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21

Sonntag, 25. Dezember 2011, 12:26

Teil 20:

Zwischenzeitlich hatte ich das Sportief wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt, weil es mir ganz gehörig gegen den Strich ging, ohne Tacho zu fahren. Trotzdem schmiedete ich gleichzeitig bereits neue Fahrradpläne; das Transportrad musste weg. Am 24.4.80 fuhr ich zu Ketzer & Frings und konfrontierte den Händler endlich mit dem Vorderrad-mit-Tachoantrieb-Einbau-Problem. Ich fiel aus allen Wolken, als der "Mechaniker" mir eröffnete, dass man das Vorderrad damals beim Umbau sehr wohl zu zweit eingebaut hatte. Anders ginge das ja gar nicht, weil ein Mann die Gabel auseinander drücken müsse, während der andere das Rad einsetze, erklärte er mir, als sei es das Normalste der Welt .

Ich fuhr wieder nach Hause und beriet die Sache mit meinem Vater, der natürlich meinte, dass so was Murks sei. Ich solle das Rad umtauschen, sagte er mir. Am 28.4. tauchte ich erneut beim Händler auf und erzwang einen Umtausch. Da das Rad logischerweise schon Gebrauchsspuren aufwies, einigten wir uns auf eine Inzahlungnahme, bei der beim Neukauf eines anderen Rades 248 Mark - der Kaufpreis hatte ja 318 Mark betragen - verrechnet werden sollten. Zu der Zeit konnte ich noch nicht ahnen, dass das (verglichen mit meinen späteren Motorradkäufen und Wiederverkäufen) einer meiner letzten richtig guten Deals sein sollte :lol:. Im Eifer des Gefechts hatte ich zwar versäumt, die originale Schaltung wieder einzubauen, und auch das schöne Nostalgie-Rücklicht, das ich damals in Holland für's Sportief gekauft und dann gegen das originale Plastikteil des Transportrades getauscht gehabt hatte, ließ ich dran, aber immerhin war ich diese Schindmähre los und blickte hoffnungsvoll in die Zukunft.

Bereits zwei Tage später nahm ich mein neues Gazelle-Juncker für 448 Mark in Empfang, legte also noch 200 Mark auf den Ladentisch. Es muss sich um ein kurz nach der Übernahme der Juncker-Werke durch Gazelle gebautes Exemplar gehandelt haben, so wie es vor dem Krieg auch NSU-Opel-Räder gegeben hatte, nachdem Opel von NSU geschluckt worden war. Qualitativ bewegte sich das Rad zwischen dem Sportief und dem Burgers, ich war soweit zufrieden. In diesem Zeitraum verkaufte ich das 26"-Damenrad, das ich damals praktisch gegen das MARS getauscht gehabt hatte (die 80 Mark-hin-und-her-Geschichte), für 10 Mark an Jogi (der sich während des Geburtstags-Zeitfahrens wegen des maladen Rücktritts so derbe mit der Zehnder auf die Fresse gelegt hatte). Mein Keller war deshalb nicht unbedingt leerer geworden, weil ich nämlich einem 50er-Jahre-NSU-Damenrad, das ein Klassenkamerad feilbot, nicht hatte widerstehen können.

In einem Mix aus Größenwahn und einer Anwandlung von "Mama-dein-Sohn-baut-dir-ein-Rad-auf-wie-du-es-einst-als-Mädchen-hattest" trug ich mich allen Ernstes mit dem Gedanken, dieses gnadenlos runtergerittene Rad zu R-E-S-T-A-U-R-I-E-R-E-N :lol:! Ich muss nicht erwähnen, dass ich nicht wusste, womit ich wo und wie überhaupt anfangen sollte - hatte keinen Plan von gar nichts. Krude Auswüchse der chaotischen Gedankenwelt eines schwer pubertierenden Fünfzehnjährigen. Der Schrotthaufen landete irgendwann auf dem Sperrmüll, ich habe das gar nicht zur Notiz genommen. Meine Clique, die LUNATICS, beanspruchten mehr und mehr Raum und Zeit in meinem Leben. Das Schuljahr und damit auch die Schulzeit neigten sich ihrem Ende zu. Ich
begann eine Ausbildung zum Schlosser, neue Freunde mit neuen Einflüssen tauchten auf. Meine Fahrradzeit war vorüber, da brauchte ich mir gar nichts vorzumachen.

Irgendwann eines Morgens auf dem Weg zur Schule schulterte ich das ausgebeinte Burgers und gab es beim örtlichen Schrotthändler ab. Da hintere Schutzblech hatte ich zum besseren Transport nach innen geknickt und bemerkte zu meinem großen Erstaunen, dass kein bisschen Lack abgeplatzt war. Der Lack schien aus Gummi zu sein. Am 27.5.1981, also über ein Jahr nach dem Kauf, fuhr ich zum letzten Mal mit dem Gazelle-Juncker und hatte in
dieser Zeit gerade mal 1.655km zurück gelegt. Am 2.9.81 verkaufte ich es einem Ex-Klassenkameraden für 250 Mark, schlug das Fahrtenbuch zu und
sollte es erst vierzehn Jahre später wieder öffnen. Das Sportief verkaufte ich meinem Vater für 300 Mark. Das muss man sich mal im Hirn zergehen lassen, denn da er es mir ja drei Jahre zuvor gekauft gehabt hatte, kaufte er es nun zum zweiten Mal ...

Gruise, Paule
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Radinger, stilleswasser

22

Sonntag, 25. Dezember 2011, 13:09

Nette Geschichte, da hast du dir ja verdammt viel Mühe gegeben! :)

Aber verrat mir eines: Hast du ein Gedächtnis wie ein Elefant oder wie viel Prozent der Geschichte entstammt deiner Phantasie? Ich kann mich ja kaum erinnern, welche Fahrräder ich seinerzeit hatte (ein oranges Bonanzarad (Polorad habe ich nie gehört) und ein dunkegrünes Klapprad waren darunter, aber es gab noch mehr. Ganz sicher weiß ich aber nicht mehr die Marken, geschweige denn die Marken der Bremsen, die Preise der Tachos oder wann ich wo wie was repariert hätte. Nach über 40 Jahren!

Egal, wie viel davon historisch belegt und wie viel Erfindung ist: Hat Spaß gemacht, es zu lesen!

