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Berny67

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Unterwegs von: Witten

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Sonntag, 29. Januar 2017, 16:35

Mal wieder kleinen Kurzurlaub gehabt.

Hi Zusammen,

in der ersten Januar-Woche gönnte mir meine Frau mal wieder eine kleine Auszeit. Also spannte ich meinen Wohnwagen an und machte mich mal wieder auf den Weg zu meinem geliebten Neuharlingersiel. Gerade im Winter finde ich diese Gegend eben auch besonders reizvoll. Zudem nervte mich schon irgendwie seit Mitte Dezember so eine schleichende Rüsselpest, die immer so zwischen besser oder schlechter werdend schwankte. Die Seeluft brachte mir da meistens Besserung.

Glücklicherweise war der Campingplatz auch nicht so sehr überfüllt. Diese Tatsache mag manchen zu dieser Jahreszeit nicht sehr verwundern, aber da habe ich auch schonmal das krasse Gegenteil erlebt. Da entflohen viele Camper, speziell aus Süddeutschland dem ganzen Weihnachts- und Sylversterrummel und ich bekam nur mit Mühe und Not noch einen Stellplatz.

Oben angekommen wehte dort schon eine recht steife Briese, die sich gegen Abend in einen ziemlich heftigen Sturm verwandelte und mein rollendes, sicher aufgestütztes, Heim kräftig durchschüttelte. Trotzdem stieg ich mutig auf mein Rad, hatte aber ganz schöne Mühe dagegen zu halten.

Schlafen konnte ich in der ersten Nacht eigentlich kaum, da die ganze Rüttelei durch den Sturm schon beinahe einem Erdbeben gleich kam. Leider ließ der Sturm auch am folgenden Tag nicht wesentlich nach, aber kurz nach dem Aufstehen schwang ich mich wieder auf mein Rad hin zum nächsten Becker, im Gebäude einer großen Lebensmittelkette direkt gegenüber der Campingplatzeinfahrt.

Und beinahe hätte es mich an einer Stelle vom Rad gefegt. Zum Glück konnte ich mich noch mit dem Fuß abstützen. Beim Bäcker angekommen stellte ich jedoch fest, dass ich nicht der einzige Verrückte war, der bei dieser Witterung aufs Fahrrad stieg.

Beim Frühstück rüttelte der Sturm den Wohnwagen mal wieder so kräftig durch, dass sogar der Kaffee aus meiner großen Tasse überschwappte. Irgendwie merkte ich dann auch, dass meine Heizung nachließ, da die Gebläseausströmdüsen im Fußraum plötzlich anfingen, recht frische Luft über meine Füße zu blasen. Na klar, die Flamme war ausgegangen. Also als nächste Aktion die Gasflasche aus dem Kasten zerren, in meinem Fahrradanhänger stellen, den ich sicherheitshalber als Handwagen benutzte, und auf den Weg in Richtung Rezeption machen um die Flasche zu tauschen.

Die eh' schon niedrigen Temperaturen, so um 2°C, fühlten sich durch den Sturm noch eisiger an. Daher hatte ich mich schön dick eingepackt mit langer Unterhose, Sportpullover, warmer Sweatjacke und dicker Nike-Winterjacke, deren Kapuze ich über meine Mütze trug.

Auf dem Rückweg begegnete ich, kurz vor meinem Stellplatz einem Dauercamper aus der dortigen Gegend. Mit diesem äußerst netten Menschen ergab sich dann ein längeres Gespräch und er bewunderte die Beleuchtungsanlage an meinem Fahrradanhänger. Er selbst wäre früher auch viel Rad gefahren, könne dies aber seit seinem schweren Arbeitsunfall nicht mehr und sei jetzt froh, dass er sich nun wenigstens in ähnlicher Form mit so einem großen Behinderten-Dreirad fortbewegen kann, eine voll irre Konstuktion übrigens.

Während der Unterhaltung ging dann, natürlich verstärkt durch den Sturm, ein kräftiger Schneeregen und Hagelschauer auf uns nieder und ich fühlte, wie die Nässe langsam durch meine Trainingshose und die lange Unterhose kam. Der Gute ließ sich aber nicht mit seinen Erzählungen aus der Ruhe bringen, wohin gegen ich in diesem Moment gerne zu meinem Wohnwagen gegangen wäre. Aber man wollte ja nicht unhöflich sein. Gefühlt eine dreiviertel Stunde später wünschten wir uns dann einen schönen Tag und ich konnte endlich im Schneeregen meine Gasflache in den Kasten setzen und anschließen.

In der Zwischenzeit hatte mein kleiner Elektroheizlüfter die Temperaturen im Wagen auf erträglichem Niveau gehalten. Meine Klamotten konnte ich komplett wechseln und die nassen zum trocknen in den Toilettenraum hängen. Meine Winterjacke konnte ich zum Abend hin immer noch nicht gebrauchen, trotz der Hitze im kleinen Toilettenraum des Wohnwagens.

