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1

Donnerstag, 2. Februar 2012, 12:12

Flip-Flop-Nabe

Sooo, Leute,

dann lass' ich die Katze mal aus dem Sack. Ich weiß zwar, dass es nicht immer vorteilhaft ist, ehrgeizige Projekte raus zu posaunen, andererseits werde ich das Ding, das ich im Schilde führe, möglicherweise nicht ohne Tipps aus der fachkundigen Peripherie realisieren können.

Wenn ich also demjenigen, der es mir vor einigen Wochen angeboten hat, Glauben schenken darf, werde ich demnächst Zugriff auf alle möglichen Werkzeugmaschinen haben. Die Idee, eine eigene Nabe zu entwerfen, geistert ja bereits seit ca. fünf Jahren durch meine Birne. Ich hatte damals Kontakt zu einem Custom Bike Parts-Hersteller im Schwäbischen aufgenommen, nur wollte der sich partout nicht dazu überreden lassen, Stahl statt seiner Alu-Spezial-Legierung zu verwenden.

Im Abstand von vier Jahren schrieb ich zwei User des Gelben an, die mir das nötige Know-How mitzubringen schienen. Beide ließen nach anfänglicher Zusage/Halbzusage nichts mehr von sich lesen.

Okay, es soll also eine Flip-Flop-Nabe werden: eine Seite mit starrer Ritzelaufnahme, die andere mit integriertem Freilauf. Eine erste Entwurfs-Skizze des Sperrklinkenfreilaufs ist zu Papier gebracht. Da ich nun kein Ingenieur bin und selbst meine Maschinenschlosser-Berufsschulkenntnisse arg verschüttet liegen, ist es nur logisch, dass die Sache sehr massiv ausfallen wird. Mühsam wie ein aRRRmes Eichhörnchen sammle ich im Net Hersteller verschiedener Stähle, Lager und Federn.

Zuallererst beabsichtige ich jedoch, aus Feld-, Wald- und Wiesenstahl ein Modell anzufertigen, um daran zu testen, ob überhaupt mit einer Funktion zu rechnen ist (und um kein teures Edelmetall zu verballern, falls dem nicht so sein sollte...).

Gruise, Paule
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2

Donnerstag, 2. Februar 2012, 17:50

Moin Paule,

ein wirklich interessantes Projekt. Was bezweckst du denn mit der Nabe an sich. Ich kann verstehen, wenn du der einzige sein willst, der so ein Teil faehrt. Ist denn der einzige Unterschied zu herkoemmlichen FlipFlops nur der, dass du dann kein Freilaufritzel verwenden musst? Das haette den Vorteil, dass man die Ritzelgroesse variieren koennte. Oder sind meine Gedankengaenge dahingehend irritiert.

Was den Prototypen betrifft: warum nimmst du keine Freilaufnabe und modifizierst die, bevor du dich an einen Eigenbau wagst. Sicher ist das eine Herausforderung.

Gruss Bora
Na, wie fährt sich deine Rohloff? - Eine Rohloff fährt man nicht, die hat man...

3

Donnerstag, 2. Februar 2012, 18:07

Genau erkannt, Bora: Auf meinen Phil Wood-Naben fahre ich ja die White Industries-Ritzel, und die sind, selbst wenn ich sie bis zum bitteren Ende fahre, ziemlich kostspielig. Ich möchte auf beiden Seiten Steckritzelaufnahmen für F&S-Ritzel (4,50€ oder so) haben, die ich zusätzlich wegen eventuell unterschiedlicher Kettenlinien spacern kann, wie ich lustig bin.

Und der Sperrklinken-Freilauf ist einfach 'ne Herausforderung. Das Ding soll mit einfachem Werkzeug komplett zu zerlegen sein, und alle Nabenbestandteile sollen einzeln tauschbar sein. Tja, und dann wäre da noch der ganz spezielle Freilauf-Sound, von dem ich mich wohl oder übel überraschen lassen werde :D ...

Gruise, Paule
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cosybiker

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4

Dienstag, 21. Februar 2012, 16:52

Hallo Paule,

hier schon mal ein Materialtipp.
Ich hab ja früher mal im Vorrichtungsbau (Spannvorrichtungen für CNC Maschinen) gearbeitet.
Da haben wir fast alles aus 1.2316 hergestellt.
Hohe Zugfestigkeit.
Mit Maschinen gut bearbeitbar, (von Hand sägen oder feilen wird schon etwas mühselig ;( )
und der Clou Rostfrei!! :D

Für härtbare Teile (Sperrklinken) 1.2842
Den kann man auch unter Bastelbedingungen härten (Flamme) und anlassen (Backofen).