23

Sonntag, 25. Dezember 2011, 14:52

Nette Geschichte, da hast du dir ja verdammt viel Mühe gegeben! :)

Aber verrat mir eines: Hast du ein Gedächtnis wie ein Elefant oder wie viel Prozent der Geschichte entstammt deiner Phantasie?
Dankeschööön, und es freut mich natürlich, wenn's gefallen hat :) .

Zu Deiner Frage: Erfunden ist an der Story gar nichts. Seit dem 3.7.78 habe ich ein Fahrtenbuch geführt, nur ist das erste leider - wie auch fast alle Schulzeugnisse, mit denen ich meinem ältesten Enkel heute so gerne Mut machen würde - in den Wirren einer Möbel-Zwischenlagerung während eines Umzuges meiner Schwester abhanden gekommen. Genau am 1.1.1980 begann ich in Form dieser kleinen Taschenkalender zusätzlich damit, etwas Tagebuch-Ähnliches zu führen; diese Büchlein beinhalten die Stationen des jeweilgen Tages, etwaige besondere Vorkommnisse und die eine oder andere kleine Statistik. Der Zeitraum davor wird durch Erinnerungen abgedeckt, die mir im Gedächtnis haften geblieben sind.

Und ich bin mir zu 99% sicher, dass das auch chronologisch den Tatsachen entspricht. Man darf nicht vergessen, dass sich, wenn ich mich einmal für eine Sache interessierte, wirklich alles darum drehte. Ich schaltete oft über große Zeiträume vollkommen ab und gab mich mit Leib & Seele meinem Hobby hin; in der Retrospektive trug mein Verhalten beinahe schon autistische Züge - wenn auch mit einer extrovertierten Note, weil ich ja jedem, der irgendwie mit mir zu tun hatte, überdeutlich zu verstehen gab, um was es mir in erster Linie ging. Und so ist es eigentlich nur logisch, dass sich viele Erlebnisse und Begebenheiten förmlich ins Langzeitgedächtnis eingebrannt haben müssen.

Gruise, Paule
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kylogos

unregistriert

24

Sonntag, 25. Dezember 2011, 15:56

Hallo Paule,

schöne Anekdoten! Mir selber geht es wie Radiger, ich erinnere mich nur nebulös (eigentlich nur an einen hellgrünen Halbrenner von "Clipper") dass da mal irgendwann irgendwas war.
Mit 15 bin ich dann aufs Mofa umgestiegen, und erst mit Ende 20 wieder mal - gelegentlich - aufs Rad. Ich habe mir dann zwar - voll der guten Vorsätze - 2003 mein Bergamont gekauft, aber es hat noch bis 2007 gedauert, bis es dann richtig genutzt wurde.

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stilleswasser

Casi2003

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25

Montag, 26. Dezember 2011, 23:13

An mein allerstes Rad, mit Stützrädern und so, kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Irgendwo bei meinen Eltern existiert noch ein altes Foto davon. Woran ich mich auf alle Fälle erinnere ist der kleine grüne Trettrecker, der Marke DEUTZ 8)

Von meinen Großeltern haben meine Schwester und ich dann jeweils ein Jugendrad bekommen. Wann das genau war, weiß ich aber nicht. Und die Marke weiß ich auch nicht mehr. Ich weiß nur noch das ich ein silbernes Jungenrad hatte, und meine Schwester ein blaues Mädchenrad. Beide mit der elendigen 3-Gang-Nabe, verchromte Schutzbleche, und dem UNION-Scheinwerfer, oder besser Funzel.

1987 oder 1988 hab ich dann mein gutes "Heidemann" bekommen, bezahlt zu 50% von meinem kargen Taschengeld, 25% meine Eltern, und 25% von meinen Großeltern. 800,-DM hat das damals im Werksverkauf gekostet. Es hatte eine 14-Gang Rennradschaltung von Shimano, welche, weiß ich nicht mehr. Aber das war zu damaliger Zeit ein richtig geiles Rad :thumbsup:

Da ich seit 1991 einen Führerschein habe, wurde zur selben Zeit das Radfahren praktisch eingestellt. Es folgte eine lange Fahrradlose Zeit, und da das "Heidemann" zwischenzeitlich verschrottet wurde, folgte erstmal nur Schrott.

1996 kaufte ich für 10,-DM das alte MTB (irgend so ein Baumarktteil) meinem Bruder ab. Wenn ich 100km damit gefahren bin, war das viel. Ich hab es dann einem Nachbarn geschenkt, als meine Exfrau und ich uns 2001 getrennt hatten.

Dann folgte mein "toller" vollgefederter Baumarkttrekker, etwa 2002. Diese Krücke hab ich bis 2006 gefahren. Aber wenn es 500km waren, waren es viel.

2006 kaufte ich dann mein Giant X-Sport 4.0, welches ich jetzt "verkauft" habe. 2008 wurde der Baumarkttrekker geklaut.

2010 kaufte ich dann mein "Wildschwein", und die "schwarze Sau", mein bestes Rad bisher :love:

Ende 2010 kaufte ich auch mein 1. Rennrad, welches ich jetzt verkauft habe, um mir mein "Rennschwein" zu gönnen.
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26

Dienstag, 27. Dezember 2011, 10:32

Aaah, Casi, Du hattest ein HWE => Heidemann-Werke Einbeck. Diese Stadt ist ja nicht nur für ihr Einbecker Ur-/Maibock bekannt (mit dem ich mich in den 80ern schon mal abgeschossen habe), sondern ich meine, dass auch das erste deutsche Versandhaus "August Stukenbrok" dort stand. Die Stukenbrok-Kataloge gibt's heute noch als Reprint, und es sind auch sehr schöne Fahrräder im Angebot. Gut möglich, dass die Heidemann-Werke daraus hervorgegangen sind...

