Ziel zunächst alleine. Doch dann traf ich wieder das Trio aus Werne und folgte ihnen eine Weile.



Über Reden und Harkenbleck ging es dann in einer größeren Gruppe wieder nach Hannover hinein, vorbei am Maschsee und durch die Südstadt ins Ziel. Trotz des Regengusses war es eine tolle Tour mit einer abwechslungsreichen und gut zu fahrenden Strecke. Die 112 km und 650 Höhenmeter legte ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h zurück.


Montag 24.07.2017

Am Montag sollte es eine besondere RTF geben. Fast 600 Fahrer/innen wurden in einem Pulk von der Polizei durch Hannover geleitet. Jede Kreuzung wurde extra für uns gesperrt. So eine Menge Radler/innen waren eine beeindruckende Demonstration für den Breitensport und fürs Rad fahren. Ich bekam richtig Gänsehaut in dieser riesigen Gruppe. So genoss ich die 12 km durch Hannover ganz besonders. Es war zwar bewölkt, aber trocken. Außerhalb von Hannover verabschiedete sich dann die Polizei und wir wurden Gruppenweise auf die Strecke geschickt. Ich fuhr zusammen mit Harald, Franz, Stefan, Richard und einigen Anderen. Es ging nach Norden über Burgwedel und durch die Wedemark.



Doch schnell holten wir auf die vorderen Gruppen auf und es bildete sich eine große Gruppe von bestimmt 100 Leuten. Nach einer Weile schloss ich zur Spitze auf wo Günter und seine Leute vom Rendsburger Verein die Gruppe anführten. Ich reihte mich ein. Dann kam eine Kopfsteinpflasterpassage berghoch.



Als vor mir langsamer gefahren wurde scherte ich aus und gab Gas. Lieber kurz und schmerzvoll, als langsam und noch schmerzvoller. Das Peugeot raste wie ein Vollblut über das grobe Pflaster und schon waren wir oben. Hinter mir war eine große Lücke entstanden und ich zog jetzt durch.



Bald hatte ich ein paar einzelne Fahrer eingeholt und wir bildeten eine kleine Gruppe. So erreichten wir die ersten Kontrolle bei 42 km vor dem großen Ansturm. Während ich mich bereits verpflegt hatte, trafen die Anderen nach und nach ein. Auf dem Kopfsteinpflaster war die große Gruppe wohl in mehrere kleine zerfallen. Alleine fuhr ich wieder los. Es fing gerade an zu regnen. Ich holte Günter und seine Gruppe aber wieder ein die vor mir gestartet waren und fuhr bis zur 2. Kontrolle mit. Der Regen wollte nicht mehr aufhören. Bis zur 3. Kontrolle fuhr ich dann meistens alleine im Regen. Langsam wurde es auch etwas ungemütlich, aber ich gewöhnte mich daran. Nach der 3. Kontrolle traf ich dann wieder auf Günter und einige Mitfahrer. Die Strecke führte wieder nach Hannover, vorbei an den Herrenhäuser Gärten, einer Gartenanlage aus der Barockzeit. 2 km vor dem Ziel wollte uns ein Radsportverein zum Kaffee einladen. Leider war der Kaffee ausgegangen. Man hatte nicht mit so einem Andrang gerechnet. Wir fuhren die letzten Kilometer an der Ihme entlang zum Ziel. Die floss noch relativ ruhig dahin.



127 km mit einem Schnitt von über 25 km/h und nur 240 Höhenmeter kennzeichneten die Tour, genau wie die über 80 km im Regen.
Trotzdem war das eine tolle RTF und man hatte sich bei der Verpflegung wieder alle Mühe gegeben. Bravo! So stellte ich mir ein Bundesradsporttreffen vor. Den Tourtag beschloss ich beim Essen mit Harald, Franz und ein paar Anderen.

Dienstag 25.07.2017

Der Supergau! Den ganzen vorherigen Abend und die ganze Nacht hatte es geschüttet und Gewittert. Mein Zelt hielt zum Glück stand, aber sämtliche Gewässer in und um Hannover hatten plötzlich Hochwasser. Viele Straßen und Wege waren unpassierbar, die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun. Die RTF musste leider abgesagt werden, aber bei den Wassermassen war es einfach zu gefährlich. Die Nachricht erreichte mich Morgens im Zelt. Da ich bereits fertig war, fuhr ich mit dem Auto nach Hannover. Mit Regenjacke und Regenschirm bewaffnet sah ich mir noch einmal die Altstadt an. Viele Gebäude aus der Barockzeit und dem Mittelalter geben Hannover ein interessantes Gesicht. Kleine Boutiquen und Trödelläden erregten meine Aufmerksamkeit. Ich war aber so früh dort das die meisten Läden noch geschlossen hatten. So zog ich weiter in die Neustadt und genehmigte mir in einer Bäckerei ein zweites Frühstück.



Danach schlenderte ich wieder durch die fast menschenleeren Altstadtgassen. So ein Regen hatte auch Vorteile.



Allerdings trugen selbst die Statuen einen Regenschirm. Sie schienen schon leidvolle Erfahrungen mit den Wassermassen zu haben.



Um 10 Uhr öffnete das historische Museum an der Leine seine Türen. Ich zahlte meinen Eintritt und tauchte ein in die Geschichte der Stadt.
Das Adelsgeschlecht der Welfen hatte sogar mal einen englischen König gestellt. Das barocke Gesicht der Stadt verdankt es ebenfalls den Welfen. Aber auch später kamen renommierte Firmen wie Pelikan, Geha, Spengler und Hanomag aus Hannover. Alles Firmen die in den 60er und 70er Jahren noch sehr geläufig waren. Ich liebte z.B. Spengler Schokolade und schrieb mit einem Pelikan Füller in der Schule. Das das alles aus Hannover kam wusste ich nicht. Wieder etwas schlauer. So war der Regen wenigstens für etwas gut. Nachmittags sah ich mir dann bei strömenden Regen mit dem Auto die RTF-Strecke an. Viele gesperrte Straßen und überall Feuerwehr. Das war wirklich Ausnahmezustand.
Das Damoklesschwert was natürlich über uns schwebte war der komplette Abbruch des Treffens. Mittwoch würde es sich entscheiden.
lg Jennifer

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Donnerstag, 10. August 2017, 10:40

BRT 2017 in Hannover, Teil 2

26.07. - 27.07.2017

Mittwoch 26.07.2017

Es hatte die ganze Nacht geregnet. Auch Morgens regnete es immer wieder leicht, sollte aber ab Mittags aufhören. So machte ich mich am frühen Morgen auf dem Weg zum Start um zu schauen ob die Veranstaltung weiter ging. Als ich am Startplatz ankam bekam ich die Info das möglicherweise um 10 Uhr gestartet werden konnte. Die Organisatoren hatten sich die Nacht um die Ohren geschlagen um die Strecke an die Bedingungen anzupassen. Das Hochwasser war noch schlimmer geworden da jetzt auch Wassermassen aus dem Harz dazu kamen. Morgens hatte man Helfer ausgeschickt um die Strecke zu inspizieren und neu auszuschildern. Man gab sich also alle Mühe um das Treffen nicht abbrechen zu müssen. Ich suchte derweil die Kantine auf um zu frühstücken. Während ich etwas trübsinnig da saß und Kaffee und Brötchen genoss, setzte sich plötzlich Ralf aus Gelsenkirchen mir gegenüber. Da war ich echt baff. Er war mit seinem Vater für einen Tag hergekommen um mitzufahren. Sein Vater fuhr die kurze Strecke und er wollte mit mir die 150er RTF fahren. Nach dem Frühstück kam dann die Nachricht das um 10 Uhr gestartet wurde. Es ging also weiter. Vielen Dank an die Orga und die vielen Helfer für ihren unermüdlichen Einsatz.