Aber egal, ich hatte ja noch meinen guten BW-Parka dabei, den ich beim Radfahren sowieso lieber trage. Gegen Abend machte ich mich dann auf in Richtung Carolinensiel. Irgendwie hatte ich Lust auf ein Fischgericht. Meistens ging ich sowieso zum Essen aus, da ich keine Lust hatte, irgendwas im Wohnwagen zusammen zu brutzeln.

Mutig stieg ich auf mein Fahrrad, denn der Sturm hatte nachgelassen, wenn auch nur unwesentlich. Die Regenhose zog ich sicherheitshalber schon direkt über meine Fahrradhose. Die Kapuze meines Pullovers band ich mir stramm über meine Mütze. Obwohl ich meistens auf Radwegen unterwegs bin zog ich mir doch sicherheitshalber meine Warnweste über meinen Parka. Nur vereinzelte dunkle Wolken hingen an spätabendlichen Himmel, aber natürlich musste sich eine von ihnen direkt am Ortsausgang von Neuharlingersiel über mir , in Form eines kräftigen Hagelschauers entladen. Leider so überraschend, dass ich es nicht mehr schaffte, mir meinen im Körbchen zusammengerollten Friesennerz überzuwerfen.

Egal, der Spuk dauerte nur kurz, verwandelte aber die Landschaft und Wege binnen weniger Minuten in eine weiße Winterlandschaft. Die Hagelkörner knisterten auch so schön unter meinen Reifen. Zum Glück hat die Regenhose das meiste abgehalten und meine Jacke würde auch schon irgendwie wieder trocknen. Der starke Wind kam günstig von Nordwest und schob mich, entlang der Deiche, kräftig an.

Kann ja heiter werden auf der Rückfahrt, dachte ich und hatte damit recht. ;( . Leider hatten auch in Carolinensiel sämtliche Lokale bereits um 18.00 Uhr dicht. War ja auch schließlich keine Hauptsaison. Wenigstens tröstete die allgegenwärtige, schöne Weihnachtsbeleuchtung über meine vergeblichen Mühen, mit dem Wind zu kämpfen, hinweg.

Für die 8km Rückweg, über den straßenbegleitenden Super-Radweg, brauchte ich gegen den Wind gefühlt eine Ewigkeit. Aber egal, es trieb mich ja nichts. Mein Abendessen bestand dann eben noch aus zwei übrig gebliebenden Brötchen und Fisch aus der Dose in Tomatensauce. Jedenfalls fuhr ich die nächsten Tage entsprechend früher los, wenn es ums Essengehen ging.

Das Auto hatte ich direkt nach meiner Ankunft wieder voll getankt (hat auf dem Hinweg ganz schön gesoffen, aber da ich schnell ankommen wollte, bevor die Rezeption um 17.00 Uhr schloss, bewegte ich mich zugegeben auch in für ein Gespann leicht illegalen Geschwindigkeitsbereichen ;) ) und nach dem Parken bis zu meiner Abreise nicht wieder bewegt. Schließlich wollte ich ja alles mit dem Fahrrad machen.

Auch in der zweiten Nacht war an Schlaf nicht viel zu denken, da der Sturm mal wieder alles kräftig durchrüttelte. Zwischendurch knallte der Hagel aufs Dach, als wenn ein Kieslaster seine Ladung darüber ausgegossen hätte. Zum Glück ohne Folgen für Wohnwagen- und Autodach. Mein Radio konnte ich jedenfalls nicht mehr verstehen. Endlich ließ dieser verflixte Sturm am anderen Tag nach und auch sonst besserte sich das Wetter einigermaßen. Für einen Schauer muss man dort ja ohnehin immer gerüstet sein.

Jedenfalls konnte ich nun das Radfahren durch diese herrlichen Landschaften wieder in vollen Zügen genießen und dabei auch in Esens ein Geschenk für meinen Jüngsten ergattern, damit ich ihn einen Tag nach meiner Rückkehr zu seinem 8. Geburtstag damit überraschen konnte.

Irgendwann vermisst man schließlich auch seine daheim gebliebene Familie, aber mir taten diese relativ entspannten Tage mal wieder ganz gut. Man konnte eben viel Radfahren, im geheitzten Meerwasserhallenbad schwimmen gehen, viel Lesen oder einfach nur Musik hören, oder auch, falls der Sturm kein Radfahren zuließ, schön dick und Regenfest eingepackt an Deich und Strand spazieren gehen. Auch mein Schnupfen war komplett wieder verflogen, sollte sich aber leider 3 Tage nach meiner Rückkehr wieder verstärkt zurückmelden.

Anbei noch ein paar fotografische Impressionen.

LG

Berny
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