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Mahatma Josef Gamsbichler

unregistriert

1

Freitag, 17. Februar 2012, 21:29

Zwischenzeugnis 2. Klasse...

vorab, ich hasse Bewertungen in so einem frühen Alter!

Heute gab es das Zwischenzeugnis für meinen Sohn, der die 2. Klasse besucht. Wie erwartet, er war in Mathe und Deutsch ein Ass, in in Heimat und Sachkunde gut, aber in Werken, Kunsterziehung, Ethik und Sport weniger gut. Aber er kennt die Regeln in den Fächern und die beachtet er. Seine Mitarbeit könnte besser sein, bla, bla, bla... Ich guckte mir das Zeugniss an und sagte: " Morgen, nach dem Frühstück werden wir darüber reden." Ich möchte keinen Druck aufbauen, auch mir keinen Stress machen, es ist viel zu früh dafür! Verdammt, warum machen es sich die Menschen immer so schwer! Warum muss alles "bewertet" werden? Warum werden Menschen in Schubladen so früh gesteckt? Das wahre Potential eines Menschen kommt meist viel später zur Geltung, nicht in der 2. oder 4. Klasse!
Eine Scheiß Leistungsgesellschaft ist das! Es wird nur nach Zahlen und irgendwelchen "Vorgaben" bewertet! Bescheuert und nicht fördernd!
Und dann wird alles irgendwann mit Geld bewertet, deine Arbeit...einfach alles! Wie dumm ist der Mensch eigentlich, dies zu tun? Der Mensch ist auch ein Tier, ein ziemlich Blödes, wenn ich das mit den anderen Tieren vergleiche! Vergleicht man nur ein Bienenvolk mit den Menschen, dann könnte einem schwindelig werden...
Menschen brauchen Zeit und Raum für ihre Entdeckungen und keine Bewertungen, die sie unter Stress setzen! Menschen machen die besten Erfindungen unter entspannter Atmosphäre. Der Mensch kann nur ohne Druck geniale Dinge erfinden! Der Mensch braucht Freiheit im Denken, um geniale Dinge zu erfinden! In Freiheit, ohne Geld, da wird der Mensch das Grösste vollbringen, Beispiel ist die Natur, dort gibt es die Währung "Geld" nicht!

Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von »Mahatma Josef Gamsbichler« (18. Februar 2012, 17:09)


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Kartoffel, Mickys Herrchen

2

Freitag, 17. Februar 2012, 22:00

Einerseits muss ich Dir beipflichten, andererseits braucht es aber schon eine Bewertungsskala, um Defizite ausloten und nötigenfalls beheben zu können. Ob das nun Noten oder durch schriftliche Beurteilungen verklausulierte Noten sind, bleibt sich gleich. Dass Noten dazu führen, den Menschen in seiner Gesamtheit zu beurteilen, ist wiederum ein gesellschaftliches Problem.

Und wie bei allem im Leben können gute (=> Lob, Anerkennung, aber auch Erwartungsdruck) wie auch schlechte (kein Lob, keine Anerkennung, aber auch kein Erwartungsdruck) Noten Segen und Fluch zugleich sein. Überschätztsein birgt Enttäuschungen in sich, Unterschätztsein angenehme Überraschungen.

Unser ältester Enkel musste wegen eines weiteren Umzuges mal wieder die Schule wechseln. In der alten Schule hatte er Latein, in der neuen ist die Lateinklasse dicht, weshalb er jetzt gezwungenermaßen Französisch nehmen musste. Erschwerend kam hinzu, dass er erst drei Wochen nach Schuljahresbeginn in die neue Schule gekommen ist. Ich habe ihm gesagt, dass er sich gar keine Sorgen zu machen braucht.

Ich meinte, er solle versuchen, zumindest eine Fünf zu erreichen, die er mit 'ner anderen Drei ausgleichen könne (in den restlichen Fächern läuft es nämlich sehr gut bis okay). Ich will keinesfalls den Fehler wiederholen, den meine Eltern damals bei mir begangen haben. Und ich vertrete die Auffassung, dass es egal ist, ob sich die Eltern über schlechte Noten aufregen, ihre Kinder bestrafen oder einfach nur sauer sind.