Kurz nach 10 Uhr starteten Ralf und ich. Es regnete leicht, aber es bestand Aussicht auf Besserung. Zum ersten Mal wurde auch eine 150er Strecke beim BRT angeboten und die wollten wir natürlich unter die Räder nehmen. Ralf mit dem Koga Miyata und ich mit meinem Peugeot.
Alles wirkte irgendwie trüb, was definitiv am Wetter lag. Aber in meinem Herzen schien die Sonne, denn ich fuhr Rad. Ich war so froh das es weiter ging.



Die Landschaft war weit und es herrschte wenig Verkehr. Dann tauchte am Horizont eine Halde auf. Fast wie bei uns im Ruhrgebiet. Die Strecke führte dieses Mal Richtung Nord-Ost zwischen Celle und Gifhorn hindurch. Wir erreichten die erste Kontrolle und schauten in gut gelaunte Gesichter. Alle waren anscheinend froh das es weiter ging, auch die Helfer, die sehr viel Freizeit opferten. Der Regen ließ dann auch nach und hörte ganz auf.



Nach der ersten Kontrolle ging es weiter. Dieses Mal tauchte ein alter Förderturm am Horizont auf. Ganz wie zu Hause. Ich fühlte mich wohl.



Auf dem Weg zur 2. Kontrolle ereilte Ralf dann ein Plattfuß hinten. Wir hielten an und er behob das Malheur. Leider fand er den Verursacher nicht.



Dafür warf sich mein Peugeot für ein Foto in Pose.



Wir waren gerade fertig da kam die Gruppe mit Harald, Franz, Stefan, Richard und ein paar Anderen. Wir schlossen uns an und erreichten gemeinsam die 2. Kontrolle. Hier zog ich die Regenjacke endlich aus. Es war mittlerweile auch wärmer geworden und blieb trocken.



Die Flüsse die wir überquerten quollen vor Wasser geradezu über.



An der 3. Kontrolle machten wir kurz Pause und dann ging es auf die 150er Schleife. Hier war es absolut flach, dafür machte uns der Gegenwind zu schaffen.Einer der jüngeren Mitfahrer zog das Tempo noch einmal an auf einen 30er Schnitt und ich hatte Mühe zu folgen. Schließlich ließ ich die Gruppe ziehen um nicht zu viel Kraft zu verschwenden. Harald versuchte mich wieder ran zufahren, aber ich schaffte es nicht. Da es nur noch 10 km bis zur Kontrolle waren blieb er netterweise bei mir. Hier trafen wir die Anderen und fuhren gemeinsam los. Ralf und ich fuhren etwa in der Mitte der Gruppe als Ralf, der links von mir fuhr, wieder einen Platten bekam. Er wusste nicht wie er sich verhalten sollte und wurde langsamer. Ich rief ihm zu rechts ran zu fahren, da die Fahrer hinter uns natürlich behindert wurden. Als Ralf nicht reagierte rief ich lauter und rollte schließlich an den Fahrbahnrand. Ich dirigierte ihn zu einer geeigneten Stelle und wir stoppten. Ralf hatte keine Erfahrung im Gruppenfahren und kannte daher das richtige Verhalten nicht, wenn man ein Problem bekam. Die Gruppe fuhr weiter, da man vorne nichts mitbekommen hatte. Dieses Mal schaute ich mir den Mantel selber an und zog drei Splitter raus. Nach der Reparatur fuhren wir weiter, aber Ralf gab so Gas das ich auf Dauer nicht mithalten konnte. Ich ließ ihn ziehen und fuhr meistens alleine weiter.



Auch Windmühlen gab es in Burgdorf. Fast wie im Münsterland oder in Holland. Kurz nach Ralf erreichte ich dann die 5. Kontrolle.
Nach der Kontrolle musste ich Ralf wieder ziehen lassen. So fuhr ich alleine, wurde ab und zu überholt, oder überholte selber. Aber keine Gruppe die mein Tempo fuhr. Also Verhältnisse wie oft beim Brevet.



Die Hindenburgschleuse in Anderten erinnerte mich dann wieder ans Ruhrgebiet und seine Kanäle. Nur das der Mittellandkanal nicht durchs Ruhrgebiet führte. Ich fuhr mittlerweile etwas langsamer, lag aber immer noch gut in der Zeit. Auf dem Weg nach Hannover verfuhr ich mich noch etwas am Maschsee weil ich ein Schild übersehen hatte, fand aber aufgrund meiner mittlerweile erworbenen Ortskenntnis zurück zum Ziel.
Die kleine Ihme neben dem Startort hatte mittlerweile die Gestalt eines reißenden Flusses angenommen. Wo wir am Montag noch auf dem Radweg entlang der Ihme fuhren, stünde uns nun das Wasser bis zum Knie.



Ich meldete mich ab und suchte die Kantine auf. Das Essen hatte ich mir redlich verdient. 150 km und 340 Höhenmeter fuhr ich immerhin mit einem Schnitt von knapp 26 km/h. Ralf traf ich auch noch. Er fand die Landschaft etwas langweilig, was ich nicht so empfand. Aber ich mag halt auch weite Landschaften. Vielleicht lag es daran das ich auch oft die kleinen Dinge am Wegesrand sah und mich an ihnen erfreute. Jede Blume, jedes nette Haus erregte mein Interesse. Es hatte auch Vorteile wenn man nicht ganz so schnell war. Unter den gegebenen Umständen hatten die Organisatoren wirklich alles gegeben um uns eine schöne RTF zu bieten. Und die Verpflegung war wieder aller erste Sahne. Chapeau!


Donnerstag 27.07.2017

Am Donnerstag schien alles wieder fast normal, obwohl dann erst der Höchststand des Hochwassers erwartet wurde. Aber inzwischen hatte die Orga Routine im Improvisieren bekommen. Die Strecke musste wieder geändert werden. Es gab eine neue Schleife für die 112er Strecke. Dieses Mal ging es genau nach Süden. Am Start war kurz vor 9 Uhr schon viel los. Nach dem Frühstück reihte ich mich mit Harald und den Anderen dort ein.




Dann ging es zunächst am Maschsee entlang. Harald war mit seinem Giraffentrikot nicht zu übersehen. Es sah aus als kaute die Giraffe auf der Luftpumpe in der Trikottasche.



Schnell hatte sich eine kleine Gruppe gebildet. Es war zwar sehr bewölkt, blieb aber trocken.



Wir machten Tempo auf der zunächst sehr flachen Strecke. Eine typische Rollerstrecke.



Die Gruppe wuchs noch etwas. Und am Horizont konnte man schon ahnen das es nicht so flach blieb.



Dann erreichten wir den Marienberg. Die Steigung zum Schloss Marienburg hoch fuhr ich mein Tempo. Einige aus der Gruppe waren schneller, einige langsamer. Oben bog ich dann noch kurz zum Schloss ab und ließ die Gruppe ziehen. Danach ging es in rasanter Fahrt wieder den Berg runter und ich setzte meine Fahrt über jetzt welliges Terrain fort.



Aber genau diese Wellen lagen mir mittlerweile. Nicht zu steil und nicht zu lang, verlor ich hier gegenüber früher keine Zeit mehr.
Auch der Gegenwind piesackte mich nicht wirklich. Kopf runter und stoisch weiter kurbeln war hier mein Rezept, das wirkte.



So erreichte ich die erste Kontrolle nach etwa 40 km. Nachdem ich mich versorgt hatte fuhr ich weiter. Immer wieder holte ich die Gruppe mit Harald und Franz ein und wir fuhren zusammen. Die zweite Kontrolle kam nach nur 11 km. Das hing damit zusammen das die erste Kontrolle aufgrund des Hochwassers geändert werden musste. Dadurch stimmten die Abstände halt nicht mehr. Aber was machte das schon? Beide Kontrollen sollte ich auf der 112er Schleife noch wieder sehen. Wir machten uns nun auf die Schleife, die noch einmal über den Marienberg führen sollte. Die Sonne versuchte während dessen ihr Bestes um durch die Wolken zu dringen, aber scheiterte leider auf Dauer. Dafür wurde es drückender.