Gruise, Paule
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27

Dienstag, 27. Dezember 2011, 23:42

Hier klinke ich mich mal ein: meine Kinder- und Jugendfahrräder fuhr ich in einer Gemeinde namens Schloss-Holte Stukenbrock (wo der Gründer des ersten Versandhauses vermutlich auch seine Wurzeln hat). Zuerst ein orangefarbenes Kinderrad, das von Kind zu Kind weitergereicht wurde. Dann ein gebrauchtes Klapprad, wenn ich mich recht entsinne, ebenfalls in orange. Irgendwann - 1976 oder 1977 - gab es zu Weihnachten ein neues Göricke-Rad ohne Gangschaltung mit dunkelgrünem Metallic-Lack. Das hat mich bis in die Oberstufe begleitet - ich habe damit gemeinsam mit drei Freundinnen eine Radtour nach Münster zurückgelegt - immerhin 80 km pro Weg. An einem Tag hin, 4 Tage Aufenthalt und an einem Tag wieder zurück, den Großteil an einer Bundesstraße entlang, auf dem Rückweg sogar bei Schneeregen.
Mit 17 oder 18 Jahren habe ich es einem klammen Kumpel vermacht und mir von meinem durch Nachhilfestunden verdienten Geld ein Tchibo-Rad des Herstellers Prophete für 199 DM gekauft.
Auch damit unternahm ich eine Radtour - diesmal durch Norddeutschland - ich hatte ständig Reifenpannen, und die Keilkurbel eierte munter vor sich hin, bis ein hilfsbereiter Bauer den Keil mit einem sanften Hammerschlag ins Jenseits beförderte. Noch im selben Jahr wurde das Rad auf einer Dorfkirmes gestohlen. Dann fuhr ich eine Weile ein uraltes, aber sehr leichtläufiges Miele-Rad, das jemand auf unserem Grundstück entsorgt hatte. Kurz vor dem Abi kaufte ich mir ein gebrauchtes Batavus Flying Dutchman für 189 DM - wieder ohne Gangschaltung. Es hielt mir ca. 10 Jahre die Treue und wurde mir am Tag der Heimkehr von einer Radtour (Mecklenburgische Seenplatte) gestohlen. Ein Bekannter schenkte mir ein namenloses Rad mit 5-Gang-Kettenschaltung, das ich fortan für kurze Alltagsstrecken in Bielefeld und später in Berlin nutzte. In Dublin kaufte ich mir Ende 2000 ein gebrauchtes Mountainbike für 80 irische Pfund, das mir leider wenige Wochen später geklaut wurde.
Wieder in Berlin, im Jahr 2003, erwarb ich ein gebrauchtes Mifa-Eingangrad für 20 Euro - vermutlich kurz vor oder nach der Wende hergestellt. Das hat bis 2010 erstaunlich gut durchgehalten. Als mein Fahrpensum anstieg, kaufte ich mir meinen ersten Tacho (bei "Plus"). Ich kam bei günstiger Witterung auf 3.500 Kilometer im Jahr.
Letztes Jahr im April kaufte ich mir das Diamant Beryll Sport. Damit bin ich richtig auf den Geschmack gekommen: Der Bock hat jetzt schon 12.731 km hinter sich. Deshalb habe ich mir dieses Jahr im Herbst den Luxus erlaubt, noch ein sportliches Rad dazu zu kaufen - das Surly Cross Check (s. Avatar). Es hat jetzt 2.131 km zurückgelegt.

Übrigens habe ich zwar parallel zum Abi die Führerscheinprüfung abgelegt, aber nie ein eigenes Auto besessen. In meinen ersten Berliner Jahren hatte ich allerdings eine Umweltkarte und habe mir erst später angewöhnt, fast alles mit dem Fahrrad zu erledigen.
Die "kleinen Fluchten" aus Berlin heraus mit einem guten Fahrrad sind ein echter Gewinn an Lebensqualität:-)

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Casi2003, NMG, stilleswasser

28

Mittwoch, 28. Dezember 2011, 21:11

Aha, also noch jemand, der sich ziemlich detailliert an seine Rad-Vergangenheit erinnert :) . Ich hab' übrigens mal danach gegoogelt: August Stukenbrok trieb sein Unwesen tatsächlich in Einbeck und hatte nichts mit dem Schloss zu tun.

Gruise, Paule
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29

Mittwoch, 28. Dezember 2011, 21:37

Paule, Einbeck ist für mich inzwischen Geschichte.

Gut, ich bin dort aufgewachsen, hab dort gewohnt und gearbeitet, und ein Einbecker Fahrrad gefahren. Meinen ersten Vollrausch hatte ich mit Einbecker Pilsner, und ich hab dort gute wie schlechte Zeiten erlebt.

Allerdings lebe ich jetzt seit fast 9 Jahren in Braunschweig, ich fühle mich hier wohl, und ja, wenn mich jemand fragt, dann sage ich mit stolz in der Brust: Ich bin Braunschweiger!!!!

Tut das jetzt was zur Sache hier? Was wollte ich eigentlich??? Ach egal....
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30

Donnerstag, 29. Dezember 2011, 01:05


1., Tut das jetzt was zur Sache hier?
2., Was wollte ich eigentlich??? Ach egal....


Zu 1., : Keine Ahnung :crazy:
Zu 2., Du wolltest doch sicher nur Deine velographie schildern.

zu 2., will ich jetzt auch mal als kurzen Umriss machen:

Ich bin aufgewachsen in einer Stadt, in der ich schon lange nicht mehr wohne und auch nicht mehr hin will. Dort ist es sehr hügelig, es heißt, diese Stadt wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut.
Manche Steigungen sind den Fußgängern mit Treppen zur Erleichterung des Anstiegs ausgestattet.

Ich war dort als kleiner Pimpf und hatte nie den Anlass, das Radeln zu erlernen, aber dennoch sprang ich über meinen Schatten und lernte das Fahren eines Zweirades; dies aber erst nach der Grundschule.
Dies hat den Effekt, dass ich die Fahrradprüfung zwar fehlerfrei, aber nur in der Theorie mitmachte.
Daher habe ich tatsächlich nicht nur keinen Autoführereschein, den ich nie machte nein ich habe nicht mal den "Fahrradführerschein". :whistling:

Wie auch immer, mein erstes Fahrzeug war das alte Klapprad meines Bruders, auf dem ich nur ab und an meine Runden drehte, die Hänge schob ich es auch ohne Gefühl der Schande aufwärts dem Hang entgegen.
Da die Wege entweder mit Bus oder zu Fuß bewältigt wurden, war das auch kein Problem, ein Fahrrad zu besitzen, das kaum Auslauf bekam.