Der Druck, der beim Kind erzeugt wird, bleibt so ziemlich der gleiche, denn das Kind realisiert ja, dass man unzufrieden mit ihm ist. Ich will damit nicht sagen, dass es den Eltern egal sein sollte, doch sie sollten es einfach nicht überbewerten oder als persönliche Niederlage auffassen. Je häufiger der ohnehin überbeanspruchte Begriff "perfekt" gebraucht wird (und damit zur Normalität verkommt), desto weniger perfekt läuft es in unserer Welt oder Gesellschaft. Und ich halte es für fatal, Kinder auf etwas zu trimmen, das in der Form nicht vorhanden ist und es auch nie war.

Gruise, Paule
2017: 3.917km; S:131.053; LB:20.690; DMC:18.964; PH:1.368; AB:6.372; ges.:178.447

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rogger

Mahatma Josef Gamsbichler

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3

Freitag, 17. Februar 2012, 22:27

Du schreibst: "Einerseits muss ich Dir beipflichten, andererseits braucht es aber schon eine Bewertungsskala, um Defizite ausloten und nötigenfalls beheben zu können. Ob das nun Noten oder durch schriftliche Beurteilungen verklausulierte Noten sind, bleibt sich gleich. Dass Noten dazu führen, den Menschen in seiner Gesamtheit zu beurteilen, ist wiederum ein gesellschaftliches Problem."
****************************
Warum braucht es eine "Bewertungsskala"? An was orientiert sich diese Bewertungsskala, am Durchschnitt? Alles ist willkürlich festgelegt, nichts ist sicher, alles nur statistische Werte, mehr nicht! Ausreisser werden nicht berücksichtigt, wobei exakt diese Ausreisser Genies sein könnten! Jeder Mensch gilt als Individuum zu beurteilen, mit all seinen Stärken und Schwächen! Nicht durch eine Benotung, die keinem gerecht wird! Ein Benotungssystem, das möglichst viele erfassen soll, kann nicht gerecht sein! Denn es gibt genügend Menschen, die durch dieses Raster fallen, aber andere Stärken haben. Es gibt Menschen, die sind so genial, in späteren Jahren, die haben Dinge drauf, wo die Welt in Staunen versetzt, ganz ohne Studium! Es sind wenige, aber es gibt sie, ganz unverseucht vom Studium, autodidaktische Menschen, die lernen anders als die Masse. Ich gehe sogar soweit, das ein Mensch nicht einmal ein Buch braucht, denn er kann durch Nachdenken auf alles kommen! Aber wer denkt gerne nach? Bücher werden von Menschen gechrieben, die alles genau beobachten und schriftlich fixieren, ein Buch zu schreiben ist kein Geheimnis, es erfordert Nachdenken in erster Linie.
Es liegen Theorien vor, die diese Welt ganz sicher grundlegend verändern, aber würde man diese Theorien JETZT der Öffentlichkeit präsentieren, dann würden sie verlacht werden, genauso wie Alfred Wegener zu seiner Zeit die Theorie der Plattentektonik veröffentlichte, so gibt es bereits eine neue Theorie über unsere Welt und dem Universum und den dazugehörigen Universen...

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »Mahatma Josef Gamsbichler« (18. Februar 2012, 13:10)


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Kartoffel

Frank

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Samstag, 18. Februar 2012, 05:06

Damals, in der ersten und zweiten Klasse, haben wir keine Schulnoten bekommen.
Sondern ebenfalls solche Bewertungen. Ich glaube, meine Eltern wurden nachdenklich, denn wenn ich mich recht erinnere, stand da etwas von:
"Frank sein Verhalten neigt zu Auffälligkeiten"

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Samstag, 18. Februar 2012, 09:12

Es ist egal was man macht. Wenn das Kind nicht begreift, dass es das alles für sich selber macht, kann man das Kind noch so sehr bestrafen unter Druck setzen und was weiß ich nicht. Erreichen tut man damit meistens das Gegenteil.
Einer unserer Kids hat gerade so mit Ach und Krach den Schulabschluss geschafft, fast wäre er ohne von der Schule gegangen. Die ganzen Jahre zuvor haben wir mit allem was einem als Eltern zur Verfügung stand versucht auf ihn einzuwirken. Ob das mit Belohnungen oder mit Bestrafungen war, es spielte keine Rolle. Das Kind hatte keinen Bock auf Schule und das zeigte sich eben auch auf die Leistungen. Jetzt wo er seine Ausbildung macht, ist er mit Feuer und Eifer dabei. Eine Wende von 180 Grad. Da soll man noch schlau draus werden.