Statt ein zweites Mal über den Marienberg zu fahren, fuhr meine Gruppe drum herum. Ich gab mir die Steigung jedoch ein zweites Mal. Irgendwie hatte ich Lust darauf. Es lief aber auch ganz gut und dann machte so eine Steigung Spaß. So war ich wieder mal alleine unterwegs bis zur nächsten Kontrolle. Ein paar Fahrer überholte ich auf der Strecke, teilweise sogar berghoch. So ein Erlebnis hatte ich auch nicht all zu oft.
An der ersten/dritten Kontrolle traf ich dann Gabi und Günter. Günter blieb bei seiner Frau, da sie bereits viel Kraft am Marienberg gelassen hatte. Auch die 70er Strecke führte zumindest einmal über den Berg. Harald und die Anderen waren gerade gestartet als ich die Kontrolle erreicht hatte. Und so beeilte ich mich zur nächsten Kontrolle zu kommen. Dort traf ich dann die ganze Gruppe wieder.



Gemeinsam fuhren wir die letzten Kilometer ins Ziel. Vorher machte ich in einem kleinen Ort noch schnell einen Abstecher, als ich im Augenwinkel einen ungewöhnlichen Zaun wahrnahm. Ein Zaun aus alten Fahrrädern sah man auch nicht jeden Tag. Das gefiel mir und es zeigte das hier anscheinend Leute wohnten die genau so gerne Rad fuhren. Eine tolle Idee.



Flott hatte ich die Gruppe wieder ein und es ging gemeinsam ins Ziel. 113 km und 470 Höhenmeter fuhr ich mit einem Schnitt von 25 km/h. Das bestätigte meine Wahrnehmung das ich mich recht fit fühlte an diesem Donnerstag. Die Route war schön und fahrerisch durchaus etwas anspruchsvoller als am Vortag. Zweimal über den Marienberg war für mich ein Genuss, den ich gerne wiederholte. Es passte irgendwie alles. Den Tag über blieb es trocken, was wollte man mehr. Eine schöne RTF ging mit einem Essen in der Kantine zu Ende. Zwei Tage noch, nur noch zwei RTF warteten auf uns. So eine Woche ging schnell rum.
lg Jennifer

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Freitag, 11. August 2017, 22:12

BRT 2017 in Hannover, Teil 3

28.07. - 30.07.2017

Freitag 28.07.2017

Das Wetter am vorletzten RTF-Tag war sonnig bis wolkig, aber trocken und bot Temperaturen bis 22 Grad. Dafür aber auch ordentlich Wind. Ich traf Morgens im Ziel ein und frühstückte erst einmal in der Kantine. Dort traf ich dann auch einen Teil der Gruppe. Kurz vor 9 Uhr reihten Franz und ich uns am Start ein, konnten die Anderen aber nicht entdecken. Ich ging davon aus das sie vor uns waren. So starteten Franz und ich in einem Pulk ohne den Rest der Gruppe. Die würden sich schon finden. Franz schickte schon mal eine Nachricht an Harald. Über Linde-Mitte und Linde-Süd ging es aus der Stadt hinaus. Das Highlight sollte das Steinhuder Meer, ein Binnensee sein.



Viele Ampeln bremsten uns am Anfang. Hannover ist halt eine Großstadt. Doch schließlich wurde es ländlich und uns erwartete ein leicht welliges Profil und ordentlich Gegenwind. Ich gab Gas um die Anderen einzuholen. Doch schließlich musste ich meine Erfolglosigkeit einsehen.



War dann alleine unterwegs bis ich Vera und Doris einholte, die mit dem Wind zu kämpfen hatten. Ich reduzierte mein Tempo und bot den Beiden bis zur ersten Kontrolle bei Kolenfeld Windschatten. Bis dahin fuhren wir noch am Kanal vorbei und überquerten so manche Brücke und erklommen so manchen Hügel.







An der Kontrolle sah ich dann auch Harald und die Anderen, und auch Franz traf kurz danach ein. Die Gruppe war wieder komplett.
Wir fuhren nun gemeinsam weiter. Was aussah wie ein exotischer Berg mit Reisfeldern im Vordergrund irgendwo in Asien, war eine Halde in Niedersachsen. Ein interessanter Anblick. Leider fehlten plötzlich Richtungspfeile und wir fuhren nach Radwegschildern Richtung Steinhude, bis wir wieder auf Pfeile trafen.



Nach 45 km erreichten wir dann die 2. Kontrolle direkt am Steinhuder Meer. Mir verschlug es die Sprache. So groß hatte ich mir den See nicht vorgestellt. Die Verpflegung war vor den malerischen Strandterassen mit Blick auf den See aufgebaut. Auch die Verpflegung war wieder vorzüglich. Es gab Schnittchen wie wir im Ruhrgebiet sagten. Alle Arten belegter Brote. Dazu jede Menge Obst, einschließlich Melonen und frischer Ananas und süßer Pfirsiche.



Und dann der See. Nur zu gerne hätte ich in dem Augenblick mein Peugeot für eine Stunde mit einem der Segelboote getauscht. Als alte Seglerin hatte ich auch ein Faible für schöne Holzboote. Und bei dem Wind ließ es sich bestimmt gut segeln. Doch nach einer kurzen Pause musste ich mich wieder losreißen, denn es ging weiter.



Bei km 68 erreichten wir dann bereits die 3. Kontrolle. Die war auf dem Hof eines Boccia-Vereins. Die hatten auf dem Hof eine Richtige Boccia-Bahn. Das fand ich äußerst interessant, hatten wir doch in den 70er Jahren gerne dieses Spiel an italienischen Stränden im Urlaub gespielt. Wir stärkten uns noch einmal und machten uns auf den Rückweg.



Beinahe hätten wir noch einmal nasse Füße bekommen. Das Hochwasser war immer noch präsent. Dann führte uns die Route wieder nach Hannover rein. Hier trafen wir auf Günters Gruppe und fuhren nun als große Gruppe zusammen. Die Fahrt durch die Nebenstraßen der Stadt hatte für mich auch ihren Reiz. Die roten Häuser hatten etwas was mich ansprach. Mit dem klassischen Peugeot vorbei an klassischen Häusern. Das passte.



Gute gelaunt kamen wir ins Ziel. Eine wunderschöne und erfolgreiche Tour. Das bei der Ausschilderung irgend etwas schief gegangen war, bzw. anscheinend einige Richtungspfeile abhanden kamen und wir dadurch auf unter 90 km kamen tat der Tour keinen Abbruch. Nur 200 Höhenmeter und ein Schnitt von knapp 24 km/h trotz Gegenwind waren ok. Landschaftlich hatte die Strecke für mich ihren Reiz. Und die Verpflegung war wirklich konstant sehr gut. In der Kantine gab es wieder eine warme Mahlzeit und dann fuhr ich zurück in mein Zelt. Füße hoch legen und lesen war Nachmittags meine Lieblingsbeschäftigung.


Samstag 29.07.2017

Der letzte Tourtag brach an. Das Wetter war wieder teilweise bewölkt aber trocken und halbwegs warm. Morgens wieder Frühstück in der Kantine und dann um 9 Uhr der Start mit der mittlerweile üblichen Gruppe. Nach Süd-Westen ging es aus der Stadt raus. Es war zunächst flach, ging dann aber nach knapp 20 km zur ersten Kontrolle den Berg hoch. Die Kontrolle war am Deister, aber an anderer Stelle wie bei einer der vorherigen RTF.



Da mir die Kontrolle für eine Pause zu früh war ließ ich nur stempeln und informierte Harald und die Anderen das ich schon mal zur 2. Kontrolle vorfuhr. Es ging noch eine ganze Weile berghoch, aber ich kam immer mehr in Tritt und es war für mich keine Quälerei. Das Profil war jetzt sehr wellig und das Wetter wurde langsam freundlicher.