Später zog ich dann um in ländliche Gegend, auch dort war es hügelig, aber egal, ich bekam ein zeitgemäßes BMX, das dann doch häufiger gefahren wurde, auch mal schön bergab in die Kurve gelegt, die leider mit frischem Rollsplit ausgelegt war. Seit dieser Kurve habe ich keine Pockenimpfnarbe mehr und der Hausarzt durfte mir zeigen, was eine Pinzette im Handballen anstellen kann; die Haut hatte sich erst nach ca. 20 Jahren wieder getraut unterhalb des Ellenbogens neue Sommersprossen sprießen zu lassen.

Gut, neuer Wohnort, neue Räder.
In Karlsruhe angelangt, eine Stadt flachesten Grundes, hatte ich aus dem Bestand einer Studentenwohnstätte, wo die Räder nach Wegzug der Studenten herumstanden und nie mehr beachtet wurden, ein olles Hollandrad mit Damenrahmen und mitohne Schaltung ergattern können. Dieses stand schon erkennbar sehr lange rum, die Reifen waren noch intakt und so hatte ich ein Fahrrad, welches mich treu zur Schule und auch sonstwohin brachte.
Ich stattete es mit einem, wie ich ihn damals nannte, Hirschhornlenker aus, später noch mit Straßenbahnschienen kompatiblen Ballonreifen und hatte damit das erste Fahrzeug, dessen Verlust ich heute noch bedauere.
Es wurde Opfer einer Polizeikontrolle, ab der ich dieses Fahrrad nicht mehr gesehen habe.
Da ich in dieser Kontrolle nicht nachweisen konnte, dass es mir gehört, war ich es sofort los vielmehr erzählte ich unschuldssicher, wo ich es her hatte, was den Herren aber nicht als unschuldsfrei galt.
Da ich ein gefundenes Fahrrad fuhr, war ich schuldig im Sinne einer Fundunterschlagung und durfte deswegen vor das Jugendgericht, begleitet von dem Vertreter der Jugendgerichtshilfe und wurde zu 10 Sozialstunden verurteilt. :crazy:

Was folgte, waren viele verschiedene Fahrräder teils guten, teils erbärmlichen Zustandes.
Glanzstücke waren eines von Peugeot, ein Renner mit Schlauchreifen und miserabelsten Bremsen, welches mir erst dann bewusst wurde, als ich das Fahrzeug bei einer Anfrage aus dem fahrenden Auto der Polizei zum Halten brachte, indem ich die Füße auf dem boden zur Hilfe nahm. 8|
Ein weiteres, Marke unbekannt, hatte eine Dreigang Kettenschaltung mit einem sehr faszinierenden Schaltwerk, welches, soweit ich mich erinnere an der Strebe befestigt war.

insgesamt hatte ich in zwei Jahren 17 Fahrräder, wovon ich sechzehn unrechtmäßig, eines rechtmäßig verloren hatte. :dash:
Irgendwo kam wieder eines her.

Dann kam das Angebot eines Freundes, der in eine entfernte Großstadt wegzog.
Er sagte sich, dort wird sein Fahrrad eh geklaut, also verkaufte mir sein Cannondale, eines derer, die sich mit diesem unglaublich dicken Unterrohr zeigten.
Ich kaufte es ihm zu sehr, sehr guten Preis ab , fuhr es und passte es im Laufe unserer Partnerschafft nach und nach und immer mehr meinem Leib und dessen Bewegungs- und Haltungsmuster an.
Es dauerte eineinhalb Jahre, da hatte ich einen viel zu kleinen Rahmen mit gewachsenen An- und v.a. Umbauten an mich angepasst.
es flutschte, ein Winzrahmen unter einem eher großem Fahrer. Es flutschte sogar richtig gut. es war eine Freude, damit zu fahren; es war eine Freude, ein MTB zu einem Straßenfahrzeug umgebaut zu haben und mit Genuss zu fahren.
Nur dann kamen die, die mit den weißen Transportern ohne fenster durch die Straßen ziehen :fie: .
Ab diesem Abend, hatte ich kein Fahrrad.

Es folgte das Prophete, schwarzer Rahmen, keine Federung, mir war klar, dass ich bei der Anschaffung auf low-Budget Ebene auf Low-Tech achten soll.
Dies Fahrrzeug begleitete mich über 25.000km, bis mir das Innenlager verreckte. Die Achse des Lagers war gebrochen und ich hatte keine Chance, das Gemürbe herauszubekommen. Dies war das Ende eines Discounterrades und er Beginn eines neuen Hobels.

Überbrückt wurde diese Schreckensphase mit einem Peugeot aus der Bucht und sogar aus der Nachbarschaft zu günstigem Preis.

Als ich dann in der E-Bucht einen Raleigh Rahmen aus 4130er Stahl zu einem supergünstigen Preis erstehen konnte, hatte ich die Grundlage zu meinem jetzigen Wegbegleiter gefunden.
Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden....
Gruß, rogger
------------------------------------
Moderator 2radforum.de


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Casi2003, NMG, stilleswasser

31

Freitag, 30. Dezember 2011, 01:50

Na, dann will ich auch mal ...

Ich wurde auf einem Berg groß, unser Haus war das fast höchste auf dem Berg, etwa 100 Höhenmeter über dem Gymnasium unten im Tal.

Das kümmerte mich in meinen ersten 10 Lebensjahren allerdings nicht, denn die Grundschule war viel näher und dorthin durfte man sowieso nicht mit dem Rad.

Das erste Rad, an das ich mich einigermaßen erinnere, war ein oranges Klapprad. Damals war ich so ca. 8 Jahre alt. Ich hatte ganz sicher auch bereits davor mindestens eines gehabt, denn Radfahren lernte ich mit 5 Jahren und Stützrädern an irgendeinem Kinderrad, das später mein Bruder bekam.

Aus irgendeinem Grund kauften meine Eltern eines Tages in einem Großmarkt, in dem sie sonst vor allem Lebensmittel kauften, zwei identische Damenräder, 26 oder 28 Zoll, dunkelgrün lackiert, mit Dreigangschaltung. Von denen bekam ich eines. Ob sie der Meinung waren, dass mir das Klapprad zu klein geworden sei, oder ob es kaputt war, weiß ich nicht mehr. Ich kann mich schwach an einen Rahmenbruch am Klappgelenk erinnern, aber ob es an meinem Rad zu meiner aktiven zeit damit geschah?