1.2316
1.2842

Wenn das Projekt akut wird, kann ich wahrscheinlich auch noch mal Expertenrad einholen.

Schönen Gruß
Jens

5

Dienstag, 21. Februar 2012, 19:14

Danke, Jens,

aber es wird wohl noch eeeiiiiiiiiiiiiiiiiiinige Zeit ins Land gehen, bis ich den Entwurf in meiner Birne neu geordnet habe :o ...

Gruise, Paule
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Anrados

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6

Dienstag, 21. Februar 2012, 20:23

Hallo Paule,

ich hätte da noch eine andere Idee.
Bevor ich mich an so ein doch recht anspruchsvolles Projekt wage würde ich erst mal
versuchen mit gegebenen Teilen das gleiche Ergebnis zu erzielen.
Warum das Rad neu erfinden.
Ich denke daran eine von deinen F&S Naben zu schänden :whistling:
oder eben höhere Weihen zukommen zu lassen. (muss ja keine aus den 40ér Jahren sein)
Man braucht doch eigentlich "nur" auf die Ritzelabgewandte Seite ein Ritzel mit dem Nabenkörper starr zu verbinden und dafür sorgen das sich die Achse weiter frei drehen kann.
(Mal eben so geht das auch nicht - aber mit deutlich weniger Aufwand als eine Neukonstuktion)
Die Drehmomentabstützung per Hebel fällt dann weg und muss über die abgeflachte Achse bewerkstellt werden.
Flip Flop Naben kommen schließlich auch ohne aus.
Die Rücktrittbremsfunktion wird dabei wahrscheinlich nicht zu retten sein, das sollte aber glaube ich bei Deinem Neubau auch kein
Must Have sein oder?
Könnte das eine Option sein ? - Dann lege ich die Explosionszeichnung der Nabe heute Nacht mal unters Kopfkissen :)

Gruß
Andy

Gruß
Andy

7

Dienstag, 21. Februar 2012, 20:55

Warum das Rad neu erfinden? Weil ich Bock drauf habe ;) .

Eine vorhandene schrottige Torpedo-Nabe für irgendwelche Modellversuche zu nehmen, wäre in Bezug auf das, was ich vorhabe, wenig sinnvoll. Ich werde mit Sicherheit eigenwillige Wege beschreiten, ich werde Fehler machen, aber ganz wichtig dabei ist, dass ich es mache.

Gruise, Paule
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8

Dienstag, 21. Februar 2012, 21:24

Noch ein Detail,

wenn so ein Stück Werkzeugstahl runterfällt macht das übrigens einen ganz anderen Sound als Baustahl oder VA.
Mehr so ein wohlklingendes Ping als ein dumpfes irgendwas.

Da Deine Nabe ja in jeder Beziehung etwas "robuster" ausfällt wäre da bestimmt
mit einem einzigartigen Sound zu rechnen. 8o

Ich finde alleine die Idee dieses Projekts immer reizvoller.

Gruß
Jens

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9

Dienstag, 21. Februar 2012, 21:41

jau! klingt verdammpt nommal nach ein jutes projekt :) ! suchste sponsoren?
.. only dancing on this earth for a short while (Cat Stevens)

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10

Dienstag, 21. Februar 2012, 21:41

Warum das Rad neu erfinden? Weil ich Bock drauf habe ;)


eine andere Antwort von Dir hätte mich auch fast entäuscht :D

Ich könnte dann beizeiten noch mit Vollmaterial der Güte 42CrMo4 dienen
Ist zwar schon vergütet auf etwa 900N/mm² aber mit modernen Hartmetallwerkzeugen gut zu bearbeiten.
Bis auf die Sperrklinken (die müssten nur nochmal anders gehärtet werden) kann man m. E. die ganze Nabe daraus bauen.

Gruß
Andy

Salamander

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11

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:27

Einen Sperrklinkenfreilauf stelle ich mir für einen Amateru recht schwer zu bauen vor. Wäre ein Rollenfreilauf nicht einfacher? Der klackert natürlich nicht so. Oder ein Freilauf mit Stirnverzahnung wie bei Hügi, der macht dann richtig Radau.
"Salmei, Dalmei, Adomei"

12

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:41

Einen Sperrklinkenfreilauf stelle ich mir für einen Amateru recht schwer zu bauen vor. Wäre ein Rollenfreilauf nicht einfacher? Der klackert natürlich nicht so. Oder ein Freilauf mit Stirnverzahnung wie bei Hügi, der macht dann richtig Radau.