Immer wieder traf ich auf andere Gruppen die mich überholten oder umgekehrt.



Das wellige Profil, vor allem dann im Weserbergland, gefiel mir sehr gut.



Ein kurzes Stück fuhr ich hinter einer größeren Gruppe her. Aber auf Dauer waren die mir etwas zu schnell. Ich wartete ja quasi noch darauf von meiner Gruppe eingeholt zu werden.



Teilweise fühlte ich mich wirklich wie im Urlaub. Ok. genau genommen war ich im Urlaub. Mir gefiel die Landschaft richtig gut. Das Auf und Ab der sanften Hügel machte Spaß.



Und immer wieder kam ich durch schmucke Dörfer. Einige Kilometer vor der 2. Kontrolle bemerkte ich einen Fahrer mit Problemen. Er war gerade gestürzt weil sein Hinterrad blockiert war. Ihm war zum Glück nicht viel passiert. Eine leichte Schürfwunde am Ellbogen. Wir schauten uns das Rad an, aber es drehte sich wieder. Er sagte mir das das bereits das dritte Blockieren war. Ich tippte auf Achse oder Freilauf. Aber das ließ sich vor Ort nicht feststellen. Er wollte unbedingt weiter fahren, da es bis zur Kontrolle nicht mehr so weit war. Ich riet ihm dann aber sehr vorsichtig zu sein. Noch ein Sturz lief vielleicht nicht so glimpflich ab. So fuhr ich dann weiter.



Nach ca. 50 km erreichte ich Hameln. Es zeigte sich zunächst nicht von seiner schönsten Seite und sah irgendwie nach normaler Stadt mit typischem Industriegebiet aus. Nicht so wie man sich Hameln nach der Geschichte vom Rattenfänger von Hameln aus dem Mittelalter vorstellte. Dann erreichte ich die 2. Kontrolle, direkt über der Weser. Was für eine Aussicht. Ich geriet geradezu ins schwärmen. Auf der anderen Seite der Weser thronte ein Aussichtsturm auf einem bewaldeten Hügel. Direkt an der Weser lief auch eine beliebte Radroute entlang. Entsprechend viele Radler kamen vorbei. Ich hatte jetzt aber doch Hunger und stürzte mich auf das gute und reichhaltige Angebot der Verpflegungsstelle. Nach und nach traf meine Gruppe ein. Nur noch Harald fehlte. Wie ich erfuhr half er einem Fahrer der wieder gestürzt war weil sein Hinterrad blockiert war. Es war offensichtlich der Selbe wie bei mir. Er war dieses Mal so verletzt das er nicht weiter fahren konnte und musste am Knie verbunden werden. Als Harald eintraf schickte er Jemand mit dem Auto zurück um den armen Kerl abzuholen.



Nach der Pause fuhren wir wieder als komplette Gruppe weiter. Wir hatten jetzt den Scheitelpunkt der Tour erreicht und es ging in einem Bogen nach Hannover zurück. Wir wechselten uns mit der Führungsarbeit ab. Wieder gab es teilweise Gegenwind und wir nahmen die kleineren Fahrer nach vorne im Windschatten der Spitze. Franz fuhr meistens weiter hinten. Aber wir hielten die Gruppe zusammen. So erreichten wir die dritte Kontrolle an der alten Kirche St. Alexandri und dem kleinen Friedhof in Eldagsen. Aber zum Glück waren wir alle noch munter. Wir labten uns an der Verpflegung und dann ging es weiter.



In einem Bogen fuhren wir über Gestorf und Bennigsen Richtung Hannover. Es wurde noch einmal etwas wellig und ich bemerkte das Franz immer mehr zurück fiel. Ich gab Harald ein Zeichen und ließ mich ebenfalls zurück fallen damit Franz sah wo wir weiter fuhren. Die Gruppe hatte ich noch im Blick. An einem Abzweig warteten Harald und ich dann und nahmen Franz in unsere Mitte. Wir wechselten uns in der Führung ab und achteten darauf das Franz im Windschatten bleiben konnte. Am Rande von Hannover holten wir den größten Teil der Gruppe in einer Baustelle sogar wieder ein. Nur Stefan hatte zum Schluss so Gas geben das wir ihn erst im Ziel wieder sahen. Die letzten Kilometer hatten wir noch einmal Rückenwind. So kamen wir gut ins Ziel. 106 km und über 500 Höhenmeter war ich mit einem Schnitt von 25 km/h gefahren. Und ich fühlte mich richtig fit.

Treffpunkt war wieder die Kantine und danach noch etwas trinken. Auf der Bühne gab es Auszeichnungen für die Mannschaften mit den meisten Kilometern. Da die jeweils aus dem gleichen Verein kommen mussten, hatte unsere gemischte Gruppe keine Chance auf eine Teilnahme. Mich störte das nicht. Insgesamt waren es aber mehr Gruppen und Vereine als in den letzten Jahren und das trotz des Wetters.



Dann kam etwas Wehmut auf. Es galt Abschied zu nehmen. Einige Teilnehmer würde ich sicher dieses Jahr noch auf RTF in NRW wieder sehen. Andere vielleicht erst nächstes Jahr bei dem BRT 2018 in Langenseibold bei Hanau. In Hessen werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.
Es war mein erstes Bundesradsporttreffen und ich frage mich warum eigentlich? So viel Spaß auf unbekannten Strecken mit alten und neuen Radsportfreunden hatte ich noch nie. Eine schöne Art den Urlaub zu verbringen. Auch die erholsamen Nachmittage im Zelt bei einem guten Buch habe ich genossen. 820 km bin ich in dieser Woche insgesamt gefahren. Da sind natürlich auch die Wege zum Start und zurück dabei.

Sonntag schlief ich aus, frühstückte in Ruhe und baute dann mein Zelt ab. Am späten Mittag traf ich bereits zu Hause ein. 220 km waren mit dem Auto ohne Stau schnell zurück gelegt. Doch so richtig verarbeite ich diese tolle Woche erst jetzt.

Ich möchte mich auch noch einmal ganz herzlich bei den Organisatoren und Helfern der Vereine aus Hannover und Umgebung bedanken. Was hier auf die Beine gestellt wurde mit viel Engagement und Zeit war toll. Die Strecken fand ich größtenteils sehr schön. Das war sicher auch nicht so einfach für so viele Tage zu planen und dann wegen dem Hochwasser wieder umzuplanen. Und ich habe selten eine so gute, vielfältige und reichhaltige Verpflegung bei RTF erlebt. Was mir auch sehr gefiel war die hohe Anzahl der Teilnehmer. Es waren nicht nur sehr viele RTF-Fahrer/innen dabei, sondern auch eine große Anzahl Wanderfahrer/innen. Bei den regionalen RTF trifft man Wanderfahrer leider eher seltener. Die Veranstaltung war auch eine tolle Reklame für Hannover und das Umland. Ich werde sicher mal wieder nach Hannover fahren. Es gibt dort noch viel zu entdecken.
lg Jennifer

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Samstag, 12. August 2017, 10:39

Datteln-Hamm-Kanal

06.08.2017

Das Wochenende nach dem BRT hatte ich mal keine Lust auf RTF. Samstags werkelte ich ein bisschen an meinem Meral herum. Da ich kein Stadtrad mehr habe, brauchte ich dringend Ersatz. Das einzige Rad mit Damengeometrie ist mein Meralrahmen. Ich brauche ein Rad auf dem ich auch mal in meinen Alltagsklamotten fahren kann. Da ist ein tieferer Einstieg ganz praktisch. Zunächst tauschte ich die Schnellspanner gegen welche mit Diebstahlschutz aus. Dann entfernte ich vorne die Schaltung. Umwerfer und linker Lenkerendschalter wurden nicht mehr benötigt. Ich entfernte die Zähne von einem alten 50er Kettenblatt das fortan als Kettenschutz fungieren sollte. Hinten habe ich jetzt 8 Gänge zum schalten bis zum 28er Ritzel, vorne kommt ein 39er Kettenblatt zum Einsatz. Diese Kombination reicht auch für die ein oder andere Tour. Hinten montierte ich wieder einen Gepäckträger, vorne einen Halter für Lenkertasche oder Einkaufskorb. Am Gepäckträger montierte ich ein festes Rücklicht, das aber mit Batterien betrieben wird. Das Vorderrad soll noch durch eines mit Nabendynamo ersetzt werden. Ich montierte MKS-Pedale, die auch mit normalen Schuhen oder Stiefeln zu fahren sind. Den Lenker würde ich gerne durch einen Trainingsbügel ersetzen. Aber die haben leider meistens einen kleineren Durchmesser, so das die Schellen der Bremshebel nicht mehr passen. Ein Vorbau mit längerem Schaft wäre auch nicht schlecht für eine weniger sportliche Sitzposition. Da wird sich also noch ein bisschen was tun.