Damals war ich etwa 10 oder 11. Mit dem Damenrad fuhr ich irgendwann ab der 6. oder 7. Klasse auch zur Schule ins Tal, denn damals wurde die Entfernungsgrenze, ab der man ein kostenloses Busticket bekam, erweitert, und plötzlich lag unser Haus 200 Meter zu nah an der Schule. Das war morgens immer eine klasse Sache, wenn man den 14 % steilen Berg hinuntersausen durfte, mittags fand ich das dann weniger gut. Ein Rad, mit dem man solche Berge hätte hochfahren können, gab es damals noch nicht.

Sehr alt wurde das grüne Damenrad nicht, denn etwa mit 13 Jahren fuhr ich einen icht weit entfernten Berg etwas zu schnell hinunter. Diesem Übermut verdankte ich drei Tage Krankenhaus, eine besorgte Mutter, einen stinksauren Vater, der den Schaden am gegnerischen Auto bezahlen musste, und das baugleiche Damenrad, das bislang meine Mutter gefahren hatte, und von dem ich feststellte, dass es ich viel besser fuhr als mein altes, obwohl es doch baugleich war. Ich lernte daraus, dass man doch ein bisschen drauf achten sollte, wie man mit Fahrrädern umgeht. Meine Mutter war auch nicht unzufrieden, denn sie kaufte sich damals ein silbernes Kettler-Alurad - ein Zufallskauf bei einem Autozubehörhändler, der dies als Revolution der Radfahrtechnik anpries. Aluräder kamen da gerade auf und waren hochinnovativ. Wenigstens sagte uns das der Verkäufer.

Aber auch das besser gepflegte grüne Damenrad meiner Mutter war nicht ganz die Erfüllung der Träume eines pubertierenden Jungen. Ich wollte ein Rennrad! So nannten wir das damals. Heute weiß ich, dass eine Zehngangschaltung und ein Rennlenker aus einem vollausgestatteten Rad noch kein Rennrad machen, aber ich brauchte und wollte ja Gepäckträger, Schutzbleche und Beleuchtung. Und ich wollte ein richtiges Rad, nichts von Karstadt oder dem Großmarkt oder einem Autozubehörhändler, wo bislang all unsere Räder herstammten.

So betrat ich im Alter von 14 Jahren mit dem Konfirmationsgeld in der Tasche zum ersten Mal in meinem Leben einen richtigen Fahrradladen!

Eine große Wahl hatte ich nicht, denn es war der einzige Fahrradladen am Ort, aber es war einer, dem ich heute noch nachtrauere. Der Laden war in einem Wohngebiet in einem ganz normalen Wohnhaus, bei dem man das Erdgeschoss in Verkuafsräume umegbaut hatte. In der Garage war die Werkstatt. Der Besitzer und seiner Frau waren damals schon über 70 Jahre alt, aber mit Herz und Seele und Leidenschaft dabei. Ein total netter Kerl mit einer Riesenknollennase, wirklich die dickste Nase, die ich je im Leben gesehen hatte, der armen Schülern die Reparaturen häufig umsonst machte und auch das Material nicht selten zum Sonderpreis überließ, was ja damals eigentlich sogar noch verboten war. In der Garage war immer etwas los. Massenweise Radler waren dort, vor der Garage standen Bierbänke, und viele kamen laufend dorthin, obwohl es gar nichts zu reparieren gab, sondern nur, um sich mit anderen auszutauschen.

Die Erwachsenen dort vor der Garage hatten alle "richtige" Rennräder, auf die ich total neidisch war, aber ich war vernünftig genug, so etwas nicht in Erwägung zu ziehen. Stattdessen suchte ich mir aus all den Rädern, die dort dicht an dicht in dessen ehemaligem Wohnzimmer standen, ein Bianchi-Rad aus. Stahlrahmen, aber schon Alufelgen, Zehngangschaltung, Gepäckträger, Beleuchtung, Schutzbleche. Und vor allem mit diesen Bremsen, die man in beiden Griffvarianten (oben und unten) bedienen kann.
Silber mit blauem Bianchi-Schriftzug. Ich hätte ja liebend gerne eines in diesem ganz besonderen Bianchi-türkisgrün gehabt, aber das waren halt die echten Rennräder. 650 DM, wenn ich mich recht erinnere. Dazu einen Sigma-Fahrradcomputer, eine echte Novität zu der Zeit. Endlich wusste ich, wie schnell ich jeden Morgen zur Schule fuhr: 65 km/h! Wenn ich es ganz besonders drauf anlegte und richtig Gas gab, auch knapp 70! Und das in einer geschlossenen Ortschaft ...

Das Bianchi fuhr ich viele Jahre lang, zur Schule, zu Freunden, im Urlaub, auf Radtouren, später jeden Tag zur Bundeswehr. Irgendwann mit 21 zog ich weg zum Studieren, und da ich sowohl am Studienort als auch im Elternhaus ein Rad haben wollte, außerdem eine mehrwöchige Radreise plante und das Bianchi auch langsam die vielen km nicht mehr leugnen konnte, kaufte ich mir im selben Laden ein sehr ähnliches Rad von Staiger. Wieder silber, mit lila und dunkelrosa Applikationen und vor allem Vorderradgepäckträger. 18 Gänge, wenn ich mich recht erinnere.

Damit machte ich nicht nur meine Radreisen, sondern fuhr damit am Studienort, eine Millionenstadt, auch sieben Jahre lang zur Uni, 15 km am Tag, plus natürlich zum Einkaufen, zu Freunden usw. Ein Auto hatte ich nicht und wollte ich nicht.

Dann änderte sich mein Leben radikal. Ich hatte mein Studium beendet, fing an zu arbeiten, zog dafür weit weg, heiratete, bekam ein Kind, kaufte ein Auto. Ich war beruflich viel unterwegs, mit Bahn, Flugzeug, Auto. Mein Staiger, dass ich viele viele Jahre lang täglich intensiv genutzt hatte, stand im Keller und verstaubte. Irgendwann, als ich doch mal Radfahren wollte am Wochenende, stellte ich fest, dass es völlig fahruntüchtig geworden war. Völlig marode Reifen, verrostete Kette und Schaltung, Bremsen kaputt, Achten in beiden Laufrädern usw. Ich ging zum Fahrradhändler, und nach dem er mir seine Kostenschätzung gesagt hatte, verkaufte ich es für wenig Geld auf dem Flohmarkt. Dem Bianchi in der Garage meiner Eltern ging es nicht besser, irgendwann begann mein Vater, es für seine Zwecke auszuschlachten.

