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kairo-hh

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Donnerstag, 15. Dezember 2011, 18:08

Schlagwörter

Anhänger, Einrad, Einrad Lastenanhänger, Einrad-Anhänger, Lastenanhänger

Kurzbeschreibung

Günstiger Einrad-Anhänger inkl. Packtasche und Zubehör.

Artikel



Hallo,

ich habe mir vor ein paar Tagen einen Einrad-Anhänger aus der Bucht für 20 Euro zzg. 10 Euro Versand gegönnt. Es gibt dazu hier im Forum auch einen passenden Thread.

Schon als das Paket ankam, wusste ich dass es ein Kampf mit der Nase wird. Kaum das ich das Paket geöffnet hatte, kam mir eine derbe Wolke vom typischen Gummigeruch entgegen. Ich sage nur das Stichwort PAK.
Nun ja, ich weiß dass man das ganze durch gutes Lüften einigermaßen weg bekommen kann. Als Zeitrahmen sollte man mindestens zwei Wochen ansetzen. Wohlgemerkt dauernd an der frischen Luft.
Da die Tasche und der Reifen (Mantel) davon betroffen sind, habe ich mir nun die Original-Tasche für den Bob Yak bestellt und den Reifen gegen einen neuen von Schwalbe ausgetauscht.
Diese Aktion musste ich machen, da der Anhänger noch vor Ablauf der zwei oder mehr Wochen in ein Auto verladen werden muss und eine Fahr von mindestens 8 Stunden ansteht. Ich möchte nicht in dem Auto bei diesem Geruch sitzen müssen.
Nach dem Austausch stinkt es nun nicht mehr und der Anhänger ist garantiert wesentlich gesünder geworden.

Die Verarbeitung des Anhängers läßt einige Wünsche offen.
Angefangen hat es mit den mitgelieferten Schnellspannern. Der Schnellspanner ist so aufgebaut, dass der Hebel durch das Rad gedreht werden muss. Der Hebel muss also zwangsläufig zwischen den Speichen entlanggeführt werden und dann gleichzeitig das Rad gedreht werden, damit der Schnellspanner festgezogen werden kann. Für jemanden mit Scheibenbremsen ist das unmöglich, da die Scheibe auf jeden Fall im Weg ist. Nach ein paar Überzeugungsarbeiten mit meinem Meinungsmacher konnte ich den Schnellspanner festziehen, allerdings nicht mit dem Hebel, sondern eher auf die klassische Weise.
Auch konnte ich nur nach ein wenig "Metallarbeit" (biegen) den Anhänger auf die Kupplung setzen. Die eine Seite passte sofort, die andere musste überzeugt werden. Anschließend flutschte es aber wie geschmiert.

Das Rad vom Anhänger kann dank eines Schnellspanners sehr einfach und schnell entfernt werden, was Bahnreisende freuen wird. Was aber wieder mit weniger Freude daher kommt ist das Schutzblech. Hier wurde nicht weiter gedacht, denn die seitlichen Stützen des Schutzbleches werden mit Sechskantschrauben befestigt, wogegen das Schutzblech an Ende am Rahmen mit einem Schnellspanner befestigt wird. Es müssen also auf jeden Fall zwei Schrauben mit einem Schraubenschlüssel gelöst werden.

Mitgeliefert wird ein kleiner, ca. 5-6 cm langer, Schraubenschlüssel, der aus Blech ausgestanzt wurde. Ich empfehle auf jeden Fall lieber einen kleinen 8'er Schlüssel zu benutzen.

Vorne beim Gelenk (welches dafür sorgt, dass der Anhänger in Kurven nicht rumgerissen wird) geht eine Gewindestange durch, die allerdings sehr kurz bemessen ist.
Ein Freund von mir, der Mechaniker war, hat mal zu mir gesagt, dass eine halbe Schraubenumdrehung schon reichen würde, damit eine Schraube hält. Ich habe zum glück etwas mehr als eine halbe Umdrehung, werden meinem Freund aber trotzdem vertrauen. Die Stange konnte also auch nur nach etwas hin und her festgezogen werden.

Während der Fahrt merkt man vom Anhänger nur sehr wenig. Höchstens wenn es bergauf geht, merkt man wie er nach unten "zieht", was ja aber auch für Gepäückstücke auf dem Fahrrad gilt.
Nur in engen Kurven kann es passieren, dass der Anhänger aufgrund seiner Seitenneigung den Boden mit der Transportfläche berührt. Extrem enge Kurven (z.B. wenn ein Verkehrsplaner große Metal-Bügel zur Abrenzung von Motorrädern/Autos und Fußgängern/Radfahrern aufgestellt hat und diese zu dicht stehen, kann es mit dem Anhänger zu eng werden. Hier dürften aber andere Anhänger noch größere Schwächen haben.
Nach einem Sturz hatte sich bei mir einer der Bügel, die nach vorne zum Hinterrad gehen, leicht verbogen, bzw. ist leicht eingeknickt. Trotzdem ist der Anhänger noch fahrbereit.

Nach einigen Kilometern und diversem Staub kam es bei mir am "Gelenk", welches zwischen den Bügeln zum Hinterrad und der Transportfläche ist, zu einem Knartschen, was aber nicht sonderlich störte. Etwas sauber machen, vielleicht ein tropfen Öl und alles ist wieder OK.

Grundsätzlich ist der Anhänger sehr spurtreu und hat nicht die Angewohnheit das Fahrrad in irgendeine Richtung zu ziehen, was ich schon bei anderen Anhängern erlebt hatte (also nach rechts oder links).

Fazit:

Der Anhänger ist seine 20 Euro wert, denn was will man für 20 Euro erwarten. Wer geduldig ist und die Stinketeile über einen längeren Zeitraum auslüften lassen kann, dem ist mit diese Anhänger gut beraten. Wer aber bei dem Anhänger etwas vergleichbares wie einen Bob Yak erwartet, der sollte lieber die 300 Euro für den Bob Yak ausgeben. Selbst wenn ich jedes Jahr einen Billig-Anhänger verschleiße, dann kann ich 10 Jahre immer einen neuen kaufen, bis ich an den Preis eines Bob Yak komme. Und selbst der schwächelt auch schon mal nach 10 Jahren.
Grundsätzlich kann ich den Anhänger empfehlen. Es soll zwar Schwankungen in der Qualität geben (insbesondere Schweißnähte), trotzdem ist er in Sachen Preis/Leistung unschlagbar.

Bewertung:
Optik:

Besonders schön ist was anderes, daher bekommt er ein durchschnittlich.

Gewicht:

Mit seinen 6,5kg ist er leichter als so man ein andere Anhänger, daher 4 von 5 Punkten.

Funktion:

Ich habe hier auch die Verarbeitung mit einfließen lassen, daher gibt es nur 3 von 5 Punkte.

Haltbarkeit:

Bei mir hat der Anhänger unter einer Last von knapp 20kg keine Schwächen gezeigt. Alle Schweißnähte haben gehalten, auch wenn es mal etwas ruppiger wurde (Waldwege). Da er auch nach einem Sturz noch gute Arbeit leistet, erhält der Anhänger von mir 4 von 5 Punkte.

Preis/Leistung:

Lediglich die stinkenden Teile sorgen für einen Abzug. Ansonsten ist der Anhänger mit mal gerade 30 Euro (inkl. Versand) unschlagbar günstig, daher 4 von 5 Punkte.

Gesamtbewertung:

Hier komme ich auf 4 von 5 Punkte, wenn ich Verarbeitung, Geruch und alles andere berücksichtige.

Lexikon 4.1.5, entwickelt von www.viecode.com