Nach einer Einkaufsfahrt am Samstag mit dem Rad plante ich Sonntag eine gemütliche Tour durchs östliche Ruhrgebiet.
Von Dortmund ging es hoch nach Lünen und dann am Kanal entlang vorbei an Werne bis kurz vor Hamm. Über Kamen führte der Weg dann zurück nach Dortmund.

Gegen Mittag machte ich mich in Hörde auf den Weg. Über Phönix-West erreichte ich die Trasse des feurigen Elias. Nach einem kurzen Stück verließ ich die Trasse um über ein paar Seitenstraßen weiter zu fahren. Dann erreichte ich eine alte Industrietrasse am Rande von Hörde die mich am Ostfriedhof vorbei Richtung Innenstadt brachte. Über die Güntherstraße erreichte ich dann die Weißenburger Straße.



Hier bewunderte ich die Graffiti die die kahlen Betonmauern und Wände eindeutig verschönerten. Doch statt links in die City, bog ich rechts Richtung Borsigplatz ab. Kurz vor dem Platz ging es nach rechts über Nebenstraßen und dann vorbei am Höschpark.



Hinter dem Höschpark hielt ich mich links nach Kirchderne. Hier fuhr ich auf eine weitere alte Bahntrasse die mich nach Gahmen brachte. Von dort war es nicht mehr weit bis Lünen. Das Wetter war mal wieder ein Mix aus Sonne und Wolken mit angenehmen Temperaturen über 20 Grad.



In Lünen-Süd erreichte ich dann den Datteln-Hamm-Kanal. Eine kurze Steile Rampe und ich war am Kanal. Nach ein paar Kilometern passierte ich den Preußenhafen, wo so einiges los war. Auch am Horstmarer See tummelten sich die Leute bei relativ schönem Wetter.



Hinter dem See überquerte ich den Kanal und fuhr nun auf der anderen Seite weiter. Nach der Umfahrung des Kraftwerks erreichte ich die Marina Rünthe.



Auch hier nutzten viele Leute das erträgliche Wetter. Und ich musste natürlich wieder Fotos machen. Mit dem Hafen im Hintergrund fotografiere ich meine Räder nur zu gerne. Das liegt vielleicht an meiner Affinität zu Booten.



Schließlich erreichte ich das Naturschutzgebiet Tibaum und verließ mit Blick auf das Kraftwerk den Kanal. Ich überquerte den Kanal und richtete meinen Weg nach Süden. Kurz vor Pelkum schlug ich dann einen Haken um Schmerhöfel und erreichte Rottum.



Dann kam ich nach Kamen und fuhr dort am östlichen Rand entlang und erreichte über Afferde Wasserkurl. Hier ging es auch mal über unbefestigte Pisten. Mit dem Meral kein Problem.



Vorbei am BVB-Trainingsgelände erreichte ich Brackel. An der Pferderennbahn vorbei überquerte ich die B1 zur Stadtkrone Ost.
Hier genoss ich die tolle Aussicht auf den Südosten von Dortmund. Weiter ging es wieder auf eine alte Bahntrasse die mich zum Phönixsee brachte. Hier musste ich wegen den vielen Fußgängern vorsichtig fahren. Zu viele missachteten die Schilder und gingen auf dem Radweg spazieren. Ein Problem bei gutem Wetter. Nun fuhr ich über den Oelpfad nach Hause.



Eine schöne und gemütliche Sonntagstour ging zu Ende. 75 km und nur 240 Höhenmeter fuhr ich mit einem Schnitt von über 19 km/h. Eine tolle Tour um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und nach einer anstrengenden Arbeitswoche neue Kraft zu tanken. Mit dem Umbau des Merals war ich ganz zufrieden, wenn ich sicher auch noch mit der Zeit ein paar Sachen ändern werde.
lg Jennifer

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Samstag, 12. August 2017, 13:16

Schöne Tour, das blöde Kraftwerk in Lünen steht aber auch jedes Mal im Weg. :rolleyes:
Die Glorreichen schieben ...

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Samstag, 12. August 2017, 21:10

Schöne Tour, das blöde Kraftwerk in Lünen steht aber auch jedes Mal im Weg. :rolleyes:
Stimmt. Die lassen da auch nicht mit sich reden. :rolleyes:
lg Jennifer

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Samstag, 12. August 2017, 21:10

Das Ardeygebirge

12.08.2017

Eigentlich wollte ich am Samstag eine RTF in Willich fahren. Doch als der Wecker um 5 Uhr Morgens klingelte und ein Blick aus dem Fenster und der Blick auf die Wetterapp Dauerregen versprach, sagte ich ab. Schnell wieder ins gemütliche Bett und schnell war ich wieder eingeschlafen und träumte von Sommer, Sonne und Strand. Als ich um 7:30 Uhr wieder aufwachte war es immer noch regnerisch trüb. Also erst einmal Kaffee mahlen und frisch aufbrühen. Das weckte die Lebensgeister. Dazu noch leckere Käsebrote und der Hunger war auch gestillt. Den Vormittag gammelte ich ein wenig, hörte Musik und schrieb noch den Bericht von der Tour letzten Sonntag. Am Nachmittag sah es dann doch etwas nach Wetterbesserung aus und ich machte das Koga Miyata fertig. Schnell noch eine kleine Route erstellt und aufs Navi geladen. Neulich war Stau auf der Autobahn als ich von der Arbeit kam und ich fuhr durch Wetter und Herdecke nach Dortmund. Dort fielen mir einige interessante Gebäude auf und ich fragte mich warum ich bisher so selten mit dem Rad dort war. Dem sollte also Abhilfe geschaffen werden. Gleichzeitig bedeutete eine Tour durchs Ardeygebirge auch viele Höhenmeter und steile Anstiege (wie steil wusste ich da noch nicht). Mein Ehrgeiz was die Geschwindigkeit anging war also nicht besonders groß. Durchhalten war die Devise.

Gegen 15 Uhr fuhr ich von Hörde zunächst hoch nach Wellinghofen. Dann ging es weiter durchs Olpketal und dann über die Schneiderstraße hoch nach Dortmund Schnee. Das war der leichteste Teil. Zum Glück war mir das nicht wirklich klar. Ich fuhr auf der Kammstraße nach Witten und dann ein Stück Richtung Ruhr. Doch schon ging es wieder berghoch.



Immer wieder stieß ich unterwegs auf hübsche alte Häuschen. Das hatte schon was von Idylle.



Schließlich erreichte ich die Ruhr und machte mich auf den Weg nach Wetter. Das Türkisblau der Brücke brachte wenigstens etwas Farbe bei dem grauen Wetter.



In Wetter machte ich dann einen Abstecher zu dem schönen alten Bahnhof der jetzt als Bücherei und griechisches Restaurant genutzt wurde.



Dann ging es zurück zum Kreisverkehr und ich machte mich auf den Weg nach oben. Gerade war ich so richtig schön im Rhytmus, als ich diese schöne Natursteinmauer erblickte. Klar musste ich da für ein Foto anhalten. Danach ging es weiter. Schließlich erreichte ich den Abzweig zum Harkortturm und bog links ab. Die Steigung schien gar kein Ende zu nehmen. Kein Wunder, wollten doch fast 200 Höhenmeter überwunden werden.