Während ich noch über eine Neuanschaffung nachdachte, erbte ich erst mal als Notlösung ein Giant-MTB von meinem Schwiegervater. Weiß-rot. Viel zu klein für mich. Und damals schon 15 Jahre alt, völlig verschlissene Kettenblätter und Ritzel. Aber es fuhr erst mal und reichte für die gelegentlichen Kurztouren mit den älter werdenden Kindern.

Nichts hält länger als ein Provisorium, ich unternahm mehrere Anläufe, mir ein neues Rad zu kaufen, konnte mich aber nie entscheiden.

Nun, im Sommer, gab es dann eine berufliche Veränderung. Ich muss kaum noch reisen, ein neuer Arbeitgeber, der "nur" 10 km entfernt liegt, von denen etwa 6 bis 7 km Wald und kleine Nebenstraßen sind. Endlich mit dem Rad zur Arbeit! Davon hatte ich lange geträumt. Und ich habe endlich zugeschlagen, mit der Aussicht auf tägliche 20 km mindestens sogar mehr, als ich je gedacht hätte. Mein Radon TCS Rohloff hat mir eröffnet, was den Unterschied zwischen einem guten und einem billigen Rad ausmacht. Ich weiß nicht, ob mir Radfahren jemals so viel Spaß gemacht hat!

Mal sehen, wie meine Geschichte weitergeht. Bislang ist mir noch nie ein Rad geklaut worden; ob das bei einem 1600-€-Rad so bleibt? Aber ich bin guter Dinge!

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NMG, rogger, stilleswasser

32

Freitag, 30. Dezember 2011, 13:31

Na, Uwe,

klappt ja doch noch ganz gut mit der Erinnerung, was ;) ...?! Und liest sich auch sehr schön.

Gruise, Paule
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33

Freitag, 30. Dezember 2011, 19:55

Na, Uwe,

klappt ja doch noch ganz gut mit der Erinnerung, was ;) ...?! Und liest sich auch sehr schön.

Gruise, Paule
Tja, das sind aber so ziemlich meine kompletten Erinnerungen zum Thema Fahrrad - und sie umfassen nur etwa ein Zehntel deiner Ausführungen. :) Aber ich habe ja auch kein Tagebuch.

34

Sonntag, 8. Januar 2012, 22:23

Ich bin aufgewachsen in einer Stadt, in der ich schon lange nicht mehr wohne und auch nicht mehr hin will. Dort ist es sehr hügelig, es heißt, diese Stadt wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut.
Manche Steigungen sind den Fußgängern mit Treppen zur Erleichterung des Anstiegs ausgestattet.


Lissabon? :hmm:

Wie auch immer, ich hab den Thread jetzt erst entdeckt, will aber nun auch mal in der Erinnerung kramen:

Die beginnt bei mir nicht mit einem Kinderrad, sondern mit einem Kindersitz, an den ich mich seeeehr dunkel erinnern kann, und der auf Vaters Fahrrad montiert werden konnte. Hersteller und weitere Details sind mir nicht mehr präsent, ich bitte um Nachsicht ;) Jedenfalls ging es damit schon recht früh am Wochenende ins Grüne. Meine Eltern waren wegen mir etwas weiter in die Stadt gezogen, die alte Heimat war gelegentliches Ziel eines Besuchs.

Doch der Kurze sollte ja auch selbst fahren lernen, und so bekam ich irgendwann ein Kinderrad. Dabei handelte es sich um ein silbernes Rädchen der Neukirchen-Vluyner Marke Columbus, komplett mit Dynamo und Licht. Geschenkt bekam ich es von meinen Großeltern, die auf eben diese Details schon bei dem Minirad Wert legten. Natürlich gehörten erstmal auch Stützräder dazu, die allerdings zu gewissen Problemen führten, denn wir waren inzwischen wieder umgezogen und wohnten fortan in einem Neubaugebiet, in dem es noch keine befestigten Straßen gab. Also baute ich regelmäßig versehentlich ein stationäres Trainingsgerät, in dem ich so über ein Schlagloch der Schotterpiste geriet, dass die Stützräder prima Halt gaben und das Hinterrad fröhlich über dem Loch kreisen konnte. Das Rad war übrigens nicht nur mit Licht ausgestattet, sondern sogar mit Packtaschen, die allerdings irgendwann in der Garage von Ratten oder Mäusen angefressen wurden. Früh übt sich ;)

Irgendwann lernte ich natürlich auch ohne Stützräder zu fahren - und legte mich natürlich aufs Fressbrett, als mir erstmals bewusst wurde, dass keiner mehr festhielt. Bei einem Urlaub in Holland bekam das Rad dann auch noch einen mechanischen Tacho, der mich noch mindestens zwei weitere Räder lang begleiten sollte, und zu dem man bei veränderter Radgröße immer eine andere Welle kaufen musste, damit die Anzeige stimmte. Das Ding habe ich geliebt, ich bin Runde um Runde vor dem (auch: Ferien-)Haus meiner Eltern oder Großeltern gefahren, nur um "Kilometer drauf zu kriegen". Und rückblickend betrachtet hat das polierte Rundinstrument mit der roten Tachonadel auch mehr hergemacht als die Digitalsigmas danach.

An dem Punkt stockt meine Erinnerung an die Fahrrad-Geschichte ein bisschen, denn vielleicht gab es noch ein dem ersten ganz ähnliches Rad - vielleicht war aber schon das nächste Rad jenes, das meine Großeltern noch in der Garage hatten, und das für mich renoviert wurde, als ich groß genug dafür wurde. Es war ein 22-Zoll-Rad, ich möchte mich erinnern, dass es mal meiner Mutter gehört hatte, aber andererseits scheint mir das nicht sehr realistisch zu sein. Jedenfalls wurde es irgendwann von allen Anbauteilen befreit, in Opas Garage an die Decke gehängt und silbern sprühlackiert. (Wieder) Silbern war Wunschfarbe, irgendwie voll mein Ding zu der Zeit.

Spätestens damit, vielleicht aber auch mit dem möglichen "Zwischen"rad machte ich dann auch meine erste "längeren" Radtouren mit der Familie.