Was das Bewerten und benoten betrifft.
Hier in Deutschland ist es eben leider wirklich so, dass man sein Können und Wissen auf Papier nachweisen muss. In vielen Ländern ist es völlig egal ob ich Papiere habe oder nicht, ich kann das machen was ich will. Hier in Deutschland ist das leider nur in sehr engen Grenzen möglich.

Zum einen finde ich ein Bewertungs- und Benotungssystem nicht schlecht, aber auf der anderen Seite sehe ich auch die Probleme die damit einhergehen. Die Menschen werden teilweise unnötig unter Druck gesetzt, denn alleine schon das Wissen um eine Bewertung kann Druck ausüben.
Das positive an dem Bewertungssystem ist eben, dass man als Elternteil in gewisser Weise nachvollziehen kann wie es um das Kind in der Schule steht. Soweit zum positiven Teil.

Ich denke Lehrer wissen in der Regel sehr genau um die Defizite der Kinder. Unser Problem dabei ist nur, dass unser Schulsystem nicht für Kinder mit Defiziten ausgelegt ist. Wir haben kaum etwas in unserem Schulsystem was unterstützend wirkt. Auf einzelne Schüler wird kaum Rücksicht genommen. Dazu kommt, dass meistens viel zu lange gesagt wird "Das wird schon wieder, der/die fängt sich noch". Das hilft in diesem Moment nur dem Lehrer sein Gewissen zu beruhigen, aber dem Kind bringt das absolut nichts. Viel sinnvoller wäre es, wenn die Lehrer zusammen mit den Eltern agieren würden. Denn da sind wir auch schon beim nächsten Problem. Inzwischen wälzen die Eltern gerne alles auf die Schule ab und sehen bei sich selber keine Verantwortung. Wie? Mein Kind ist in der Schule nicht so gut? Ja was machen die Lehrer denn die ganze Zeit?

Aber selbst wenn man als Eltern versucht daran etwas zu ändern, ist dieses extrem schwierig, weil die Lehrer nicht individuell darauf eingehen wollen. Es wird alles nach Schema F gemacht und Abweichungen sind nicht zulässig.
Das Problem hatten wir auch mit unserem Jungen. Gerade in Bezug auf Hausaufgaben, denn die hat er nie gemacht. Wir hatten die Lehrer gebeten nach der Unterrichtsstunde kurz das Hausaufgabenheft gegenzuzeichnen. "Nein, so was können wir nicht machen. Nachher müssen wir das bei allen machen und dann haben wir keine Zeit mehr für den Unterricht." Die meinten wohl eher keine Zeit für die Kaffeepause. Damit standen wir wieder auf verlorenem Posten. Spätestens da hatten wir gemerkt, dass es den Lehrern eigentlich völlig egal ist was mit dem Kind passiert. Für das Gewissen wird rumgeheult aber in Wirklichkeit ist es denen völlig egal. Zumindest erhält man sehr schnell diesen Eindruck.

Natürlich gibt es aus Ausnahmen und Lehrer die mit Feuereifer dabei sind und wirklich zusehen das die Kinder etwas hin bekommen, aber die Zahl ist verschwindend gering und schnell merken diese Lehrer auch, dass sie doch nur gegen Windmühlen ankämpfen, da das Interesse der Eltern nicht vorhanden ist. Das konnten wir auch auf Elternabenden sehr schön sehen. Meistens saß immer nur die Hälfte der Eltern in dem Klassenraum, die andere Hälfte hat sich nie blicken lassen.
Lieben Gruß

Kai

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Eule, Kartoffel

6

Samstag, 18. Februar 2012, 12:01


Es gibt Menschen, die sind so genial, in späteren Jahren, die haben Dinge drauf, wo die Welt in Staunen versetzt, ganz ohne Studium! Es sind wenige, aber es gibt sie, ganz unverseucht vom Studium, autodidaktische Menschen, die lernen anders als die Masse. Ich gehe sogar soweit, das ein Mensch nicht einmal ein Buch braucht, denn er kann durch Nachdenken auf alles kommen! Aber wer denkt gerne nach?