Der Turm war leider geschlossen, aber auch so war der Ausblick auf den Harkortsee grandios. Hier oben war ich noch nie. Bisher war ich nur unten am See entlang gefahren.



Das Koga Miyata wollte natürlich auch abgelichtet werden. Der Zwarte Zwaan war dem Geländer eindeutig an Eleganz überlegen.



Der Harkortturm zum Gedenken an den Industriellen Friedrich Harkort wurde 1884 eingeweiht und kam schon sehr imposant daher.
Nun fuhr ich den ganzen Berg wieder herunter bis zur Straße etwas oberhalb der Ruhr, die mich nach Herdecke führte. Immer wieder erhaschte ich einen Blick auf den Stausee. Dann kam ich nach Herdecke.



Hier fiel mir sofort ein Wegweiser auf. Ich wollte schon immer mal nach Panama. Da wäre der Sommer bestimmt sonniger und wärmer.



Die Weltstadt Herdecke wurde geradezu von Touristen belagert. Überall blitzten die Kameras auf.
Bei mir war das natürlich etwas Anderes. Ich dokumentierte nur. *hüstel*



Aber die kleine Altstadt von Herdecke war wirklich schön. Überall gab es etwas zu entdecken. Warum fuhr ich bisher eigentlich so achtlos daran vorbei?



Auf einem Platz entdeckte ich eine echte Schweinerei. Hier wurde anscheinend früher so manche Sau durchs Dorf getrieben. Mein Koga Miyata fühlte sich jedenfalls sauwohl.



Das Rathaus mit dem Zwiebelturm und den Blumenkästen war auch richtig putzig. Hier gab man sich anscheinend echt Mühe um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch trotz des guten Eindrucks hieß es für mich Abschied nehmen. Der Rückweg war langsam angesagt. Und was ich mir da als Route am PC zusammengebastelt hatte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Es ging auf einer richtig steilen Straße, nein eher ein schmaler Pfad mit über 20% Steigung durch den Wald aus der Stadt raus. Ich schaltete zwar rechtzeitig in den niedrigsten Gang und fasste den Unterlenker fest, kam aber nach 50 Metern so aus der Balance das ich gerade noch die Füße auf den Boden bekam. Anfahren unmöglich. Der Weg zog sich noch ein paar hundert Meter steil und gerade den Berg hoch. Keine Kurve entschärfte die Steigung. Selbst schieben ging extrem langsam und mühsam. Am oberen Ende wurden es dann noch ein paar Prozent mehr. Wie konnte mir das bei der Planung entgehen? Dann erreichte ich endlich wieder eine Straße und es ging weiter bergauf. Aber jetzt nur noch zwischen 12 und 15%. Das war wenigstens wieder für mich fahrbar. Jedes mal wenn ich jetzt dachte ich hätte die Steigungen weitestgehend hinter mir, kamen immer wieder steile Rampen mit bis ca. 17 %. Das Ardeygebirge hielt da so manche fiese Überraschung parat. Aber ich schaffte alle zu fahren. Doch der Weg durch den Wald nagte immer noch ein wenig an meinem Selbstbewusstsein. Dann lag das Ardeygebirge hinter mir. Jetzt lagen nur noch ein paar harmlose Steigungen vor mir.



Schöne Aussichten gab es nach der Plackerei gratis als Belohnung. Dann bog ich auf einen Weg zu ein paar Ausflugslokalen ein. Hier wurde ich schon von einem kläffenden Dackel "begrüsst" Der Kleine rannte neben mir her und ich fuhr langsam um ihn nicht in die Speichen zu bekommen. Er war offensichtlich etwas übermotiviert. Dann bog ich in einen Waldweg ein und der Hund blieb zurück. Jetzt wurde es etwas holprig. Teilweise grober Schotter erwartete mich. Zum Glück ist das Koga Miyata mit den 32er Reifen auch eine Art frühzeitliches Gravelbike. Alles schon mal dagewesen. So erreichte ich nach dem Durchfahren des Waldes die Wittbräucker Straße, die ich kurz darauf aber wieder verließ. Dann erreichte ich endlich Kirchhörde und damit Dortmunder Stadtgebiet.



Über Wellinghofen kam ich dann nach 40 km zurück nach Hörde. Knapp 700 Höhenmeter hatte die kurze Tour. Der niedrige Schnitt von nur 15 km/h war den steilen Anstiegen geschuldet. Das war keine Tour für Rouleure, sondern eher für Bergziegen. Da war ich also eigentlich die totale Fehlbesetzung. Spaß gemacht hat es trotzdem. Und ich habe wieder ein paar Lücken in meiner relativ direkten Umgebung schließen können. Es blieb übrigens trocken, wenn es auch mit ca. 15 Grad nicht gerade warm war.
lg Jennifer

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174

Sonntag, 13. August 2017, 08:44

Den mit der Kamera kenne ich, den habe ich letztes Jahr in Rees getroffen. :D

EDIT: Da war er aber noch leicht anders gekleidet:
Gruß, Astrid

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175

Sonntag, 13. August 2017, 10:43

Das mit den “alle Steigungen auf dem Rad fahrend zu bewältigen“ habe ich mir mittlerweile abgewöhnt .
Wenn ich die Wahl habe die Höhenmeter entweder schiebend auf einer schönen Strecke durch den Wald mit Steigungen im zweistelligen Prozentbereich zu erklimmen ;
mache ich das lieber als die gleichen Höhenmeter auf einer mindestens doppelt so langen Strecke mit weniger Steigung zu fahren ^^

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176

Sonntag, 13. August 2017, 21:29

Den mit der Kamera kenne ich, den habe ich letztes Jahr in Rees getroffen. :D

EDIT: Da war er aber noch leicht anders gekleidet:
Dann kann ich ja froh sein das er sich frische Klamotten angezogen hat. Sonst wäre der bestimmt schon am müffeln. :rolleyes:
lg Jennifer

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177

Sonntag, 13. August 2017, 21:30

Das mit den “alle Steigungen auf dem Rad fahrend zu bewältigen“ habe ich mir mittlerweile abgewöhnt .
Wenn ich die Wahl habe die Höhenmeter entweder schiebend auf einer schönen Strecke durch den Wald mit Steigungen im zweistelligen Prozentbereich zu erklimmen ;
mache ich das lieber als die gleichen Höhenmeter auf einer mindestens doppelt so langen Strecke mit weniger Steigung zu fahren ^^
Ich schiebe nicht so gerne. Bin nicht mehr so gut zu Fuß. :D
lg Jennifer

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Sonntag, 13. August 2017, 23:06


Ich schiebe nicht so gerne. Bin nicht mehr so gut zu Fuß. :D
Kenn ich. Mir geht das dann auf den Rücken. :D
Zum 70sten gönne ich mir vielleicht eine Lenkerhöhenschnellverstellung.

Gruß und kilometerreiche Fahrt
Rita Eisenknie
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Insgesamt: bestimmt einmal rum


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Freitag, 18. August 2017, 10:01

Klassisch durchs Münsterland

13.08.2017

Letzten Sonntag war einigermaßen gutes Wetter vorhergesagt und da ich irgendwie mal so gar keine Lust auf RTF hatte, folgte ich mit meinem Bianchi dem Klassikerruf nach Münster. Auf dem Weg dorthin sammelte ich Tom noch im Nordwesten von Dortmund ein. Gemeinsam ging es dann in den Osten von Münster. Treffpunkt war am Wersestrand. Nach und nach trafen immer mehr Teilnehmer ein. Einige kannte ich namentlich, wie z.B. den Christian und Sebastian, andere zumindest vom Sehen. Was die Räder anging war es wieder ein schön buntes Peleton was da zusammen kam. Sebastian brachte mir noch ein paar Shimano Arabesque Bremsen für eines meiner Projekte mit. Noch einmal vielen Dank dafür.