Der nächste Schritt wurde durch einen Besuch meiner Eltern bei Kegelfreunden eingeleitet: Bei der Rückkehr hatten sie zwei von deren Kindern ausgemusterte 24-Zoll-Räder auf dem Dach. Einen klapprigen 3-Gang-Torpedo-Langweiler und ein realistisch betrachtet ebenso klappriges 5-Gang-"Rennrad", wie es so viele hier in 26 oder 28 Zoll gefahren haben. Während das 3-Gang-Gerät eine Weile als Teileträger diente und irgendwann entsorgt wurde, war dieser "Renner" voll mein Ding, obwohl er so gar nicht der einsetzenden MTB-Mode entsprach. Das Rad war - Überraschung - silbermetallic lackiert und hatte trotz des Rennlenkers Griffe statt Lenkerband, viel mehr ist zu den technischen Daten nicht hängen geblieben. Mit dem Rad unternahm ich die erste Tour, bei der mir die Tagesstrecke noch in Erinnerung ist: 80 Kilometer fuhr ich mit meinem Vater im Hollandurlaub von Schouwen-Duiveland nach Walcheren und zurück :pump:

An diesem Rad müsste mein mechanischer Tacho sein Ende erlebt haben, ersetzt wurde er durch einen digitalen Sigma mit allerlei Schnickschnack.

Auch wenn ich mit dem 24er "Rennrad" viel Spaß hatte, war es schon ziemlich bastelintensiv, und außerdem wurde es irgendwann auch langsam zu klein. Das nächste Rad sollte dann ein neues sein, und wieder widerstand ich dem Trend zum MTB und wollte stattdessen ein "Rennrad" mit Alltagsausstattung. Da die aber inzwischen völlig aus der Mode waren, waren meine Eltern sehr erleichtert, ein solches bei einem örtlichen Küchen/Elektro/Fahrradmischladen gefunden zu haben. Das war zwar blau-weiß und nicht silber lackiert, sollte aber in einer akzeptablen Farbe lieferbar sein. Alles war super, bis sich bei einer Probefahrt herausstellte, dass ich einfach noch nicht groß genug war. So wurde der Plan auf den nächsten Geburtstag verschoben, wobei meine Eltern wohl insgeheim hofften, dass ich bis dahin dem Mainstream anheim fallen und die Radsuche so vereinfachen würde...

... woraus aber nix wurde, denn ein Jahr später hatte sich an meinen Wünschen genau gar nix geändert, und so wurden wir schließlich im gleichen Laden wieder vorstellig. In dem es - welch unglaubliche Überraschung - noch das gleiche (oder wohl eher das selbe) Rad zu kaufen gab wie im Vorjahr. Leider diesmal als Auslaufmodell und nur noch in weiß-blau :( Egal, das wurde es, und so war ich als einziger Schüler eines 1500-Schüler-Schulzentrums mit Rennlenker unterwegs :rolleyes: Vorteil für meine Eltern dürfte gewesen sein, dass die Kiste bestimmt nicht mehr sonderlich teuer verkauft wurde... Irgendwann in der Zeit habe ich auch mal ein Fahrtenbuch geführt, dieses aber 1. nicht so lange durchgehalten wie Paule und 2. später offensichtlich verschlampt. Geholfen hat dabei jedenfalls der vom ersten "Renner" übernommene Sigma mit den blauen und roten Tasten.

Leider erwies sich mein neuer 26-Zoll-"Renner", diesmal mit 6-fach Schaltung und Rahmenschalthebel (indexiert!), als nicht viel weniger bastelintensiv als sein Vorgänger. Dabei waren nun keine Riesensachen defekt, aber vor allem Licht, Bremsen und Schaltung schrien regelmäßig nach Reparatur oder Improvisation. Gleichzeitig wurde mir die Heizerei, der ich mit dem Pseudorenner lange ziemlich planlos frönte, immer weniger wichtig, je mehr ich auf eigene Faust auf Tagestouren gehen konnte.

So wuchs schließlich der Wunsch nach etwas robustem, und mit dem Adjektiv robust verband sich in unserer Familie immer das Wort Gazelle. So trug ich im Frühjahr 2001 schließlich die über einige Schulferien hinweg erworbenen Einnahmen aus einem Aushilfsjob zum lokalen Gazellehändler und erwarb ein Gazelle Riacho "Hybridrad" - so nannte Gazelle damals seine Trekkingräder. Die ganz große Ahnung von Fahrradtechnik hatte ich damals auch noch nicht, und so hatte das Rad die extrem komfortabel zu schaltende, aber insgesamt etwas exotische und mittelmäßig bremsende Nexave-Gruppe von Shimano (das mit dem Bremsen merkte ich freilich erst viel später, denn im Vergleich zu meinem Auslauf-Renner war das schon prima!). Achja, und Alurahmen, denn Alurahmen waren die Zukunft (oder so ;) ). Abgeholt habe ich das Rad am 13. Mai 2001, inkl. des bisher unkaputtbaren Sigma 1200 Tachos mit der "Zweitradfunktion", die ich seit 2011 auch tatsächlich nutze.

... und an dieser Stelle soll diese Geschichte erstmal zu Ende sein, denn diese Gazelle kennen einige von euch ja auch in echt (auch wenn inzwischen nicht mehr so ganz viel daran dem Originalzustand entspricht).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Goradzilla« (13. Januar 2012, 06:22)


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Sonntag, 15. Januar 2012, 18:28

goradzillas fahrraderinnerungen haben gerade eine sehr merkwürdige, äußerst unangenehme und bis jetzt erfolgreich verdrängte erinnerung in mir hervorgezaubert. jetzt wo sie durch meinen kopf schwirrt, betrachte ich sie in einer ganz sentimentalen stimmung und habe mir auf youtube auch sogleich ein paar passende lieder dazu ausgesucht .. :S .

es geht auch um einen fahrradsitz und die strecken, die ich mit meiner mutter zurückgelegt habe, wenn sie mich darin irgendwohin mitnahm. ich weiß gar nicht genau, wie der sitz montiert war, aber es war eine holz/korb konstruktion in die man hineingehoben werden musste, wie in eine kinderschaukel. war vielleicht im lenker eingehängt .. meine winzigkeit thronte auf jeden fall am vorderen ende des rades. irgendwann fuhren wir durch 'das' gässchen entlang des sportplatzes und wie immer, war ich sehr neugierig und unruhig und hibbelte ganz ungeduldig in dem sitz hin und her. die fußrasten, die am rad, aber wohl nicht an der Gabel (ja wo denn dann?) montiert waren, machten eh nur sehr selten bekanntschaft mit meinen füßen, so dass selbst meine mutter, die im mich ermahnen äußerst geübt und auch sehr resolut gewesen ist, schon kurz nach fahrtantritt aufgehört hatte, mich davon zu überzeugen, meine füßchen doch bitte endlich da drauf zu setzen.