Du schreibst es selber: Es sind wenige, aber es gibt sie. Ich sehe das grundlegende Dilemma - oder besser, eines der grundlegenden - in den Schulen darin, dass, bedingt durch den technischen Fortschritt, neue Inhalte vermittelt werden müssen, um die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten, in dem sie mit diesen Dingen konfrontiert werden. Das ist natürlich prinzipiell logisch, nur sind die Aufnahmekapazität der Menschen nicht größer und die Schulzeit nicht länger geworden. Dadurch geraten die Basiskenntnisse zwangsläufig ins Hintertreffen.

Die Fähigkeit, lesen, schreiben und rechnen zu können, scheint man einfach irgendwie vorauszusetzen, nur woher sollen diese Fähigkeiten kommen?! Von den Eltern, die ihrerseits durch das Package Beruf und Familie überfordert sind? Von der Playstation? Der "Witz" bei der Sache: Der Stoff, der zusätzlich gelehrt wird, beinhaltet überwiegend Kommunikationstechnologien, wogegen die Kommunikation als solche - also die Sprache - jedoch auf der Strecke bleibt. Das hat zur Folge, dass zwar die Art und Weise, Informationen zu übermitteln, weitestgehend beherrscht wird, die Informationen selbst aber so fehlerhaft bis unverständlich sind, dass es zu Missverständnissen kommt, die die Technologie ad absurdum führen.

Wenn schon die Lebensarbeitszeit aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung verlängert wird, sollte man konsequenterweise auch die Schulzeit verlängern, um dem Anspruch der höheren Anforderungen zu genügen. Und wie sieht's mit der Förderung eines kritischen Denkvermögens aus, das - zumindest aus meiner Sicht - einen Großteil eines wirklich mündigen Bürgers ausmacht?! Ja, was ist eigentlich mit dem gesamten "Wissen", das da ans Kind gebracht wird?! Ist es überhaupt erwünscht, dass die Kinder begreifen, warum etwas wie funktioniert, oder reicht es, dass sie wissen, dass es funktioniert? Ich vermute, Letzteres.

In einem vom Konsum geprägten System ist es von Vorteil, Konsumenten heran zu züchten; der dogmatische Rubel muss rollen. Wohin der rollt, spielt dabei die absolut letzte Geige - solange er nur die von der ReGIERung - sprich: der Wirtschaft - beabsichtige Richtung beibehält...

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Samstag, 18. Februar 2012, 14:45

Wer seinen Kindern verantwortungsvoll einen guten Start ins Leben geben möchte, der muss eigentlich auswandern. OK, ich hab's auch nicht gemacht. Aber die heutige Schulausbildung ist meilenweit rückständiger und nachgewiesen unzureichender, als es zu meiner Schulzeit war.

In der 5. Klasse war ich eher auf dem Weg zur Sonderschule. Ende 10 hatte ich einen Notendurchschnitt von 1,2 und habe Abi mit 2,0 geschafft. Das wäre heute selbst an meiner alten Schule (IGS) nicht mehr drin. Da wurde konsequent das System und die Idee kaputt geregelt...

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Samstag, 18. Februar 2012, 15:10

Damals, in der ersten und zweiten Klasse, haben wir keine Schulnoten bekommen.
Sondern ebenfalls solche Bewertungen. Ich glaube, meine Eltern wurden nachdenklich, denn wenn ich mich recht erinnere, stand da etwas von:
"Frank sein Verhalten neigt zu Auffälligkeiten"


bei so einem miserablen deutsch hätte ich mir auch gedanken über den klassenlehrer gemacht .. :D. inhaltlich hatten wir haargenau die gleiche beurteilung ;). meine stand aber als 'bemerkung' unter den noten ^^.