Hartmut war auch wieder als Begrüßungskommando dabei. Er bot mir an mal seine Rickerts in Augenschein zu nehmen. Er hat ja da so ein "paar" Räder vom Dortmunder Fahrradpapst. Und es ist ja nun auch gar kein großes Geheimnis das ich als Wahldortmunderin auch ganz wild auf so ein Dortmunder Rad bin. Den Lokalpatriotismus bekommt man hier in Dortmund direkt eingeimpft, und das gilt eben nicht nur für Fußball.



Irgendwann nach zwölf Uhr ging es dann los. Der Weg führte uns in einem Bogen nach Osten, direkt raus aus der Stadt.



Sebastian und Christian führten unsere zwölfköpfige Gruppe an. Das Tempo war moderat flott. So konnte man sich noch gut unterhalten. Denn bei den Klassikerfahrten ging es ja auch um Geselligkeit und Austausch.



Durch schöne und vor allem flache Landschaft ging es vorbei an Wolbeck und Alverskirchen. Wir fuhren über kleine fast Autofreie Straßen.
Nach einiger Zeit konnte ich meine Armlinge bereits runter krempeln, da es auf die 20 Grad zuging. Es war zwar bewölkt, aber oft kam auch die Sonne durch und dann war es angenehm warm.



Als dann beim Abbiegen auf eine Straße das Kommando "Radweg" kam, bremste ich in Oberlenkerhaltung und musste erschreckt feststellen das mein Lenker nach unten klappte. Gerade noch kam ich an Christians Hinterrad vorbei und konnte eine Kollision vermeiden. Kurz vor der Fahrbahn der Straße kam ich dann doch noch zum stehen. Ich signalisierte den Anderen einen Defekt und packte mein Werkzeug aus. Schnell war der Lenker gerichtet und die Klemmschraube richtig festgezogen. Leider ist das Bianchi manchmal etwas kapriziös. Es ist halt alles etwas filigran. Allerdings hatte ich schon länger keine Probleme mehr. Es konnte dann weiter gehen.



Über Everswinkel erreichten wir den Rand von Warendorf. Hier fuhren wir zunächst nach Norden und dann westlich an den Kottruper Seen vorbei zu einem Café in Neuwarendorf. Hier nahmen wir große Teile der Terrasse in Beschlag. Die Bewölkung hatte sich mittlerweile verdichtet und es fielen sogar ein paar Tropfen, als wir unter den Sonnenschirmen saßen und Kaffee und Kuchen oder Herzhaftes plus Radler genossen. Gutes Timing. Mir schmeckte der Apfelkuchen hervorragend. Toll fand ich auch das Paar mit Kind, welches sich die Tour teilte. Er fuhr den Hinweg zum Café, übernahm dort das Kind und Sie fuhr dann mit uns den Rückweg.



Natürlich gab es auch noch ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten. So unterschiedlich wie die Räder waren auch die Fahrer/innen. Eine wirklich gute Gruppe.



Auf dem Rückweg ließ sich dann die Sonne nicht mehr ganz so oft blicken, aber es blieb trocken. Überall im Münsterland gab es am Wegesrand die Möglichkeit sich Beistand von Oben zu erbitten. Das schien bei uns aber zum Glück nicht nötig zu sein. Der Weg führte uns am Anfang immer in der Nähe der Ems nach Telgte. Hier gab es einen riesigen Mittelaltermarkt. Der schien beim vorbeifahren fast kein Ende mehr zu nehmen. Dann hatte ich beim Abbiegen meine zweite Panne. Ich schaltete etwas zu schnell herunter und die Kette verklemmte sich hinten. Auch das war schnell behoben. Mein Bianchi war halt eine richtige Diva, wie man es von einer Italienerin erwartete. Wir überquerten die Ems und fuhren nun direkt nach Westen bis wir fast wieder die Werse erreicht hatten.



Immer in der Nähe der Werse fuhren wir dann zurück zu unserem Startpunkt. Hier wurde noch ein bisschen gequatscht und dann verabschiedeten sich die Teilnehmer nach und nach. Eine schöne Tour war zu Ende.

Über Sebastian kontaktierte ich Hartmut und fuhr dann mit Tom noch auf dem Rückweg bei ihm vorbei. Wir gehörten zu den wenigen die er bisher in seine "heiligen" Hallen ließ. Hier gab es nicht nur Rickerts aus allen Jahrzehnten zu bestaunen, sondern auch so manch anderes interessantes Rad. Und Hartmut konnte zu jedem Rad eine Geschichte erzählen. Ich sah dort auch ein blaues Rickert Spezial, welches zu den letzten von Rickert gelöteten Rädern gehörte. Es war mir bereits einmal angeboten worden, aber ohne das ich es gesehen hatte, waren meine Vorurteile bezüglich Baujahr und moderner Shimano-Ausstattung zu groß. Damals lehnte ich einfach ab. Als ich jetzt den leuchtend blauen Rahmen sah, machte es irgendwie klick. Ich fragte Hartmut ob ich das Rad mal kurz fahren könnte. Er stimmte zu und pumpte noch die Reifen auf. Es stand schon eine Weile. So drehte ich ein paar Runden auf dem Hof. Der Rahmen war hoch, aber etwas kürzer als für die Größe normal. Mit anderen Worten, der Rahmen war als ob der Meister ihn für mich persönlich gemacht hätte. Die Shimano 9-fach Gruppe funktionierte tadellos, gefiel mir aber optisch nicht so wirklich. Auch einige andere Sachen gefielen mir nicht. Aber der Rahmen, der war toll. Ich bin ja nun einmal sehr optisch geprägt. Bei mir sagt ein Bild oft mehr als Worte. Ich fragte auch mal nach dem Preis. Nur mal einfach so. Grübelnd verabschiedete ich mich von Hartmut und bedankte mich für die tolle Führung und die interessanten Geschichten.

Tom und ich machten uns auf den Rückweg. Es wurde doch noch Abend als wir in Dortmund eintrafen. Ein toller Tag ging für mich zu Ende und einige schlaflose Nächte standen mir bevor. Aber dazu später mehr.

Etwas über 57 km legten wir mit einem Gesamtschnitt von etwa 23 km/h zurück. Auf dem Hinweg waren wir etwas flotter, auf dem Rückweg fuhren wir langsamer. Mit etwas über 100 Höhenmeter war die Strecke sehr flach. Bin schon gespannt auf die nächste Ausfahrt in Münster. Wenn ich es schaffe bin ich wieder dabei.
lg Jennifer

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Montag, 21. August 2017, 13:15

Hoge Veluwe

20.08.2017

Sonntag und früh aufstehen? Aber ja, zumindest wenn ich die Aussicht auf eine RTF über niederländisches Gebiet hatte. So quälte ich mich im Dunkeln, quasi mitten in der Nacht, aus dem Bett. Das Rad und die Klamotten hatte ich schon am Samstag bereit gemacht. Kurz nach 6 Uhr saß ich dann im Auto Richtung Bocholt. Ich hatte mich für mein Koga Miyata Traveller entschieden. Das Peugeot brauchte einen neuen Steuersatz, der Sattel des Bianchi war mir für lange Strecken zu unbequem und das Meral hatte nur noch eine Übersetzung für die Stadt und gemütliche Touren.

In Bocholt traf ich dann auch direkt auf Harald und seine Familie. Wir beschlossen zusammen los zu fahren. So machte ich mich auf zur Anmeldung. Danach noch ein bisschen quatschen und nach 7:30 Uhr ging es dann zu viert los. Harald, seine Tochter Jenny, Rolf und ich. Unterwegs sammelten wir noch einen fünften Mitfahrer ein. Die Straßen waren noch etwas nass, aber von oben war es trocken. Mit ca. 13 Grad war es für den Sommer anfangs sehr kühl. Schnell ging es raus aus der Stadt.