wie ich es dann angestellt hatte, weiß ich selber nicht mehr genau, aber irgendwie ist dann mein fuß während der fahrt zwischen Gabel und Speichen geraten, was mich augenblicklich zu lautem schreien veranlasste und meine mutter zu unverzüglichem anhalten. sie konnte das rad jetzt nicht so gut ausbalancieren, absteigen und sich um mich kümmern. in meiner erinnerung war alles zuerst mal eine ganze weile in der schräge fixiert und meine mutter kniete wohl, den rahmen auf ihren knien ruhend. ich schrie wie am spieß aber jeder versuch, den fuß wieder zu befreien war vollkommen zwecklos. er war binnen weniger sekunden dick angeschwollen und hoffnungslos eingeklemmt.

um mich mit dem rad noch irgendwie bewegen zu können hätte es getragen werden müssen, was für meine mutter überhaupt nicht möglich war. dafür war sie auch schon zu aufgeregt .. ob es schließlich ein zufällig durchs gässchen gehender passant, ein anwohner, der durch mein ununterbrochenes schreien angelockt worden ist oder der im sportheim wohnende platzwart , der uns später nie auf dem rasenplatz spielen ließ, war, der meiner mutter zu hilfe eilte, weiß ich nicht. zumindest stand das rad mit tatkräftiger unterstützung wieder aufrecht und es waren auch endlich hände frei, um das malheur trostspendend zu betasten. damit mein fuß letztlich befreit werden konnte, musste der vorderreifen ausgebaut werden und es dauerte noch eine ganze weile, bis passendes werkzeug beigeschafft werden konnte. jemand hat dann das rad hinter meiner mutter hergeschoben und sie hat mich nach hause getragen. es war zum glück nichts gebrochen und gab auch keine abschürfungen die bleibende spuren hinterlassen haben. fahrradfahren ohne stützräder habe ich dann mit sechs jahren auf einem roten kinderrad gelernt. als ich das erste mal draufgestiegen bin, hatte ich keine berührungsängste und der vorfall im gässchen war bereits so bedeutungslos, dass er aus meinem kopf schon so gut wie vollständig verschwunden war ..
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Sonntag, 15. Januar 2012, 18:42

Ja, die "Mama-Taxis" sahen damals noch 'n bisschen anders aus. Meine Mutter fuhr meine Schwester und mich auch mit dem Rad zum Kindergarten. Vorne auf/in dem Traktorsitz, der am Rahmen befestigt gewesen ist, saß meine Schwester, auf dem Gepäckträger - die Füße auf den Fußrästchen am Hinterbau - saß ich. Oft hingen noch die Einkaufstaschen am Lenker; ich habe meine Mutter damals als einen Übermenschen gesehen :D .

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Sonntag, 15. Januar 2012, 19:11

merkwürdigerweise hatte ich auch so einen traktorsitz in erinnerung. 'ne ausgestanzte aluschale mit löchern - 'n bisschen so wie vom stahlhelm zum teesieb. der sitzkorb an den ich mich zu erinnern glaube hatte nämlich die schächte für die beine schon angebaut und deswegen gab's da kaum bewegungsfreiheit. aber 'mein' übermensch hat mir glaubhaft versichert, der schalensitz hätte sich am rad meines opas befunden (ich bringe ihn auch untrennbar mit einem schwarzen rahmen in verbindung, also ist das plausibel) nur mit der anbringung der fußrasten komme ich überhaupt nicht mehr klar. da habe ich nur einen ton, aber kein bild :D .

dafür aber hier bewegte bilder, die einige erinnerungen an jugendräder wieder aufleben lassen dürften (vor allem bei den vielen münchnern :D ):

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Sonntag, 15. Januar 2012, 20:48

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Ja Herrschaftszeitn, woas für a Sprach is'n des?! :pardon:

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Freitag, 12. Oktober 2012, 17:34

Das Radfahren an sich..?

Moin Forum,

als kleiner Steppke wurde mir das erste "richtige" Fahrrad von meinem Opa geschenkt. Weihnachten in den frühen 1960er Jahren, ein Rad für kleine Jungs.

Jahre später, ebenfalls an Weihnachten war es ein HERCULES Jugendrad, mit einer 3-Gang Torpedoschaltung auf dem oberen Rahmenrohr, sehr chic, diese Handschaltung...

Später war es dann das erste "Mofa", Radfahren war in den frühen 1970er Jahren nicht angesagt, man würde heute sagen "uncool"", wer damals kein Mofa hatte, der war aussenvor...

Radfahren war "asozial", das Bewegungsmittel der Armen, der Minderbemittelten, und dieses hat sich doch sehr verändert.

Ich mache mir heute einen Spaß, die Menschen in ihren Blechkisten vor der örtlichen Ampel zu sehen, in fast jeder stinkenden Karre sitzt nur ein einziger Mensch, mit einem laufenden Motor, und das ist völlig krank!

Heute meide ich als Radler viele Bereiche hier vor Ort, aber ich kann den Abgasen und der gedankenlosen Leichtfertigkeit der Autofahrer leider nicht entgehen...

Ihr dürft gerne antworten, reagieren, danke..?


Michel

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Freitag, 12. Oktober 2012, 20:46

mein erstes war so ein kleines rotes kinderrad, wie das hier:


weiß noch, dass es bei mir ewig gedauert hat, bis ich ohne stützräder konnte - war halt immer so'n kleiner schisser :D. mein dad war ziemlich verzweifelt und hatte nicht so die mördergeduld, es immer wieder mal mit mir zu üben. als dann der tag kam, an dem mein kumpel mit seinem blauen ohne plastikrädchen an der seite um die ecke schoß, hab' ich meinen vater gebeten, bei mir die dinger auch abzuschrauben und bin ihm einfach so hinterhergefahren ^^. und dann haben wir auf dem alten aschebolzplatz um die ecke wie die blöden runden gedreht bis es dunkel wurde ..
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