.. Ich denke Lehrer wissen in der Regel sehr genau um die Defizite der Kinder. Unser Problem dabei ist nur, dass unser Schulsystem nicht für Kinder mit Defiziten ausgelegt ist. ..


heute werden die schüler konsequent ihrer kindheit beraubt. vorbereitung auf den englischunterricht im letzten kindergartenjahr (wer denkt sich sowas aus???? kohl, öttinger oder stoiber?) über den hausaufgaben hocken bis 19:00h und der stoff wird immer stärker komprimiert, damit die schulzeit verkürzt werden kann .. das kann keinem kind leicht fallen und freude kommt selbst bei guten schülern keine auf. wie soll dann erst bei den vermeintlich schwächeren begeisterung für den unterrichtsstoff vermittelt werden?

und die hilfsmittel, die den abstrakten stoff vermitteln könnten, um zumindest mal vom reinen 'aus dem buch lernen' wegzukommen, vergammeln seit 50 jahren in den schauvitrinen auf den fluren. aber was soll's? eigentlich ist unser schulsystem eh nicht mehr auf bildung ausgerichtet, sondern nur noch auf 'vorbereitung zum berufseinstieg'. paule hat das ja schon sehr anschaulich ausgeführt.
.. only dancing on this earth for a short while (Cat Stevens)

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Samstag, 18. Februar 2012, 16:49

heute werden die schüler konsequent ihrer kindheit beraubt. ... über den hausaufgaben hocken bis 19:00h und der stoff wird immer stärker komprimiert, damit die schulzeit verkürzt werden kann .. das kann keinem kind leicht fallen und freude kommt selbst bei guten schülern keine auf.


Vor genau diesem Hintergrund haben meine Frau und ich unsere Kleine trotz Gym-Empfehlung nach der Grundschule auf die bei uns im Ort befindliche Realschule geschickt. 10 Min. Schulweg (Bus oder Radel) statt einer guten Stunde Bus ins nächste Gym (einfache Strecke).

Kinder sind primär Kinder, die ihren Spaß + ihre Freiräume brauchen. Dazu zählen gut 2 Std. Busfahren täglich ebensowenig wie der Leistungsdruck auf dem Gym nach Verkürzung von 13 auf 12 Schuljahre. Die Kleine wechselt sicher nach Realschulabschluss auf ein Fachgym + verliert ein Jahr (13 statt 12) ... so what? Hauptsache, sie hat ihren Spaß an ihrer Kindheit.

Sie trudelt bei uns kurz vor 14 Uhr ein, wir essen gemeinsam, sie macht ein paar Hausaufgaben + ab gehts ... zu Freunden, Sport ... eben allem, wasi hr gut gefällt.

Es gibt nichts schöneres als das eigene Kind sorgen- + stressfrei aufwachsen zu sehen.
Ich bete 10 Campa-Kränze und gelobe Besserung ...

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Samstag, 18. Februar 2012, 19:19

Eins meiner Kinder, ist auch gerade in der 2. Klasse und hat KEIN Zeugniss bekommen.
Am Anfang in den ersten Jahren gibt es nur Gespräche über das Kind.
In jungen Jahren hängt meiner Meinung viel von den Lehrern ab, später ist die Person des Lehrers lange nicht mehr so wichtig für dem Lernerfolg zu tun.
Ich habe versucht bei meinen Kindern das Intersse für die Schule zu wecken und habe viel von meiner Schulzeit erzählt.
Bei den ersten beiden ist es mir bisher ganz gut geglückt. Zumindest nach anfänglichen Schwierigkeiten.
Die große geht auf eine weiterführende Schule, da war mir auch wichtig, dass Sie diese Schule mag. Die Schule ist ausserdem in der Nähe, dass sehe ich ebenfalls als großen Vorteil. Es geht schnell zu viel Zeit nur für den Schulweg drauf, der wo anders gebraucht wird eben Hausaufgaben und Hobbies.