Die ersten 30 km waren absolut flach. Immer mehr bahnte sich die Sonne ihren Weg. Das Tempo war von Anfang an relativ flott. Wir strebten einen 25er Schnitt an, aber der dürfte am Anfang deutlich höher gewesen sein. Im Flachen merkte ich das Gewicht des Kogas nicht ganz so, aber ackern musste ich trotzdem.



Nach nur 14 km fuhren wir über die Grenze in die Niederlande. Genau genommen waren wir auf einmal einfach im Nachbarland. Eine Grenze war gar nicht auszumachen. Landschaftlich änderte sich zunächst nichts. Felder, Wälder, ab und zu ein Dorf. Dafür sahen die Straßen und Radwege anders aus.



Und natürlich die obligatorischen Windmühlen, entweder als Ruine oder sogar noch in Betrieb. Das Korn auf den Feldern schien bald erntereif. Der Herbst nahte so langsam.



Dann erwartete uns die erste Steigung der Tour. Hinter Zeddam ging es den Beekseweg hoch. Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommen sollte. Vor Loerbeek kam dann nach 34 km die erste Kontrolle. Außer ein paar Bananen und Keksen gab es keine Verpflegung. Ziemlich karg, wenn man anderes gewohnt war. Mir reichte eine halbe Banane und zwei Kekse. Die Trinkflasche füllte ich auch mal sicherheitshalber auf.
Dann ging es weiter. An der Streckenteilung zur 112er Strecke verabschiedete sich Jenny dann. Sie fühlte sich doch nicht so richtig fit und fuhr nur die 112er RTF. Zu viert ging es dann weiter.



Nun wurde es wieder flach und wir fuhren durch Loil. Hinter Angerlo ging es dann über die Oude Ijssel. Wir fuhren am Rand von Doesburg und dann über die Ijssel.



Hinter De Steeg erreichten wir dann den Nationalpark Hoge Veluwe. Den kannte ich bereits von einem 300 km Brevet durch die Niederlande. Damals brach allerdings bereits die Dämmerung an als wir das Gebiet erreichten. Hier war dann Schluss mit lustig und ich durfte mich richtige Steigungen hochquälen. Das Koga wurde gefühlt immer schwerer, meine Beine auch. Dafür wurde die Plackerei mit einem tollen Blick auf die schon blühende Heidelandschaft belohnt. Hier war auf einem Touristenparkplatz auch die zweite Kontrolle nach 62 km. Es gab nur noch ein paar Bananen und ich wich lieber auf mein Energiegel aus, welches ich zum Glück mit hatte. Dafür bekamen wir einen Gutschein für die Fähre, die wir noch brauchen würden.



Kurz nach der Kontrolle gab es dann noch einmal einen Aussichtspunkt. Hier wollte mein Koga endlich auch mal abgelichtet werden. Natürlich tat ich ihm den Gefallen.



Nun ging es immer wieder hoch und runter. Ich konnte den Anschluss an die Gruppe nicht mehr halten. Aber netterweise wurde immer oben auf mich gewartet.



Bergab musste man etwas aufpassen da es in den Waldgebieten teilweise noch feucht war.



Nach 83 km waren wir aus dem Nationalpark raus und es wurde wieder absolut flach. Dafür kämpften wir teilweise mit dem Gegenwind.
In Brummen gab es dann einen besonderen Autohändler für historische Autos. Schon erstaunlich was da so alles auf dem Vorhof stand. Für eine genauere Inaugenscheinnahme hatte wir allerdings keine Zeit.



Dafür erreichten wir nach 91 km die Fähre auf der Ijssel. Da die Fähre gerade erst auf der anderen Seite war, hatten wir eine kleine Verschnaufpause. Auf dem Fluss waren einige Motorboote unterwegs.



Relativ schnell hatte die Fähre den schmalen Fluss überquert.



Wir machten es uns auf der Fähre gemütlich. Zeit für ein kleines Erinnerungsfoto.



Mittlerweile war es bereits wieder sehr bewölkt als wir durch Bronkhorst fuhren.



Ein Stück hinter Steenderen erwartete uns dann nach ca. 100 km die 3. Kontrolle. Hier fragte ich gar nicht erst nach Verpflegung und füllte nur die Wasserflasche auf. Ich war froh noch genug Gel und einen Notfallriegel zu haben. Nichts wäre jetzt schlimmer als ein Hungerast. Dafür gab es gegenüber der Kontrolle ein nettes Häuschen am Waldrand "te koop". Mir fehlte nur das nötige "Kleingeld".



Zwei Drittel der Strecke hatten wir bereits hinter uns als es weiter ging. Aber der Wind ärgerte uns immer wieder mit stärkeren Böen.
Und dann kam doch noch ein Wolkenbruch. Wir konnten uns gerade noch unter das Dach einer Tankstelle flüchten, verloren dabei aber Rolf aus den Augen, der weiter fuhr. Nach 5 Minuten war das Schlimmste vorbei und wir fuhren über nasse Straßen.



Zeitweise waren Harald und ich alleine. Das Tempo der Anderen war einfach zu hoch. Und dabei lagen wir doch noch gut in der Zeit.



Dann kam nach 120 km eine Schrecksekunde. In einer Rechtskurve war der Fahrer einer schnelleren Gruppe gestürzt. Wir sicherten die Unfallstelle ab und Harald kümmerte sich um den Verletzten. Er war ziemlich benommen und konnte die Hände nicht bewegen. Wir setzten ihn auf eine Bank, Harald wickelte ihn in eine Rettungsdecke und ich gab ihm etwas Wasser zu trinken. Ein holländisches Paar hielt mit dem Auto an und verständigte einen Krankenwagen. Nachdem wir uns vergewissert hatten das sich um ihn gekümmert wurde, fuhren wir weiter. Nur 3 Minuten später kam uns schon der Krankenwagen entgegen. In der Kurve war es teilweise noch etwas feucht. Möglicherweise wurde dem Fahrer das zum Verhängnis. Das machte schon betroffen. Harald und ich kannten schlimme Stürze ja auch aus eigener Erfahrung.



In Terborg sah ich dann einen Handel besonderer Art. Das schien eher etwas für Leute mit sehr großem Garten zu sein. Auf den letzten Kilometern durch Holland dann noch einmal die typische Windmühle. Nach 130 km dann die letzte Kontrolle hinter Silvelde. Hier gab es nicht einmal mehr Bananen. Das fanden nicht alle gut, was wiederum die Helfer an der Kontrolle nicht gut fanden. Na ja. Nicht jeder hat genug Verpflegung selber mit. Bei den meisten RTF war das ja auch nicht nötig.



Die letzten Kilometer führten dann wieder über deutschen Boden, wo wir nach knapp 154 km wieder in Bocholt ankamen. Hier war anscheinend auch längst der Kuchen ausgegangen. Man hatte wohl nur für wenige Teilnehmer geplant, falls das Wetter schlecht würde. Angeblich waren es über 1000 Teilnehmer. Eine genaue Zahl konnte man mir aber trotz Scan&Bike nicht nennen. Die Strecke war wunderschön, die Planung bei vielen Teilnehmer jedenfalls nicht ausreichend. Schade, so wurde das ansonsten gute Bild dieser RTF etwas getrübt. Man wollte nichts übrig behalten. Ich verpflegte mich dann woanders auf dem Rückweg nach Hause.

Was mir auch noch auffiel. Etliche niederländische Autofahrer fuhren auf engen Straßen ohne Radweg sehr rücksichtslos uns gegenüber. Es gab mehrere Beinahezusammenstöße wo wir gerade noch ausweichen konnten.

Dann noch die Daten. Wir fuhren knapp 154 km mit 650 Höhenmeter und einem Schnitt von über 25 km/h. Das war mit dem Koga (15 kg ohne Lenkertasche und Trinkflaschen) schon Schwerstarbeit. Entsprechend platt war ich anschließend. Zu Hause schlief ich dann auf dem Sofa ein.
lg Jennifer

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