Ich stelle mir einen Rollenfreilauf schwieriger vor, denn wie will ich die schrägen Laufflächen für die Walzen gleichmäßig in den Antreiber fräsen? Stirnverzahnung? Selber herstellen? Da wüsste ich gar nicht, wie ich anfangen sollte. Mein Sperrklinkenfreilauf wird nur vier - dafür aber MASSIVE - Klinken haben, und der Antreiber selbst existiert auch schon in meinem Kopf. Schwierig ist dabei wieder die Innenverzahnung in der Nabenhülse...

Gruise, Paule

P.S.: Mir wird da schon noch was einfallen - wenn auch sehr grobschlächtig und zuerst möglicherweise unbefriedigend.
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13

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:47

Mir wird da schon noch was einfallen - wenn auch sehr grobschlächtig und zuerst möglicherweise unbefriedigend.


Ach, die ersten Modelle dienen doch der Entwicklung...

Habe ich schon mal gesagt, dass mich das Ergebnis sehr interessiert??
Gruß, rogger
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14

Mittwoch, 22. Februar 2012, 19:59

Ich habe mich jetzt gerade mal erbarmt eeeeehhhhndlich nachzuschauen, was eine Flip-Flop-Nabe ist.
































Das ist ja mal die unkomfortabelste Nabenschaltung, die ich je gesehen hab. :duckrenn:

15

Mittwoch, 22. Februar 2012, 20:57

Ich habe mich jetzt gerade mal erbarmt eeeeehhhhndlich nachzuschauen, was eine Flip-Flop-Nabe ist.

Das ist ja mal die unkomfortabelste Nabenschaltung, die ich je gesehen hab. :duckrenn:


Pass mal auf, Püppie, 'ne NabenSCHALTUNG ist das schon mal gaRRR nicht - denn.......es fehlt der Schalter :P . Eine Flip-Flop-Nabe erfordert in ihrer Handhabung - egal ob fixed/free oder unterschiedliche Zähnezahl - eine weise Voraussicht! Das ist was für FahrerInnen, die genau wissen, was sie wollen oder eben nicht wollen! Eine Flip-Flop-Nabe blickt auf eine gut 100-jährige Tradition zurück! Während der so genannten "heroischen Ära" bezwangen die TdF-Fahrer damit die Pyrenäen!

Und ich will mit dieser Nabe jenen Männern ein Denkmal setzen...
































..., und höchstwahrscheinlich wird das Teil auch genauso schwer :lol: ...

Gruise, Paule
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16

Samstag, 31. März 2012, 12:08

Lagerfrage

Jau, ich schon wieder :D ,

derzeit befasse ich mich mit der Lagerung jener Nabe. Da eine herkömmliche (Außen-)Gewinde-Achse in erster Linie wegen der komplizierten Fertigung entfällt, werde ich eine solide, also etwas dickere Achse mit Innengewinden (M8) anfertigen, die nach Phil Wood-Vorbild mit Hilfe unterschiedlicher Axle Studs auch viel besser diversen Einbaumaßen angepasst werden kann.

Ich werde insgesamt vier Rillenkugellager verbauen: Jeweils links und rechts wird ein 6001er (12x28x8) zum Einsatz kommen, für die Lagerung der Nabenhülse auf der Antriebsseite ist ein 61816er (80x100x10) vorgesehen, und der Freilauf/Antreiber soll im Naben-Inneren, also genau da, wo die Kraft der Verbindung Nabenhülse/Sperrklinken eingeleitet wird, durch ein 6002er (15x32x9) gestützt werden.

Nun stellt sich mir die Frage - und ich stelle Euch die Frage :D -, ob ich alle Lager mit erhöhter Lagerluft (C3) wählen soll. Denn erstens werden die Lager in die erwärmten Sitze gepresst, und ich befürchte, dass CN-Lager nach dem Erkalten zu stramm laufen könnten. Zweitens könnte ein geringfügiges Lagerspiel mögliche Fertigungstoleranzen ausgleichen.

Watt meint Ihr...?

Gruise, Paule
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17

Samstag, 31. März 2012, 12:33

Hallo Paule,

ich kann mir zwar im Moment nicht genau vorstellen wie das aussieht
aber ich würde beim Prototypen erst mal etwas mehr Spiel lassen.

Du wirst das ganze am Anfang wahrscheinlich mehrmals zerlegen und zuammensetzen müssen und das soll ja einigermaßen leicht gehen.

Wenns hinterher alles schlackert weißt Du dann für das erste Serienmodell wo die Passungen enger werden müssen.

Gruß
Jens