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11

Samstag, 18. Februar 2012, 19:28

@Eule

Dann gibt es anscheinend Unterschiede von Bundesland zu Bundesland. Hier in Bayern sind es schriftlich ausgeführte Bewertungen.

12

Samstag, 18. Februar 2012, 19:48



Dann gibt es anscheinend Unterschiede von Bundesland zu Bundesland. Hier in Bayern sind es schriftlich ausgeführte Bewertungen.


Ich weiß ja nicht, ob es heute noch so ist, aber ich hatte damals 'nen Lehrlingskollegen, der nach der 8. Klasse von Bayern (Kraiburg) nach Duisburg gezogen war. Der hat sich 'nen Ast über unseren Unterrichtsstoff gelacht. Einzig in Englisch war der nicht so toll, aber der Rest war für ihn ein Kinderspiel.

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Samstag, 18. Februar 2012, 20:03

Das könnte so hinhauen Paule! Die ziehen in der 2. Klasse immens an, meine ich.

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Sonntag, 19. Februar 2012, 22:32

@Eule

Dann gibt es anscheinend Unterschiede von Bundesland zu Bundesland. Hier in Bayern sind es schriftlich ausgeführte Bewertungen.


Die Lehrerin hat mir gesagt es wäre "hier" nicht üblich ein schriftliches Zwischen Zeugniss in der 2. Klasse rauszugeben.

Bei mir war das damals aber anders ich hatte eins!

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15

Montag, 20. Februar 2012, 20:19

Ich pflichte Eule bei. Eva ist auch in der zweiten Klasse. Das erste schriftliche Zwischenzeugnis gibt es in NRW in der dritten Klasse und selbst das kann die Schule ggf. abschaffen.

Bayern wird immer als Super-Bildungs-Bundesland vorgehalten und NRW als Entwicklungsland, aber selbst mit einem Abitur aus NRW durfte ich in Bayern studieren. Allerdings hatten die wenigsten meiner Kommilitonen ihr Abi in Mathe und Physik gemacht und vier Fremdsprachen, davon zwei Altsprachen, aufzuweisen.

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16

Montag, 20. Februar 2012, 20:24

... davon zwei Altsprachen, aufzuweisen.


أشك بقوة، في اللاتينية واللغة العربية الفصحى

Ich nehme stark an, in Latein und Hocharabisch.
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17

Montag, 20. Februar 2012, 21:32

Soll das jetzt Hocharabisch sein? Dafür musste ich vor Gericht mal einen Dolmetscher bemühen.

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Montag, 20. Februar 2012, 22:27

...
Ich denke Lehrer wissen in der Regel sehr genau um die Defizite der Kinder. Unser Problem dabei ist nur, dass unser Schulsystem nicht für Kinder mit Defiziten ausgelegt ist...


Ich denke bei Deiner Anmerkung spontan daran, daß es ja scheinbar in diesem Land sehr schlimm sein muß, mit 'nem Defizit "behaftet" zu sein...
Mich macht es regelmäßig richtig ärgerlich, wenn ich sehe, daß es scheinbar nicht möglich ist, Defizite einfach zu akzeptieren. Diese werden doch in den meisten Fällen durch Stärken in anderen Bereichen kompensiert oder ausgeglichen. Mich macht diese immer wieder "durchsuppende" Forderung nach "Perfektion", und ganz besonders, wenn sie von unseren Kindern zu so frühem Zeitpunkt verlangt wird, einfach nur zornig...
Ähnlich verfahren wir doch auch im Berufsalltag schon: alles, was nicht effizient im betriebswirtschaftlichen Sinne ist muß verschwinden. Was passiert eigentlich mit den Leuten, die es früher mal in fast jedem Betrieb gab, die vielleicht nicht besonders gut waren in ihrem Job. Sind die nichts wert, nur, weil ihre "BWL-Bilanz" nicht stimmt? Sind wir Menschen, oder schon Maschinen? Mist: ich hätte den Rechner doch lieber erst morgen starten sollen, jetzt gehe ich mit 'nem dicken Hals zu Bett und träume wieder von bedingungslosen Grundeinkommen...

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19

Dienstag, 21. Februar 2012, 08:41

Du hast es fast auf den Punkt gebracht. Sobald herauskommt, dass ein Mensch Defizite hat, wird er in eine Schublade verfrachtet aus dieser er nur sehr schwer wieder raus kommt.
Was mich aber viel mehr an unserer Gesellschaft stört ist, dass man für alles Papier haben muss. Will damit sagen, dass ich mein Können und Wissen immer auf Papier nachweisen können muss.
Das ich seit meiner frühesten Kindheit mit Computern umzugehen gelernt habe und die Kisten zu programmieren gelernt habe ist völlig egal. Aber das ich kein Studium in Informatik abgeschlossen habe und somit meine Qualifikation nicht nachweisen kann, das ist ein Problem. Sicherlich, das eine oder andere was man in dem Studium lernt ist an mir vorbei gegangen, aber wenn ich sehe was da vorbei gegangen ist, dann macht das auch nichts, da es in der Wirtschaft nicht wirklich gefordert wird.

Es wäre schön, wenn unsere Gesellschaft mal etwas auftaut und sich auch mal an Menschen heranwagt, die sagen "Ich kann das" aber dieses nicht durch Papier nachweisen können. Es gibt sehr viele Menschen die in bestimmten Bereichen ordentlich was auf der Pfanne haben und studierten Menschen noch etwas vormachen können, aber dieses eben nicht durch offizielle Papiere nachweisen können. Diese Menschen verkümmern teilweise als Harz IV'ler, obwohl diese ein Gewinn für ein Unternehmen sein können.
Den einzigen Weg den man hier gehen kann ist sich dann selbständig zu machen. Da darf man noch vieles ohne Nachweise machen. Aber nicht für jeden ist die Selbständigkeit etwas, weil dazu eben noch etwas mehr Wissen in anderen Bereichen gehört.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema wieder zurück.
Unser Schulsystem hat viele Probleme, die aber schon ganz oben anfangen. Anstatt mehr Geld in das Schulsystem zu pumpen, wird dieses lieber für andere sinnbefreite Dinge (wie z.B. hier in Hamburg das Millionengrab in der Hafen-City) verschwendet. Dadurch kommt die Situation zustande, dass die Lehrer zu viele Schüler in einer Klasse haben, so dass diese gar nicht die Möglichkeiten haben individuell auf die Kinder einzugehen. Der Lehrplan macht dann auch noch druck, da in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Menge an Lernstoff absolviert werden muss. Und diese Zeit wird auch immer weniger. Kinder die nicht in der Lage sind etwas in 5 Minuten zu begreifen (es aber in 10 Minuten schaffen würden) bleiben auf der Strecke, da die einfach Zeit fehlt es ein zweites oder drittes Mal etwas zu erklären.

Und wenn ich dann sehe wie mit unseren Kindern experimentiert wird, da kann ich nur noch mit den Händen über den Kopf zusammen schlagen. Als das eine Kind von uns auf die Schule kam, wurde im Deutschunterricht gesagt, dass die Kinder alles so schreiben sollen wie sie es sprechen. Rechtschreibfehler sollen und dürfen wir nicht korrigieren. Das nach der Grundschule die Noten in Deutsch nicht besonders gut gewesen sind, weil in der weiterführenden Schule korrekte Rechtschreibung gefordert wurde, muss ich wohl nicht erwähnen.
Nur ein Jahr später wurde das ganze wieder über den Haufen geschmissen und beim unserem zweiten Kind nun doch korrekte Rechtschreibung in der Grundschule gefordert. Beim ersten blieb alles wie es war.

Da sieht man schon wie verzweifelt nach einer Lösung für unser krankes Schulsystem gesucht wird. Dabei wäre es doch so einfach. Etwas mehr Geld, etwas mehr Zeit und kleinere Klassen.
Lieben Gruß

Kai

20

Dienstag, 21. Februar 2012, 08:54

Soll das jetzt Hocharabisch sein? Dafür musste ich vor Gericht mal einen Dolmetscher bemühen.


Ja so ist das mit den alten Sprachen...



Gruss Bora
Na, wie fährt sich deine Rohloff? - Eine Rohloff fährt man nicht, die hat man...

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